Zurück

Dicke Trespe - Bromus grossus A. P. de Candolle 1805

 

Die Dicke Trespe, auch Spelz- oder Dinkel-Trespe genannt, gehört zu den Süßgräsern und ist ein Ackerwildgras, das vermutlich schon in der Jungsteinzeit in Baden-Württemberg vorkam. Die Art wurde lange Zeit als Unkraut bekämpft, so dass es heute nur noch Restpopulationen gibt. Die Blüten des büschelig wachsenden Grases sind in einer lockeren, bis zu 20 cm langen Rispe angeordnet. Die Dicke Trespe kann leicht mit der häufigeren Roggen-Trespe verwechselt werden, von der sie sich in Merkmalen der Ährchen, Deckspelzen und Grannen unterscheidet.
Wuchshöhe: bis zu 130 cm
Blütezeit: Juni bis Juli
Lebensdauer: einjährig
Die Dicke Trespe besiedelt vorwiegend Ackerränder, seltener wächst sie in den Ackerflächen, auf grasigen Feldwegen und Wiesen. Die Art ist vor allem in Beständen von Wintergetreide-Sorten wie Dinkel, Weizen und Futtergerste zu finden. Sie kann aber auch in Hafer-, Roggen-, Mais-, Raps- oder Leinäckern sowie vorübergehend auf Ackerbrachen und Ruderalstellen auftreten. Vorkommen existieren von der Ebene bis in mittlere Gebirgslagen.

Als einjähriges überwinterndes Gras keimt die Dicke Trespe im Herbst und blüht im folgenden Jahr im Juni und Juli. Die Biologie der Art ist eng an den Dinkelanbau angepasst. Die Fruchtreife erfolgt ab August und somit etwa gleichzeitig mit der des angebauten Getreides. Die Samen der Dicken Trespe werden bei der Ernte des Getreides mitgedroschen. Bei der Aussaat des Getreides kann somit auch unbeabsichtigt die Aussaat der Dicken Trespe erfolgen. Die Art kann aber auch im Boden als Samen überdauern. Eine Ausbreitung durch Wasser und Wind ist ebenfalls möglich.

 

Das Faltblatt  "Ach Du Dicke Trespe!" erhalten Sie im Bestellshop der LUBW.
 

Gesamtverbreitung
Das Hauptverbreitungsgebiet der Dicken Trespe ist Baden-Württemberg, daneben gibt es kleine Vorkommen in Rheinland-Pfalz und Bayern. In Hessen, im Saarland sowie in Luxemburg, Belgien, Frankreich und Österreich gilt die Art als ausgestorben.

Verbreitung in Baden-Württemberg
Verbreitungsschwerpunkte der Art in Baden-Württemberg sind die Schwäbische Alb und die südlichen Gäulandschaften, des weiteren gibt es Vorkommen im Bauland, der Markgräfler Rheinebene, den Donau-Ablach-Platten und in der Umgebung von Karlsruhe. Die Gesamtverbreitung ist nicht genau bekannt, es ist mit weiteren Vorkommen zu rechnen.

Bestandsentwicklung in Baden-Württemberg
Die Art war früher vermutlich weiter in Baden-Württemberg verbreitet. Das genaue ehemalige Verbreitungsgebiet zu ermitteln ist schwierig, da die Art häufig mir der Roggen-Trespe verwechselt wurde und alte Angaben deshalb mit einer gewissen Unsicherheit behaftet sind. In den letzten Jahren sind einige bekannten Vorkommen erloschen, so dass von einem Bestandsrückgang ausgegangen werden muss.

 

Rote Liste Schutzstatus Verordnungen und Richtlinien
BW D BNatSchG EG-VO 338/97
Anhang
FFH-Richtlinie
Anhang
BArtSchV
2
stark gefährdet
1
vom Aussterben bedroht
besonders
geschützt
streng
geschützt
- II IV - - -
Stand: März 2009

Gefährdungsursachen
  • Dauerhafte Aufgabe des Dinkelanbaus
  • Mulchen von Wegen und Ackerrandstreifen
  • Anwendung von Herbiziden mit Wirkung gegen Trespen
  • Hohe Saatdichte des Getreides

Schutzmaßnahmen
  • Landwirtschaft mit Dinkelanbau (bzw. Wintergetreidebetontem Anbau). Für die betreffenden Einzelflächen ist der Erhalt über freiwillige Pflege- und Bewirtschaftungsverträge sicherzustellen.
  • Extensivierung der Ackernutzung
  • Reduktion von Düngung
  • Dinkelanbau mit geringer Einsaatdichte (z.B. größerer Reihenabstand)
  • Wintergetreidebetone Fruchtfolge

Schutzprojekte
  • Umsetzung der FFH-Richtlinie
  • Arten- und Biotopschutzprogramm Baden-Württemberg

Die FFH-Richtlinie ist eine Naturschutz-Richtlinie der EU, deren Namen sich von Fauna (= Tiere), Flora (= Pflanzen) und Habitat (= Lebensraum) ableitet. Wesentliches Ziel dieser Richtlinie ist die Erhaltung der Biologischen Vielfalt durch den Aufbau eines Schutzgebietssystems. Neben der Ausweisung von Schutzgebieten (FFH-Gebieten) für Arten des Anhangs II wird der Erhaltungszustand dieser und der Arten des Anhangs IV und V überwacht.

FFH-Gebiete
Eine Karte der FFH-Gebiete mit Vorkommen der Dicken Trespe und weitere Informationen zu den Gebieten erhalten Sie im Daten- und Kartendienst der LUBW.


Erhaltungszustand

  Verbreitungsgebiet Population Habitat Zukunftsaussichten
Einzelbewertung günstig ungünstig-unzureichend ungünstig-unzureichend ungünstig-unzureichend
Gesamtbewertung ungünstig-unzureichend

Stand: 2013

Erhaltungszustand aller FFH-Arten in Baden-Württemberg (pdf; 0,3 MB) 

Beeinträchtigung, Erhaltungs- und Entwicklungsmaßnahmen (pdf; 2,0 MB)

Zusammenfassung (pdf)