Luftqualität und Entwicklung in Baden-Württemberg 2025
Im Jahr 2025 wurden erneut alle gültigen Grenzwerte zum Schutz der menschlichen Gesundheit an allen Messstellen im Land Baden-Württemberg eingehalten. Diese über die letzten Jahre bzw. Jahrzehnte zu beobachtende positive Entwicklung macht deutlich, was mit gezielten Maßnahmen möglich ist.
Vor allem in den Städten ging und geht die Belastung durch Stickstoffdioxid und Feinstaub PM10 seit mittlerweile vielen Jahren deutlich zurück. Der Rückgang dieser primär verkehrsbedingten Luftschadstoffe lässt sich insbesondere auf die in den letzten Jahren erfolgten Luftreinhaltemaßnahmen zurückführen. Neben verkehrlichen Maßnahmen (z. B. Geschwindigkeitsbeschränkungen, Verkehrsverbote für alte Diesel (Euro 4/IV und 5/V)) und der Installation von Filtersäulen an stark belasteten Straßenabschnitten hat vor allem auch die Modernisierung der Fahrzeugflotte zu einem Rückgang der Emissionen bzw. Immissionen geführt.
Trotz der für 2025 erneut als sehr gut zu bewertenden Luftqualität in Baden-Württemberg zeigte sich teilweise ein leichter Anstieg der Belastung vor allem bei Feinstaub und Stickstoffdioxid. Denn neben den Emissionen beeinflussen vor allem auch die meteorologischen Bedingungen die Luftqualität. So war im ersten Quartal des vergangenen Jahres die Belastung vor allem durch Feinstaub (und teils durch Stickstoffdioxid) witterungsbedingt erhöht. Anhaltende winterliche Hochdruckwetterlagen bedingten einen fehlenden Luftaustausch am Boden, so dass sich hier die Schadstoffe ansammeln konnten. Die wiederum das erste Halbjahr kennzeichnende anhaltende Trockenheit sowie das Frühjahr und der Frühsommer, die ungewöhnlich warm und sonnig waren, führten bereits im Juni, als zweitwärmster Juni in Baden-Württemberg seit 1961, zu den ersten Überschreitungen des Informationsschwellenwertes von 180 µg/m³ Ozon im Stundenmittel.
Insgesamt war die Luftqualität im Jahr 2025 in Baden-Württemberg sehr gut.
Leichter Anstieg der Belastung durch Stickstoffdioxid stoppt langjährigen Rückgang
Seit 2022 werden alle Grenzwerte für Stickstoffdioxid der 39. BImSchV in Baden-Württemberg eingehalten. Noch im Jahr 2017 gab es Überschreitungen des Jahresgrenzwertes von 40 µg/m³ in 18 Städten. Diese positive Entwicklung setzte sich auch im Jahr 2025 fort, auch wenn an einigen Messstationen ein leichter Anstieg zu beobachten war.

Der langjährige Rückgang der Belastung durch Stickstoffdioxid wurde durch einen im Vergleich zu den Vorjahren leichten Anstieg an vielen Messstellen gestoppt. Die höchsten Stickstoffdioxidimmissionen werden weiterhin an den innerörtlichen, verkehrsnahen Messstellen gemessen. Im Jahr 2025 zählen hierzu Ludwigsburg Schlossstraße (37 µg/m³), Pforzheim Luisenstraße (36 µg/m³) und Stuttgart Am Neckartor (34 µg/m³). Gleichzeitig ist ein nach einem deutlichen Rückgang der Stickstoffmonoxidkonzentrationen zuletzt nun auch hier ein leichter Anstieg zu verzeichnen. Die einzelnen Ergebnisse der Stickstoffdioxidmessungen im Jahr 2025 sind der Tabelle Jahreswerte 2025 für Stickstoffdioxid, Feinstaub PM10, Feinstaub PM2,5, Ozon zu entnehmen.
Mit Verabschiedung einer neuen EU-Luftqualitätsrichtlinie im Jahr 2024 gelten ab 2030 jedoch strengere Grenzwerte für Stickstoffdioxid. Angelehnt an die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganision (WHO) darf der Jahresmittelwert für Stickstoffdioxid dann 20 µg/m³ nicht überschreiten. Im Jahr 2025 wäre dieser künftig geltende Jahresgrenzwert an 90 Prozent der verkehrsnahen Messstationen im Land überschritten.


