NACHHALTIG HANDELN IN BADEN-WÜRTTEMBERG HEIßT …

... innovative, umweltgerechte und soziale Mobilität zu fördern und umzusetzen.

Öffentlicher Personennahverkehr

Modal Split

Straßenverkehr nach Fahrzeugkategorien

Güterverkehrsaufwand

Öffentlicher Personennahverkehr

Bedeutung:
Die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel entlastet besonders Innenstädte, Hauptverkehrsstraßen und Wohngebiete mit Durchgangsstraßen von Lärm und Abgasen. Eine Reduktion des motorisierten Individualverkehrs könnte auch den Flächenverbrauch für den Straßenausbau und für Parkraum verringern.

Definition:
Der Indikator umfasst den Liniennahverkehr innerhalb Baden-Württembergs mit Eisenbahnen (inklusive des S-Bahnverkehrs), Straßenbahnen und Omnibussen. Der Gelegenheitsverkehr und der Personenfernverkehr mit Omnibussen bleiben unberücksichtigt. Angegeben wird die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs in Personenkilometer pro Einwohner und Jahr.

Ziel:
Bis zum Jahr 2030 strebt die Landesregierung eine Verdoppelung der Fahrgastzahlen im ÖPNV an [Klimaschutzszenario für Baden-Württemberg]. Um mehr Bürgerinnen und Bürger für die Nutzung des ÖPNV zu gewinnen, will die Landesregierung Busse und Bahnen im ganzen Land stärken.

Bewertung:
Von 2004 bis 2008 war ein deutlicher Anstieg der Personenkilometer im öffentlichen Personennahverkehr zu verzeichnen. Obwohl die Kapazitäten im ÖPNV in Baden-Württemberg kontinuirlich ausgebaut werden, ist seit 2012 eine Stagnation bzw. ein Rückgang der Personenkilometer festzustellen. Eine mögliche Erklärung für diesen Rückgang ist, dass durch eine wachsende Bevölkerungszahl in Baden-Württemberg der Bedarf an Öffentlichem Nahverkehr stärker zunimmt als das Angebot den Bedarf decken kann.

Liniendiagramm. Entwicklung der Personenkilometer pro Einwohner im öffentlichen Personennahverkehr von 2004 bis 2018. Bis 2011 ist ein Zuwachs der Personenkilometer im ÖPNV zu verzeichnen. Nach einer Stagnation bis 2016 nehmen die Personenkilometer im ÖPNV ab.

Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten des Ministeriums für Verkehr und Infrastruktur unter Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg sowie unter Länderinitiative Kernindikatoren LIKI

Modal Split

Bedeutung:
Durch Mobilität entstehen Umweltbelastungen, vor allem durch Emissionen von Luftschadstoffen und klimaschädlichen Gasen, durch Lärmbelästigungen und durch die Inanspruchnahme von Flächen. Dabei belasten die verschiedenen Verkehrsträger Umwelt und Gesundheit unterschiedlich stark. Je größer dabei der Anteil der umweltfreundlichen Verkehrsträger am Modal Split ist, desto weniger umweltbelastende Einflüsse gehen mit der Mobilität einher.

Definition:
Modal Split bezeichnet die Verteilung der von Personen im Alltagsverkehr zurückgelegten Wege auf die einzelnen Verkehrsträger. Pro Weg werden alle genutzten Verkehrsmittel erhoben, nicht jedoch der Zeitanteil und der Entfernungsanteil, der pro Weg auf die verschiedenen Verkehrsträger entfällt.

Angaben in Prozent (%).

Ziel:
Baden-Württemberg hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2020 den Anteil des Radverkehrs am Modal Split auf 16 % und bis 2030 auf 20 % zu steigern.

Bewertung:
Unverändert werden seit 2002 in Baden-Württemberg weit über die Hälfte aller Wege (59 %) mit dem motorisierten Individualverkehr (MIV: Auto, Motorrad oder Lastkraftwagen) zurückgelegt. Entsprechend gering ist der Zuwachs bei den umweltfreundlichen Verkehrsmitteln. Den größten Zuwachs zeigen die mit dem Fahrrad zurückgelegten Wege. Allerdings wird durch das Fahrrad nicht das Auto ersetzt, sondern Wege, die früher zu Fuß gegangen wurden.

