Vorbereitung zur Wiederverwendung

Unter der Vorbereitung zur Wiederverwendung als 2. Stufe der Abfallhierarchie wird die Wiedernutzbarmachung von Produkten insbesondere durch Reparatur verstanden. Beispielhaft hierfür stehen Elektro- und Elektronikgeräte, die durch Reparatur defekter Bauteile oder Bauteilgruppen dem ursprünglichen Nutzungszweck wieder zu geführt werden können.

Das Potential dieser Abfallhierarchiestufe wird sehr stark von der Reparaturmöglichkeit beeinflusst, deren Grundlage in der Produktentwicklung und somit auch bei der Produktverantwortung durch reparaturfreundliche Konzeptionen ansetzt.

Die Vorbereitung zur Wiederverwendung, auch als Wiedernutzbarmachung bezeichnet, kann im weiten Sinne auch als sekundäre Abfallvermeidung interpretiert werden, da der ursprünglich defekte Gegenstand oder das defekte Produkt durch z. B. eine Reparatur die Gebrauchseigenschaft zur Nutzung zurück erlangt und somit eine zentrale formale Abfalleigenschaft aufhebt. Grundsätzlich wird der Gegenstand selbst durch die Vorbereitung zur Wiederverwendung und den damit fehlenden Entledigungswillen auch formal nicht zum Abfall und kann daher als sekundäre Abfallvermeidung verstanden werden. Die Regelungen hierzu setzen somit materiell-rechtlich vor der eigentlichen Abfallentstehung an. Diese 2. Stufe bildet eine breite Basis innerhalb wirtschaftlicher und privater Konsumgüternutzung, die bei vorliegenden Defekten über Reparaturmöglichkeiten bzw. deren Abklärung hierzu erfolgt und somit konträr zur „Wegwerfgesellschaft“ steht.

Als konkrete Maßnahmen, die auch zur Akzeptanzsteigerung dieser 2. Abfallhierarchiestufe beitragen, sind neben Konzeptionen im Bereich Second-Hand-Handel auch Repair-Centren oder Repair-Cafès sowohl auf privatwirtschaftlicher als auch kommunaler Ebene (siehe hierzu Abfallvermeidung in Kommunen) beispielhaft zu nennen.