In der nachfolgenden Abbildung sind für alle Messstellen in Baden-Württemberg die NO2-Jahresmittelwerte 2025 und zum Vergleich mit den Jahresmittelwerten 2024 die absoluten Veränderungen dargestellt. Der allgemein rückläufige Trend bei der Belastung durch Stickstoffdioxid konnte sich im Jahr 2025 nicht wie die letzten Jahre fortsetzen. Im Mittel war ein leichter Anstieg von 5,2 % bzw. 0,7 µg/m³ zu beobachten. Während an den innerörtlichen, verkehrsnahen Messstellen die Stickstoffdioxidkonzentrationen im Mittel um 2,1 % bzw. um 0,6 µg/m³ stiegen, nahm die Belastung im städtischen Hintergrund im Mittel um 5,9 % bzw. 0,8 µg/m³ zu. Berücksichtigt wurden hierbei die Stationen, an denen sowohl im Jahr 2025 als auch 2024 Stickstoffdioxid gemessen wurde.

Witterungsbedingter leichter Anstieg der Feinstaubbelastung
Die Feinstaubbelastung durch Partikel PM10 und PM2,5 ist in den letzten Jahren aufgrund großräumiger Minderungen der Partikelemissionen in Baden-Württemberg deutlich zurückgegangen. Im Jahr 2025 zeigte sich der Einfluss der Witterung auf die dadurch leicht ansteigende Feinstaubbelastung. Zudem werden die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht überall getroffen.


Neben dem über den gesamten Zeitraum von nun über 20 Jahren zu beobachtendem Rückgang der Partikelkonzentrationen treten von Jahr zu Jahr Schwankungen auf, die vor allem auf unterschiedliche Witterungsverhältnisse zurückgeführt werden können. So wurde das Jahr 2025 im ersten Quartal vor allem durch länger anhaltende winterliche Hochdruckwetterlagen geprägt, was zu einem eingeschränkten Luftaustausch in Bodennähe führte. Ein während diesen austauscharmen Phasen typischerweise einhergehender Anstieg der Feinstaubimmissionen war auch im Winter 2025 zu beobachten. Dies macht sich schließlich auch in einem Anstieg der Jahresmittelwerte für Feinstaub bemerkbar. Die einzelnen Ergebnisse der Feinstaubmessungen im Jahr 2025 sind der Tabelle Jahreswerte 2025 für Stickstoffdioxid, Feinstaub PM10, Feinstaub PM2,5, Ozon zu entnehmen.
Im Jahr 2025 lagen die im Jahresmittel gemessenen Partikelkonzentrationen zwar auf ein einem etwas höherem Niveau verglichen mit den beiden Vorjahren 2023 und 2024, die Grenzwerte der 39. BImSchV werden aber seit mehreren Jahren an allen Messstellen eingehalten. Die mit der neuen EU-Luftqualitätsrichtlinie auch für Feinstaub zukünftig geltenden strengeren Grenzwerte wären im Jahr 2025 jedoch nur knapp eingehalten, für Stuttgart Am Neckartor mit 21 µg/m³ wäre der dann ab 2030 geltende Jahresgrenzwert von 20 µg/m³ für Partikel PM10 sogar überschritten.


Für Partikel PM10 gibt es neben dem Grenzwert für den Jahresmittelwert zusätzlich einen Grenzwert für den Tagesmittelwert, der bei 50 µg/m³ liegt und innerhalb eines Kalenderjahres an nicht mehr als 35 Tagen überschritten werden darf. Die Anzahl an Überschreitungstagen für Partikel PM10 ist in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Seit dem Jahr 2018 wird die maximale Anzahl an zulässigen Überschreitungstagen an allen Messstellen eingehalten.

