Erfassung und Sammlung von Bioabfällen

Häusliche Bioabfälle müssen seit dem 1. Januar 2015 bundesweit getrennt gesammelt werden (§ 11 Kreislaufwirtschaftsgesetz). Eine nutzerfreundliche Systemgestaltung der Erfassung und Sammlung von Bioabfällen (z. B. Häufigkeit der Leerung, Behältergröße, Hol- oder Bringsystem, Gebührensystem) ist Voraussetzung für eine effiziente Verwertung des Bio- und Grünguts.

Biogut

Im Optimalfall wird Biogut mittels einer Biotonne über ein Holsystem flächendeckend erfasst. Die organischen Abfälle der Biotonne eignen sich aufgrund ihrer Zusammensetzung und des Feuchtegehalts besonders für die Vergärung. Für eine optimale Verwertung des Bioguts ist eine sorgfältige Trennung der Abfälle unerlässlich. Fremdstoffe, wie z. B. Kunststofftüten, beeinträchtigen den Verwertungsprozess erheblich, da sie aufwendig entfernt werden müssen. Was in die Biotonne darf und was nicht, regelt die Abfallwirtschaftssatzung des jeweiligen Kreises. Grundsätzlich darf alles, was tierischer oder pflanzlicher Herkunft ist, über die Biotonne entsorgt werden. Dazu gehören neben Küchen- und Speisereste auch kleinere Mengen an Grüngut.

Beispielhafte Organikabfälle für die Biotonne sind

  • Speisereste (auch Wurst, Fleisch und Fisch)
  • Gemüse- und Obstabfälle (auch Schalen von Zitrusfrüchten)
  • Küchenabfälle (auch Kaffeefilter und Teebeutel)
  • Küchen- und Papiertücher (in haushaltsüblichen Mengen)
  • Laub, Grasschnitt
  • Hecken- und Strauchschnitt (in kleinen Mengen)
  • Topf- und Balkonpflanzen
  • Schnittblumen

Grüngut

Die Erfassung von Grüngut erfolgt im Idealfall über eine Kombination aus Hol- und Bringsystem. Das Holsystem in Form von Haushaltssammlungen ist in der Regel auf die vegetativen Spitzen (Frühjahr und Herbst) und auf holziges, bündelfähiges Material beschränkt. Über das Bringsystem werden auf Grüngutsammelplätzen alle Arten von häuslichem Grüngut erfasst, getrennt nach holzigem Grüngut (Ast- und Wurzelwerk), strukturreichem Grüngut (Strauchschnitt, Mittelkorn) und krautigem Grüngut (Rasen- und Heckenschnitt). Dazu ist ein ausreichend dicht ausgebautes Netz an Sammelstellen mit ganzjährigen Öffnungszeiten auch außerhalb der Kernarbeitszeiten erforderlich.

Abfallbilanz

Der Abfallwirtschaftsplan des Landes Baden-Württemberg sieht bis 2020 eine Beibehaltung der hohen Erfassungsmengen von Grüngut von jährlich 90 Kilogramm pro Einwohner im Landesmittel und eine Steigerung der Sammelmenge von Biogut auf durchschnittlich 60 Kilogramm pro Einwohner und Jahr vor. In der Abfallbilanz Baden-Württemberg (Abfallbilanz 2017) werden jährlich zahlreiche Daten und Kennzahlen zum aktuellen Stand der kommunalen Kreislaufwirtschaft, z. B. Pro-Kopf-Aufkommen an getrennt erfassten Abfälle aus der Biotonne, dargestellt.

Sortenreinheit von Bioabfällen

Die Erzeugung von Qualitätsprodukten (Kompost, Gärprodukte) ist ein wesentliches Element einer hochwertigen Verwertung häuslicher Bioabfälle. Hierzu muss der Fremdstoffgehalt der Ausgangsprodukte möglichst gering sein. Mit dem Projekt 'Sortenreinheit von Bioabfällen' wurden konkrete Daten mittels der im Auftrag der Bundesgütegemeinschaft Kompost (BGK) erstellten neuen (harmonisierten) 'Methodenvorschrift Gebietsanalyse' erhoben. Die gesamten Ergebnisse der Untersuchungen sind in der LUBW-Fachbroschüre Sortenreinheit von Bioabfällen – Datenerhebung am Beispiel zweier öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger in Baden-Württemberg dargestellt. Der Bericht enthält die gewonnenen Erkenntnisse über die Zusammensetzung des Biotonneninhalts in einem städtischen und einem ländlich geprägten baden-württembergischen Kreis. Außerdem werden Handlungsempfehlungen gegeben, wie Gebietsanalysen und optische Sichtungen von Biotonnen zur Reduktion der Fremdstoffgehalte im eingesammelten Biogut genutzt werden können.