Verkehrsentwicklung an den Verkehrszählstellen im Jahr 2020
Entwicklung von 2019 auf 2020
An den von der LUBW eingerichteten Verkehrszähleinrichtungen wurde von 2019 auf 2020 ein Rückgang der durchschnittlichen täglichen Verkehrsstärke je nach Standort zwischen 8,5 % (Karlsruhe Reinhold-Frank-Straße) und 19,5 % (Stuttgart Am Neckartor) festgestellt. Dieser Rückgang ist einerseits durch die Beschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie und andererseits auf den allgemeinen Trend über die Jahre aufgrund von Maßnahmen im Zuge der Luftreinhaltung zurückzuführen. Die Standorte Backnang Eugen-Adolff-Straße (Ausfälle 2020 über mehrere Wochen), Ludwigsburg Friedrichstraße (größere Baustelle ab Juli 2020) und Tübingen Mühlstraße (Verkehrsversuch 2019) wurden hierbei nicht berücksichtigt.Bei den schweren Nutzfahrzeugen lag der Rückgang von 2019 auf 2020 zwischen 0 % (Karlsruhe Reinhold-Frank-Straße) und 23,4 % (Reutlingen Lederstraße-Ost). Am Standort Karlsruhe Reinhold-Frank-Straße ist aufgrund eines Lkw-Durchfahrtsverbots die Anzahl an schweren Nutzfahrzeugen mit durchschnittlich 120 Fahrzeuge pro Tag gering. In Reutlingen Lederstraße-Ost ist aufgrund unterschiedlicher Maßnahmen (wie zum Beispiel die Eröffnung des Scheibengipfeltunnels zur Umfahrung von Reutlingen im Oktober 2017, das Lkw-Durchfahrtsverbot und die Einführung von Tempo 40 im März 2018) die Anzahl der schweren Nutzfahrzeuge stark zurückgegangen. Zahlenmäßig gingen die schweren Nutzfahrzeuge am Standort Freiburg Schwarzwaldstraße um durchschnittlich 340 Fahrzeuge pro Tag am stärksten zurück. Im Jahr 2018 war hier die Anzahl der schweren Nutzfahrzeuge bedingt durch den zusätzlichen Einsatz von Bussen als Schienenersatzverkehr erhöht.
Entwicklung von 2014 bis 2020
Wird die Entwicklung der gesamten Verkehrsstärken von 2014 (erstes Jahr, für das für alle betrachteten Standorte Jahreswerte vorliegen) bis 2020 betrachtet, so liegen die Rückgänge der Verkehrsstärke zwischen 5,5 % (Karlsruhe Reinhold-Frank-Straße) und 33,2 % (Reutlingen Lederstraße-Ost). Am Standort Stuttgart Am Neckartor liegt der über die 6 Jahre betrachtete Rückgang der gesamten Verkehrsstärke bei 32,4 %. Bei den schweren Nutzfahrzeugen liegen die Veränderungen über die 6 Jahre zwischen + 1,7 % (Freiburg Schwarzwaldstraße) und – 45,6 % (Reutlingen Lederstraße-Ost). In Reutlingen dürfte vor allem die Inbetriebnahme des Scheibengipfeltunnels und das Lkw-Durchfahrtsverbot zu diesem starken Rückgang geführt haben. In Stuttgart Am Neckartor ging die Anzahl der schweren Nutzfahrzeuge von 2014 bis 2020 um 26,6 % zurück, am Standort Stuttgart Hohenheimer Straße betrug der Rückgang 25,8 %.
Die größeren Veränderungen der Verkehrsstärke haben ihre Ursache im Wesentlichen in den gezielten Maßnahmen zur Luftreinhaltung und bei den Baumaßnahmen (andauernde Straßen- und anderweitige Baumaßnahmen) im näheren und weiteren Umfeld. In Stuttgart Am Neckartor ist ein ganzes Bündel von Baumaßnahmen im nahen und weiteren Umfeld der Messstelle (z. B. Leuze-Knoten, S21) und Luftreinhaltemaßnahmen (z. B. Tempo 40, Spurverringerung durch Einrichtung einer Schnellbuslinie, Fahrverbot für Diesel Euro 4 und Euro 5), die zur Verringerung der Verkehrsstärke geführt haben.
