NACHHALTIG HANDELN IN BADEN-WÜRTTEMBERG HEIßT …

… den Einsatz von Ressourcen zu optimieren und das Wirtschaftswachstum vom Verbrauch nicht erneuerbarer Ressourcen zu entkoppeln.

Rohstoffproduktivität

Vergärung von Bioabfällen

Flächeninanspruchnahme

Rohstoffproduktivität

Bedeutung:
Die Gewinnung oder Nutzung von nicht erneuerbaren Rohstoffen ist endlich und mit Umweltbelastungen und Schadstoffemissionen verbunden. Die Rohstoffproduktivität gibt das Verhältnis des Bruttoinlandsprodukts zum Verbrauch von nicht erneuerbaren Rohstoffen an und drückt damit aus, wie viel wirtschaftliche Leistung (dargestellt als BIP) durch den Einsatz einer Einheit Rohstoffe „produziert" wird.

Definition:
Die Rohstoffproduktivität ergibt sich aus dem Verhältnis des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zur Inanspruchnahme von nicht erneuerbaren Rohstoffen (z. B. Kohle, Erdöl, Erze, Mineralien) in 1.000 Euro pro Tonne (€/T). Dargestellt wird der zeitliche Verlauf der Rohstoffproduktivität als Index mit dem Basisjahr 1994.

Ziel:
Deutschland hat sich mit der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie das Ziel gesetzt, bei der Gesamtrohstoffproduktivität den Trend der Jahre 2000 bis 2010 bis 2030 beizubehalten. Dieser Indikator kann für die Bundesländer nicht erhoben werden, daher wird weiterhin auf die Rohstoffproduktivität zurückgegriffen.

Bewertung:
Im Jahr 2016 ist bei leicht steigendem Rohstoffverbrauch ein Rückgang der Rohstoffproduktivität um 1,6 Prozentpunkte zu verzeichnen. Gegenüber 1994 konnte die Rohstoffproduktivität um 66 % gesteigert werden was zeigt, dass insgesamt eine Entkopplung von Rohstoffverbrauch und Wirtschaft stattfindet.

Liniendiagramm. Entwicklung von Rohstoffproduktivität, Rohstoffverbrauch und Bruttoinlandsprodukt von 2004 bis 2016 als Index. Rohstoffproduktivität und Bruttoinlandsprodukt zeigen einen zunehmenden Trend, wobei die Rohstoffproduktivität insgesamt starker steigt, 2016 jedoch leicht abnahm. Der Rohstoffverbrauch ist im gesamten Zeitraum rückläufig, seit Ende der 2000er Jahre aber nahezu konstant.

Weitere Informationen: Länderinitiative Kernindikatoren LIKI

Vergärung von Bioabfällen

Bedeutung:
Bioabfälle stellen eine besondere Ressource dar, die sowohl stofflich als auch energetisch genutzt werden kann. Daher sind seit dem 01.01.2015 häusliche Bioabfälle gemäß Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) getrennt zu erfassen und hochwertig zu verwerten.

Definition:
Betrachtet wird der häusliche Bioabfall in Baden-Württemberg. Dieser wird entweder einer Kompostierung oder einer hochwertigen Verwertung in einer kombinierten Vergärungs- und Kompostierungsanlage mit Biogaserzeugung und Kompostproduktion zugeführt. Die Angabe erfolgt einwohnerbezogen in Kilogramm pro Einwohnerin und Einwohner (kg/EW) und Jahr.

Bewertung:
Die Menge des über Biotonnen oder Biobeutel getrennt erfassten häuslichen Bioabfalls konnte von 45,7 Kilogramm pro Einwohnerin und Einwohner (kg/EW) im Jahr 2014 auf 51 kg/EW im Jahr 2019 gesteigert werden. Der Anteil häuslichen Bioabfalls, der einer kombinierten Vergärungs- und Kompostierungsanlage zugeführt werden konnte, liegt aktuell bei 48 %.

Säulendiagramm. Entwicklung des Anteils der häuslichen Bioabfälle, die einer Kompostierung oder einer kombinierten Vergärungs- und Kompostierungsanlage zugeführt werden von 2014 bis 2019. Der Anteil des verwerteten Bioabfalls insgesamt nimmt zu.

Weitere Informationen finden Sie unter www.lubw.baden-wuerttemberg.de > Themen > Abfall- und Kreislaufwirtschaft

Und in der Abfallbilanz Baden-Württemberg

Flächeninanspruchnahme

Bedeutung:
Boden ist eine endliche Ressource. Mit der Inanspruchnahme von Freiflächen für Siedlungs- und Verkehrszwecke werden Lebensräume für Flora und Fauna ebenso beeinträchtigt wie die Funktionen des Bodens.

Definition:
Dargestellt wird die Zunahme der Siedlungs- und Verkehrsflächen in Hektar pro Tag (ha/d) unterteilt nach für Siedlung und für Verkehr beanspruchten Flächen. Wegen Umstellung auf ALKIS und das neue Koordinatensystem ETRS89/UTM sind die Daten von 2013 bis 2017 nicht belastbar.

Ziel:
Baden-Württemberg strebt eine bedarfsgerechte Flächenausweisung und effiziente Flächennutzung an. Vor einer Neuausweisung soll vorrangig der Innenbereich, der Flächen innerhalb bestehender Siedlungs- und Verkehrsfläche bezeichnet, entwickelt werden.

Bewertung:
Im Jahr 2018 wurde täglich eine Fläche von 4,5 Hektar neu in Anspruch genommen, davon entfielen 4,1 ha/d auf Flächen für Siedlung und 0,4 ha/d auf Flächen für Verkehr. In einer längerfristigen Betrachtung ist die Flächeninanspruchnahme insgesamt rückläufig.

Säulendiagramm. Entwicklung der Zunahme der Siedlungs- und Verkehrsfläche in Hektar pro Tag von 1997 bis 2018. Die Flächeninanspruchnahme ist seit 1997 insgesamt rückläufig, von 20013 bis 2017 sind die Daten allerdings nicht belastbar. Die Zunahme der Verkehrsfläche machte 2018 etwa 10 Prozent der Flächenneuinanspruchnahme aus.

Weitere Informationen finden Sie auf den Themenseiten Flächeninanspruchnahme unter LUBW.Baden-Württemberg>Themen>Boden>Flächeninanspruchnahme sowie unter Länderinitiative Kernindikatoren LIKI