In den folgenden Grafiken sind die Partikel PM10-Jahresmittelwerte, die Anzahl der Tage mit Überschreitung von 50 µg/m³ sowie die Partikel PM2,5-Jahresmittelwerte für das Jahr 2025 für alle Messstellen in Baden-Württemberg dargestellt. Zudem zeigen die Grafiken jeweils den Vergleich zum Vorjahr 2024.
Die Partikel PM10-Konzentration ist zwischen den Jahren 2024 und 2025 im Mittel über alle Messstellen um 11,7 % bzw. um 1,4 µg/m³ gestiegen, an den verkehrsnahen Messstellen im Mittel um 11,2 % bzw. 1,7 µg/m³.
Hinsichtlich der Überschreitungen des PM10-Tagesmittelwertes von 50 µg/m³ traten mit 9 Tagen die meisten Überschreitungen an der verkehrsnahen Messstelle Tübingen Mühlstraße auf, gefolgt von den ebenfalls verkehrsnahen Messstellen Stuttgart Am Neckartor und Stuttgart Arnulf-Klett-Platz mit je 6 Überschreitungstagen. Im Vergleich zum Jahr 2024 traten 2025 an 9 Messstellen mehr Überschreitungen auf (+1 bis +2 Tage). Für insgesamt 16 Messstellen wurden entgegen des im Jahresmittel zu beobachtenden Anstiegs der Feinstaubbelastung weniger Überschreitungstage festgestellt (-1 bis -2 Tage). An den übrigen Messstellen traten weitestgehend unverändert keine Überschreitungen auf. Potential für witterungsbedingte Überschreitungen des PM10-Tagesmittelwertes von 50 µg/m³ gab es vor allem im 1. Quartal 2025. An einzelnen Tagen können Partikel PM10-Überschreitungen auch durch den Austrag von Streusalz oder den Einfluss von natürlichen Quellen, wie Saharastaub, mitverursacht werden.
Die Belastung durch Partikel PM2,5 ist im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr im Mittel über alle Messstellen um 14,3 % bzw. 0,9 µg/m³ gestiegen. An den einzelnen Messstellen sind Zunahmen der Partikel PM2,5-Konzentrationen zwischen 0 % und 33 % bzw. um bis zu 2 µg/m³ zu verzeichnen.



Keine ungewöhnlich hohen Werte, aber weiterhin dauerhafte Hintergrundbelastung
Seit Anfang der 1990er-Jahre sind die gemessenen Spitzenwerte von Ozon deutlich zurückgegangen, sowohl im städtischen als auch im ländlichen Hintergrund. Aber bodennahes Ozon schadet auch bei geringeren Konzentrationen und die andauernde Überschreitung von Zielwerten zeigt nach wie vor Handlungsbedarf.

Ursache sind die rückläufigen Konzentrationen der Ozonvorläufersubstanzen, insbesondere Stickstoffdioxid, flüchtige organische Verbindungen (volatile organic compounds, VOC). Potential für erhöhte Ozonkonzentrationen haben jedoch weiterhin heiße, trockene und strahlungsintensive Sommer wie die Sommer der Jahre, 2003, 2015, 2018 bis 2020, 2022 und nun zuletzt auch teils 2025. Stabile Hochdruckwetterlagen führen neben den meteorologischen Voraussetzungen zur Bildung von Ozon zusätzlich zu einer Anreicherung der Vorläufersubstanzen. Dennoch werden selbst unter extremen Bedingungen und trotz der eher zu beobachtenden Zunahme von ozonbegünstigenden Sommertagen bzw. Heißen Tagen mit starker Sonneneinstrahlung, hohen Lufttemperaturen und Trockenheit, Konzentrationen über 180 µg/m³ im Stundenmittel (die sogenannte Informationsschwelle, bei deren Überschreitung ein Gesundheitsrisiko für besonders empfindliche Menschen besteht) im Vergleich zu den 1990er/2000er-Jahren nur noch selten bis gar nicht mehr in Baden-Württemberg erreicht.
Das Jahr 2025 war vor allem durch eine anhaltende Trockenheit im ersten Halbjahr gekennzeichnet. Gleichzeitig war das Frühjahr und der Frühsommer ungewöhnlich warm und sonnig, so dass bereits im Juni 2025 die ersten Überschreitungen des Informationsschwellenwertes für Ozon von 180 µg/m³ im Stundenmittel an den Messstationen Karlsruhe-Nordwest und Kehl auftraten. Der ersten (kurzen) Hitzeperiode Ende Juni/Anfang Juli mit weiteren Ozonspitzenkonzentrationen größer 180 µg/m³ an einigen Messstationen im Rheingraben folgte ein sehe wechselhafter Juli mit viel Niederschlag und vergleichsweise wenig Sonnenschein. Der sich erst im August noch einmal durchsetzende eigentliche Hochsommer mit hohen Temperaturen, wenig Niederschlag und viel Sonnenschein führte am 14. und 15. August zu weiteren, aber auch den letzten Überschreitungen der Informationsschwelle von 180 µg/m³ im Jahr 2025.