Die Abnahme der Verkehrsstärke in Stuttgart Am Neckartor zeigt sich auch in den mittleren jährlichen Wochenverläufen. Die mittlere jährliche Verkehrsstärke der Werktage Montag bis Freitag nimmt von 74000 Fahrzeuge pro Tag im Jahr 2014 auf 50500 Fahrzeuge pro Tag im Jahr 2020 ab. Die mittlere Abnahme zum Sonntag gegenüber den Wochentagen Montag bis Freitag war von 2014 bis 2019 mit 29 % bis 31 % vergleichsweise konstant. Im Jahr 2020 wurde ein höherer Rückgang in Höhe von 36 % von den Wochentagen zum Sonntag festgestellt, d. h. es waren auch am Wochenende vergleichsweise weniger Fahrzeuge aufgrund der Corona-Beschränkungen unterwegs.
Entwicklung 2019 auf 2020 – Beitrag der Corona-Beschränkungen und des allgemeinen Trends
Wird der ermittelte Rückgang der gesamten Verkehrsstärke von 2019 auf 2020 an einem Standort einerseits auf die Corona-Beschränkungen und andererseits auf die langjährige Entwicklung bedingt durch die unterschiedlichsten Maßnahmen (trendbedingte Abnahme) aufgeteilt, so ergibt sich die folgende Aufteilung: Die trendbedingten Abnahmen liegen nach einer ersten Abschätzung zwischen 1 % (Pfinztal Karlsruher Straße) und 10 % (Reutlingen Lederstraße-Ost). Die Abnahmen durch die Corona-Beschränkungen liegen zwischen 5 % (Reutlingen Lederstraße-Ost) und 25 % (Schramberg Oberndorfer Straße). An den beiden Verkehrszähleinrichtungen in Stuttgart liegt die Abnahme durch den langjährigen Trend bei 6 %; die Abnahme durch die Corona-Beschränkungen liegen in Stuttgart zwischen 12 % und 14 %. Dabei ist zu beachten, dass an den beiden Standorten Karlsruhe Reinhold-Frank-Straße und Schramberg Oberndorfer Straße vor den Corona-Beschränkungen eine leichte Zunahme des Verkehrs gegenüber den Vorjahren beobachtet wurde. In Karlsruhe ist dies auf den geringeren Baustelleneinfluss, der in den Vorjahren vor allem durch den Bau der U-Strab vorlag, zurückzuführen.
Die Entwicklung der Verkehrsstärken auf Basis von Wochenwerten während des Jahres 2020 zeigt folgende Abbildung; Bezugswerte sind jeweils die durchschnittlichen täglichen Verkehrsstärken im Jahr 2019. Während des Lockdowns im März 2020 (Kalenderwoche KW12-14) und den anschließen Osterferien (KW15-16) gingen die Verkehrsstärken stark zurück. Im Teil-Lockdown im November und Dezember 2020 (KW45-50) war der Rückgang der Verkehrsstärken deutlich schwächer ausgeprägt. Mit dem harten Lockdown (KW51-53; zusätzlich mit nächtlicher Ausgangssperre und den Weihnachtsferien) wurde wiederum ein starker Rückgang der Verkehrsstärken festgestellt.
Verkehrsentwicklung an den Verkehrszählstellen seit 2007
Ergänzend zu den vorherigen Ausführungen, wird im Folgenden die Verkehrsentwicklung einzeln für die Verkehrszählstellen anhand des durchschnittlichen täglichen Verkehrs und der durchschnittlichen täglichen Anzahl schwerer Nutzfahrzeuge dargestellt.















