Ökologischer Zustand

Die LUBW betreibt seit 2006 ein biologisches Messnetz nach den Vorgaben der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL). Ziel ist es, den ökologischen Zustand der Fließgewässer in Baden-Württemberg zu erfassen und zu bewerten. An ausgewählten Messstellen werden die Lebensgemeinschaften der Planktonalgen, Wasserpflanzen, Wasserkleinlebewesen und Fische untersucht.  Als Hilfsgrößen bei der Bewertung dienen hydromorphologische (z. B. Gewässerstruktur) und physikalisch-chemische (z. B. Sauerstoffgehalt, Nährstoffe) Komponenten. Bei Überschreitung eines der sogenannten flussgebietsspezifischen Schadstoffe (z. B. Pflanzenschutzmittel, Schwermetalle) kann der ökologische Zustand maximal mit mäßig bewertet werden.  Die LUBW hat auf der Grundlage der Untersuchungen des Landesüberwachungsnetzes für die erste Aktualisierung der Bewirtschaftungspläne nach Wasserrahmenrichtlinie den ökologischen Zustand der 164 Wasserkörper bewertet. Die der Bewertung der Qualitätskomponente „Fische“ zugrundeliegenden Untersuchungen wurden von der Fischereiforschungsstelle des Landwirtschaftlichen Zentrums Baden-Württemberg (LAZBW) vorgenommen.

Der mäßige bis schlechte Zustand der Wasserkörper ist auf hohe Nährstoffbelastungen und strukturell stark degradierte Fließgewässer zurückzuführen.

 

Karte: Baden-Württemberg ist eingefärbt mit der Bewertung des ökologischen Zustands in 2015. Die meisten Wasserkörper sind mäßig oder unbefriedigend

 Wasserkörperbewertung des ökologischen Zustands (2015)

 

  

Planktische Algen (Ceratium, Scenedesmus, Pediastrum)

Das Phytoplankton besteht aus im Wasser frei schwebenden Algen und ist in Seen und großen Fließgewässern zu finden. Die Entwicklung ist hauptsächlich von der Nährstoffverfügbarkeit und den Lichtverhältnissen abhängig. Es ist Anzeiger für Nährstoffbelastungen. In der Vegetationsperiode wird monatlich an 14 Untersuchungsstellen an Rhein, Neckar, Donau, Kocher und Jagst die Phytoplanktonentwicklung untersucht.

Das Phytoplankton zeigt die größten Defizite im Neckar-Einzugsgebiet an.

Die ausführlichen Ergebnisse sind in einem Fachbericht zusammengestellt.

 

Karte: die Wasserkörper der planktonführenden Flüsse Baden-Württembergs sind eingefärbt mit der Bewertung der Qualitätsklassen für Phytoplankton in 2015. Nur Rhein und Donau sind besser als mäßig.

Wasserkörperbewertung der biologischen Qualitätskomponente Phytoplankton (2015)

 

  

Flutender Hahnenfuß, Fädige Grünalge, Kieselalge

Die biologische Qualitätskomponente Makrophyten und Phytobenthos setzt sich aus den drei Teilgruppen Makrophyten (höhere Wasserpflanzen, untergetaucht lebende Moose, Armleuchteralgen), Phytobenthos ohne Diatomeen (Aufwuchsalgen) und Diatomeen (Kieselalgen) zusammen. Im Wesentlichen dient die Komponente  Makrophyten und Phytobenthos zur Bewertung der Nährstoffsituation der Fließgewässer. Je nach Teilgruppe können aber auch strukturelle Defizite, Versauerung oder Versalzung angezeigt werden. An etwa 550 Untersuchungsstellen wird der Wasserpflanzenbestand erfasst.

In weiten Teilen von Baden-Württemberg werden durch die Wasserpflanzen Defizite in den Fließgewässern angezeigt.

Die ausführlichen Ergebnisse sind in einem Fachbericht und der zugehörigen Ergebnistabelle zusammengestellt.

Karte: Baden-Württemberg ist eingefärbt mit den Qualitätsklassen für Makrophyten und Phytobenthos in 2015. Mäßige Wasserkörper dominieren; im Schwarzwald und verstreut im Südosten werden Wasserkörper mit gut bewertet.

Wasserkörperbewertung der biologischen Qualitätskomponente Makrophyten und Phytobenthos (2015)

 

  

Gebänderte Prachtlibelle, Körbchenmuschel, Eintagsfliegenlarve

Zum Makrozoobenthos gehören alle benthischen, d. h. am Boden lebenden, mit bloßem Auge sichtbaren, wirbellosen Gewässertiere wie Krebse, Insekten, Schnecken, Muscheln, Würmer, Egel, Strudelwürmer und Schwämme. Die Zusammensetzung der Lebensgemeinschaft gibt Auskunft über Gewässerbelastung mit abbaubaren organischen Substanzen, Gewässermorphologie und Versauerung. An etwa 900 Untersuchungsstellen wird die Makrozoobenthos-Lebensgemeinschaft erhoben.

