Ökologischer Zustand

Die LUBW betreibt seit 2006 ein biologisches Messnetz nach den Vorgaben der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL). Ziel ist es, den ökologischen Zustand der Fließgewässer in Baden-Württemberg zu erfassen und zu bewerten. An ausgewählten Messstellen werden die Lebensgemeinschaften der Planktonalgen, Wasserpflanzen, Wasserkleinlebewesen und Fische untersucht. Auf dieser Grundlage wird der ökologische Zustand der Wasserkörper bewertet. Als Hilfsgrößen bei der Bewertung dienen hydromorphologische Komponenten (z. B. Gewässerstruktur) und physikalisch-chemische Komponenten (z. B. Sauerstoffgehalt, Nährstoffe). Bei Überschreitung eines sogenannten flussgebietsspezifischen Schadstoffs (z. B. Pflanzenschutzmittel, Schwermetalle) kann der ökologische Zustand maximal mit mäßig bewertet werden.

In Wasserkörpern, die aufgrund ihrer Nutzung als „erheblich verändert“ oder „künstlich“ eingestuft sind, wird das ökologische Potenzial erhoben. Dabei wird berücksichtigt, dass das anspruchsvollere Ziel des guten ökologischen Zustands nicht erreicht werden kann - zumindest nicht ohne eine Einschränkung der Nutzung. Zur Ermittlung des ökologischen Potenzials stehen für die biologischen Qualitätskomponenten Makrozoobenthos und Fische Verfahren zur Verfügung.

Die LUBW hat auf der Grundlage der Untersuchungen des Landesüberwachungsnetzes für die zweite Aktualisierung der Bewirtschaftungspläne nach Wasserrahmenrichtlinie den ökologischen Zustand bzw. das ökologische Potenzial der 175 Wasserkörper bewertet. Die Untersuchung und Bewertung der Qualitätskomponente „Fische“ wurden von der Fischereiforschungsstelle des Landwirtschaftlichen Zentrums Baden-Württemberg (LAZBW) vorgenommen.

Der mäßige bis schlechte Zustand der Wasserkörper ist hauptsächlich auf die Auswirkung hoher stofflicher Belastungen aus diffusen oder punktuellen Belastungsquellen und / oder strukturell stark degradierte Fließgewässer zurückzuführen.

Karte: Baden-Württemberg ist eingefärbt mit der Bewertung des ökologischen Zustands bzw. ökologischen Potenzials 2021. 6 % der Wasserkörper sind gut, 94 % mäßig oder schlechter.

 Wasserkörperbewertung des ökologischen Zustands / ökologischen Potenzials (2021)

 

Planktische Algen: Diatomeen Planktische Alge: Scenedesmus Planktische Alge: Pediastrum

Planktische Algen (Diatomeen, Scenedesmus, Pediastrum)

Das Phytoplankton besteht aus im Wasser frei schwebenden Algen und ist in Seen und großen Fließgewässern zu finden. Dessen Entwicklung ist hauptsächlich von der Nährstoffverfügbarkeit, den Lichtverhältnissen und der Wasserverweilzeit abhängig. Das Phytoplankton ist daher ein guter Anzeiger für die Nährstoffbelastungen eines Gewässers. In der Vegetationsperiode wird monatlich an 17 Untersuchungsstellen an Rhein, Neckar, Donau, Kocher und Jagst die Phytoplanktonentwicklung untersucht.

Das Phytoplankton zeigt die größten Defizite im Neckar-Einzugsgebiet an.

Die ausführlichen Ergebnisse der Aktualisierung 2021 sind in einem Fachbericht zusammengestellt. Die Ergebnisse aus früheren Untersuchungen finden Sie weiter unten auf dieser Seite ("Ergebnisse der biologischen Untersuchungen ...").

Karte: die Wasserkörper der planktonführenden Flüsse Baden-Württembergs sind eingefärbt mit der Bewertung der Qualitätsklassen des Phytoplankton im Berichtsjahr 2021. Rhein und Donau (56 % der Wasserkörper) sind gut oder sehr gut, Neckar, Jagst und Kocher (44 %) sind mäßig oder schlechter.

