Gerüche

Gerüche sind chemische Verbindungen, die den Geruchssinn ansprechen und Geruchsempfindungen auslösen.

Geruchsstoffe sind meist Stoffgemische aus organischen und anorganischen Verbindungen, die aus vielen tausend Einzelstoffen bestehen können.

Die Qualität und Intensität der Geruchsstoffe kann mit der Konzentration der Stoffe wechseln und wird durch viele Faktoren (u. a. auch durch die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit) beeinflusst. Die belästigende Wirkung von Geruchsimmissionen ist hingegen stark von der Sensibilität und der subjektiven Einstellung der Betroffenen abhängig. In der Umwelt können Geruchsbelästigungen durch Luftverunreinigungen beispielsweise aus Lebensmittelfabriken, Tierhaltungsanlagen und Biogasanlagen verursacht werden. Die Freisetzung dieser Gerüche in die Umwelt hängt u. a. von der Flüchtigkeit der Geruchsstoffe und den meteorologischen Umgebungsbedingungen ab.

Der Nachweis von Gerüchen mittels physikalisch-chemischer Messverfahren ist aufgrund der Vielzahl der Verbindungen äußerst aufwendig oder überhaupt nicht möglich. Die Bewertung, ob eine Geruchsbelästigung als erheblich und damit als schädliche Umwelteinwirkung anzusehen ist, hängt u. a. von der Geruchsqualität, der Hedonik, der Intensität, der tages- und jahreszeitlichen Verteilung der Einwirkung sowie der Nutzung des Gebietes ab.

Weder das Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) noch eine auf der Grundlage des BImSchG erlassene Rechtsverordnung oder die technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA Luft 2002) konkretisieren, wann Geruchsimmissionen schädliche Umwelteinwirkungen im Sinne des § 3 Abs. 1 BImSchG darstellen. Die Geruchsimmissions-Richtlinie (GIRL) ist die einzige derzeit vorhandene Regelung, die ein Konzept zur Bewertung von Geruchsimmissionen festlegt, das auch Grenzwerte für Geruchsimmissionen umfasst. In Baden-Württemberg ist die GIRL per Erlass am 25.11.1994 als Erkenntnisquelle eingeführt worden.