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Allergiegefahr durch Beifuß-Ambrosie - Blütezeit hat begonnen

Appell an Bevölkerung: Bestände melden und weitere Ausbreitung verhindern

Löwe 04.08.2016
Margareta Barth, Präsidentin der LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz, warnt zu Beginn der Blütezeit der Beifuß-Ambrosie vor einer weiteren Ausbreitung der aus Nordamerika eingeschleppten Pflanze, die sich bereits in Süd- und Südost-Europa stark etablieren konnte. „Die Beifuß-Ambrosie findet aufgrund des Klimawandels auch hierzulande immer günstigere Bedingungen vor und besiedelt immer mehr Gebiete. Blühende Bestände im Siedlungsbereich gelten unter Allergologen deshalb als besonders problematisch“, so LUBW-Präsidentin Barth. Pollen und Saft der Pflanze werden als hochallergen eingestuft und können bei sensibilisierten Personen Bindehautentzündung, Heuschnupfen oder gar Asthma bzw. Hautreaktionen auslösen. Bei weiterer Ausbreitung der Pflanze befürchten Allergologen einen Anstieg der Allergikerzahl im Land. 

Die negativen Auswirkungen der Beifuß-Ambrosie sind nicht ausschließlich gesundheitlicher Art. Darüber hinaus kann sie als Konkurrenzpflanze auf landwirtschaftlich genutzten Flächen zu hohen Ertragsverlusten führen. Besonders konkurrenzkräftig ist sie in Kulturen, die im Frühjahr ausgesät werden, wie Mais, Sonnenblumen, Lupinen, Erbsen, Ackerbohnen, Soja, Gemüsekulturen, Zuckerrüben und Hafer. 

Vorkommen in Baden-Württemberg 

Nach Angaben der Ambrosia-Landesmeldestelle bei der LUBW haben die Fundnachweise allein bei den Großbeständen auf Freiflächen mit 100 und mehr Pflanzen im Zeitraum 2006 bis 2015 von 13 auf 166 zugenommen. Darunter befinden sich Bestände mit mehreren tausend Pflanzen. 

Neben den Großvorkommen hat sich auch die Anzahl der Kleinvorkommen auf Freiflächen mit weniger als 100 Pflanzen im gleichen Zeitraum von 27 auf 310 auffällig erhöht. Schließlich nahmen auch die Nachweise in Gärten von 183 im Jahr 2006 auf 584 in 2015 zu. 

Entlang von Straßen breiten sich die Ambrosia-Samen besonders gut aus, da sie durch die Luftwirbel der Kraftfahrzeuge leicht verfrachtet und von Mähmaschinen verschleppt werden. 

Am häufigsten ist die allergene Pflanze auf Ruderalflächen (24,3 %) und Agrarflächen (22,2 %) sowie an Straßen (16 %) und Grünflächen (12 %) vertreten. Darüber hinaus besiedelt die Beifuß-Ambrosie relativ häufig Erddeponien, Baustellengelände, Wildäcker, Waldwege und Waldränder sowie Gärten. Auch in Naturschutz- und Landschaftsschutzgebieten wurde die Pflanze schon nachgewiesen. 

Fundstellen weiten sich aus
 
Die Verbreitungsschwerpunkte der Beifuß-Ambrosie liegen in Baden-Württemberg derzeit in Höhenlagen bis 500 m ü. NN. Zu nennen sind das Oberrhein-Tiefland mit den Räumen Freiburg, Kehl, Rastatt und zwischen Karlsruhe und Mannheim sowie mit den Regionen um Stuttgart, Tübingen und Reutlingen. Nachweishäufungen ergaben sich unter anderem in den Regionen Hochrhein-Bodensee (Kreis Konstanz) und Bodensee-Oberschwaben (Kreis Ravensburg). 

„Die Zahlen der LUBW belegen, dass trotz nachweislicher Bekämpfungserfolge konsequentere Eindämmungsmaßnahmen erforderlich sind. Die bisher getroffenen Maßnahmen reichen nicht aus. Jetzt, Anfang August, hat die Blütezeit der Ambrosia-Pflanze begonnen. Spätestens jetzt muss eine Bekämpfung erfolgen, wenn die Samenbildung und eine weitere Ausbreitung der Beifuß-Ambrosie verhindert werden sollen“, so Präsidentin Barth. 

Mithilfe der Bevölkerung erwünscht 

An die Bevölkerung appelliert Barth deshalb, dabei mitzuhelfen, die weitere Ausbreitung der Pflanze einzudämmen. Gartenbesitzer sollen vor allem Vogelfütterungsstellen im Auge behalten, da mit dem Vogelfutter eingeschleppte Ambrosia-Samen auch noch nach vielen Jahren keimen können. Es wird empfohlen, aufgefundene Pflanzen mit der Wurzel auszureißen. Dabei müsse ein direkter Hautkontakt durch Anlegen von Handschuhen und gegebenenfalls von Schutzkleidung unbedingt vermieden werden. Bei der Entfernung blühender Pflanzen wird Augen- und Atemschutz dringend empfohlen. Allergiker sollten nicht selbst Hand anlegen. Die Entsorgung der Pflanze muss über die Restmülltonne und nicht über den Kompost oder Biomüll erfolgen, da die Samen ansonsten nicht zerstört werden. 

Das Auftreten des Gewächses sollte außerdem der LUBW (E-Mail: Ambrosia@lubw.bwl.de) gemeldet werden. Da die Beifuß-Ambrosie oft mit anderen Pflanzen verwechselt wird, ist die Übermittlung eines Fotos wichtig. Darüber hinaus benötigt die LUBW Größe und Anzahl der Pflanzen sowie genaue Fundortangaben. Ein Meldeformular kann über die LUBW-Webseite „Bestände melden“ heruntergeladen werden. 

Das unkomplizierte Melden von vor Ort ist mit einer Funktion der kostenlosen „Meine Umwelt“-App möglich (www.umwelt-bw.de/meine-umwelt). Mit dem Smartphone oder Tablet kann das Vorkommen fotografiert, das Foto hochgeladen und mit Angaben zum Standort an die LUBW gemeldet werden. 

Meine Umwelt-App kann gratis für die Betriebssysteme Android bei Google Play, iOS im Apple Store und für Windows Phone 8 im Windows Phone Store heruntergeladen werden. 

Weitere Informationen und Flyer stehen auf folgenden Webseiten zur Verfügung: 
• LUBW: Karte „Nachweis für Ambrosia artemisiifolia in Baden-Württemberg
• InfoPage Beifuß-Ambrosie
Rückfragen
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle der LUBW. Telefon: +49(0)721/5600-1387 E-Mail: pressestelle@lubw.bwl.de