Nachhaltig handeln in Baden-Württemberg heißt
… die Energiewende zügig, sicher und bezahlbar unter Einbindung der Zivilgesellschaft umzusetzen. 

 

Energieproduktivität und Energieverbrauch

Endenergieverbrauch privater Haushalte

Erneuerbare Energie

zurück

Energieproduktivität und Energieverbrauch

Grüne Ampel
 

Seit 2008 stieg die Endenergieproduktivität in Baden-Württemberg um 40 Prozent. Das zeigt, dass in Baden-Württemberg Energie immer effizienter genutzt wird.

Die Endenergieproduktivität stellt ein Maß für die Effizienz der Energieverwendung dar. Sie zeigt, wie viel Euro wirtschaftlicher Leistung (Bruttoinlandsprodukt) pro Einheit Endenergie erzeugt wird und gilt damit als Maßstab für die Effizienz einer Volkswirtschaft im Umgang mit den Energieressourcen.

Endenergie ist die durch Umwandlung beziehungsweise Aufbereitung aus Energieträgern wie Kohle oder Biomasse gewonnene Energie, die den Verbrauchern zugeführt wird. Dies sind zum Beispiel Fernwärme, Strom oder Mineralölprodukte, aber auch beispielsweise Erdgas. Ergänzend wird der Primärenergieverbrauch dargestellt, also die Menge an Energie, die der Natur beispielsweis in Form von Rohöl oder Kohle direkt entnommen und noch nicht umgewandelt wurde.

Die Endenergieproduktivität ergibt sich aus der wirtschaftlichen Leistung, dargestellt durch das Bruttoinlandsprodukt (preisbereinigt, verkettet), bezogen auf den Endenergieverbrauch. Sie wird als Index (2008=100) dargestellt.

Energieproduktivität = Bruttoinlandsprodukt / Endenergieverbrauch

Die verwendeten Daten sind nicht temperaturbereinigt.

Die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie in ihrer Weiterentwicklung von 2025 formuliert das Ziel, die Endenergieproduktivität deutlich zu steigern. Ein quantitatives Ziel gibt es für die Endenergieproduktivität nicht.

Der Primärenergieverbrauch soll laut der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie um mindestens 39,3 Prozent bis 2030 im Vergleich zu 2008 gesenkt werden.

Die Endenergieproduktivität in Baden-Württemberg stieg seit 2008 um gut 40 Prozent. Im Verlauf der 2010er Jahre zeigte der Energieverbrauch nur wenig Veränderung. Im Jahr 2020 brachen dann der Energieverbrauch aber auch das Bruttoinlandsprodukt aufgrund der Corona-Pandemie stark ein. Vergleichsweise hohe Energiepreise, eine gedämpfte konjunkturelle Entwicklung sowie milde Witterungsbedingungen führten zu einem weiteren Rückgang des Endenergieverbrauchs in den darauffolgenden Jahren. Der Rückgang des Primärenergieverbrauchs resultiert außerdem aus der 2023 verringerte Energieerzeugung aus Kohle sowie der Abschaltung des letzten verbliebenen Kernkraftwerks [5].

Trotz des nahezu unveränderten Bruttoinlandsprodukts in den Jahren 2022 und 2023 konnte aufgrund des deutlichen Rückgangs des Energieverbrauchs die Energieproduktivität gesteigert werden. Das bedeutet, dass in Baden-Württemberg Energie immer effizienter genutzt wird [7].

[1] Erneuerbare-Energien-Gesetz vom 21. Juli 2014 (BGBl. I S. 1066), das zuletzt durch Artikel 23 des Gesetzes vom 18. Dezember 2025 (BGBl. 2025 I Nr. 347) geändert worden ist"
https://www.gesetze-im-internet.de/eeg_2014/
[2] Energiekonzept für Baden-Württemberg. Hrsg.: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg
https://um.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-um/intern/Dateien/Dokumente/2_Presse_und_Service/Publikationen/Energie/Energiekonzept-fuer-Baden-Wuerttemberg.pdf
[3] Energiebericht kompakt 2025. Herausgeber: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg; Statistisches Landesamt Baden-Württemberg. Bearbeitung und Copyright: © Statistisches Landesamt Baden-Württemberg. Stand: Juli 2025.
[4] Erneuerbare Energien in Baden-Württemberg 2023. Konzeption und Ausarbeitung: Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg Tobias Kelm, Dr. Peter Bickel. Herausgeber: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirt-schaft Baden-Württemberg. Stand: September 2024
https://um.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-um/intern/Dateien/Dokumente/2_Presse_und_Service/Publikationen/Energie/Eneuerbare-Energien-2023.pdf
[5] Monitoring der Energiewende in Baden-Württemberg - Statusbericht 2024. Hrsg.: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg. Bearbeitung: Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW).
https://um.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-um/intern/Dateien/Dokumente/2_Presse_und_Service/Publikationen/Energie/Monitoring-der-Energiewende-BW-2024.pdf
[6] Statistisches Landesamt: Pressemitteilung 166/2025. 17. Juli 2025. Energiebericht kompakt 2025 veröffentlicht – Entwicklung des Energieverbrauchs in Baden-Württemberg im Überblick.
https://www.statistik-bw.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/energiebericht-kompakt-2025-veroeffentlicht/
[7] Statistisches Landesamt Baden-Württemberg. Pressemitteilung 041/2026 vom 05. März 2026
https://www.statistik-bw.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/anteil-der-erneuerbaren-energien-an-der-stromerzeugung-bei-59/