Balkendiagramm. Jeweils für Baden-Württemberg und Deutschland ist für die Jahre 2002, 2008 und 2017 der Modal Split dargestellt. Unterschieden wird öffentlicher Verkehr, Fahrrad, zu Fuß sowie motorisierter Individualverkehr als Fahrer oder Mitfahrer. Der motorisierte Individualverkehr macht in Baden-Württemberg unverändert knapp 60 Prozent der zurückgelegten Wege aus.

Straßenverkehr nach Fahrzeugkategorien

Bedeutung:
Straßenverkehr ist eine bedeutende Umweltbelastung: In Baden-Württemberg ist er die Hauptlärmquelle und stellt so eines der größten Gesundheitsprobleme unserer Zeit dar. Außerdem verursachte der Straßenverkehr im Jahr 2017 28 Prozent (%) der Treibhausgasemissionen in Baden-Württemberg und leistet damit den größten Einzelbeitrag noch vor den öffentlichen Wärmekraftwerken. Neu- und Ausbau von Straßen tragen außerdem zum Verlust, zur Verkleinerung und zunehmenden Zerschneidung der natürlichen Lebensräume bei.

Definition:
Dargestellt sind die pro Jahr gefahrenen Kilometer, unterteilt nach Fahrzeugkategorien in Kilometer pro Jahr (km/a).

Ziel:
Die Vermeidung von motorisiertem Verkehr ist ein Kernpunkt nachhaltiger Mobilität – neben der Verlagerung auf den ökologisch sinnvollsten Verkehrsträger, der besseren Vernetzung der Verkehrsströme und der umweltverträglicheren Gestaltung des motorisierten Verkehrs.

Bewertung:
Der Anstieg der Jahresfahrleistungen schwächt sich seit 2016 ab, zuletzt betrug er 0,6 %. Der Verkehrszuwachs wird zunehmend durch den Güterverkehr bestimmt, der seit 2010 um 34 % anstieg, wohingegen der Pkw-Verkehr, der 84 % der Fahrleistungen ausmacht, im gleichen Zeitraum lediglich um 4 % zunahm.

Gestapelte Säulen. Entwicklung der pro Jahr gefahrenen Kilometer von 1990 bis 2018, unterteilt nach den Fahrzeugkategorien Diesel-Pkw, Otto-Pkw, leichte Nutzfahrzeuge und schwere Nutzfahrzeuge. Im Jahr 2018 wurden auf den Straßen Baden-Württembergs insgesamt 95 gut Milliarden Kilometer gefahren. Der mit knapp 80 Milliarden Kilometern weitaus größte Anteil daran entfällt auf Personenkraftwagen.

Güterverkehrsaufwand

Bedeutung:
Der Transport von Gütern auf der Schiene oder mit Binnenschiffen führt bei gleicher Transportleistung zu geringeren Umweltbelastungen als der Transport auf der Straße. Eine Verschiebung des Güterverkehrsaufwandes weg vom energie- und schadstoffärmeren Schienen- und Binnenschiffsverkehr hin zum Straßenverkehr kann in der Regel mit einer Erhöhung der Umweltbelastung gleichgesetzt werden.

Definition:
Betrachtet wird der Anteil des Schienen- und Binnenschiffsverkehrs am Güterverkehrsaufwand in Prozent. Ergänzend wird der Güterverkehrsaufwand der Verkehrsträger Straße, Schiene und Binnenschifffahrt absolut in Tonnenkilometern (tkm - Produkt aus transportierter Menge in Tonnen und Entfernung in Kilometer) dargestellt.

Ziel:
Ziel in Baden-Württemberg ist, den Anteil von Schiene und Binnenschifffahrt am Güterverkehrsaufwand schrittweise um 10 Prozentpunkte zu erhöhen [Nachhaltige Mobilität - Für Alle]

Bewertung:
Der Anteil des Schienen- und Binnenschiffsverkehrs liegt im Jahr 2018 bei insgesamt steigendem Güterverkehrsaufwand bei 19,7 % und damit wieder etwas höher als im Vorjahr.

Liniendiagramm. Entwicklung der Güterverkehrsleistung von 1995 bis 2018 in Tonnenkilometern. Der Güterverkehrsaufwand nimmt zu und liegt im Jahr 2018 bei etwa 45 Milliarden Tonnenkilometern. Der Anteil des Eisenbahn- und Binnenschiffsverkehrs an der Güterverkehrsleistung ist insgesamt leicht rückläufig und liegt im Jahr 2018 bei 20 Prozent.

Weitere Informationen: Länderinitiative Kernindikatoren LIKI, Statistisches Landesamt Baden-Württemberg