Wasserkörperbewertung der biologischen Qualitätskomponente Phytoplankton (2021)

 

Flutender Hahnenfuß Fädige Grünalge Kieselalge

Flutender Hahnenfuß, Fädige Grünalge, Kieselalge

Die biologische Qualitätskomponente Makrophyten und Phytobenthos besteht aus den drei Teilgruppen Makrophyten (höhere Wasserpflanzen, untergetaucht lebende Moose, Armleuchteralgen), Phytobenthos ohne Diatomeen (Aufwuchsalgen) und Diatomeen (Kieselalgen, eine spezielle Untergruppe der Aufwuchsalgen). Mit Makrophyten und Phytobenthos wird im Wesentlichen die Nährstoffsituation der Fließgewässer bewertet. Je nach Teilgruppe können aber auch strukturelle Defizite, Versauerung oder Versalzung angezeigt werden. Die Zusammensetzung der Wasserpflanzenbestände wird an etwa 590 Untersuchungsstellen erfasst.

Makrophyten und Phytobenthos weisen in weiten Teilen von Baden-Württemberg auf Defizite in den Fließgewässern hin.

Die ausführlichen Ergebnisse der Aktualisierung 2021 sind in einem Fachbericht (in Arbeit) und der zugehörigen Ergebnistabelle zusammengestellt. Die Ergebnisse aus früheren Untersuchungen finden Sie weiter unten auf dieser Seite ("Ergebnisse der biologischen Untersuchungen ...").

Karte: Baden-Württemberg ist eingefärbt mit den Qualitätsklassen der Qualitätskomponente Makrophyten und Phytobenthos im Berichtsjahr 2021. 33 % der Wasserkörper sind gut oder sehr gut, 68 % sind mäßig oder schlechter.

Wasserkörperbewertung der biologischen Qualitätskomponente Makrophyten und Phytobenthos (2021)

 

Gebänderte Prachtlibelle Körbchenmuschel Eintagsfliegenlarve

Gebänderte Prachtlibelle, Körbchenmuschel, Eintagsfliegenlarve

Zum Makrozoobenthos gehören alle benthischen, d. h. am Gewässerboden lebenden, mit bloßem Auge sichtbaren Wirbellosen wie Krebse, Insekten, Schnecken, Muscheln, Würmer, Egel, Strudelwürmer und Schwämme. Die Zusammensetzung der Lebensgemeinschaft gibt Auskunft über die Belastung des Gewässers durch abbaubare organische Substanzen, die Gewässermorphologie und den Versauerungszustand. An etwa 900 Untersuchungsstellen wird die Makrozoobenthos-Lebensgemeinschaft erhoben.

In zahlreichen baden-württembergischen Fließgewässern werden Defizite anhand der Lebensgemeinschaft des Makrozoobenthos angezeigt.

Die ausführlichen Ergebnisse der Aktualisierung 2021 sind in einem Fachbericht (in Arbeit) und der zugehörigen Ergebnistabelle zusammengestellt. Frühere Ergebnisse finden Sie weiter unten auf dieser Seite ("Ergebnisse der biologischen Untersuchungen ...").

Karte: Baden-Württemberg ist eingefärbt mit den Qualitätsklassen des Makrozoobenthos im Berichtsjahr 2021. 46 % der Wasserkörper sind gut oder sehr gut, 54 % mäßig und schlechter.

Wasserkörperbewertung der biologischen Qualitätskomponente Makrozoobenthos (2021)

 

Bachforelle Groppe Steinbeißer

Bachforelle, Groppe, Steinbeißer

Adäquate Fischbestände stellen sich nur in gut strukturierten und funktionsfähigen Fließgewässerlebensräumen ein, in denen das Abflussgeschehen seine natürliche Dynamik weitgehend entfalten kann. Wandernde Fischarten sind ferner in besonderem Maße auf längsdurchgängige Gewässersysteme angewiesen. Die Fischfauna wird an knapp 500 Probestrecken durch die Fischereiforschungsstelle Baden-Württemberg untersucht.

Alle Daten, die in Verbindung mit der Wasserrahmenrichtlinie von der Fischereiforschungsstelle erhoben wurden, sowie weitere Hintergrundinformationen finden Sie auf deren Internetseite Wasserrahmenrichtlinie. Die Bewertungsergebnisse 2021 samt Bericht finden Sie auf der Seite Ökologischer Zustand.