Ein im Vergleich zum Vorjahr erneuter Anstieg der Ozonkonzentration konnte auch beim Blick auf den, zum Schutz der menschlichen Gesundheit festgelegten, Zielwert festgestellt werden. Hierbei werden die Tage gezählt, an denen die Ozonkonzentration über einen Zeitraum von acht Stunden gemittelt 120 µg/m³ überschreitet. Pro Kalenderjahr sind 25 solcher Überschreitungen zulässig. Nach einer im Vorjahr flächendeckenden Einhaltung dieses Zielwertes im Land Baden-Württemberg, zeigen die Werte für 2025 eine Überschreitung an etwa der Hälfte aller Messstellen. Um den starken meteorologischen Einfluss auf die Ozonbildung zu berücksichtigen, ist für die Beurteilungen allerdings maßgebend, ob der Zielwert als Mittel über drei Kalenderjahre eingehalten werden kann. Die über die letzten drei Jahre (2023 bis 2025) gemittelten Werte zeigen, dass der Zielwert zuletzt nur an wenigen Messstellen überschritten wurde.


Die mittlere jährliche Ozonkonzentration und damit durchschnittliche Belastung durch Ozon steigt seit einigen Jahren an. Vor allem im städtischen Hintergrund nehmen die mittleren Ozonkonzentrationen aufgrund des weniger zur Verfügung stehenden ozonreduzierenden Stickstoffmonoxids zu. Nach einem Vorjahr, geprägt durch viel Niederschlag und entsprechend rückläufigen Jahresmittelwerten für Ozon, zeigt sich nun im Jahr 2025 wieder flächendeckend ein Anstieg, bedingt durch die ungewöhnlich warmen und niederschlagsarmen Verhältnisse im Verlaufe des Jahres 2025.

In den nachfolgenden Grafiken werden für alle Messstellen in Baden-Württemberg die Anzahl der Stunden mit Überschreitung der Informationsschwelle von 180 µg/m³ (1-Stundenmittelwert), die Anzahl der Tage mit Überschreitung des Zielwertes von 120 μg/m³ (höchster 8-Stundenmittelwert eines Tages) sowie die Ozon-Jahresmittelwerte jeweils für das Jahr 2025 und im Vergleich zum Jahr 2024 dargestellt.
Im Vergleich zum Vorjahr 2024, in dem es insgesamt nur 4 Überschreitungen der Informationsschwelle von 180 µg/m³ gab, wurden im Jahr 2025 insgesamt 33 Überschreitungen an sieben Messstationen festgestellt. Beim Zielwert zum Schutz der Gesundheit von 120 µg/m³ (höchster 8-Stundenmittelwert eines Tages an mehr als 25 Tagen) zeigt sich verglichen mit dem Vorjahr 2024 an allen Messstationen ein Anstieg (im Mittel gab es an 16 Tagen mehr eine Überschreitung dieses Zielwertes). Auch der Jahresmittelwert der gemessenen Ozonkonzentrationen lag im Mittel um 1 % bzw. 1 µg/m³ leicht höher als im Vorjahr.



Heute nahezu kein Schwefeldioxid mehr in der Luft von Baden-Württemberg nachweisbar
Die Belastung durch Schwefeldioxid in Baden-Württemberg liegt verglichen mit den gültigen Grenzwerten auf einem sehr niedrigen Niveau. Der kritische Wert zum Schutz der Ökosysteme von 20 µg/m³ für Schwefeldioxid im Jahresmittel wurde mit Konzentrationen bis maximal 2 µg/m³ auch im Jahr 2025 wieder deutlich unterschritten. Auch die zum Schutz der menschlichen Gesundheit geltenden Kurzzeitgrenzwerte in Form der maximal zulässigen Überschreitungshäufigkeiten, dem 1-Stundenmittelwert von 350 µg/m³ bei 24 Überschreitungen und dem Tagesmittelwert von 125 µg/m³ bei 3 Überschreitungen im Kalenderjahr, werden an den 4 Messstationen in Baden-Württemberg seit vielen Jahren sicher eingehalten. Der maximale 1-Stunden- bzw. Tagesmittelwert für Schwefeldioxid trat jeweils mit 52 µg/m³ bzw. 12 µg/m³ an der städtischen Hintergrundmessstation Mannheim-Nord auf. Die einzelnen Ergebnisse der Schwefeldioxidmessungen im Jahr 2025 sind der Tabelle Jahreswerte 2025 für Kohlenmonoxid, Schwefeldioxid, Ammoniak, Benzol zu entnehmen.
Die Immissionsbelastung durch Schwefeldioxid in Baden-Württemberg ist seit den 1990er Jahren stark rückläufig und verdeutlicht die Erfolge der Luftreinhaltepolitik bei der Reduktion der Schwefeldioxidemissionen vor allem bei den Kraftwerken und der Industrie. Insbesondere bei den Messstationen im städtischen Hintergrund ist eine deutliche Verbesserung der Luftqualität eingetreten. Auch im ländlichen Hintergrund ist die Immissionsbelastung durch Schwefeldioxid heute nur noch sehr gering. An den verkehrsnahen Messstationen werden in der Regel keine Messungen von Schwefeldioxid durchgeführt.

