Nachhaltig handeln in Baden-Württemberg heißt
… die Lebensgrundlagen und die vielfältige Natur sowie die einzigartigen Kulturlandschaften des Landes zu schützen und zu erhalten sowie Belastungen für Mensch, Natur und Umwelt auch über das Land hinaus möglichst gering zu halten.

Waldzustand

Artenvielfalt und Landschaftsqualität

Nitrat im Grundwasser

Durchgängigkeit der Fließgewässer für Lachse

Naturschutzflächen

Landwirtschaftsflächen mit hohem Naturwert

Phosphorfrachten aus Kläranlagen

zurück

Waldzustand

Gelbe Ampel
 
Als Folge der überwiegend günstigen Witterungsbedingungen geht der Anteil deutlich geschädigter Bäume zurück und liegt mit 42 Prozent erstmals unter dem Schadniveau des Trockenjahres 2018 [1].

Rund 38 Prozent der Landesfläche Baden-Württembergs sind von Wald bedeckt. Wälder sind ein wichtiger Rohstofflieferant, sie haben eine große Bedeutung für den Biotop- und Artenschutz und sind ein Ort der Erholung und Freizeitgestaltung. Darüber hinaus sind Wälder unverzichtbar für den Boden-, Wasser- und Klimaschutz. Zunächst durch Luftschadstoffe, wird der Wald seit Anfang der 2000er Jahre immer mehr durch die Auswirkungen des Klimawandels belastet. Steigende Temperaturen und häufiger auftretende Dürreperioden belasten die Wälder und machen sie anfällig für Krankheiten und Schädlingsbefall, wobei der langfristige Trend der Klimaerwärmung die Etablierung und massenhafte Vermehrung von Schadstofforganismen, die bislang nur eine geringe Bedeutung in unseren Wäldern gespielt haben, begünstigt [1].

Die Erfassung der Waldschäden basiert auf einer Beurteilung der Baumkronen. Aus der Kombination von Nadel-/Blattverlust und Vergilbung lassen sich sogenannte Schadstufen bestimmen, die einen schnellen und zusammenfassenden Überblick über die Entwicklung des Waldzustands ermöglichen [Waldzustandsbericht 2025]. Die Bewertung des Waldzustandes erfolgt dann in fünf Kombinationsschadstufen (0 = ungeschädigt bis 4 = abgestorben). Dargestellt wird der Anteil deutlich geschädigter Bäume der Stufen 2 bis 4 (mittelstark geschädigt bis abgestorben) in Prozent. Als deutlich geschädigt gelten Bäume, die einen Nadel- beziehungsweise Blattverlust oder einen Anteil der Vergilbung von mehr 25 Prozent aufweisen.

Die Waldwirtschaft verfolgt das Ziel, naturnahe, möglichst stabile, arten- und strukturreiche Mischwälder zu fördern. Derartige Wälder lassen ein hohes Maß an Widerstandskraft, Regenerationsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit gegenüber Umweltveränderungen erwarten.

Im Jahr 2025 ist ein weiterer Anstieg des Anteils ungeschädigter Bäume (Schadstufe 0) zu verzeichnen. Nach dem bisherigen Tiefststand im Jahr 2022 konnte der Anteil seither jährlich leicht zunehmen. Umgekehrt verringert sich der Anteil der deutlich geschädigten Bäume (Schadstufe 2 bis 4) seit 2022 kontinuierlich und liegt aktuell mit 42 Prozent sogar unter dem Niveau des Trockenjahres 2018.

Insgesamt hat sich der Waldzustand in Baden-Württemberg in den letzten 25 Jahren aber erheblich verschlechtert. Ab dem Jahr 2003 ist ein sprunghafter Anstieg an deutlich geschädigten Bäume zu beobachten. Besonders der Anteil an stark geschädigten Bäumen (Schadstufe 3) hat sich seitdem auf einem hohen Niveau stabilisiert. Die Trockenjahre ab 2018 führten zu einer Verschärfung der Waldschäden, die in dieser Zeit Höchstwerte erreichten. Seit etwa zwei Jahren ist eine leichte Verbesserung der Situation zu verzeichnen, die sich in diesem Jahr fortsetzt [1].

