Das Moorkataster

Moore sind organische Böden, die mindestens 30 Masseprozent organische Substanz aus zersetzten Pflanzen enthalten und eine Torfmächtigkeit von mindestens 30 Zentimeter aufweisen.

Das große Interesse an einer landesweiten Moorinventur war in historischer Zeit im Rohstoff Torf als Brennstoff, für die Einstreu im Stall, als Kultursubstrat oder als Badetorf begründet. Erste Moorkarten sind für Oberschwaben bereits ab 1823 erstellt worden.

Den Grundstein für das heutige Moorkataster legte in der 1960er und 70er Jahren der Moor- und Torflagerstätten-Forscher Karlhans Göttlich mit seiner detaillierten kartographischen Aufnahme der Moore östlich des Schwarzwaldes (Moorkarte von Baden-Württemberg mit Erläuterungen).

Neben den von Mooren eingenommenen Flächen wurde auch die Schichtenfolge der organischen Horizonte von der Oberfläche bis zum mineralischen Untergrund erbohrt und ausführlich dokumentiert. Die Schichten werden mit den für Moorboden-Horizonte charakteristischen Parametern wie Lagerungsdichte, Zersetzungsgrad, Mächtigkeit, Vegetationsinhalt sowie Körnung bei mineralischem Material und See-Sedimenten mit organischen Anteilen (Mudden) beschrieben.

Im Jahr 1983 hat die damalige Landesanstalt für Umweltschutz das ehemals am Wasserwirtschaftsamt in Sigmaringen geführte Moorkataster mit dem Ziel übernommen, die Moorkarte landesweit zu vervollständigen.

In den seinerzeit noch fehlenden Regionen Oberes Rheintal und Schwarzwald wurde die Moorkartierung ab 1989 zunächst im Oberrheingraben fortgesetzt und im Jahr 2015 abgeschlossen. Die Systematik und Vorgehensweise der Erhebung und Dokumentation von Göttlich wurde in der Fortführung weitestgehend beibehalten. Als Kartiergrundlage im Gelände diente die DGK5 (Deutsche Grundkarte 1:5.000).

Für die Kartierung der Moore im Schwarzwald ab 2001 wurden bereits alle Beschreibungen und Fotos digital erstellt. Aufgrund der schwierigen Geländeverhältnisse wurden hier nur Moorflächen ab 1 Hektar Größe aufgenommen.

Seit 1999 wurde auch damit begonnen, die bis dahin insgesamt verfügbaren Moorgeometrien, Bohrprofile und daraus ermittelte Daten digital bereit zu stellen. Die umfangreichen Fachdaten des Moorkatasters stehen seither als Grundlage für Auswertungen im Boden- und Naturschutz sowie für Umweltmedien-übergreifende Anwendungen zur Verfügung.

Chonologie der Moorkartierung in Baden-Württemberg

  • Erste Moorkarten  sind für Oberschwaben bereit ab 1823 erstellt worden.
  • Von Kh. Göttlich wurden in den Jahren 1967 – 1979 die detaillierten Moorkarten und in die Erläuterungen zur Moorkarte veröffentlicht. Kartierschwerpunkte waren das Allgäu, Oberschwaben, Moore im Bodenseeraum  und die Baar. 
  • Kartierung der Oberrheinebene von 1989 – 1995.
  • Kartierung des Schwarzwaldes von 2001 – 2015.

Seit 2015 werden im Rahmen des Moorkatasters regelmäßige Wasserstandspegel-Messungen sowie Vermessungen der Oberflächenhöhen in ausgewählten Mooren durchgeführt, die auch für ein Klimamonitoring herangezogen werden können.

 

Wetter- und Pegeldaten

am Standort Hornisgrinde
für die Jahre: 2014; 2015; 2016; 2017

am Standort Wildseemoor
für die Jahre: 2014; 2015; 2016; 2017

am Standort Rotmeermoor
für die Jahre: 2014; 2015; 2016; 2017

am Standort Hirschenmoor
für die Jahre: 2014; 2015; 2016; 2017

am Standort Kohlhüttenmoos
für die Jahre: 2014; 2015; 2016; 2017

am Standort Taubenmoos
für die Jahre: 20142015; 2016; 2017

am Standort Wurzacher Ried (Hochmoor)
für die Jahre: 2014; 2015; 2016; 2017

am Standort Wurzacher Ried (Störungsbereich)
für die Jahre: 2014; 2015; 2016; 2017

am Standort Gründlen-Rötmeerried

für die Jahre: 20142015; 2016; 2017

 

Weiterführende Informationen:

Das Moorkataster im Daten- und Kartendienst der LUBW