Nachhaltig handeln in Baden-Württemberg heißt
… innovative, umweltgerechte und soziale Mobilität zu fördern und umzusetzen.
Öffentlicher Personennahverkehr
Öffentlicher Personennahverkehr | ![]() |
Die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs nimmt in Baden-Württemberg zu, das Vor-Corona-Niveau ist allerdings noch nicht wieder erreicht.
Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) ist ein wesentlicher Baustein der nachhaltigen Mobilität. Integriert in ein Gesamtsystem, in dem alle verfügbaren Verkehrsmittel genutzt und kombiniert werden, kann ein gut ausgebauter und auf die Bedürfnisse der Bevölkerung abgestimmter ÖPNV zur Mobilitäts- und damit zur Energiewende und zur Verminderung von Umweltbelastungen beitragen.
Die Beförderungsleistung beschreibt die Wegstrecke, die in Baden-Württemberg innerhalb eines Jahres von Nutzerinnen und Nutzern des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) zurückgelegt wurde. Die Beförderungsleistung ergibt sich rechnerisch aus der Multiplikation der Zahl der Fahrgäste im ÖPNV mit deren durchschnittlicher Reiseweite in Kilometern. Die Angabe des Indikators in Personenkilometern pro Einwohnerin und Einwohner spiegelt die Nachfrage der Bevölkerung nach Angeboten des ÖPNV wider.
Der ÖPNV umfasst den Liniennahverkehr innerhalb Baden-Württembergs mit Eisenbahnen (inklusive des S-Bahn-Verkehrs), Straßenbahnen und Omnibussen. Der Gelegenheitsverkehr und der Personenfernverkehr mit Omnibussen bleiben unberücksichtigt.
Bis zum Jahr 2030 strebt die Landesregierung eine Verdoppelung der Fahrgastzahlen im ÖPNV an [ÖPNV-Strategie 2030].
Unter dem Eindruck der Corona-Pandemie ging 2020 die Beförderungsleistung des öffentlichen Personennahverkehrs dramatisch zurück: Zum einen wurden durch Home-Office und Home-Schooling insgesamt weniger Wege zurückgelegt, zum anderen wurde der öffentliche Verkehr aus Sorge vor einer Ansteckung gemieden und stattdessen der Privat-Pkw oder das Fahrrad genutzt. Ab 2022 werden öffentliche Verkehrsmittel wieder häufiger genutzt, wozu seit Mai 2023 auch das Deutschlandticket beiträgt. Die Fahrgastzahlen erreichen aber noch nicht wieder das Vor-Corona-Niveau [1].
Eine sinkende Mobilitätsquote und verändertes Mobilitätsverhalten belegt aktuell unter anderem die Studie Mobilität in Deutschland. Dabei nehmen Fuß- und Radverkehr zu.
Seiten des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg zu Bussen und Bahnen:
https://vm.baden-wuerttemberg.de/de/mobilitaet-verkehr/bahn-und-bus
ÖPNV-Strategie Baden-Württemberg:
https://vm.baden-wuerttemberg.de/de/mobilitaet-verkehr/oepnv/oepnv-strategie-2030
Mobilität in Deutschland (MiD):
https://www.mobilitaet-in-deutschland.de/
Seite des Umweltbundesamtes zum Öffentlichen Personennahverkehr:
https://www.umweltbundesamt.de/themen/verkehr/nachhaltige-mobilitaet/oeffentlicher-personennahverkehr
Modal Split | ![]() |
Ob für den Weg zur Arbeit oder zur Ausbildung, für Freizeit oder zur Versorgung: Unser Alltag ist ohne Mobilität undenkbar. Der motorisierte Individualverkehr prägt durch die in Anspruch genommenen Verkehrs- und Parkflächen unsere Städte und Gemeinden.
