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Asiatische Keiljungfer - Gomphus flavipes Charpentier, 1825

 

Bei der Asiatischen Keiljungfer sind Brust, Beine und Hinterleib gelb und schwarz gefärbt. Die Männchen besitzen blaue, die Weibchen grüne Augen. Das Hinterleibsende ist bei den Männchen deutlich keilförmig verbreitert, bei den Weibchen dagegen nicht. Zur Abgrenzung von den anderen vier heimischen Keiljungfer-Arten werden Unterschiede in der Farbverteilung herangezogen. In weiten Teilen Deutschlands galt die Asiatische Keiljungfer lange Zeit als verschollen, bis sie in den 1990er Jahren wieder verstärkt nachgewiesen wurde.
Körperlänge: 5 bis 5,5 cm
Flugzeit: vor allem Juni bis August (z.T. bis Oktober)
Entwicklungsdauer der Larven: 2-3 Jahre
Die Art bewohnt vornehmlich die Niederungen großer Flüsse. Die Larven leben in Bereichen mit geringer Strömung, wo Fein- und Mittelsande vorherrschen: in naturnahen Flüssen sind solche Bedingungen in Buchten, Gleithangzonen und im Strömungsschatten von Inseln gegeben; in teilverbauten Flüssen bilden Zwischenbuhnenbereiche geeignete Lebensräume 
Auf der Suche nach Beute graben sich die Larven durch das sandige Sediment. Die Nahrung besteht aus Zuckmückenlarven, Schlammröhrenwürmern und anderen aquatischen Wirbellosen. Die erwachsenen Libellen halten sich vermutlich oft abseits der Gewässer auf, über ihre genauen Aufenthaltsorte ist allerdings relativ wenig bekannt. An Flüssen mit großen Populationen kann man geschlechtsreife Männchen über der Flussmitte und über Buhnenfeldern patrouillieren sehen. Die Weibchen streifen die Eier in Form eines Klumpens an der Wasseroberfläche ab. Am Oberrhein ist es schwierig, geschlechtsreife Imagines zu Gesicht zu bekommen. Vermutlich liegt das darin begründet, dass die Art dort nur in geringer Dichte vorkommt und sich nach dem Schlupf weit verteilt.

Gesamtverbreitung:
Das Verbreitungsgebiet der Asiatischen Keiljungfer reicht vom mittleren Frankreich bis nach Ostsibirien. Den Südrand des Areals in Europa markieren Vorkommen in der Poebene und in Nordgriechenland, die nördlichsten Vorkommen liegen in Estland. In Deutschland liegen die Verbreitungsschwerpunkte an den Flüssen Oder, Elbe, Weser und Rhein.

Verbreitung in Baden-Württemberg:
In Baden-Württemberg galt die Asiatische Keiljungfer lange Zeit als verschollen, bis sie 1999 am Rhein nachgewiesen werden konnte. Seitdem gibt es regelmäßig Funde vom nördlichen, mittleren und zwischenzeitlich auch südlichen Oberrhein sowie am Hochrhein.

Bestandsentwicklung in Baden-Württemberg:
In den letzten Jahren wurden verschiedene neue Vorkommen gefunden, so dass von einer Bestandszunahme der Art ausgegangen werden kann.

Rote Liste Schutzstatus Verordnungen und Richtlinien
BW D BNatSchG EG-VO 338/97
Anhang
FFH-Richtlinie
Anhang
BArtSchV
2
stark gefährdet
G
Gefährdung anzunehmen
besonders
geschützt
streng
geschützt
- - IV - - -
 
 
Gefährdungsursachen
  • Verringerung der Fließgewässerdynamik durch Aufstauungen
  • Zerstörung natürlicher Gewässer- und Uferstrukturen durch Kanalisierung, Uferbefestigung etc.
  • Gewässerverschmutzung
  • Sohlenräumung
  • Wellenschlag durch Bootsverkehr

Schutzmaßnahmen
  • Erhaltung von Grünland im Randbereich der Gewässer
  • Förderung der Fließgewässerdynamik (z.B. durch Rückbau von Uferbefestigungen und Wehren), Erhaltung und Rückgewinnung von Rückhalteflächen
  • Renaturierungsmaßnahmen zur Schaffung frei fließender, strukturreicher Gewässerstrecken

Schutzprojekte
  • Umsetzung der FFH-Richtlinie
  • Art des Zielartenkonzepts Baden-Württemberg
  • Arten- und Biotopschutzprogramm Baden-Württemberg

Die FFH-Richtlinie ist eine Naturschutz-Richtlinie der EU, deren Namen sich von Fauna (= Tiere), Flora (= Pflanzen) und Habitat (= Lebensraum) ableitet. Wesentliches Ziel dieser Richtlinie ist die Erhaltung der Biologischen Vielfalt durch den Aufbau eines Schutzgebietssystems. Neben der Ausweisung von Schutzgebieten (FFH-Gebieten) für Arten des Anhangs II wird auch der Erhaltungszustand dieser und der Arten des Anhangs IV und V überwacht.

FFH-Gebiete
Für die Asiatische-Keiljungfer, als Art des Anhang IV, werden im Rahmen der FFH-Richtlinie keine Schutzgebiete ausgewiesen.

Erhaltungszustand

  Verbreitungsgebiet Population Habitat Zukunftsaussichten
Einzelbewertung günstig günstig günstig günstig
Gesamtbewertung günstig

2019

Erhaltungszustand aller FFH-Arten in Baden-Württemberg (pdf; 0,3 MB) 

 

Zusammenfassung (pdf)