Baggerseen

In Baden-Württemberg sind im Zuge der Industrialisierung mehr als 600 Baggerseen entstanden. Ein Großteil davon liegt in der Oberrheinebene, teilweise mit Anbindung an den Rhein.
Als künstliche angelegte Grundwasseraufschlüsse unterscheiden sich Baggerseen in ihrer Entstehung, Formgebung und in ihrer Prägung des Wasserkörpers durch das Grundwasser wesentlich von den natürlichen Seen.

Seewasserkörper und Grundwasser stehen in komplexen Wechselbeziehungen zueinander. Ist der Baggersee durch Zu- und Abläufe an Fließgewässer angebunden, wird der Einfluss des Grundwassers oft überlagert und der Zustand des Seewasser wird vom Zustand des Oberflächengewässers dominiert.

Die zur Bestimmung des Gütezustands eines Sees notwendige Typisierung von Baggerseen erfolgt neben der hydraulischen Anbindung nach Alter des Baggersees (Auskiesungsphase/ Alterungsphase), nach der Gewässermorphologie (tiefer/flacher See) und nach dem standortabhängigen Puffervermögen (Carbonathaushalt).

Als anzustrebendes Güteziel gilt für Baggerseen mit Fließgewässeranbindung maximal ein leicht eutropher Zustand, für solche, die ausschließlich grundwasserangebunden sind, ein mesotropher Zustand. Die Mehrzahl der oberrheinischen Baggerseen befindet sich in Bezug auf die Phosphor- und Chlorophyll-a Gehalte der oberflächennahen Wasserschicht in einem günstigen oligo- bis mesotrophen Zustand. Die Seen erreichen im Verlauf des Alterungsprozesses allmählich einen höheren Trophiezustand.

Foto: Baggersee.