In zahlreichen baden-württembergischen Fließgewässern werden Defizite anhand der Lebensgemeinschaft des Makrozoobenthos angezeigt.

Die ausführlichen Ergebnisse sind in einem Fachbericht und der zugehörigen Ergebnistabelle zusammengestellt.

Karte: Baden-Württemberg ist eingefärbt mit den Qualitätsklassen des Makrozoobenthos in 2015. 37% der Wasserkörper sind gut und sehr gut, 62% mäßig und schlechter.

Wasserkörperbewertung der biologischen Qualitätskomponente Makrozoobenthos (2015)

 

  

Bachforelle, Groppe, Steinbeißer

Adäquate Fischbestände stellen sich nur in gut strukturierten und funktionsfähigen Fließgewässerlebensräumen ein, in denen das Abflussgeschehen seine natürliche Dynamik weitgehend entfalten kann. Wandernde Fischarten sind ferner in besonderem Maße auf längsdurchgängige Gewässersysteme angewiesen. Die Fischfauna wird an etwa 480 Probestrecken durch die Fischereiforschungsstelle Baden-Württemberg untersucht.

Mit einer Ausnahme werden in allen bewerteten baden-württembergischen Wasserkörpern durch die Fische Defizite aufgezeigt.

Alle Ergebnisse sind ausführlich in einem Fachbericht zusammengestellt.

Karte: Baden-Württemberg ist eingefärbt mit den Qualitätsklassen der Fische in 2015. Die meisten Wasserkörper sind mäßig oder unbefriedigend.

Wasserkörperbewertung der biologischen Qualitätskomponente Fische (2015)

 

Auf dieser Seite finden fachlich Interessierte im Überblick die Messstellen des Landesüberwachungsnetzes Biologie sowie die Ergebnisse der biologischen Fließgewässeruntersuchungen zur Wasserrahmenrichtlinie. Neben den aktuellsten Daten sind auch die Ergebnisse vorangegangener Untersuchungsdurchgänge verfügbar, soweit vorhanden mit Bericht, Ergebnistabelle und Kartendarstellung.

Bei Fragen zu fischökogischen Fließgewässeruntersuchungen wenden Sie sich bitte an die Fischereiforschungsstelle.

 

Landesüberwachungsnetze Biologie

 

Untersuchungsergebnisse Phytoplankton

Untersuchungen 2008-2017 (Aktualisierung des Bewirtschaftungsplans 2021)

  • Bericht (inklusive tabellarischer Messstellen- und Wasserkörperbewertung)
  • Tabelle (inklusive abgestimmter Ergebnisse)

Untersuchungen 2005-2011 (Aktualisierung des Bewirtschaftungsplans 2015)

  • Bericht (inklusive tabellarischer Messstellen- und Wasserkörperbewertung)
  • Karte (Wasserkörperbewertung)

Untersuchungen 2005-2006 (Bewirtschaftungsplan 2009)

 

Untersuchungsergebnisse Makrophyten und Phytobenthos

Untersuchungen 2015-2017 (Aktualisierung des Bewirtschaftungsplans 2021)

  • Bericht (in Arbeit)
  • Tabelle (Messstellen- und Wasserkörperbewertung)

Untersuchungen 2012 (Aktualisierung des Bewirtschaftungsplans 2015)

Untersuchungen 2010 (kein Berichtsjahr)

  • Tabelle (nur Messstellenbewertung)

Untersuchungen 2006-2008 (Bewirtschaftungsplans 2009)

 

Untersuchungsergebnisse Makrozoobenthos

Untersuchungen 2015-2017 (Aktualisierung des Bewirtschaftungsplans 2021)

  • Bericht (in Arbeit)
  • Tabelle (Messstellen- und Wasserkörperbewertung)

Untersuchungen 2012-2013 (Aktualisierung des Bewirtschaftungsplans 2015)

Untersuchungen 2010 (kein Berichtsjahr)

  • Tabelle (nur Messstellenbewertung)

Untersuchungen 2006-2007 (Bewirtschaftungsplans 2009)

 

Untersuchungsergebnisse Fische

Bei Fragen zu fischökologischen Fließgewässeruntersuchungen wenden Sie sich bitte an die Fischereiforschungsstelle.

Untersuchungen 2012-2020 (Aktualisierung des Bewirtschaftungsplans 2021) finden Sie hier auf der Seite der Fischereiforschungsstelle Baden-Württemberg.

Untersuchungen 2006-2014 (Aktualisierung des Bewirtschaftungsplans 2015)

 

Die Bewertung der flussgebietsspezifischen Schadstoffe erfolgt anhand der in Anlage 6 der OGewV 2016 festgelegten Umweltqualitätsnormen und der von der LAWA-AO formulierten Handlungsempfehlungen. Wird eine dieser Umweltqualitätsnormen auch nur im Einzeljahr überschritten, so kann der ökologische Zustand des betroffenen Wasserkörpers insgesamt höchstens mäßig sein.

