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null LUBW verzeichnet seit Sonntag hohe Ozonkonzentrationen
Ozonempfindliche Personen sollten sportliche Aktivitäten und körperliche Anstrengungen auf die frühen Morgenstunden verlegen
22.06.2026Baden-Württemberg/Karlsruhe. Die anhaltende Hitze sorgt für hohe Ozonbelastungen in Baden-Württemberg. Nachdem bereits am Sonntag an mehreren Luftmessstationen der LUBW die Informationsschwelle von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft (µg/m³) am späten Nachmittag überschritten worden war, wurde diese am heutigen Montag an der Messstation Baden-Baden bereits um 14:00 Uhr mit einer Ozonkonzentration von 183 µg/m³ erreicht und überschritten. Die höchsten Ozonkonzentrationen des Sonntags registrierte die LUBW in „Mannheim-Nord“ mit 195 µg/m³ und in „Neuenburg“ mit 192 µg/m³.
Die aktuellen Werte können auf der folgenden Webseite der LUBW abgerufen werden: Immissionsdaten aus Baden-Württemberg/Ozon
Hohe Ozonwerte durch anhaltende Hitze
„Ozonempfindliche Personen und Kinder sollten körperliche Anstrengungen und sportliche Aktivitäten im Freien auf die frühen Morgenstunden verlegen“, empfiehlt Dr. Ulrich Maurer, Präsident der LUBW. Am Spätnachmittag und Abend sind die Ozonkonzentrationen besonders hoch, mit abnehmender Bewölkung und Wind verstärken sich die Konzentrationen.
Ab einem gemessenen Wert über 240 µg/m³ wird Ozon-Alarm ausgerufen. Dann gilt diese Empfehlung für alle Bevölkerungsgruppen. Solche hohen Spitzenkonzentrationen wurden letztmals im Jahr 2015 von der LUBW registriert.
Ozonbelastung bleibt voraussichtlich hoch
Aufgrund der anhaltenden Hitze ist auch in den kommenden Tagen mit erhöhten Ozonkonzentrationen in weiten Teilen Baden-Württembergs zu rechnen. Dabei kann der Informationsschwellenwert an weiteren Messstationen überschritten werden.
Die höchsten Ozonwerte treten in der Regel am späten Nachmittag und in den Abendstunden auf. Auffrischender Wind und eine zunehmende Bewölkung können die Ozonbildung hingegen abschwächen und zu sinkenden Konzentrationen führen. Die Empfindlichkeit gegenüber Ozon ist individuell unterschiedlich. In erhöhter Konzentration verursacht das reaktive Gas zahlreiche Probleme für Menschen, Tiere und Pflanzen. Bei den Pflanzen beeinträchtigt eine erhöhte Ozonkonzentration das Wachstum.
Informationsdienste
Bürgerinnen und Bürger können sich über die Entwicklung der Ozonwerte auf den Webseiten der LUBW informieren. Die Ozonkonzentrationen können auch im Teletext des SWR ab Tafel 177 abgerufen werden.
Liegt die Ozonkonzentration über dem Informationsschwellenwert, informiert die LUBW automatisch Nachrichtenagenturen, den SWR, lokale Rundfunksender und weitere Medien.
Hintergrundinformation
Die Ozonwerte der Vorjahre können für die einzelnen Luftmessstationen auf der folgenden Webseite der LUBW eingesehen werden:
- Auswertungen zur Luftqualität - nach Jahren
- Auswertungen zur Luftqualität – Jahreswerte – Lange Datenreihe
Ozon
Ozon ist ein farbloses und sehr reaktives Gas. Es spielt in der Erdatmosphäre eine Doppelrolle: Als natürliche Ozonschicht oberhalb von etwa 20 Kilometern Höhe (Stratosphäre) schützt es die Erdoberfläche vor schädlicher Ultraviolettstrahlung der Sonne. Rund 90 Prozent des Ozons befinden sich in dieser Schicht. In Bodennähe ist Ozon ein natürlicher Bestandteil der Atmosphäre. Seine natürliche Hintergrundkonzentration liegt bei etwa 50 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³) Luft.
Die erste Überschreitung des Informationsschwellenwertes im Jahr 2026 trat am 29. Mai während der ersten längeren Hitzeperiode des Jahres an der Messstation Heidelberg auf. Dort wurde ein Ozonwert von 182 µg/m³ gemessen.
So entsteht Ozon
Im Gegensatz zu anderen Luftverunreinigungen gibt es keine direkten künstlichen Emissionen von Ozon. Die Ozonkonzentrationen steigen im Sommer bei hohen Lufttemperaturen und intensiver Sonneneinstrahlung. Unter diesen Bedingungen bildet sich weiteres Ozon aus den Ozonvorläufersubstanzen Stickstoffdioxid (NO2) und flüchtigen organischen Verbindungen. Die Ozonvorläuferstoffe stammen sowohl aus natürlichen als auch aus vom Menschen verursachten Quellen. Das Stickstoffdioxid wird hauptsächlich durch den Straßenverkehr verursacht. Die flüchtigen organischen Verbindungen stammen aus Industrie- und Gewerbebetrieben sowie den Wäldern.
Warum sind die Ozonwerte auf dem Land oft höher?
Die höchsten Ozonwerte treten meist am Stadtrand und in den angrenzenden ländlichen Gebieten auf, also entfernt von den Quellen der menschengemachten Vorläuferstoffe. Dies liegt daran, dass Stickstoffmonoxid (NO), das ebenfalls beim Verbrennungsprozess im Motor entsteht, als Abgas direkt mit bereits entstandenem Ozon reagiert und es abbaut. So kommt es oftmals zu der scheinbar widersprüchlichen Situation, dass die Ozonbelastung in Innenstädten niedriger ist als in ländlichen Gebieten. Außerdem werden die menschengemachten Vorläuferstoffe mit dem Wind aus den Städten heraustransportiert und tragen so entfernt von deren eigentlichen Quellen zur Ozonbildung bei.

Bereits um 9:00 Uhr wies die ländliche Hintergrundmessstelle „Schwarzwald Süd“ als erste Station des Tages einen Ozonwert von über 120 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft (µg/m³) auf.

Um 14:00 Uhr wurde an der Luftmessstation Baden-Baden die Informationsschwelle für Ozon von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft (µg/m³) überschritten. An allen weiteren Stationen mit aktuellen Messwerten lagen die Ozonkonzentrationen über 120 µg/m³.
Aktuelle Ozonwerte und die Ozonkarte finden Sie unter:
https://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/luft/messwerte-immissionswerte?comp=luft-o3#karte=
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle der LUBW. Telefon: +49(0)721/5600-1387 E-Mail: pressestelle@lubw.bwl.de