Grenzüberschreitende Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Luftreinhaltung

Eine gute Luftqualität wirkt sich positiv auf die Gesundheit der Bevölkerung aus und trägt gleichzeitig zur Bekämpfung des Klimawandels bei. Da die Luftqualität auch über Landesgrenzen hinweg beeinflusst wird, sind besonders in Grenzregionen – wie zum Beispiel dem Oberrheingebiet oder dem Bodensee – die Menschen auf eine gute Zusammenarbeit der verschiedenen Länder angewiesen.

Seit über 30 Jahren beteiligt sich Baden-Württemberg mit seinen Nachbarländern Rheinland-Pfalz, der Schweiz und Frankreich an Themen zur Luftreinhaltung. Dazu tragen der Expertenausschuss Luftreinhaltung der deutsch-französisch-weizerischen Oberrheinkonferenz und die gemeinsam durchgeführten Projekte im Rahmen der Interreg-Programme der Europäischen Union bei. Die LUBW, beziehungsweise ihre Vorläufereinrichtungen, waren dabei von Anfang an als Projektpartner beteiligt.

Im Programm Interreg (Programm europäische territoriale Zusammenarbeit) der Europäischen Union werden seit 1990 grenzüberschreitende Kooperationen zum Beispiel im Verkehr, beim Arbeitsmarkt und im Umweltschutz zwischen Regionen und Städten unterstützt (Interreg-Oberrhein). Im Rahmen dieses Programmes wurden seit 1993 fünf gemeinsame Projekte umgesetzt. Ein sechstes Projekt (Atmo-Rhena PLUS) startete im Jahr 2023 und läuft noch bis Mitte 2026.

Atmo-Rhena PLUS ist ein Projekt, das von der Europäischen Union im Rahmen des  Programms INTERREG Oberrhein kofinanziert wird. Sein Budget beläuft sich auf 1,7 Millionen Euro.

In dem Projekt werden eine Vielzahl von Themen aus den Bereichen Luft, Klima und Energie grenzüberschreitend betrachtet. Übergeordnetes Ziel ist es, den politischen Entscheidungsträgern Unterstützungen zur Umsetzung von Maßnahmen für eine bessere Luftqualität im Oberrheingebiet zu Verfügung zu stellen.

Dafür werden verschiedene Maßnahmen durchgeführt:

  • Erstellung von Informationsbroschüren zu verschiedenen Luftschadstoffen, beispielsweise Ozon (O3), Ultrafeine Partikel (UFP – Partikel mit einem Durchmesser zwischen 1 und 100 Nanometer) und Mikroplastik.
  • Aufbau einer grenzüberschreitenden Datenbank, die eine umfängliche Bestandsaufnahme der Schadstoff- und Treibhausgasemissionen sowie Energieverbräuche der beteiligten Gebiete zur Verfügung stellt.
  • Neuentwicklung der Webseite Atmo-rhenA zur Betrachtung der Luftqualität am Oberrhein
  • Bewertung der im Rahmen des Vorgängerprojekts „Atmo-VISION“ (Interreg V) durchgeführten Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität und des Klima-schutzes. Mit Szenarien sollen auch das Kosten-Nutzen-Verhältnis der Maßnah-men und deren Auswirkungen auf Gesundheit, Biodiversität und soziale Aspekte betrachtet werden.

Das Bild zeigt eine Karte der Regionen, die im Interreg-Projekt betrachtet werden

 

Logo Interreg-Oberrhein

Das Bild zeigt das Logo des Interreg-Projektes Atmo-Rhena PLUS

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bisher veröffentlichte Dokumente:

Folgende Projekte wurden im Rahmen des Interreg-Programms bereits umgesetzt:

  • Interreg I: Luftreinhalteplan Strasbourg-Ortenau (1993 - 1995)
    Erstellung eines gemeinsamen Emissions- und Immissionskatasters.
  • Interreg II: Grenzüberschreitenden Luftqualitätsanalyse am Oberrhein (1996 – 2000; Bericht)
    Aktualisierung des gemeinsamen Emissions- und Immissionskatasters. Zusätzlich fanden verschiedene Immissionsmessungen statt und anhand von Emissionsdaten wurden Ursachenanalysen durchgeführt.
  • Interreg III: Atmo-Rhena (2001 – 2006)
    Aufbau einer gemeinsamen Internetplattform mit aktuellen und langjährigen Luftmesswerten sowie der Aufbau einer Modellierungskette für die Prognose der Luftqualität für die nächsten drei Tage (Atmo-rhenA – Webseite wurde im Rahmen von At-mo-Rhena PLUS überarbeitet).
  • Interreg IV: Atmo-IDEE (2012 – 2014)
    Betrachtung der grenzüberschreitenden Luftreinhaltung im Eurodistrikt Strasbourg-Ortenau und am Oberrhein. Dabei stand die Bereitstellung von Daten zur Immissionsvorbelastung sowie Emissionsdaten für Genehmigung von Industrieanlagen im Fokus.
  • Interreg V: Atmo-VISION (2018 – 2020)
    Erarbeitung verschiedener Maßnahmen für eine bessere Luftqualität am Oberrhein (u.a. Modellberechnungen der Luftbelastung). Grenzüberschreitende Erhebung der Emissionen von Luftschadstoffen und Treibhausgasen sowie des Energieverbrauchs und der erneuerbaren Energieerzeugung.

Modellierung der Luftqualität für das Oberrheingebiet

Im Rahmen des Interreg-Programms „Atmo-Rhena PLUS“ wurde die Webseite Atmo-rhenA, zur Betrachtung der Luftqualität im Oberrheingebiet, grundlegend überarbeitet. Auf der Webseite stehen verschiedene Darstellungen zur aktuell gemessenen Luftqualität sowie zu den Luftqualitätsvorhersagen für den Zeithorizont von drei Tagen und lang-jährige Entwicklungen zur Verfügung.

 

Modellierung der Luftqualität für ganz Baden-Württemberg

Auf der Webseite der LUBW stehen darüber hinaus Vorhersagen der Luftqualität für die nächsten Tage für ganz Baden-Württemberg zur Verfügung (Atmo-BW). Die Vorhersagen werden mit einem Modellierungssystem von unserem französischem Partner Atmo Grand Est bereitgestellt.

 

Informationsaustausch über Ländergrenzen hinweg

Ein Bestandteil der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit ist auch der gegenseitige Informationsaustausch über die Ländergrenzen. Auf den folgenden Seiten wird über die Luftqualität und über Maßnahmen zur Sicherung der Luftqualität informiert:

 

Internationale Bodenseekonferenz

In der Region Bodensee erfolgt die Zusammenarbeit im Rahmen der Internationalen Bodenseekonferenz. Partner sind hier Bayern, Vorarlberg und die Ostschweizer Kantone und das Fürstentum Liechtenstein. Über die Jahre wurden einige Studien gemeinsam erarbeitet.

Das Bild zeigt die Brücke Passerelle des Deux Rives über den Rhein bei Straßburg
 

Das Bild zeigt den Bodensee vom Pfaender aus. Auf der rechten Seite ist das deutsche Ufer, links vorne das oesterreichische und links hinten das schweizerische Ufer

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