 

 

[1] Waldzustandsbericht 2025 Baden-Württemberg. Herausgeber: Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA). https://mlr.baden-wuerttemberg.de/de/unser-service/publikation/did/waldzustandsbericht-fuer-baden-wuerttemberg-2025

Artenvielfalt und Landschaftsqualität

Bewertung für Teilindikator Feldvogelarten

Rote Ampel
 

Vögel eignen sich als Zeiger für den Zustand unserer Natur und Landschaft. Der Rückgang von Goldammer, Feldlerche und Feldsperling zeigt, dass die Lebensbedingungen für Feldvogelarten weiterhin große Defizite aufzeigen.

Die Bestandsentwicklungen ausgewählter Vogelarten stehen stellvertretend für den Zustand der Artenvielfalt in unterschiedlichen Landschaftstypen und spiegeln mittelbar die Nachhaltigkeit der Landnutzung wider. In Baden-Württemberg sind die Landschaftstypen Agrarland, Wald und Siedlung sowie Binnengewässer relevant, hier dargestellt sind ein Teil der für das Agrarland repräsentativen Vogelarten. Damit hat das Brutvogelmonitoring eine herausragende Bedeutung als Frühwarnsystem für Veränderungen und Gefährdungen der Artenvielfalt.

Der Indikator Artenvielfalt und Landschaftsqualität bezieht sich auf den Zustand der Normallandschaft. Diese ist die genutzte und nicht besonders geschützte Landschaft, die über 90 Prozent der Fläche Deutschlands ausmacht. Dargestellt wird die quantitative Bestandsentwicklung repräsentativer Vogelarten. Die Daten werden aus dem seit 1992 laufenden „Monitoring häufiger Brutvögel“ (MhB) ermittelt.

Ausgewählte Brutvögel stehen stellvertretend für den Zustand der Artenvielfalt in unterschiedlichen Landschaftstypen und spiegeln mittelbar die Nachhaltigkeit der Landnutzung wider. Der Landesindikator Baden-Württemberg besteht aus den vier Teilindikatoren Agrarland, Wälder, Siedlungen und Binnengewässer. Feldlerche, Feldsperling und Goldammer sind potenzielle Indikatorarten des Teilindikators Agrarland Baden-Württemberg. Der jeweilige Bestandsindex wird hier exemplarisch dargestellt.

Der Rückgang der Biodiversität in den Agrarökosystemen des Landes soll gestoppt und für die typischen Arten der Agrarlandschaft soll ein Aufwärtstrend erreicht werden. Ein konkretes Ziel ist für diesen Indikator nicht definiert.

Bei allen drei dargestellten Feldvogelarten ist seit 2000 ein abnehmender Trend zu beobachten, bei der Feldlerche hat sich der Bestand in den vergangenen zehn Jahren stabilisiert. Hauptursache für den Rückgang der Bestände ist, neben weiteren Gefährdungsfaktoren wie zunehmende Eutrophierung und Lebensraumverlust durch Siedlungsentwicklung und Straßenbau, die Intensivierung der Landwirtschaft mit dem einhergehenden Lebensraum- und Nahrungsverlust.

Nitrat im Grundwasser

Gelbe Ampel
 

Im Jahr 2024 wurde an 6 von 119 Messstellen in Baden-Württemberg der Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter Nitrat nicht eingehalten. Langfristig zeigt die Nitratbelastung des Grundwassers einen rückläufigen Trend.