Endenergieverbrauch privater Haushalte

Gelbe Ampel
 

Die privaten Haushalte im Land verbrauchen weniger Energie. Pro-Kopf ist der Endenergieverbrauch privater Haushalte im Jahr 2023 gegenüber dem Vorjahr um 6,7 Prozent gesunken.

Private Haushalte tragen in Baden-Württemberg mit etwa einem Viertel (26,6 Prozent) zum Endenergieverbrauch bei, so viel wie der Sektor Verkehr (26,5 Prozent) [3]. Damit haben private Haushalte einen erheblichen Anteil am Endenergieverbrauch und an den energiebedingten Treibhausgasemissionen. Sie bergen ein beträchtliches Potenzial zur Senkung des Energieverbrauchs und der Treibhausgasemissionen durch Maßnahmen zur Energieeffizienz und durch den Einsatz erneuerbarer Energieträger.

Dargestellt wird der Pro-Kopf-Verbrauch von Endenergie der privaten Haushalte in Baden-Württemberg in Gigajoule pro Einwohnerin und Einwohner. Der Stromverbrauch als Teilmenge des Endenergieverbrauchs ist im Schaubild gesondert dargestellt. Der Energieverbrauch des Verkehrssektors wird in der Statistik gesondert ausgewiesen und ist beim hier dargestellten Indikator nicht berücksichtigt.

Aktuell ist kein konkretes Ziel definiert.

Im Vergleich zu 2022 ging der Endenergieverbrauch der Haushalte im Jahr 2023 um 6,7 Prozent zurück. Beim Strom lag der Rückgang bei -9,5 Prozent, bei den „übrigen Energieträgern“ – zu denen vor allem die zum Heizen und Warmwassererzeugung eingesetzten Mineralölprodukte zählen – wurden gegenüber dem Vorjahr 6,1 Prozent eingespart. Neben den Einsparbemühungen der Haushalte beim Gas- und Stromverbrauch aufgrund der vergleichsweise hohen Endverbraucherpreise, war auch die im Vergleich zum Vorjahr milde Witterung während der Heizperiode ursächlich für den Verbrauchsrückgang [4]. Trotz des deutlichen Rückgangs des Endenergieverbrauchs in den letzten drei Jahren ist über zehn Jahre kein eindeutiger Trend erkennbar.

[1] Erneuerbare-Energien-Gesetz vom 21. Juli 2014 (BGBl. I S. 1066), das zuletzt durch Artikel 23 des Gesetzes vom 18. Dezember 2025 (BGBl. 2025 I Nr. 347) geändert worden ist" https://www.gesetze-im-internet.de/eeg_2014/

[2] Energiekonzept für Baden-Württemberg. Hrsg.: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg https://um.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-um/intern/Dateien/Dokumente/2_Presse_und_Service/Publikationen/Energie/Energiekonzept-fuer-Baden-Wuerttemberg.pdf

[3] Energiebericht kompakt 2025. Herausgeber: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg; Statistisches Landesamt Baden-Württemberg. Bearbeitung und Copyright: © Statistisches Landesamt Baden-Württemberg. Stand: Juli 2025. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg. Pressemitteilung 041/2026 vom 05. März 2026 https://www.statistik-bw.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/anteil-der-erneuerbaren-energien-an-der-stromerzeugung-bei-59/

[4] Erneuerbare Energien in Baden-Württemberg 2023. Konzeption und Ausarbeitung: Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg Tobias Kelm, Dr. Peter Bickel. Herausgeber: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirt-schaft Baden-Württemberg. Stand: September 2024 https://um.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-um/intern/Dateien/Dokumente/2_Presse_und_Service/Publikationen/Energie/Eneuerbare-Energien-2023.pdf

Erneuerbare Energie

Gelbe Ampel
 

Der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch lag im Jahr 2023 bei 31,3 Prozent. Um im Jahr 2030 80 Prozent des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energiequellen decken zu können, muss der Ausbau der erneuerbaren Energieträger beschleunigt werden.

