Methodik

Ackerbaugebiet

Die Daten für den HNV-Farmland-Indikator (Landwirtschaftsflächen mit hohem Naturwert) werden in Deutschland auf Basis der bundesweit repräsentativen Stichprobenflächen erhoben. Das Programm nutzt damit die gleiche Stichprobenkulisse wie das Monitoring häufiger Brutvögel, die auch Grundlage für das landesweite Insektenmonitoring Baden-Württemberg ist. Als Stichprobenflächen werden 1 km² große Untersuchungsflächen verwendet, die vom statistischen Bundesamt für die Umweltbeobachtung festgelegt wurden.

In Baden-Württemberg wurden die Daten für den HNV-Farmland-Indikator von 2009 bis 2017 auf 97 Stichprobenflächen erhoben. Dies ermöglicht eine statistisch gesicherte Aussage in Baden-Württemberg für den Gesamtwert und liefert die Ergebnisse zur Absicherung der Aussagen auf Bundesebene. Für Aussagen zur regionalen Entwicklung und zum Trend einzelner Nutzungstypen und Landschaftselemente benötigt Baden-Württemberg aufgrund der vielseitigen Landschaft eine deutlich höhere Stichprobenzahl. Im Jahr 2018 wurde deshalb die Stichprobenzahl auf 372 erhöht.

Die Erstkartierung des HNV-farmland-Indikators wurde 2009 von Bund und Ländern gemeinsam durchgeführt und vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) finanziert und koordiniert. Seit 2010 lassen die Länder selbstständig jährlich ein Viertel ihrer HNV-Stichprobenflächen kartieren, um Veränderungen festzustellen. Das Bundesamt für Naturschutz koordiniert die Kartierungen in den Bundesländern, fasst die Daten der Bundesländer zusammen und ermittelt den Indikatorwert. Ein umfangreiches Qualitätssicherungskonzept beinhaltet regelmäßig stattfindende Kartierungsschulungen, Doppelkartierungen zur Überprüfung der Kartierergebnisse, eine fachlich-technische Prüfung und eine visuelle Kontrolle von z. B. unpräzisen Abgrenzungen oder das Übersehen von Strukturelementen.

 

Kartierung der Stichprobenflächen

Borstgrasrasen mit Rinderbeweidung

Bei der Untersuchung der jeweils 1 km² großen Stichprobenfläche werden alle Offenlandflächen von den Kartierenden beurteilt. Dabei werden mit Hilfe einer bundesweit einheitlichen Erfassungsmethodik alle Flächen mit hohem Naturwert (HNV-Flächen) ermittelt und kartographisch aufgenommen. Die Erfassung der HNV-Flächen liefert den prozentualen Anteil des HNV-Farmlands an der Agrarlandschaftsfläche. 

Bei der Erfassung des Offenlandes wird zwischen folgenden Haupttypen unterschieden:

  • Nutz- und Lebensraumflächen, wie Acker- und Grünland, Brach-, Obst- und Rebflächen sowie weitere auf extensive Nutzung angewiesene Offenland-Lebensräume wie beispielsweise Magerrasen oder Wacholderheiden
  • Landschaftselemente, wie beispielsweise Bäume, Hecken, Gräben oder Böschungen

Die erfassten Nutz- und Lebensraumflächen werden mit Hilfe von Kennarten, die Landschaftselemente zusätzlich anhand von Struktureigenschaften in 3 Qualitätsstufen eingeteilt:

HNV I äußerst hoher Naturwert
HNV II sehr hoher Naturwert
HNV III mäßiger hoher Naturwert

Nur Flächen der Qualitätsstufen I bis III haben einen hohen Naturschutzwert und werden als HNV-Farmland deklariert. Zu den Flächen von geringer ökologischer Wertigkeit zählen beispielsweise artenarme Grünland- und Ackerflächen oder nur einfach strukturierte Hecken mit wenigen Gehölzarten. Sie werden als Nicht-HNV-Flächen zwar im Gelände angesprochen, aber nicht weiter erfasst und digitalisiert. Im Anschluss an die Erfassung im Gelände werden die HNV-Flächen digitalisiert und eine quantitative und qualitative Auswertung für die Probeflächen vorgenommen.

Die detaillierte Erfassungsanleitung und weitere Informationen finden Sie auf den Seiten des BfN (Bundesamt für Naturschutz).