Karte: Baden-Württemberg ist eingefärbt mit den Qualitätsklassen der Fische im Berichtsjahr 2021. 12 % der Wasserkörper sind gut oder sehr gut, 88 % sind mäßig oder schlechter.

Wasserkörperbewertung der biologischen Qualitätskomponente Fische (2021)

 

Auf dieser Seite finden fachlich Interessierte einen Überblick über alle Ergebnisse der biologischen Fließgewässeruntersuchungen zur Wasserrahmenrichtlinie. Neben den aktuellsten Daten sind auch die Ergebnisse vorangegangener Untersuchungsdurchgänge verfügbar, soweit vorhanden mit Bericht, Ergebnistabelle und Kartendarstellung.

Bei Fragen zu fischökologischen Fließgewässeruntersuchungen wenden Sie sich bitte an die Fischereiforschungsstelle.

 

Untersuchungsergebnisse Phytoplankton

Untersuchungen 2008-2017 (Aktualisierung des Bewirtschaftungsplans 2021)

  • Bericht (inklusive tabellarischer Messstellen- und Wasserkörperbewertung)
  • Tabelle (inklusive abgestimmter Ergebnisse)
  • Karte

Untersuchungen 2005-2011 (Aktualisierung des Bewirtschaftungsplans 2015)

  • Bericht (inklusive tabellarischer Messstellen- und Wasserkörperbewertung)
  • Karte (Wasserkörperbewertung)

Untersuchungen 2005-2006 (Bewirtschaftungsplan 2009)

 

Untersuchungsergebnisse Makrophyten und Phytobenthos

Untersuchungen 2015-2017 (Aktualisierung des Bewirtschaftungsplans 2021)

  • Bericht (in Arbeit)
  • Tabelle (Messstellen- und Wasserkörperbewertung)
  • Karte

Untersuchungen 2012 (Aktualisierung des Bewirtschaftungsplans 2015)

Untersuchungen 2010 (kein Berichtsjahr)

Untersuchungen 2006-2008 (Bewirtschaftungsplans 2009)

 

Untersuchungsergebnisse Makrozoobenthos

Untersuchungen 2015-2018 (Aktualisierung des Bewirtschaftungsplans 2021)

  • Bericht (in Arbeit)
  • Tabelle (Messstellen- und Wasserkörperbewertung)
  • Karte

Untersuchungen 2012-2013 (Aktualisierung des Bewirtschaftungsplans 2015)

Untersuchungen 2010 (kein Berichtsjahr)

Untersuchungen 2006-2007 (Bewirtschaftungsplans 2009)

 

Untersuchungsergebnisse Fische

Bei Fragen zu fischökologischen Fließgewässeruntersuchungen wenden Sie sich bitte an die Fischereiforschungsstelle Baden-Württemberg.

Untersuchungen 2012-2020 (Aktualisierung des Bewirtschaftungsplans 2021)

  • Alle Ergebnisse finden Sie auf der Seite Ökologischer Zustand der Fischereiforschungsstelle Baden-Württemberg.

Untersuchungen 2006-2014 (Aktualisierung des Bewirtschaftungsplans 2015)

Die Bewertung der flussgebietsspezifischen Schadstoffe erfolgt anhand der in Anlage 6 der OGewV 2016 festgelegten Umweltqualitätsnormen und der von der LAWA-AO formulierten Handlungsempfehlungen. Wird eine dieser Umweltqualitätsnormen auch nur im Einzeljahr überschritten, so kann der ökologische Zustand des betroffenen Wasserkörpers insgesamt höchstens mäßig sein.

 

Überwachungsergebnisse flussgebietsspezifische Schadstoffe

Untersuchungen 2016-2018 (Aktualisierung des Bewirtschaftungsplans 2021)

-  IN BEARBEITUNG!  -
Alle GIS-Daten zur chemischen und chemisch-physikalischen Überwachung können als Shapefiles (.zip: 12,4 MB), Stand 12/2021 heruntergeladen werden.

 

Untersuchungen 2011-2013 (Aktualisierung des Bewirtschaftungsplans 2015)

 

Chemischer Zustand

Die Informationen zur Bewertungen der Stoffe des Chemischen Zustands finden sich auf der Internetseite Chemischer Zustand.

