Biozide

Ein Biozidprodukt bezeichnet "jeglichen Stoff oder jegliches Gemisch in der Form, in der er/es zum Verwender gelangt, und der/das aus einem oder mehreren Wirkstoffen besteht, diese enthält oder erzeugt, der/ das dazu bestimmt ist, auf andere Art als durch bloße physikalische oder mechanische Einwirkung Schadorganismen zu zerstören, abzuschrecken, unschädlich zu machen, ihre Wirkung zu verhindern oder sie in anderer Weise zu bekämpfen" [Artikel 3 Absatz 1 a der VO (EU) Nr. 528/2012].

In der Biozid-Verordnung (EU) Nr. 528/2012 ( konsolidierte Fassung der Biozid-Verordnung) sind das Inverkehrbringen und die Verwendung von Biozidprodukten geregelt. Vom Anwendungsbereich der Biozid-Richtlinie ausgenommen sind Produkte, die bereits von bestimmten anderen Regelungen erfasst sind, wie zum Beispiel Arzneimittel und Pflanzenschutzmittel. Biozidprodukte müssen vor der Vermarktung ein zweistufiges Verfahren durchlaufen. Zum einen müssen die enthaltenen Wirkstoffe nach Durchführung einer Risikobewertung für die vorgesehene Produktart genehmigt sein. Zum anderen muss das Biozidprodukt entweder unionsweit oder national zugelassen sein. Soll eine nationale Zulassung auf andere Mitgliedstaaten der Europäischen Union ausgeweitet werden, kann dies das Unternehmen auf dem Weg der gegenseitigen Anerkennung beantragen.

Neu in der Biozid-Verordnung geregelt sind behandelte Erzeugnisse, das sind solche Erzeugnisse, die ein oder mehrere Biozidprodukte enthalten. Für sie gelten besondere Vorschriften.

Wirkstoffe, die vor dem 14. Mai 2000 in einem Biozidprodukt auf dem Markt waren, müssen das Altwirkstoff-Programm durchlaufen. 

Eine Entscheidungshilfe bei der Überprüfung von Biozidprodukten und bioziden Wirkstoffen finden Sie hier.