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LUBW Monatsthema Biodiversität: Das Brutvogelmonitoring in Baden-Württemberg

Die LUBW koordiniert das Monitoring vieler in Baden-Württemberg vorkommender Vogelarten. Damit werden die aktuellen Vogelbestände dokumentiert und deren Entwicklung beobachtet. Das Monitoring ist somit bedeutsam als Frühwarnsystem für Veränderungen und Gefährdungen der Bestände, beispielsweise von Grauammer und Rebhuhn.
Die Grauammer und das Rebhuhn haben einige Gemeinsamkeiten: Sie bewohnen die offene Agrarlandschaft, sind vor allem für die Aufzucht ihrer Jungen auf Insekten angewiesen und ihr Brutbestand ist vom Erlöschen bedroht. So gab es in Baden-Württemberg im Zeitraum von 2012 bis 2016 nur noch 100 bis 125 Reviere der Grauammer und 500 bis 800 Rebhuhnpaare.
Um Bestandtrends der Vogelarten in Baden-Württemberg feststellen zu können, werden in jedem Monitoring ausgewählte Arten nach festgelegten Verfahren erfasst:

  • Seltene Arten, wie Rebhuhn und Grauammer, oder mittelhäufige Arten, wie Wendehals und Baumpieper, werden im Auftrag der LUBW im Monitoring mittelhäufiger und seltener Brutvogelarten (MsB) erfasst. Ehrenamtlich Kartierende überwachen dabei kontinuierlich nach standarisierten, bundesweit abgestimmten Methoden die Bestandsentwicklung.
  • Im Monitoring häufiger Brutvögel (MhB) werden auf etwa 120 ehrenamtlich kartierten Probenflächen Daten von ca. 130 Arten erhoben. Die fünf am häufigsten innerhalb des MhB festgestellten Arten sind Kohlmeise, Haussperling, Buchfink, Amsel und Mönchsgrasmücke. Eine aktuelle Auswertung der Populationstrends häufiger Brutvogelarten in Deutschland von 1990 bis 2018 lässt insbesondere eine starke Abnahme insektenfressender Vogelarten des Ackerlandes seit dem Jahr 2000 erkennen.
  • Die längste Tradition der systematischen Erfassungen von Vogelbeständen in Deutschland hat das Monitoring rastender Wasservögel (MrW). Zu den erfassten Arten gehören zum Beispiel Gänse, Schwäne, Enten und Watvögel. Die sogenannten „Wasservogelzählungen“ werden in Baden-Württemberg bisher auf rein ehrenamtlicher Basis organisiert und von den teilweise bereits seit mehreren Jahrzehnten Aktiven an sieben Terminen zwischen September und April durchgeführt.
  • Darüber hinaus vergibt das Land Verträge zum Monitoring ausgewählter Arten. Hier werden naturschutzpolitisch relevante Arten wie der Weißstorch und der Kormoran, oder windkraftsensible Arten wie Rot- und Schwarzmilan sowie der Wespenbussard erfasst.

Das Vogelmonitoring stellt einen wichtigen Bestandteil der Beobachtung von Natur und Landschaft dar. Die erhobenen Daten liefern Grundlagen für Aussagen zur Entwicklung und Nachhaltigkeit der Landnutzung, für nationale und internationale Berichtspflichten, sowie die Berechnung verschiedener Indikatoren. Auch zur Bewertung von Naturschutzinstrumenten und für die Erstellung von Roten Listen, auf denen auch Grauammer und Rebhuhn stehen, werden die Daten herangezogen.
In geeigneten Zeitabständen gibt die LUBW den wissenschaftlichen Stand der Erkenntnisse über ausgestorbene und bedrohte heimische Tier- und Pflanzenarten sowie über die Gefährdung von Biotopen (Rote Liste) bekannt. Rote Listen bewerten den Gefährdungsgrad von Arten. Sie sind somit ein Warninstrument und sollen Schutzmaßnahmen für die gefährdeten Arten anregen.

Grauammer sitzt zwitschernd auf einem ZweigRebhuhn auf einer Wiese

Bilder zeigen: Grauammer (links) und Rebhuhn (rechts), die Bestände beider Vögel sind vom Erlöschen bedroht. Bildnachweis: Emilio100/shutterstock.com (links), Red Squirrel/shutterstock.com (rechts)

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Bildnachweis: TypoArt BS/shutterstock.com