Stickstoff ist ein wichtiger Nährstoff für das Pflanzenwachstum. In der Landwirtschaft wird Stickstoff deshalb in organischen und chemischen Düngern auf die bewirtschafteten Flächen ausgebracht. Auch aus Industrie, Verkehr und Verbrennungsprozessen in privaten Heizanlagen gelangt Stickstoff über die Luft auf die Fläche. Ist der Eintrag auf die Fläche in Summe höher als der Bedarf der Pflanzen, wird der überschüssige Stickstoff in Form von Nitrat über den Boden in das Grundwasser ausgetragen. Ein zu hoher Eintrag von Nitrat über das Grundwasser in Bäche und Flüsse kann zu einem Überangebot an Nährstoffen und dadurch zu einer Veränderung der Lebensraumfunktionen dieser Gewässer führen, die oft durch übermäßiges Wachstum von Algen gekennzeichnet ist. Das Trinkwasser wird in Baden-Württemberg zu knapp drei Vierteln aus Grundwasser gewonnen. Ein Nitratgehalt von über 50 Milligramm pro Liter im Trinkwasser kann die menschliche Gesundheit gefährden, besonders die von Säuglingen. Europaweit gilt daher die einheitlich festgelegte Qualitätsnorm von 50 Milligramm Nitrat je Liter, sie wurde auch in der deutschen Wassergesetzgebung als Schwellenwert verankert (Grundwasserverordnung). Der Indikator zeigt somit die Wirkung von Maßnahmen zur Reduzierung des Stickstoffeintrages auf die Grundwasserbeschaffenheit. So können langfristig die Auswirkungen von veränderter Landbewirtschaftung und Einsparungen in Industrie, Verkehr und Privathaushalten belegt werden.
Dargestellt werden der Anteil der Messstellen mit einem Nitratgehalt über 50 Milligramm pro Liter sowie der Anteil der Messstellen mit einem Nitratgehalt über 25 Milligramm pro Liter. Die Messstellen mit Nitratgehalten über 50 Milligramm pro Liter sind eine Teilmenge der Messstellen mit Nitratwerten größer als 25 Milligramm pro Liter. Grundlage für die Berechnung sind 120 seit 1994 durchgehend beprobte Messstellen in ganz Baden-Württemberg. Die Daten dieses Messnetzes werden auch für die jährliche Berichterstattung an die Europäische Umweltagentur (EUA) herangezogen. Seit 2021 können nur 119 Messstellen beprobt werden.

Das Ziel in Baden-Württemberg ist die Erhaltung eines guten Zustands des Grundwassers gemäß Wasserrahmenrichtlinie bzw. der Grundwasserverordnung. Dazu darf die Nitratkonzentration 50 Milligramm pro Liter nicht überschreiten.

Im Jahr 2024 wurde an 5,9 Prozent der betrachteten 119 Messstellen eine Überschreitung des Schwellenwerts von 50 Milligramm pro Liter festgestellt. Langfristig zeigt die Nitratbelastung des Grundwassers einen rückläufigen Trend: Im Jahr 2000 wurde der Schwellenwert an 16 der 120 Messstellen überschritten, im Jahr 2024 sind es noch 5. Nitrat stellt jedoch weiterhin die Hauptbelastung des Grundwassers dar.

Durchgängigkeit der Fließgewässer für Lachse

Gelbe Ampel
 
Im Jahr 2025 sind bereits 56 Prozent der insgesamt 247 für den Lachs relevanten Querbauwerke im Rheineinzugsgebiet Baden-Württembergs aufwärts durchgängig gestaltet. Bis zum Erreichen des Zielwertes besteht jedoch noch erheblicher Handlungsbedarf.
Die biologische Durchgängigkeit in Fließgewässern hat eine herausragende Bedeutung für die Erhaltung und Wiederherstellung von natürlichen Verhältnissen mit artenreichen und gewässertypischen Lebensgemeinschaften, insbesondere für die heimische Fischfauna. Für den Lebenszyklus des Atlantischen Lachses als Langdistanzwanderfisch ist die Durchwanderbarkeit vom Meer bis in die Oberläufe der Flüsse und zurück zum Meer überlebenswichtig. Die Erreichbarkeit der Laichhabitate muss für den Lachs wieder ermöglicht werden, ebenso wie die Möglichkeit der Abwanderung der Lachsnachkommen ins Meer. Erste Erfolge bei der Wiederansiedlung des Lachses konnten bereits festgestellt werden. Ehemalige Lebensräume für den Lachs wurden erschlossen und wiederbesiedelt. Inzwischen kann in allen Programmgewässern eine natürliche Reproduktion des Lachses regelmäßig nachgewiesen werden.
Für den Indikator ökologische Durchgängigkeit in Fließgewässern werden die Lachsprogrammgewässer in Baden-Württemberg betrachtet. Die für die Aufwärtswanderung des Lachses durchgängigen Querbauwerke im Rheineinzugsgebiet werden ins Verhältnis zur Gesamtzahl der vorhandenen Querbauwerke mit einer Absturzhöhe von mindestens einem Meter gesetzt. Die in Bezug auf den Fischaufstieg durchgängigen Querbauwerksstandorte sind mit Wanderhilfen wie Fischtreppen ausgestattet. Angaben in Prozent.

