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… eine gesundheitsförderliche Lebenswelt zu ermöglichen.

Luftqualität - Stickstoffdioxid

Lärmbelastung

Luftqualität - Stickstoffdioxid

Bedeutung:
Stickstoffoxide wirken reizend auf die Schleimhäute und Atemwege des Menschen und können Pflanzen schädigen. Auch eine Zunahme von Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann beobachtet werden. Stickstoffdioxid ist außerdem eine wichtige Vorläufersubstanz für die sommerliche Ozonbildung in den bodennahen Luftschichten. Die im städtischen Hintergrund gemessene Schadstoffbelastung der Luft ist für einen weiten Teil der Stadtfläche repräsentativ und entspricht damit dem Schadstoffniveau, dem die Mehrzahl der in Städten Wohnenden dauerhaft ausgesetzt ist. Davon unabhängig können Menschen kurzzeitig wesentlich höheren Schadstoffbelastungen ausgesetzt sein, wenn sie sich in unmittelbarer Nähe von Luftschadstoffquellen aufhalten. Auswertungen der hochbelasteten Stationen belegen, dass der Straßenverkehr zwischen 54 und 78 Prozent zu den gemessenen Belastungen beiträgt.

Definition:
Dargestellt werden die Jahresmittelwerte der Stickstoffdioxidkonzentration im städtischen Hintergrund, in Verkehrsnähe und im ländlichen Hintergrund in µg/m³.

Ziel:
Ziel ist die Einhaltung des Immissionsgrenzwertes für Stickstoffdioxid nach der 39. Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV) vom 40 µg/m³ im Jahresmittel.

Bewertung:
Die Stickstoffdioxidbelastung im städtischen Hintergrund ist seit Anfang der 1990er Jahre leicht rückläufig und liegt 2019 im Mittel bei 20 μg/m³. Auch in Straßennähe ist die NO2-Konzentration in den letzten 25 Jahren rückläufig, zum Teil wird der zulässige Immissionsgrenzwert jedoch noch überschritten.

 

Liniendiagramm. Entwicklung der Stickstoffdioxidkonzentrationen von 2000 bis 2019 in Mikrogramm pro Kubikmeter. Die höchsten Konzentrationen werden in Straßennähe gemessen, im Jahr 2019 liegen die mittleren Konzentrationen dort auf Höhe des Grenzwertes von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter und damit etwa doppelt so hoch wie im städtischen Hintergrund. Sowohl in straßennähe als auch im städtischen Hintergrund nimmt die Stickstoffdioxidbelastung ab. Im ländlichen Hintergrund liegen die Konzentrationen konstant bei etwa 5 Mikrogramm pro Kubikmeter.

Weitere Informationen auf den Themenseiten Luft unter LUBW.Baden-Württemberg>Themen>Luft


Lärmbelastung

Bedeutung:
Lärm ist eine der wichtigsten umweltbedingten Gefahren für die körperliche und psychische Gesundheit und das Wohlbefinden der Bevölkerung. Bei Dauerbelastungen durch Lärm besteht ein signifikant höheres gesundheitliches Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, für Bluthochdruck und weitere Erkrankungen.

Definition:
Durch den Indikator wird der prozentuale Anteil der Bevölkerung in durch Straßenverkehrslärm belasteten Gebieten erfasst, der dauerhaft einem definierten Geräuschpegel ausgesetzt ist. Dabei wird einmal die über 24 Stunden gemittelte Lärmbelastung LDEN (Tag/Day, Abend/Evening) mit Zuschlägen für den Abend- und Nachtzeitraum betrachtet und zum anderen die ausschließlich über die Nacht gemittelte Lärmbelastung LNight (Night/Nacht; 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr).

Ziel:
Bis zum Jahr 2020 soll die Anzahl der Menschen, die gesundheitsschädigendem Verkehrslärm ausgesetzt sind, um 20 % verringert werden.

Bewertung:
Nach Ergebnissen der Lärmkartierung 2017 waren in Baden-Württemberg 2,2 % der Bevölkerung nachts einer gesundheitsschädlichen Lärmbelastung durch Straßenverkehrslärm nach EU-Umgebungslärmrichtlinie von über 55 Dezibel (A) ausgesetzt. Das entspricht einem Rückgang um 16,4 % gegenüber der Lärmkartierung 2012. Tagsüber war 2017 ein Anteil von 2,0 % der Bevölkerung gesundheitsschädlichem Lärm ausgesetzt, 16,1 % weniger als 2012. Um das Ziel der Landesregierung zu erreichen sind weitere Anstrengungen nötig.

Säulendiagramm. Anteil der durch Straßenverkehrslärm Belasteter an der Gesamtbevölkerung in Prozent für die Jahre 2012 und 2017. Über den Tag liegt der Anteil der Belasteten niedriger als in der Nacht. Sowohl über den Tag als auch nachts ist der Anteil der durch Straßenverkehrslärm Belasteten von 2012 auf 2017 zurückgegangen.

Weitere Informationen auf den Themenseiten Lärm unter LUBW.Baden-Württemberg>Themen>Lärm und Erschütterungen  und unter Länderinitiative Kernindikatoren LIKI