Belastung durch Ammoniak unverändert
Für die Belastung durch Ammoniak zeigt die Entwicklung über die letzten Jahre keine nennenswerte Entwicklung. Vielmehr scheint die Meteorologie eine wesentliche Rolle zu spielen.

Die Ammoniak-Messungen in Baden-Württemberg erfolgen seit 2019 an allen Messstellen mit Radiello-Passivsammlern. Die Messstellen sind abhängig von ihrer Umgebung in die Kategorien Stadt, Industrie, Hintergrund und Landwirtschaft sowie Verkehr eingeteilt. Die Höhe der gemessenen Ammoniakkonzentrationen wird geprägt durch die Entfernung zu möglichen Ammoniakemittenten. Messungen in größerer Entfernung zu zum Beispiel landwirtschaftlichen und industriellen Emittenten ermöglichen eine Bewertung der Ammoniakvorbelastung für die jeweilige Umgebung (auch emittentenferne Messungen genannt). Messungen zum Beispiel am Straßenrand spiegeln die Ammoniaksituation in unmittelbarer Verkehrsnähe wider (auch emittentennahe Messungen genannt).
Die Messungen an den emittentenfernen Standorten der Kategorien Stadt, Industrie, Hintergrund und Landwirtschaft im Jahr 2025 zeigen eine zum Vorjahr vergleichbare bis tendenziell leicht höhere Belastung durch Ammoniak. An den zugehörigen Messstellen der emittentennahe Kategorie Verkehr ging die Ammoniakbelastung im Mittel leicht zurück. Für das Jahr 2025 lagen die Ammoniak-Jahresmittelwerte an den emittentenfernen Messstellen der Kategorien Stadt, Industrie, Hintergrund und Landwirtschaft im Bereich von 0,4 μg/m³ bis 5,1 μg/m³ und an den verkehrsnahen (emittentennahen) Standorten zwischen 2,5 μg/m³ und 4,3 μg/m³. Die Ammoniakkonzentrationen an den einzelnen Messstellen im Jahr 2025 sind hier aufgeführt: Jahreswerte 2025 für Kohlenmonoxid, Schwefeldioxid, Ammoniak, Benzol.
Die nachfolgende Abbildung zeigt die Spannweiten der gemessenen Ammoniakkonzentrationen in den Jahren 2019 bis 2025. Die Jahresmittelwerte sind in die Kategorien Stadt, Industrie, Hintergrund und Landwirtschaft sowie Verkehr unterteilt.

Kohlenmonoxid als einstiger Leitparameter für die Luftbelastung heute nur noch wenig bedeutend
Die im Jahr 2025 an den Verkehrsmessstationen gemessenen Kohlenmonoxidkonzentrationen liegen in Baden-Württemberg auf einem sehr niedrigen Niveau. Der Immissionsgrenzwert zum Schutz der menschlichen Gesundheit von 10 mg/m³ (für den höchsten 8-Stundenmittelwert eines Tages) wurde im Jahr 2025 weit unterschritten. Die maximalen 8-Stundenmittelwerte lagen dabei im Bereich von 0,8 mg/m³ (Mannheim Friedrichsring) bis 1,8 mg/m³ (Heilbronn Weinsberger Straße und Karlsruhe Reinhold-Frank-Straße). Die einzelnen Ergebnisse der Kohlenmonoxidmessungen im Jahr 2025 sind der Tabelle Jahreswerte 2025 für Kohlenmonoxid, Schwefeldioxid, Ammoniak, Benzol zu entnehmen.
Kohlenmonoxid war ein Leitparameter für die Luftbelastung verursacht durch den Straßenverkehr. Heute besitzt Kohlenmonoxid nur noch eine geringe Bedeutung, da die Emissionen mit Einführung des geregelten Katalysators (G-Kat) für Benzinfahrzeuge seit etwa 1995 massiv abgenommen haben. Für die Immissionsbelastung durch Kohlenmonoxid ist somit in den letzten Jahren eine stetige Abnahme zu verzeichnen.

