Materialbörse 4.0
Digitales Verwertungsportal
Bodenaushub macht über 50 Prozent des gesamten Abfallaufkommens in Baden-Württemberg aus. Das entspricht ungefähr 27 Millionen Tonnen pro Jahr. Nimmt man Bauschutt, Straßenaufbruch und andere Bau- und Abbruchabfälle noch hinzu, machen diese sogenannten Baumassenabfälle sogar 80 Prozent, also rund 40 Millionen Tonnen pro Jahr aus. Diese Abfälle sind vorrangig zu verwerten - gerade für unbelasteten Bodenaushub ist das oftmals ohne großen Aufwand umsetzbar.
Ein ortsnaher Einbau von unbelastetem Erdaushub kommt Mensch und Umwelt zugute. Oftmals ist die Vernetzung der Anfallstellen mit potentiellen Einbaustellen noch schwierig. Hierbei kann eine digitale Materialbörse einen wichtigen Beitrag leisten, um potentielle Anbieter und Abnehmer zusammenzubringen und anfallenden Erdaushub zeit- und ortsnah zu verwerten.
Digitale Verwertungsportale können dem Bauherren oder dem Vorhabensträger im Rahmen der Erstellung des Abfallverwertungskonzeptes geeignete und hochwertige Verwertungsmaßnahmen aufzeigen.
Materialkarte 4.0 – Eine Plattform für die Kreislaufwirtschaft
Die LUBW erstellt zurzeit eine „Materialkarte 4.0“, die darauf abzielt, die Verwertung von mineralischen Abfällen zu fördern und die Schonung von Ressourcen und Deponieraum zu unterstützen.
Eine Motivation für dieses Projekt liegt in der praxistauglichen Umsetzung des Landes-Kreislaufwirtschaftsgesetzes (LKreiWiG), insbesondere der § 3, der die Vermeidung und hochwertige;Verwertung von Bau- und Abbruchabfällen zum Ziel hat. Darüber hinaus soll das faktische Ablagerungsverbot von nicht verunreinigten Bodenmaterialien auf Deponien gemäß dem § 7 Absatz 4 Deponieverordnung durch;die Sichtbarmachung von Verwertungsmöglichkeiten gefördert werden.
Die interaktive Karte soll als Plattform dienen, Anfall- und Verwertungsstellen von mineralischen Materialien sichtbar zu machen und somit zu vernetzen. Es sollen allgemein verfügbare Geodaten, Informationen zu „Sekundärrohstoffarten“ und Kontaktdaten für diese Stellen transparent und nutzungsfähig bereitgestellt werden.
Die Materialkarte 4.0 richtet sich an verschiedene Zielgruppen, darunter Abfallberatungsstellen, öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger, Recycling- und Entsorgungsunternehmen, Baustoffanbieter, Bau- und Abbruchunternehmen, kommunale Bauherren, Planer, Bauträger und Wohnungsbaugesellschaften.
Weitere Informationen:
Vortrag: Projekte-Pitch: Materialkarte 4.0, Silvia Venema, LUBW