Monatsberichte zu den Grundwasserverhältnissen

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Monatsbericht zu den Grundwasserverhältnissen Januar 2026

Fazit

Die Grundwasserstände und Quellschüttungen in Baden-Württemberg bewegten sich im Januar 2026 auf mittlerem Niveau (ca. 82% der Messstellen im Normalbereich). Die anhaltende Trockenheit seit November hat eine Verringerung der Feuchte im Oberboden und einen Rückgang der Grundwasserneubildung bewirkt. Die Grundwasserverhältnisse waren in der Folge überwiegend rückläufig (75% der Messstellen) aber bewegten sich meist innerhalb des Normalbereichs. In den südöstlichen Landesteilen waren vielerorts jedoch niedrige Grundwasserstände zu verzeichnen, insbesondere im Illertal und in Teilen der Schwäbischen Alb. Engpässe in der öffentlichen Wasserversorgung können aufgrund der aktuellen Beobachtungen ausgeschlossen werden.

Vergleich zum Vormonat

Der Monat Januar 2026 war in Baden-Württemberg der dritte unterdurchschnittlich regenreiche Monat in Folge mit beispielsweise lediglich 30 mm Niederschlag am Lysimeter Büchig. Der Neubildungsprozess hielt weiter an aber lag deutlich unterhalb der langjährigen Normalwerte. Die Grundwasserverhältnisse im Land waren im zurückliegenden Monat daher überwiegend rückläufig. Die beobachteten Veränderungen waren jedoch vergleichsweise gering, wie etwa -0,31 m im Neckarbecken bei Markgrönningen (GW-Nr. 1064/461-1), -0,06 m im Illertal bei Egelsee (GW-Nr. 0150/769-7) oder +0,02 m im Bodenseeraum bei Tettnang (GW-Nr. 0110/623-5). Bei den wetterfühligen Quellschüttungen halten sich Zu- und Abnahmen ebenfalls die Waage, mit z.B. +10 l/s an der Nächstquelle im Odenwald, GW-Nr. 0601/554-9 vs. -6 l/s am Jägerbrunnen im Schwarzwald, GW-Nr. 0001/265-0. Mit einem Minus von -522 l/s ist die Schüttung der Blautopfquelle im Gegensatz dazu deutlich rückläufig (GW-Nummer 0600/665-0).

Vergleich zum Vorjahr

Der regenreiche Sommer und der nasse Herbst haben Rückgänge auf ein niedriges Niveau verhindert und für normale Grundwasserverhältnisse gesorgt. Diese Situation hat sich trotz der Trockenheit seit Beginn des hydrologischen Winterhalbjahrs im November nur geringfügig verschlechtert. Die Grundwasserstände sind im Jahresvergleich an fast allen Messstellen (91%) niedriger als im niederschlagsreichen Jahr 2024, beispielsweise auf der Ostalb (-8,14 m, GW-Nr. 0102/714-6). Die Quellen schütten deutlich weniger, wie beispielsweise die Bronnbachquelle in Rottenburg (-465 l/s, GW-Nr. 0001/415-1). Mit einem Minus von rd. 2.649 l/s ist der Abfluss des Blautopfs ebenfalls deutlich geringer als vor einem Jahr (Hinweis: der vieljährige Monatsmittelwert beträgt 3.368 l/s).

Prognose für den Folgemonat

Die Bodenfeuchte in den tieferen Bodenschichten hält nach wie vor den Neubildungsprozess aufrecht. Winterliche Witterungsverhältnisse und geringer Wasserbedarf der Vegetation gewährleisten immer noch günstige Voraussetzungen für die Grundwasserneubildung – sofern es regnet. Angesichts der zum Ende Januar vorliegenden Wetterprognosen ist die weitere Entwicklung der Grundwasserverhältnisse im Februar jedoch unklar.