Belastung durch Benzol auf sehr geringem Niveau
Benzol wird hauptsächlich durch den Straßenverkehr freigesetzt. Aufgrund einer entscheidenden Reduktion der Benzolemissionen durch den Einsatz des geregelten Katalysators bei Benzinfahrzeugen und der Absenkung des Benzolgehaltes im Benzin, konnten die Benzolkonzentrationen gesenkt werden. Die Belastung durch Benzol ist somit vor allem an den Stationen mit direktem Verkehrseinfluss massiv zurückgegangen.
In Baden-Württemberg wird Benzol nur noch an zwei verkehrsnahen Messstellen mit hohem Verkehrsaufkommen erfasst. Der bis 2029 geltende Immissionsgrenzwert zum Schutz der menschlichen Gesundheit von 5 µg/m³ (Jahresmittelwert) wurde im Jahr 2025 erneut mit 1,1 µg/m³ (Stuttgart Am Neckartor) und 0,9 µg/m³ (Mannheim Friedrichsring) sicher eingehalten. Auch im Hinblick auf den ab 2030 gültigen Grenzwert mit 3,4 µg/m³ im Jahresmittel ist eine Einhaltung derzeit sicher.

Keine Überschreitungen von Ziel- und Grenzwerten der Staubinhaltsstoffe
In Baden-Württemberg werden die Staubinhaltsstoffe Arsen, Blei, Kadmium, Nickel, Benzo[o]pyren und Ruß als Anteil in der Staubfraktion Partikel PM10 ermittelt. Die einzelnen Ergebnisse der Staubinhaltsstoffmessungen im Jahr 2025 sind der Tabelle Jahreswerte 2025 für Benzo(a)pyren, Schwermetalle und Ruß in der Partikelfraktion PM10 zu entnehmen
Der Zielwert und ab 2030 geltende Grenzwert zum Schutz der menschlichen Gesundheit von 1 ng/m³ (Jahresmittelwert) für Benzo[a]pyren, das auch als Markersubstanz für weitere polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) dient, wird seit vielen Jahren an allen Messstationen eingehalten; letztmalig wurde er im Jahr 2015 an der Spotmessstelle Tübingen Jesinger Hauptstraße überschritten. Trotz einem zuletzt an einigen wenigen Messstationen zu beobachtenden leichten Anstieg, liegt für alle Messstellen die mittlere Benzo[a]pyrenkonzentration im Jahr 2025 im Bereich zwischen 0,1 ng/m³ und 0,4 ng/m³. Bei Benzo[a]pyren zeigen sich andere Belastungsschwerpunkte als bei Partikel PM10 und Stickstoffdioxid. Ein Hauptgrund für die höhere Belastung durch Benzo[a]pyren ist vor allem die Holzfeuerung in den Wintermonaten.
Für alle Messstationen ist ein abnehmender Trend der Belastung durch Benzo[a]pyren über die Jahre hin bis etwa zum Jahr 2020 zu erkennen, vor allem an den verkehrsnahen Messstellen. Seitdem ist das Belastungsniveau recht konstant. An den beiden ländlichen Hintergrundmessstationen war die Belastung durch Benzo[a]pyren über den gezeigten Zeitraum am geringsten und bis die Messungen hier eingestellt wurden konstant.
![Jahresmittelwerte der Benzo[a]pyrenkonzentrationen als Anteil in Partikel PM10 in Baden-Württemberg von 1990 bis 2025 als Liniendiagramm visualisiert. Für die Messstationen im städtischen Hintergrund und die verkehrsnahen Messstellen sind die Spannweiten angegeben. Für die verkehrsnahen Messstellen Tübingen Jesinger Hauptstraße, Stuttgart Am Neckartor, Mannheim Friedrichsring, Reutlingen Lederstraße-Ost und Freiburg Schwarzwaldstraße sowie für die Stationen Stuttgart-Bad Cannstatt im städtischen Hintergrund und Schwarzwald-Süd im ländlichen Hintergrund sind die Entwicklungen als einzelne Linien dargestellt. Für alle Messstationen ist bis zum Jahr 2020 ein abnehmender Trend der Benzo[a]pyrenkonzentrationen zu erkennen, vor allem für die verkehrsnahen Messstellen. Seitdem ist Belastung durch Benzo[a]pyren annähernd konstant, ebenso wie an der ländlichen Hintergrundmessstation