Durch die Umstellung auf erneuerbare Energieträger kann der Ausstoß von Treibhausgasen reduziert und der Verbrauch von fossilen Energieträgern gesenkt werden. Neben der Steigerung der Energieeffizienz ist der Ausbau der erneuerbaren Energien ein wesentlicher Baustein für eine klimafreundliche, zukunftssichere und bezahlbare Energieversorgung und trägt zu einer verstärkten regionalen Energieversorgung bei.

Als erneuerbare Energien werden Energien aus Quellen bezeichnet, die entweder permanent vorhanden sind, sich kurzfristig von selbst erneuern oder deren Nutzung nicht zur Erschöpfung der Quelle beiträgt. Für die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien werden vor allem Wasserkraft, Windkraft, Photovoltaik und die Stromgewinnung aus Biomasse genutzt. Der Indikator „Erneuerbare Energien“ betrachtet den Anteil des Stroms aus erneuerbaren Energiequellen am gesamten Bruttostromverbrauch in Baden-Württemberg beziehungsweise Deutschland in Prozent.

In der Novelle des Bundes-Gesetzes für den Ausbau erneuerbarer Energien (EEG) im Jahr 2023 wurde festgeschrieben, dass der Anteil des aus erneuerbaren Energien erzeugten Stroms am Bruttostromverbrauch auf mindestens 80 Prozent im Jahr 2030 gesteigert werden soll [1]. Im Energiekonzept Baden-Württemberg von 2024 wird für den Stromsektor das Ziel definiert, dass der erneuerbare Anteil an der Bruttostromerzeugung bis 2030 auf 80 Prozent ansteigen soll. Bis 2040 soll die Stromerzeugung in Baden-Württemberg nahezu vollständig erneuerbar erfolgen [2].

Mit rund 37,1 Terawattstunden (TWh) wurde im Jahr 2023 in Baden-Württemberg deutlich weniger Strom erzeugt als 2022 (53,9 TWh). Der Anteil erneuerbarer Energien an der Bruttostromerzeugung lag bei rund 53 Prozent [3]. Nicht zuletzt wegen der Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in Deutschland stieg die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in den vergangenen 15 Jahren stetig an. Im Jahr 2023 wurden in Baden-Württemberg 19.508 Gigawattstunden Strom aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen, 5,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Mit rund einem Drittel der Bruttostromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern leistet die Photovoltaik den größten Beitrag. Der Anteil des aus erneuerbaren Energieträgern gewonnenen Stroms an der gesamten Bruttostromerzeugung in Baden-Württemberg lag 2023 mit über 50 Prozent besonders hoch, was aber auch auf die in diesem Jahr insgesamt niedrige Bruttostromerzeugung zurückzuführen ist: im April 2023 wurde mit Neckarwestheim II das letzte Kernkraftwerk Baden-Württembergs vom Netz genommen und auch die Stromerzeugung aus Steinkohle ging weiter zurück [4]. Der im Land selbst erzeugte Strom deckte 2023 nur rund 60 Prozent des Stromverbrauchs in Baden-Württemberg [3]. Zum Energiemix des nach Baden-Württemberg importieren Stroms liegen keine Angaben vor. Daher werden Stromimporte in der Statistik als nicht-erneuerbar bewertet. Der Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch liegt dadurch niedriger als der Anteil der Erneuerbaren an der Stromerzeugung. 2023 betrug der Anteil erneuerbaren Energien am Stromverbrauch 31,3 Prozent, erste Abschätzungen für 2024 zeigen mit 32,3 Prozent einen ähnlich hohen Anteil [3]. Um im Jahr 2030 80 Prozent des Bruttostromverbrauchs aus erneuerbaren Energiequellen decken zu können, muss der Ausbau der erneuerbaren Energieträger beschleunigt werden.

[1] Erneuerbare-Energien-Gesetz vom 21. Juli 2014 (BGBl. I S. 1066), das zuletzt durch Artikel 23 des Gesetzes vom 18. Dezember 2025 (BGBl. 2025 I Nr. 347) geändert worden ist"
https://www.gesetze-im-internet.de/eeg_2014/

[2] Energiekonzept für Baden-Württemberg. Hrsg.: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg
https://um.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-um/intern/Dateien/Dokumente/2_Presse_und_Service/Publikationen/Energie/Energiekonzept-fuer-Baden-Wuerttemberg.pdf

[3] Energiebericht kompakt 2025. Herausgeber: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg; Statistisches Landesamt Baden-Württemberg. Bearbeitung und Copyright: © Statistisches Landesamt Baden-Württemberg. Stand: Juli 2025. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg. Pressemitteilung 041/2026 vom 05. März 2026
https://www.statistik-bw.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/anteil-der-erneuerbaren-energien-an-der-stromerzeugung-bei-59/

[4] Erneuerbare Energien in Baden-Württemberg 2023. Konzeption und Ausarbeitung: Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg Tobias Kelm, Dr. Peter Bickel. Herausgeber: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg. Stand: September 2024