Eine Verschiebung des Anteils der Verkehrsmittel an den Wegen und Kilometern weg vom motorisierten Individualverkehr (MIV) hin zu Verkehrsmitteln des Umweltverbunds verringert Umweltbelastungen und Flächeninanspruchnahme und führt so zu lebenswerteren Städten und zu weniger Treibhausgasemissionen im Verkehr.
Modal Split bezeichnet die Anteile der von Personen im Alltagsverkehr zurückgelegten Wege mit den einzelnen Verkehrsmitteln, angegeben in Prozent. Pro Weg werden alle genutzten Verkehrsmittel erhoben, nicht jedoch der Zeitanteil, der pro Weg auf die verschiedenen Verkehrsträger entfällt.
Der motorisierte Individualverkehr schließt die Pkw-Nutzung, aber auch Mofas, Mopeds und Motorräder sowie Nutzfahrzeuge ein. Seit der Erhebung 2017 zählt die Carsharing-Nutzung dazu.
Öffentlicher Verkehr ist definiert als Nahverkehrsbusse, alle Bahnen, Fern- und Reisebusse, Flugzeug und Taxis.
Bis 2030 soll jeder zweite Weg selbstaktiv zu Fuß oder mit dem Rad zurückgelegt werden. Dies ist eines der fünf konkreten Ziele für die Verkehrswende [3]. Bis 2030 soll der Anteil der Wege im Vergleich zu 2017 mit dem Rad von 10 auf 20 Prozent steigen, der Anteil der Wege zu Fuß von 20 auf 30 Prozent. Außerdem soll sich der öffentliche Verkehr zwischen 2010 und 2030 verdoppeln und dadurch Wege und Kilometer des motorisierten Individualverkehrs ersetzen, wodurch der Anteil des öffentlichen Verkehrs am Modal-Split ansteigt [3].
Am auffälligsten an den aktuellen Daten der bundesweit durchgeführten Mobilitätserhebung „Mobilität in Deutschland – MiD“ ist der für Deutschland wie für Baden-Württemberg feststellbare Rückgang des Motorisierten Individualverkehrs (MIV – Mitfahrende und MIV – Fahrende) auf nur noch 53 Prozent. Profitiert hat in Baden-Württemberg vor allem der Fußverkehr: Mehr als ein Viertel (26 Prozent) aller zurückgelegten Wege werden zu Fuß zurückgelegt. Auch der Anteil der mit dem Fahrrad zurückgelegten Wege ist weiter angestiegen und liegt 2023 bei 11 Prozent.
Die seit der letzten Erhebung im Jahr 2017 deutlich gestiegenen Anteile von zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegten Wege zeigen, dass immer mehr Menschen die täglichen Wege selbstaktiv zurücklegen. Wenn die Ziele, die sich Baden-Württemberg für die Verkehrswende gesetzt hat, erreicht werden sollen, muss jedoch noch mehr getan werden, um die Veränderung zu beschleunigen.
Nachhaltige Mobilität auf den Seiten des Verkehrsministeriums:
https://vm.baden-wuerttemberg.de/de/politik-zukunft/nachhaltige-mobilitaet
Mobilität in Deutschland (MiD): https://www.mobilitaet-in-deutschland.de/
[1] infas (2023): Mobilitätsreport Baden-Württemberg 04, Bonn. https://www.infas.de/wp-content/uploads/2023/04/infas_Mobilitaetsreport_04_BW_7608W4_20230428.pdf
[2] Mobilität in Deutschland – MiD Kurzbericht. https://www.mobilitaet-in-deutschland.de/pdf/MiD2023_Kurzbericht.pdf
[3] Unsere Ziele für die Verkehrswende bis 2030 (Seite des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg) https://vm.baden-wuerttemberg.de/de/politik-zukunft/nachhaltige-mobilitaet/klimamobilitaetsmonitor/unsere-ziele-fuer-die-verkehrswende-bis-2030
Güterverkehrsleistung | ![]() |
Im zweiten Jahr in Folge stieg 2024 der Anteil des Eisenbahn- und Binnenschiffsverkehrs an der Güterverkehrsleistung in Baden-Württemberg an. Die Güterverkehrsleistung insgesamt ist rückläufig.
