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LUBW-Video zeigt: Quagga-Muscheln im Bodensee

Das Institut für Seenforschung der LUBW hat bei einem Routine-Tauchgang die Verbreitung der Quagga-Muschel festgehalten. Die eingeschleppte Quagga-Muschel (lat. Dreissena rostriformis) ist mittlerweile im Bodensee etabliert. In jüngster Zeit breitet sich die Quagga-Muschel im Bodensee besorgniserregend schnell aus: Mittlerweile ist sie in praktisch allen Teilen des Sees zu finden.

Überall wo Gewässerexperten vom Institut für Seenforschung der LUBW oder Taucher derzeit nach der Quagga-Muschel suchen, werden sie fündig: In allen Seeteilen, und zwar sowohl in der Flachwasserzone als auch in tieferen Bereichen. Sogar in Planktonproben, die im Rahmen der monatlichen Routineuntersuchungen in Seemitte genommen werden, finden sich die Larven der Muschel bis in 100 Meter Tiefe.

Von ihrem Heimatgebiet, dem Schwarzen Meer, hat sich die Quagga-Muschel inzwischen weltweit ausgebreitet. Anfang 2016 berichteten Taucher über die ersten Funde im Bodensee. Die invasive Ausbreitung der Quagga-Muschel zeigt deutlich, wie wichtig es ist, über die Reaktionsfähigkeit des Ökosystems Bodensee gegenüber neuen Herausforderungen Bescheid zu wissen.

Das aktuelle laufende Interreg-Forschungsprojekt SeeWandel, das noch bis Mitte 2022 läuft, befasst sich auf Initiative der Internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee (IGKB) mit aktuellen Veränderungen im See. Dazu zählen neben den tiefgreifenden Auswirkungen des Klimawandels und den Einflüssen von Spurenstoffen auch die Folgen, die durch die Einwanderung gebietsfremder Arten oder die plötzlichen Massenvermehrungen etablierter Tiere, Pflanzen und Planktonorganismen entstehen. Das Projekt SeeWandel soll solche Prozesse analysieren und somit die IGKB bei ihrer Aufgabe unterstützen, die Veränderungen in diesem Ökosystem zu bewerten

Bildnachweis: TypoArt BS/shutterstock.com