Mobiltechnologien

Die schnelle Entwicklung des mobilen Internets ist auch für die Konzeption von Umweltinformationssystemen zu einem entscheidenden Faktor geworden. Smartphones und andere mobile Endgeräte stehen der Leistungsfähigkeit vieler Desktop-PCs kaum nach und verfügen über Sensoren und Kommunikationsschnittstellen, die interessante Anwendungsmöglichkeiten für den Umweltbereich eröffnen. So können etwa besondere Artenfunde an Ort und Stelle mit Foto und Positionsangabe dokumentiert und gemeldet oder verantwortliche Personen in Hochwasser- oder Krisenfällen überall mit den erforderlichen Informationen versorgt werden. Im UIS BW wurde darauf u.a. mit der Herausgabe der kostenlosen Apps "Meine Umwelt" und "Meine Pegel" zur Information der Öffentlichkeit reagiert. Die Apps können derzeit in Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Schleswig-Holstein genutzt werden. Weitere Bundesländer sollen folgen.

Entsprechend der Marktbedingungen wurden die Apps für die Betriebssysteme Android, iOS und Windows implementiert. Als "Hybrid-Apps" sind sie im Kern durch plattformunabhängige HTML5- und JavaScript-Technologien realisiert, um die Grundfunktionalität nicht mehrfach entwickeln zu müssen. Spezifische Rahmenanwendungen für den Zugriff auf Systemkomponenten und Hardware ergänzen die Apps zu nativen Anwendungen für das jeweilige Endgerät.

Darüber hinaus werden auch die wichtigen Webangebote wie das Landesumweltportal nach dem Paradigma "mobile first" weiterentwickelt. Man geht inzwischen davon aus, dass die überwiegende Mehrzahl der Anwender mobil auf die Angebote zugreift. Die Oberflächen müssen auf Displays aller Größenordnungen ergonomisch nutzbar sein. Möglich wird dies durch sogenanntes "Responsive Webdesign", das sich auf aktuelle HTML5- und CSS3-Technologien stützt und dynamisch der jeweiligen Umgebung anpasst.

Spezielle Bedürfnisse der Fachanwender

Auch im Rahmen von Umwelt-Fachanwendungen der Verwaltung besteht vielfach Bedarf für die mobile Nutzung im Außendienst bzw. die mobile Erfassung von Daten vor Ort. Als mobile Schnittstelle zu den UIS-Daten fungiert dabei das UIS-Berichtssystem mit Hilfe der App "Cadenza Mobile". Mit dem Vorhaben "WIBAS wird mobil" hat das Umweltministerium 2018 eine groß angelegte Kampagne gestartet, um die mobile Verfügbarkeit von Fachanwendungen zu verbessern.

Für einen stabilen Mobilbetrieb sind gute UMTS- oder LTE-Netze Voraussetzung, die aber nicht überall vorhanden sind. Eine Ergänzung durch entsprechende Offline-Komponenten ist daher notwendig. Die Nutzung von Offline-Datenbanken zur Datengewinnung auf Mobilgeräten steht im UIS BW momentan noch am Anfang. Weiter fortgeschritten ist die Offline-Unterstützung durch Geodaten, die für den Außeneinsatz benötigt werden. Hier ist z.B. die App "GIS2go" im Einsatz, die über das UIS-Berichtssystem die erforderlichen Geodaten stationär vorladen kann, um sie später im Gelände verfügbar zu halten.