Baden-Württemberg im Vergleich


Baden-Württemberg im Vergleich zur Bundesrepublik Deutschland


Auf Bundesebene wurde im Jahr 2005 erstmals eine Zerschneidungsgeometrie berechnet, die auf den Kriterien der "Länderinitiative Kernindikatoren" beruht. Somit sind nun bundesweite Vergleiche zum Grad der Landschaftszerschneidung und der verbleibenden Unzerschnittenen Verkehrsarmen Räume möglich. Die bundesweiten Berechnungen basieren auf einem gröberen Maßstab (1:250 000) als die landesweiten Auswertungen (Maßstab 1:25 000). Dies führt zu einem geringfügig niedrigeren Wert der effektiven Maschenweite auf Landesebene (Meff = 34,00 km²) als auf Bundesebene (Meff = 34,72 km²).

Die UZVR100 wurden mit dem Bundesamt für Naturschutz abgestimmt, jedoch variiert deren Flächenanteil an der Landesfläche ebenfalls geringfügig, da auf Landesebene aufgrund der oben genannten Maßstabsunterschiede eine höhere Anzahl an Siedlungsflächen in die Berechnung einfließt. (Auf Landesebene verlieren die UZVR100 an Flächenanteil, da innerhalb der Räume Siedlungsflächen vorhanden sind, die von der Gesamtfläche abgezogen werden.) Auf Bundesebene (im gröberen Maßstab) fließen Siedlungen erst ab 93 ha Größe in die Berechnung mit ein. Die Tabelle zeigt die Ergebnisse im Einzelnen. Baden-Württemberg ist im bundesweiten Vergleich überdurchschnittlich fragmentiert. Der Bundesdurchschnitt wird vor allem durch die zahlreichen großen unzerschnittenen Räume im Nordosten (Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg) positiv beeinflusst. Die westlichen Bundesländer, vor allem Baden-Württemberg, das Saarland und Nordrhein-Westfahlen, sind dagegen sehr viel stärker durch Verkehrswege und Siedlungen zerschnitten.

Insgesamt ist die Entwicklung eines bundesweit einheitlichen Indikators zur Ermittlung des Landschaftszerschneidungsgrades sehr positiv zu bewerten. Erstmals steht nun eine Grundlage zur Verfügung, die es erlaubt, Vergleiche zwischen verschiedenen Bundesländern oder auch anderen räumlichen Einheiten (z.B. Naturräumen) durchzuführen. Die Verantwortung für den UMK-Indikator (UMK=Umweltministerkonferenz) liegt derzeit bei der Thüringischen Landesanstalt für Umwelt und Geologie. Hier werden regelmäßig Gespräche zwischen Bund (Bundesamt für Naturschutz) und Ländern geführt.

 Bezugsraum

Effektive Maschenweite [km²]

 UZVR > 100 km²

 

 

Anzahl

 Fläche [km²]

Prozentanteil an der Landesfläche

 Baden-Württemberg1

 34,00

 18

 2 542,5

 7,11

 Baden-Württemberg2

 34,72

 18

 2 736,2

 7,65

 BRD²

 83,75

 562

 94 426,9

 26,45

 

1 Berechnungen auf Landesebene im Maßstab 1:25000 (ILPÖ 2005)
2 Berechnungen auf Bundesebene im Maßstab 1:250000 (BfN und ILPÖ 2005)

Wie in Baden-Württemberg werden die Unzerschnittenen Verkehrsarmen Räume über 100 km² (UZVR100) auch in anderen Bundesländern landesspezifisch abgegrenzt. Beispiele hierfür sind auf entsprechenden Webseiten dokumentiert, beispielsweise für:

Die „Länderinitiative Kernindikatoren" veröffentlicht eine Übersicht über die Situation der UZVR100 in den Bundesländern. Basis hierfür sind bundesweite Berechnungen zu Verkehrsmengen. Die Rechnungen führen allerdings zu Abgrenzungen, die nicht mit den auf den Seiten der LUBW veröffentlichen UZVR100 vergleichbar sind.

 

Baden-Württemberg im europäischen Vergleich


Das Projekt „Landscape Fragmentation in Europe“ wurde vom Bundesamt für Umwelt der Schweiz (BAFU) finanziert und in Zusammenarbeit mit der European Environment Agency (EEA) von der Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL), Birmensdorf, Schweiz, der Concordia University, Montréal, Quebec, GISAT, Prag, Die Geographen schwick+spichtig, Zürich sowie unter Mitarbeit der Universität Stuttgart (ILPÖ) durchgeführt. Ziele und Ergebnisse werden im EEA Report No 2/2011 umfangreich dargestellt.
 

Weiterführende Informationen zu diesem Thema auf der EEA-Webseite:

Landscape fragmentation in Europe, EEA Report No 2/2011


Karte 1 zeigt den Zerschneidungsgrad Baden-Württembergs im europäischen Vergleich. Die Abbildung 1 hingegen ergänzt die im Rahmen des LUBW-Projekts enstandene Darstellung der Entwicklung der Effektiven Maschenweite in Baden-Württemberg mit Werten, wie sie sich nach den Berechnungsregeln des EU-Projekts ergeben. Unter Berücksichtigung dieser Unterschiede können Karte 1 und die in Tabelle 1 und Tabelle 2 dargestellten Zerschneidungswerte mit den Ergebnissen der LUBW-Berechnungen verglichen werden.