Schwarzwald-Süd für den gezeigten Zeitraum. Der Zielwert (ab 2030 Grenzwert) von 1 ng/m³ für Benzo[a]pyren (Jahresmittelwert) wurde letztmalig im Jahr 2015 an der Spotmessstelle Tübingen Jesinger Hauptstraße überschritten. Jahresmittelwerte der Benzo[a]pyrenkonzentrationen als Anteil in Partikel PM10 in Baden-Württemberg von 1990 bis 2025 als Liniendiagramm visualisiert. Für die Messstationen im städtischen Hintergrund und die verkehrsnahen Messstellen sind die Spannweiten angegeben. Für die verkehrsnahen Messstellen Tübingen Jesinger Hauptstraße, Stuttgart Am Neckartor, Mannheim Friedrichsring, Reutlingen Lederstraße-Ost und Freiburg Schwarzwaldstraße sowie für die Stationen Stuttgart-Bad Cannstatt im städtischen Hintergrund und Schwarzwald-Süd im ländlichen Hintergrund sind die Entwicklungen als einzelne Linien dargestellt. Für alle Messstationen ist bis zum Jahr 2020 ein abnehmender Trend der Benzo[a]pyrenkonzentrationen zu erkennen, vor allem für die verkehrsnahen Messstellen. Seitdem ist Belastung durch Benzo[a]pyren annähernd konstant, ebenso wie an der ländlichen Hintergrundmessstation Schwarzwald-Süd für den gezeigten Zeitraum. Der Zielwert (ab 2030 Grenzwert) von 1 ng/m³ für Benzo[a]pyren (Jahresmittelwert) wurde letztmalig im Jahr 2015 an der Spotmessstelle Tübingen Jesinger Hauptstraße überschritten.](/documents/10184/6323158/Lange_Reihe_BaP-JMW_2025.png/1db25551-dd97-c9df-3a1b-4e14f8970739?t=1788784419715)
Die zum Schutz der menschlichen Gesundheit geltenden Immissionswerte (bis 2029 als Zielwerte und ab 2030 als Grenzwerte festgelegt) für Arsen (6 ng/m³ Jahresmittelwert), Kadmium (5 ng/m³ Jahresmittelwert) und Nickel (20 ng/m³ Jahresmittelwert) sowie der Immissionsgrenzwert für Blei (0,5 µg/m³ = 500 ng/m³ Jahresmittelwert) wurden auch im Jahr 2025 an allen Messstationen weit unterschritten. Für die in der Partikelfraktion PM10 gemessenen Anteile an Blei und Nickel traten die höchsten Jahresmittelwerte mit 3,7 ng/m³ und 1,3 ng/m³ an der städtischen Hintergrundmessstation Mannheim-Nord auf. Die Jahresmittelwerte 2025 für Arsen lagen im Bereich zwischen 0,1 ng/m³ und 0,3 ng/m³ und für Kadmium an allen Messstationen bei 0,1 ng/m³.
Für alle Messstationen ist ein über die Jahre mehr oder weniger stark abnehmender Trend bei Arsen, Blei und Kadmium zu erkennen, bis auf für Schwarzwald-Süd, wo die Belastung über den gezeigten Zeitraum relativ konstant bleibt. Bei Nickel ist kein klarer Trend über die Jahre zu erkennen, die Belastung durch Nickel schwankt teilweise deutlich. Der jeweilige Ziel- bzw. Grenzwert wurde über den gesamten Zeitraum deutlich unterschritten.




Bei Ruß ist der Hauptemittent der Verkehr und so treten die höchsten Jahresmittelwerte erwartungsgemäß an den verkehrsnahen Messstellen auf. Im Jahr 2025 lagen die Jahresmittelwerte der Ruß-Konzentrationen im städtischen Hintergrund zwischen 1,1 μg/m³ und 1,3 μg/m³ sowie an der verkehrsnahen Messstelle Reutlingen Lederstraße-Ost bei 1,6 μg/m³. Für Ruß besteht derzeit kein rechtlich verbindlicher Ziel- oder Grenzwert. Die 23. BImSchV, aufgehoben im Juli 2004, führte einen Maßnahmenwert von 8 μg/m³ für das Jahresmittel auf.
Für alle Messstationen ist ein über die Jahre abnehmender Trend der Rußkonzentrationen zu erkennen, vor allem für die verkehrsnahen Messstellen. Seit etwa 2022 ist die Belastung durch Ruß annähernd konstant, ebenso für den Messzeitraum 2001 bis 2016 an der ländlichen Hintergrundmessstation Schwarzwald-Süd.

