Meteorologie in Baden-Württemberg
Die Luftqualität hängt neben den Emissionen maßgeblich von den über das Jahr herrschenden meteorologischen Bedingungen ab. So sind vor allem bei den Luftschadstoffen Feinstaub und Ozon große saisonale Schwankungen bei den Kurzzeitwerten zu beobachten. Insbesondere lang andauernde Hochdruckwetterlagen in den Wintermonaten mit eingeschränkten Austauschbedingungen führen zu einer Anreicherung der Luftschadstoffkonzentrationen in den bodennahen Schichten und somit hohen Feinstaubkonzentrationen. Aber auch in den Sommermonaten spielen Hochdruckwetterlagen aufgrund der hohen Sonneneinstrahlung in Verbindung mit hohen Temperaturen und Trockenheit eine entscheidende Rolle für das Auftreten hoher Ozonkonzentrationen. Hohe Ozonkonzentrationen können wiederum straßennah in den Sommermonaten zu hohen Stickstoffdioxidkonzentrationen führen. Auch die Bildung von sekundären Aerosolen kann im Sommer bei entsprechender Witterung zu einer erhöhten Feinstaubbelastung führen.
Im Folgenden wird ein Überblick über die Meteorologie in Baden-Württemberg im Jahr 2025 gegeben. Des Weiteren werden die aus Windmessungen ableitbaren Windverteilungen anhand von Windrosen für die Standorte im städtischen und ländlichen Hintergrund in Baden-Württemberg gezeigt, welche bei der Interpretation und Beurteilung unterstützen können.
Überblick 2025
Kurz gesagt, war das Jahr 2025 in Baden-Württemberg [DWD, 2026]
- mit einer Jahresmitteltemperatur von 9,9°C ein überdurchschnittlich warmes Jahr und rangiert damit auf Platz 8 der wärmsten Jahre in Baden-Württemberg seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881; mit 16 Tagen über 30°C wurden erneut deutlich mehr Heiße Tagen als im Mittel der Referenzperiode 1961 bis 1990 verzeichnet; fast alle Monate waren wärmer als ihre jeweiligen Mittelwerte, bis auf den Juli und November, wo es zumindest regional etwas kühler war; der Juni 2025 war der wärmste Monat des Jahres
- mit einer Niederschlagsumme von 864,9 mm ein im Vergleich zur Referenzperiode 1961 bis 1990 trockenes Jahr; die erste Jahreshälfte war durch ein ausgeprägtes Niederschlagsdefizit von Februar bis Juni geprägt, mit besonders trockenen Frühjahrsmonaten; in der zweiten Jahreshälfte traten deutlich niederschlagsreichere Phasen auf (besonders im Juli, September und Oktober)
- mit 1952,3 Stunden im Landesmittel ein sehr sonniges Jahr; besonders sonnig waren der Juni, April, August und Dezember; die erste Jahreshälfte war überwiegend sonnig, die zweite fiel insgesamt sonnenärmer aus.
Für das Jahr 2025 sind die Monatsverläufe der meteorologischen Größen Lufttemperatur, Niederschlag und Sonnenscheindauer sowie die jeweiligen Abweichungen vom Mittel (Referenzzeitraum 1991 bis 2020) beispielhaft an den DWD-Stationen Rheinstetten bei Karlsruhe und Stuttgart-Schnarrenberg dargestellt.
Windverteilung
Die Windverteilung wird einerseits durch großräumige Faktoren wie der Geländestruktur (Topographie) und der Hauptwindrichtung beeinflusst und andererseits durch kleinräumige lokale Begebenheiten im direkten Umfeld eines Standortes. Im Allgemeinen treten hohe Windgeschwindigkeiten vor allem dann auf, wenn keine Hindernisse wie Gebäude oder Vegetation (wie große Büsche oder Bäume) den Wind ausbremsen. Hindernisse können die Windrichtung auch dahingehend beeinflussen, in dem sie eine Barriere für den Wind darstellen und ihn umleiten oder wie in einer Straßenschlucht den Wind kanalisieren. Des Weiteren gibt es lokale Windsysteme wie zum Beispiel Kaltluftabflüsse, die sich in steilerem Gelände abhängig von Jahres- und Tageszeit ausbilden können.
Mithilfe von Windrosen kann die Windverteilung (Windrichtung (WR) und Windgeschwindigkeit (WG)) grafisch dargestellt werden, so dass ersichtlich wird, wie häufig (in Prozent) und mit welcher dabei herrschenden Windgeschwindigkeit (in m/s) der Wind aus einer bestimmten Himmelsrichtung gekommen ist. In den folgenden Abbildungen ist die Windverteilung anhand solcher Windrosen für verschiedene Standorte/Messstellen gezeigt, zum einen monatsweise für das Jahr 2025 (jeweils linke Abbildung), zum anderen jahresweise für die Jahre 2022 bis 2025 (jeweils rechte Abbildung). Die Windrichtung wurde dazu in 36 Windsektoren von jeweils 10° unterteilt. Für jeden dieser 36 Windsektoren kann die Häufigkeit der Windrichtung abgelesen werden. Mithilfe der Farbeinteilung wird gezeigt, wie häufig welche Windgeschwindigkeit pro 10°-Windsektor aufgetreten ist. Angaben zur mittleren Windgeschwindigkeit (in m/s) und zur Häufigkeit von Windstille (in Prozent) im jeweils betrachteten Zeitraum sind in den Einzelabbildungen rechts unten zu finden. Als Windstille wurden dabei Windgeschwindigkeiten ≤ 0,4 m/s gezählt. Die Probenahme der Winddaten erfolgt im Luftmessnetz an den Messstellen im städtischen und ländlichen Hintergrund in 10 Meter Höhe über Grund, entspricht aber nicht den Vorgaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) und die Daten werden auch nicht umfassend qualitätsgesichert.
Bei der Betrachtung der Windrosen zeigt sich je nach Standort eine (für diesen Standort) charakteristische Verteilung der Windrichtung und der Windgeschwindigkeit mit unterschiedlichen Hauptwindrichtungen. Aus den Abbildungen wird deutlich, dass die mittlere Windverteilung an einem Standort innerhalb eines Jahres von Monat zu Monat teilweise sehr variabel ist, diese sich aber von Jahr zu Jahr kaum ändert. Die Hauptwindrichtungen unterscheiden sich wiederum zwischen den Messstellen jedoch deutlich.