Um alle Laichhabitate und Jungfischlebensräume zu erschließen, ist die weitere Herstellung der aufwärtsgerichteten Durchgängigkeit bis zum Zielwert 100 Prozent erforderlich.

Im Jahr 2025 sind bereits 56 Prozent der insgesamt 247 für den Lachs relevanten Querbauwerke im Rheineinzugsgebiet Baden-Württembergs aufwärts durchgängig gestaltet.

Erste Erfolge bei der Wiederansiedlung des Lachses konnten bereits festgestellt werden. Die Durchgängigkeit im Wiederansiedlungsgebiet wird schrittweise verbessert, damit werden zunehmend ehemalige Lebensräume für den Lachs wieder erschlossen. Inzwischen kann in allen Programmgewässern eine natürliche Reproduktion des Lachses regelmäßig nachgewiesen werden.

Die vollständige Herstellung der aufwärts gerichteten Durchgängigkeit ist erforderlich, um alle Laichhabitate und Jungfischlebensräume für den Lachs zu erschließen. Außerdem muss die Durchgängigkeit für die Abwärtswanderung der Lachse auf ihrem Weg zum Meer ebenfalls dringend verbessert werden. Es besteht somit noch erheblicher Handlungsbedarf in Baden-Württemberg.

Naturschutzflächen

Gelbe Ampel
 

Der Anteil der Naturschutzflächen an der Landesfläche Baden-Württembergs liegt bei 2,8 Prozent. Den Erfolgen des Natur- und Artenschutzes durch die Ausweitung der Naturschutzflächen steht eine wachsende Gefährdung ehemals sehr häufiger Arten der Normallandschaften außerhalb geschützter Landschaftsbestandteile gegenüber.

Um die biologische Vielfalt nachhaltig zu sichern, sind ausreichend große Flächen erforderlich, auf denen sich die Natur ohne belastende Eingriffe des Menschen entfalten kann.

Dargestellt ist der Anteil der bundeseinheitlich nach Naturschutzrecht streng geschützten Gebiete (Naturschutzgebiete, Kern- und Pflegezonen der Nationalparke und des Biosphärenreservates) an der Landesfläche in Prozent.

Für diesen Indikator ist in Baden-Württemberg kein Zielwert definiert.

Der Anteil der Naturschutzflächen an der Landesfläche liegt aktuell bei 2,8 Prozent. Die Ausweisung des Nationalparks Schwarzwald im Jahr 2014 hatte zur letzten deutlichen Ausweitung der Naturschutzflächen in Baden-Württemberg geführt.

Landwirtschaftsflächen mit hohem Naturwert

Grüne Ampel

 

Seit Mitte der 2010er Jahre zeigt sich ein steigender Trend, der sich vor allem auf eine Zunahme der Flächen mit sehr hohem und äußerst hohem Naturwert stützt. In den letzten fünf Jahren sind die Zuwächse an Landwirtschaftsflächen mit hohem Naturwert nur noch gering.

In der Agrarlandlandschaft sind naturnahe Landschaftselemente sowie extensiv genutzte Flächen von großer Bedeutung für den Schutz der biologischen Vielfalt. Durch die systematische Erfassung von Landwirtschaftsflächen mit hohem Naturwert (High Nature Value Farmland-Flächen, HNV Farmland-Flächen) können Auswirkungen unter anderem der Agrarpolitik in Hinblick auf die Erhaltung und Förderung der biologischen Vielfalt in der Landwirtschaft aufgezeigt werden.

Anteil der Landwirtschaftsflächen mit hohem Naturwert an der gesamten Landwirtschaftsfläche in Prozent. Es wird unterschieden zwischen Flächen mit äußerst hohem (Stufe I), sehr hohem (Stufe II) und mäßig hohem Naturwert (Stufe III).

Baden-Württemberg will die Landwirtschaft stärker im Sinne der Nachhaltigkeit sowie der Erhaltung der Biodiversität entwickeln. Ein Zielwert ist für Baden-Württemberg nicht definiert.