 

Überwachungsergebnisse flussgebietsspezifischen Schadstoffe

Untersuchungen 2016-2018 (Aktualisierung des Bewirtschaftungsplans 2021)

-  IN BEARBEITUNG!  -
Alle GIS-Daten zur chemischen und chemisch-physikalischen Überwachung können als Shapefiles (.zip: 12,4 MB), Stand 12/2021 heruntergeladen werden.

 

Untersuchungen 2011-2013 (Aktualisierung des Bewirtschaftungsplans 2015)

 

Chemischer Zustand

Die Informationen zur Bewertungen der Stoffe des Chemischen Zustands finden sich auf der Internetseite Chemischer Zustand.

Die physikalisch-chemischen Parameter lassen Aussagen über die Qualitätskomponenten Temperaturverhältnisse, Sauerstoffhaushalt, Salzgehalt, Versauerungszustand oder Nährstoff-verhältnisse zu. Bei Zielverfehlung durch die biologischen Qualitätskomponenten können sie Hinweise auf bestehende Defizite in der Gewässerbeschaffenheit geben und Ansatzpunkte für die Maßnahmenplanung zur notwendigen Verbesserung des Gewässerzustandes bieten. Überschreitungen bei den physikalisch-chemischen Qualitätskomponenten führen demzufolge nicht zwingend zu einer Herabstufung des ökologischen Zustands

 

Überwachungsergebnisse chemisch-physikalischer Parameter

Untersuchungen 2016-2018 (Aktualisierung des Bewirtschaftungsplans 2021)

-  IN BEARBEITUNG!  -
Alle GIS-Daten zur chemischen und chemisch-physikalischen Überwachung können als Shapefiles (.zip: 12,4 MB), Stand 12/2021 heruntergeladen werden.

 

Untersuchungen 2011-2013 (Aktualisierung des Bewirtschaftungsplans 2015)

 

Chemischer Zustand

Die Informationen zur Bewertungen der Stoffe des Chemischen Zustands finden sich auf der Internetseite Chemischer Zustand.

 

Die LUBW vergibt Aufträge zur Untersuchung der biologischen Qualitätskomponenten Phytoplankton (PP), Makrophyten und Phytobenthos (MuP) und Makrozoobenthos (MZB). Auf dieser Seite finden Auftragnehmer Hilfestellungen zur Bearbeitung der Untersuchungsaufträge für die Qualitätskomponenten MuP und MZB. Weiterführende Informationen zu den Bewertungsverfahren nach Wasserrahmenrichtlinie finden Sie auf www.gewaesser-bewertung-berechnung.de.

Download Feldprotokolle:

PERLA

Zur standardisierten Erfassung biologischer Untersuchungsdaten (Eingabe der Taxa, Physiografie der Probestelle) stellt die LUBW das Programm PERLA zur Verfügung. PERLA umfasst außerdem Schnittstellen zu den Bewertungstools Phylib und Perlodes, eine Fotoverwaltung zur Dokumentation der Probenahmen sowie eine Prüfung auf Vollständigkeit der Daten.

PERLA kann nur zusammen mit einer von der LUBW vorbereiteten Auftragsdatei verwendet werden. Diese erhalten Sie von uns, wenn Sie in unserem Auftrag biologische Untersuchungen durchführen. Biologische Untersuchungen an Fließgewässern werden ab 2022 mit PERLA 11.2 bearbeitet. Das Programm wird voraussichtlich ab Herbst 2022 zur Verfügung stehen.

Nutzen Sie das PERLA-Handbuch, um sich mit der Funktionsweise des Programms vertraut zu machen. Es enthält neben Installationsvoraussetzungen und Schritt-für-Schritt-Anleitungen wichtige Hinweise für die fachliche Bearbeitung Ihrer Untersuchungsaufträge. 

Download:

Phylib

Die Software Phylib bewertet die Komponente Makrophyten und Phytobenthos in Fließgewässern und Seen. Fachliche Grundlage für die Bewertung von Fließgewässern ist die „Verfahrensanleitung für die ökologische Bewertung von Fließgewässern zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie: Makrophyten und Phytobenthos“ Stand Januar 2012 (Schaumburg et al. 2012). Dort werden die Methoden der Probenahme, die zu erfassenden Daten und die Bewertung beschrieben. Seit der Version Phylib 6 wird das Bewertungstool ausschließlich als Online-Tool ("Phylib Online") bereitgestellt. Die aktuelle Version von Phylib samt Dokumentation sowie die genannte Handlungsanweisung finden Sie auf www.gewaesser-bewertung-berechnung.de.

Perlodes

Die Software Perlodes bewertet die Komponente Makrozoobenthos in Fließgewässern. Vor der Version 5 stand das Bewertungstool unter dem Namen ASTERICS als Desktop-Version zur Verfügung. Seit der Version 5 wird das Bewertungstool ausschließlich als Online-Tool ("Perlodes Online") bereitgestellt. Die aktuelle Version sowie ausführliche Dokumentationen finden Sie im Internet unter www.gewaesser-bewertung-berechnung.de.