Der Transport von Gütern auf der Schiene oder mit Binnenschiffen führt bei gleicher Transportleistung zu geringeren Umweltbelastungen als der Transport auf der Straße. Eine Verschiebung des Güterverkehrsaufwandes weg vom Straßenverkehr hin zum energie- und schadstoffärmeren Schienen- und Binnenschiffsverkehr kann in der Regel mit einer Erhöhung der Umweltbelastung gleichgesetzt werden.
Betrachtet wird der Anteil des Schienen- und Binnenschiffsverkehrs am Güterverkehrsaufwand in Prozent. Ergänzend wird für Baden-Württemberg der Güterverkehrsaufwand der Verkehrsträger Straße, Schiene und Binnenschifffahrt absolut in Tonnenkilometern (Produkt aus transportierter Menge in Tonnen und Entfernung in Kilometer) dargestellt.
Ziel ist, dass in Baden-Württemberg bis 2030 jede zweite Tonne an Gütern klimaneutral transportiert wird. Züge und Binnenschiffe sind dafür am besten geeignet, da sie sehr umweltfreundlich sind [3].
Der Anteil des Eisenbahn- und Binnenschiffsverkehrs an der gesamten Verkehrsleistung in Baden-Württemberg lag im Jahr 2024 bei 23 Prozent und damit erneut höher als im Vorjahr. Die Güterverkehrsleistung insgesamt nahm im dritten Jahr in Folge ab auf 40.537 Tonnen im Jahr 2024.
Mobilität für alle! Verkehrswende made in Baden-Württemberg.
https://vm.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-mvi/intern/Dateien/Broschueren_Publikationen/250327_Broschuere_Mobilitaet_fuer_alle_Verkehrswende_made_in_Baden-Wuerttemberg_barrierefrei.pdf
Seiten des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg zu Mobilität und Verkehr
https://vm.baden-wuerttemberg.de/de/mobilitaet-verkehr
Länderinitiative Kernindikatoren – LiKi
https://www.liki.nrw.de/umwelt-und-gesundheit/c3-verkehrsleistung
Personenkraftwagen mit den Kraftstoffarten Hybrid oder Elektro | ![]() |
Die Akzeptanz von Hybrid- und Elektrofahrzeugen steigt. Etwa 12 Prozent der aktuell zugelassenen Personenkraftwagen fahren mit einem Hybrid- oder Elektroantrieb. Der Anteil der reinen Elektrofahrzeuge ist mit rund 4 Prozent noch sehr niedrig.
Ein Drittel der Treibhausgasemissionen in Baden-Württemberg (32,4 Prozent) wird durch den Verkehr verursacht und hier zu 99 Prozent vom Straßenverkehr [6]. Das Auto ist und wird noch lange Zeit zentraler Bestandteil unserer Mobilität bleiben. Für eine klimafreundliche Mobilität ist damit ein Antriebsstrangwechsel von fossilen Kraftstoffen hin zur Elektromobilität unverzichtbar. Hybridfahrzeuge sowie reine Elektrofahrzeuge mit batterieelektrischen und brennstoffzellenelektrischen Antrieben sind Schlüsselanwendungen, um klimafreundliche Mobilität zu verwirklichen.
Der Indikator zeigt die Anteile der zugelassenen Personenkraftwagen (Pkw) mit den Antriebsarten „Hybrid“ und „Elektro“ in Prozent. Hybridfahrzeuge sind mit mindestens zwei unterschiedlichen Energiewandlern und zwei unterschiedlichen Energiespeichersystemen ausgerüstet. In der Regel wird dabei ein Elektromotor mit einem Verbrennungsmotor kombiniert, wobei der Elektromotor vor allem beim Anfahren und bei niedrigen Geschwindigkeiten eingesetzt wird. Bei höheren Geschwindigkeiten übernimmt der Verbrennungsmotor, über den die Batterie wieder geladen wird.