Im Jahr 2024 lag der Anteil von Landwirtschaftsflächen mit einem hohen Naturwert (High Nature Value Farmland-Flächen, HNV Farmland-Flächen) in Baden-Württemberg bei 19,4 Prozent der gesamten Agrarlandschaftsfläche. Nach der ersten Erhebung im Jahr 2009 war zunächst ein Rückgang der Landwirtschaftsflächen mit hohem Naturwert zu beobachten. Mitte der 2010er Jahre wurde diese Entwicklung gestoppt und seither zeigt sich ein insgesamt steigender Trend, der sich vor allem auf eine Zunahme der Flächen mit sehr hohem und äußerst hohem Naturwert stützt.

Phosphorfrachten aus Kläranlagen

Gelbe Ampel
 

Seit 2010 konnten die Jahresfrachten an Gesamtphosphor aus Kläranlagen auf weniger als die Hälfte reduziert werden. Die Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlämmen bewahrt diesen Grundstoff für die Düngemittelherstellung und die chemische Industrie.

Nur bei 6 Prozent der Wasserkörper Baden-Württembergs konnte der ökologische Zustand 2021 als gut bewertet werden [Umweltdaten 2024]. Ursache für die unzureichenden Qualitätsklassen sind unter anderem zu hohe Belastungen durch ortho-Phosphat. Phosphor ist ein wichtiger Nährstoff, der aber bei hoher Verfügbarkeit im Gewässer zu übermäßigem Algenwachstum führt. Phosphat wird überwiegend aus kommunalen Kläranlagen und Regenwasseranlagen sowie diffus von landwirtschaftlich genutzten Flächen eingetragen. Der Großteil des Phosphors, der unsere Kläranlagen erreicht, stammt aus den Lebensmitteln die wir verzehren. Nutzpflanzen und -tiere benötigen ihrerseits Phosphor, um wachsen zu können. Deswegen ist Phosphor ein wichtiger Rohstoff für die Düngemittelherstellung. Durch den Ausbau der Phosphor-Rückgewinnung aus Klärschlämmen kann dieser Kreislauf geschlossen werden und der Import von Phosphor und damit die Abhängigkeit von wenigen Lieferländern verringert werden [2].

Dargestellt wird die über kommunale Kläranlagen in Gewässer eingeleitete Jahresfracht an Gesamtphosphor in Tonnen pro Jahr. Der Summenparameter Gesamtphosphor (Pges) umfasst im Abwasser alle organischen Phosphorverbindungen und die anorganischen Phosphorverbindungen ortho-Phosphat-Phosphor sowie Polyphosphate.

Im „Handlungskonzeptes Abwasser“ wird die weitergehende Phosphor-Elimination dort angestrebt, wo aufgrund der über Kläranlagen eingetragenen Phosphorverbindungen die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie verfehlt werden.

Seit 2010 konnten die Jahresfrachten an Gesamtphosphor mehr als halbiert werden. In den Jahren 2010 bis 2015 wurden zunächst im defizitären Neckargebiet Kläranlagenmaßnahmen zur Reduktion der Phosphatfrachten durchgeführt. In den folgenden Jahren wurden die Maßnahmen auf andere Gebiete im Land ausgeweitet. Ab 2029 sind grundsätzlich alle Betreiber von kommunalen Abwasserbehandlungsanlagen unabhängig von der jeweiligen Ausbaugröße zu einer Phosphorrückgewinnung aus dem Klärschlamm verpflichtet [AbfKlärV]. Aktuell (2024) wird in 75 Prozent der Kläranlagen in Baden-Württemberg eine Phosphor-Elimination durchgeführt. Vor allem kleine Anlagen mit weniger als 5000 angeschlossenen Einwohnerinnen und Einwohnern verfügen zum Teil noch nicht über Anlagen zur Phosphor-Abscheidung [3].

[2] Pressemitteilung des Umweltministeriums zum 10. Phosphorkongress im November 2024. https://um.baden-wuerttemberg.de/de/presse-service/presse/pressemitteilung/pid/phosphor-ressourcen-vor-ort-nutzen-jetzt-handeln?highlight=phosphor

[3] 50. Leistungsnachweis der kommunalen Kläranlagen in Baden-Württemberg. https://www.dwa-bw.de/files/_media/content/PDFs/LV_Baden-Wuerttemberg/Homepage/BW-Dokumente/Homepage%202013/Nachbarschaften/LN%202024_Bericht_Teil%201%20und%202_2024_FINAL_4.pdf