Methodik

Die Daten für den HNV farmland-Indikator (ökologisch wertvolle Agrarlandschaftsfläche) werden in Deutschland auf Basis der bundesweit einheitlich gezogenen Stichprobenflächen erhoben. Der HNV farmland-Indikator nutzt die gleiche Stichprobenkulisse wie das Monitoring häufiger Brutvögel des Dachverbands Deutscher Avifaunisten (DDA) und ist auch Grundlage für das landesweite Insektenmonitoring Baden-Württemberg. In Baden-Württemberg wurden bislang auf 97 Stichprobenflächen die Daten für den HNV farmland-Indikator erhoben. Dies ermöglicht eine statistisch gesicherte Aussage in Baden-Württemberg für den Gesamtwert und liefert die Ergebnisse zur Absicherung der Aussagen auf Bundesebene. Für Aussagen zur regionalen Entwicklung und zum Trend einzelner Nutzungstypen und Landschaftselemente benötigt Baden-Württemberg aufgrund der vielseitigen Landschaft eine deutlich höhere Stichprobenzahl. Mit Beginn des neuen Kartierungsdurchgangs 2018 wurde deshalb die Stichprobenzahl auf 372 erhöht.

Als Stichprobenflächen werden 1 km2 große Untersuchungsflächen verwendet, die vom statistischen Bundesamt zufällig gezogen wurden.

Die Erstkartierung des HNV farmland-Indikators wurde 2009 von Bund und Ländern gemeinsam durchgeführt und vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) koordiniert. Seit 2010 kartieren die Länder  selbstständig jährlich ein Viertel ihrer HNV-Untersuchungsflächen, um ggf. Veränderungen festzustellen.

Das Bundesamt für Naturschutz koordiniert die Kartierungen in den Bundesländern, fasst die Daten der Bundesländer zusammen und berichtet alle zwei Jahre für Deutschland an die EU. Ein umfangreiches Qualitätssicherungskonzept beinhaltet regelmäßig stattfindende Kartierungsschulungen, Doppelkartierungen zur Überprüfung der Kartierergebnisse, eine fachlich-technische Prüfung und eine visuelle Kontrolle von z. B. unpräzisen Abgrenzungen oder das Übersehen von Strukturelementen.

Kartierung der Stichprobenflächen

Bei der Untersuchung der jeweils 1 km² großen Stichprobenfläche werden alle Offenlandflächen vom Kartierer erfasst. Dabei werden Lebensräume nicht im Detail aufgenommen, sondern mit Hilfe einer vereinfachten Erfassungsmethodik die Größe und der ökologische Zustand der HNV-Flächen erfasst und bewertet. Die Erfassung der HNV-Flächen liefert den prozentualen Anteil des HNV-farmlands an der Agrarlandschaftsfläche und ermöglicht Aussagen zur Qualität der HNV farmland-Flächen. 

Bei der Erfassung des Offenlandes wird zwischen folgenden Haupttypen unterschieden:

  • Nutz- und Lebensraumflächen, wie Acker- und Grünland, Brach-, Obst- und Rebflächen sowie weitere auf extensive Nutzung angewiesene Offenland-Lebensräume wie beispielsweise Magerrasen oder Wacholderheiden
  • Landschaftselemente, wie beispielsweise Hecken, Gräben oder Böschungen


Die erfassten Nutz- und Lebensraumflächen werden mit Hilfe von Kennarten, die Landschaftselemente zusätzlich anhand von Struktureigenschaften in 3 Qualitätsstufen eingeteilt:

HNV I äußerst hoher Naturwert
HNV II sehr hoher Naturwert
HNV III mäßiger hoher Naturwert
Nur Flächen der Qualitätsstufen I bis III haben einen hohen Naturschutzwert und werden als HNV farmland deklariert. Zu den Flächen von geringer ökologischer Wertigkeit zählen beispielsweise artenarme Grünland- und Ackerflächen oder nur einfach strukturierte Hecken mit wenigen Gehölzarten. Sie werden als Nicht-HNV-Flächen zwar im Gelände angesprochen, aber nicht weiter erfasst und digitalisiert. Im Anschluss an die Erfassung im Gelände werden die HNV-Flächen digitalisiert und eine quantitative und qualitative Auswertung für die Probeflächen vorgenommen.

 


Die detaillierte Erfassungsanleitung und weitere Informationen finden Sie auf den Seiten des BfN (Bundesamt für Naturschutz).