Elektrofahrzeuge werden rein elektrisch mittels einer Batterie oder einer Brennstoffzelle betrieben und fahren emissionsfrei.
Zur Erreichung der Klimaschutzziele im Verkehrssektor soll in Baden-Württemberg bis 2030 jeder zweite Pkw klimaneutral fahren oder etwa jedes dritte Auto (35 Prozent Anteil an der Gesamtflotte) rein elektrisch [3].
Zum 01.01.2025 waren auf den Straßen Baden-Württembergs 6,97 Millionen Personenkraftwagen (Pkw) unterwegs. Davon verfügen knapp 12 Prozent (11,56 Prozent) über einen Hybrid- oder Elektroantrieb.
Waren es vor 15 Jahren noch zu 90 Prozent Hybridfahrzeuge, ist der Anteil der reinen batterieelektrisch angetriebenen Autos an Pkw mit alternativem Antrieb (inkl. Hybrid) auf ein Drittel (2025: 33,3 Prozent) angestiegen. Die Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge wächst ebenfalls in Baden-Württemberg: Allein im Jahr 2025 wurden etwa 3000 neue öffentliche Ladepunkte eingerichtet, im Jahr 2024 etwa 4000. Damit stehen in Baden-Württemberg aktuell (1.1.2026) 33.100 öffentliche Ladesäulen mit insgesamt 1,1 Gigawatt Ladeleistung zur Verfügung [5].
Trotz des beachtlichen Zuwachses an Fahrzeugen mit alternativen Antriebsarten wird das Ziel, bis 2030 die Hälfte aller zugelassenen Fahrzeuge emissionsfrei klimaneutral, also rein elektrisch zu betreiben, voraussichtlich nicht eingehalten. Eine sinkende Mobilitätsquote und verändertes Mobilitätsverhalten belegt aktuell unter anderem die Studie Mobilität in Deutschland. Dabei nehmen Fuß- und Radverkehr zu.
e-mobil BW: Anlaufstelle für alle Belange rund um den Mobilitätswandel: https://www.e-mobilbw.de/
Karten und Listen zum Stand der Ladeinfrastruktur auf den Seiten der Bundesnetzagentur:
https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Sachgebiete/ElektrizitaetundGas/Unternehmen_Institutionen/E-Mobilitaet/Ladesaeulenkarte/start.html
Daten zu Bestand und Neuzulassung von Fahrzeugen nach Umweltkriterien beim Kraftfahrt-Bundesamt:
https://www.kba.de/DE/Statistik/Fahrzeuge/Umwelt/umwelt_node.html
[1] infas (2023): Mobilitätsreport Baden-Württemberg 04, Bonn. https://www.infas.de/wp-content/uploads/2023/04/infas_Mobilitaetsreport_04_BW_7608W4_20230428.pdf
[2] Mobilität in Deutschland – MiD Kurzbericht. https://www.mobilitaet-in-deutschland.de/pdf/MiD2023_Kurzbericht.pdf
[3] Unsere Ziele für die Verkehrswende bis 2030 (Seite des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg) https://vm.baden-wuerttemberg.de/de/politik-zukunft/nachhaltige-mobilitaet/klimamobilitaetsmonitor/unsere-ziele-fuer-die-verkehrswende-bis-2030
[5] Bundesnetzagentur: Elektromobilität – Öffentliche Ladeinfrastruktur. Ladeinfrastruktur in Zahlen (Stand: 1. März 2026). https://www.bundesnetzagentur.de [6] Emissionsbericht 2025 – Entwicklung der Treibhausgasemissionen in Baden-Württemberg https://www.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-um/intern/Dateien/Dokumente/4_Klima/Klimaschutz/KMR/2025/Emissionsbericht-2025-StaLa.pdf