Die physikalisch-chemischen Parameter lassen Aussagen über die Qualitätskomponenten Temperaturverhältnisse, Sauerstoffhaushalt, Salzgehalt, Versauerungszustand oder Nährstoffverhältnisse zu. Bei Zielverfehlung durch die biologischen Qualitätskomponenten können sie Hinweise auf bestehende Defizite in der Gewässerbeschaffenheit geben und Ansatzpunkte für die Maßnahmenplanung zur notwendigen Verbesserung des Gewässerzustandes bieten. Überschreitungen bei den physikalisch-chemischen Qualitätskomponenten führen demzufolge nicht zwingend zu einer Herabstufung des ökologischen Zustands

 

Überwachungsergebnisse chemisch-physikalischer Parameter

Untersuchungen 2016-2018 (Aktualisierung des Bewirtschaftungsplans 2021)

-  IN BEARBEITUNG!  -
Alle GIS-Daten zur chemischen und chemisch-physikalischen Überwachung können als Shapefiles (.zip: 12,4 MB), Stand 12/2021 heruntergeladen werden.

 

Untersuchungen 2011-2013 (Aktualisierung des Bewirtschaftungsplans 2015)

 

Chemischer Zustand

Die Informationen zur Bewertungen der Stoffe des Chemischen Zustands finden sich auf der Internetseite Chemischer Zustand.

 

Die LUBW vergibt Aufträge zur Untersuchung der biologischen Qualitätskomponenten Phytoplankton (PP), Makrophyten und Phytobenthos (MuP) und Makrozoobenthos (MZB). Auf dieser Seite finden Auftragnehmer Hilfestellungen zur Bearbeitung der Untersuchungsaufträge für die Qualitätskomponenten MuP und MZB. Weiterführende Informationen zu den Bewertungsverfahren nach Wasserrahmenrichtlinie finden Sie auf www.gewaesser-bewertung-berechnung.de.

Download Feldprotokolle:

PERLA

Zur standardisierten Erfassung biologischer Untersuchungsdaten (Eingabe der Taxa, Physiografie der Probestelle) stellt die LUBW das Programm PERLA zur Verfügung. PERLA umfasst außerdem Schnittstellen zu den Bewertungstools Phylib und Perlodes, eine Fotoverwaltung zur Dokumentation der Probenahmen sowie eine Prüfung auf Vollständigkeit der Daten.

PERLA kann nur zusammen mit einer von der LUBW vorbereiteten Auftragsdatei verwendet werden. Diese erhalten Sie von uns, wenn Sie in unserem Auftrag biologische Untersuchungen durchführen. Biologische Untersuchungen an Fließgewässern werden ab 2022 mit PERLA 11.2.3 bearbeitet.

Auf Anfrage erhalten Sie von uns das aktuelle Benutzerhandbuch zu PERLA (denise.brettschneider@lubw.bwl.de). Nutzen Sie es, um sich mit der Funktionsweise des Programms vertraut zu machen. Es enthält neben Installationsvoraussetzungen und Schritt-für-Schritt-Anleitungen wichtige Hinweise für die fachliche Bearbeitung Ihrer Untersuchungsaufträge. 

Download:

Phylib

Die Software Phylib bewertet die Komponente Makrophyten und Phytobenthos in Fließgewässern und Seen. Fachliche Grundlage für die Bewertung von Fließgewässern ist die „Verfahrensanleitung für die ökologische Bewertung von Fließgewässern zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie: Makrophyten und Phytobenthos“ Stand Januar 2012 (Schaumburg et al. 2012). Dort werden die Methoden der Probenahme, die zu erfassenden Daten und die Bewertung beschrieben. Seit der Version Phylib 6 wird das Bewertungstool ausschließlich als Online-Tool ("Phylib Online") bereitgestellt. Die aktuelle Version von Phylib samt Dokumentation sowie die genannte Handlungsanweisung finden Sie auf www.gewaesser-bewertung-berechnung.de.

Perlodes

Die Software Perlodes bewertet die Komponente Makrozoobenthos in Fließgewässern. Vor der Version 5 stand das Bewertungstool unter dem Namen ASTERICS als Desktop-Version zur Verfügung. Seit der Version 5 wird das Bewertungstool ausschließlich als Online-Tool ("Perlodes Online") bereitgestellt. Die aktuelle Version sowie ausführliche Dokumentationen finden Sie im Internet unter www.gewaesser-bewertung-berechnung.de.