Seit 1992 werden in Baden-Württemberg die Ablagerungen (Depositionen) von Luftschadstoffen in städtisch und industriell geprägten Gebieten sowie im ländlichen Raum messtechnisch erfasst. Im Rahmen des Depositionsmessnetzes werden der Staubniederschlag und die Schwermetalleinträge im Staubniederschlag sowie die Einträge von Ammonium, Nitrat und Sulfat im Niederschlag gemessen.
Das Depositionsmessnetz dient der Überwachung der Schadstoffeinträge. Die festgelegten Immissionswerte für Schadstoffdepositionen in der TA Luft (Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft) sollen einen Schutz vor erheblichen Belästigungen und Beeinträchtigungen gewährleisten. Langfristig sollen insbesondere die empfindlichen Ökosysteme vor zu hohen Stickstoff- und Säureeinträgen geschützt werden.

Staubniederschlag und Schwermetalleintrag
Die Staubniederschläge werden in Baden-Württemberg mit Bergerhoff-Gefäßen gesammelt. Im Jahr 2024 lagen die Jahresmittelwerte der Staubniederschläge zwischen 0,02 g/(m²d) und 0,09 g/(m²d) und damit deutlich unterhalb des Immissionswertes der TA Luft von 0,35 g/(m²d).
Seit Beginn der Messungen und bis ungefähr 2015 waren die Staubniederschläge in Baden-Württemberg rückläufig, jedoch überlagert von deutlichen Schwanken von Jahr zu Jahr. Seitdem ist das Niveau bei anhaltenden Schwankungen etwa gleichbleibend. In der nachfolgenden Abbildung ist die Spannweite der Jahresmittelwerte für alle Depositionsmessstellen sowie für die Messstellen Isny, Mannheim-Nord und Schwäbische Alb als Beispiele für unterschiedliche Regionen dargestellt. Im städtischen Hintergrund (zum Beispiel Mannheim-Nord) liegen die Staubniederschläge aufgrund der Vielzahl verschiedener Emittenten auf einem höheren Niveau als im ländlichen Hintergrund (zum Beispiel Isny und Schwäbische Alb).

In Baden-Württemberg werden im Staubniederschlag die Schwermetalleinträge von Antimon, Arsen, Blei, Chrom, Kadmium und Nickel bestimmt. Die Einträge aller Schwermetalldepositionen lagen im Jahr 2025 weit unterhalb der Immissionswerte der TA Luft.
Die Staubniederschläge sowie die Schwermetalleinträge der einzelnen Messstellen im Jahr 2025 sind hier aufgeführt: Jahreswerte 2025 für Staubniederschlag, Schwermetalleintrag, Regeninhaltsstoffe (nasse Deposition).
Regeninhaltsstoffe (Nasse Deposition)
Die nasse Deposition von Ammonium, Nitrat und Sulfat wird in Baden-Württemberg an 5 Standorten mit Eigenbrodt Wet-Only-Sammlern bestimmt. Die Stoffeinträge unterliegen auch im Jahr 2025 großen Schwankungen, die sowohl standort- als auch witterungsbedingt begründet sind. Zu beachten ist, dass trotz Kühlung und Beschattung des Probenahmegefäßes die genannten Verbindungen chemischen Umwandlungsprozessen unterliegen können. Die ermittelten Einträge (Jahressummen) an den einzelnen Messstellen im Jahr 2025 können der Tabelle Jahreswerte 2025 für Staubniederschlag, Schwermetalleintrag, Regeninhaltsstoffe (nasse Deposition) entnommen werden.
Auch wenn sich die Luftqualität in Baden-Württemberg deutlich verbessert hat, so besteht im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung und um die Gesundheit aller Menschen im Land zu schützen jedoch auch für die nächsten Jahre weiterhin Handlungsbedarf zur Verbesserung der Luftqualität in Baden-Württemberg - insbesondere mit Blick auf die mit Beschluss der neuen EU-Luftqualitätsrichtlinie im Jahr 2024 zukünftig ab 2030 geltenden strengeren Grenzwerte.