Altlastenstatistik

Zahlen und Fakten

Altlastverdächtige Flächen und Altlasten werden durch die unteren Bodenschutz- und Altlastenbehörden im Boden- und Altlastenkataster (BAK) erfasst. Die Daten werden monatlich an die UIS-Referenzdatenbank übermittelt, die von der LUBW betrieben wird. Damit steht der LUBW die Basis für landesweite statistische Auswertungen zur Verfügung.

Auswertungen der Fallzahlen von 1988 bis in das Jahr 2016 sind in der Broschüre „Altlastenstatistik 2016" veröffentlicht. Bei den nachfolgenden Seiten handelt es sich um Auszüge aus dieser Broschüre mit Bearbeitungsstand bis zum 31.12.2016.

Die altlastverdächtigen Flächen und Altlasten werden durch die unteren Bodenschutz- und Altlastenbehörden im Boden- und Altlastenkataster (BAK) erfasst und (für landesweite statistische Auswertungen) monatlich an die UIS-Referenzdatenbank übermittelt, die von der LUBW betrieben wird.

 

Seit dem Beginn der Altlastenbearbeitung im Jahre 1988 bis Ende 2016 haben die Landratsämter und Stadtkreise im Zuge der historischen Erhebungen und der derzeit laufenden Fortschreibung der Erfassung insgesamt rund 102.800 Flächen erfasst. Davon konnten bisher rund 84.000 Fälle ohne Altlastenverdacht ausgeschieden werden.

Grundlage aller statistischen Auswertungen sind bundesweit einheitliche Definitionen verschiedener Kennzahlen auf Grundlage der Festlegungen im BBodSchG.

 

Im Bodenschutz- und Altlastenkataster des Landes sind zum Stichtag 31.12.2016 insgesamt 17.776 Flächen erfasst. Der größte Anteil davon (15.151 Flächen) ist als altlastverdächtige Fläche eingestuft, 2.625 Flächen stehen als Altlasten fest.

Die Zahl der altlastverdächtigen Flächen summiert sich aus 1.727 ehemaligen Altablagerungen und Industrieabfalldeponien sowie 13.424 kontaminierten Industrie- und Gewerbegrundstücken. Bei diesen Flächen wird das Gefährdungspotenzial näher untersucht.

Altlastenstatistik Baden-Württemberg 2016 auf Grundlage der bundesweiten Kennzahlen:

Anzahl Flächen
altlastverdächtige Flächen 15.151
davon:
altlastverdächtige Altablagerungen 1.727
altlastverdächtige Altstandorte 13.424
Gefährdungsabschätzung abgeschlossen 19.625
Altlasten 2.625
Altlasten in der Sarnierung 552
Sarnierung abgeschlossen 3.602
Überwachungen 483*
*davon 170 nach Sarnierung

(Datengrundlage: WIBAS-Referenzdatenbank Stand 12/2016)

Altlastverdächtige Flächen

Altlastverdächtige Flächen im Sinne des § 2 Abs. 6 BBodSchG sind Altablagerungen und Altstandorte, bei denen der Verdacht schädlicher Bodenveränderungen oder sonstiger Gefahren für den Einzelnen oder die Allgemeinheit besteht.
 

Ende 2016 sind im Land insgesamt 15.151 altlastverdächtige Flächen registriert. Ein Teil befindet sich bereits in der orientierenden oder Detail-Untersuchung; teilweise müssen die Untersuchungen aber erst noch in Angriff genommen werden.

Altlasten

Altlasten sind alle Fälle, bei denen nach der Bewertung durch die zuständige Behörde Sanierungsmaßnahmen erforderlich, aber noch nicht abgeschlossen sind oder Schutz- und Beschränkungsmaßnahmen aufrecht erhalten werden müssen.
 

Im Jahr 2016 waren insgesamt 2.625 Fälle als Altlasten mit unterschiedlichem Handlungsbedarf in Bearbeitung, davon 897 Altablagerungen und 1.728 Altstandorte. 

 

Sanierung

Seit Beginn der Altlastenbearbeitung in Baden-Württemberg wurde bei 4.154 Flächen ein Sanierungsbedarf festgestellt. Im Verhältnis zur Gesamtzahl der erfassten Flächen ist die Anzahl der Flächen mit Sanierungsbedarf eher gering und macht ca. 4 % aus. Bis Ende 2016 konnten davon 3.602 Sanierungen abgeschlossen werden, 1.517 Fälle zwischen 2007 und 2016 oder durchschnittlich 169 Fälle pro Jahr.
 

Ein Sanierungsabschluss bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Flächen danach völlig schadstofffrei sind. Oft ist eine vollständige Entfernung der Schadstoffe an einem Standort aus technischen oder finanziellen Gründen nicht möglich. Eine Sicherung der Altlast kann in diesem Fall die Schadstoffemissionen verhindern oder reduzieren, wobei jedoch das eigentliche Schadstoffpotenzial erhalten bleibt und weiter überwacht werden muss.

Aus diesem Grund konnten von den 3.602 bisher abgeschlossenen Sanierungen 1.568 Flächen nach erfolgreicher Behandlung aus dem Altlastenkataster entfernt werden. Bei 1.533 Fällen verbleibt nach der Sanierung eine Restbelastung, wodurch bei Baumaßnahmen entsorgungsrelevantes Bodenmaterial anfallen kann. In 331 Fällen konnte trotz Sanierung der Sanierungszielwert für das Grundwasser nicht vollständig erreicht werden. Die Restverunreinigung wird aus Gründen der Verhältnismäßigkeit jedoch hingenommen; die Fälle verbleiben weiterhin im Altlastenkataster. 170 Fälle werden derzeit nach der Sanierung im Rahmen der Nachsorge weiter überwacht. 

Die LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz hat die auf diesen Internetseiten dargestellten Informationen zum Stand der Altlastenbearbeitung in Baden-Württemberg in Form der Broschüre „Altlastenstatistik 2016“ herausgegeben. Die Broschüre wird jährlich fortgeschrieben.