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Schneeglöckchen - Galanthus nivalis Linnaeus 1753

 

Das Schneeglöckchen, das zu den Narzissengewächsen zählt, besitzt einzeln stehende, nickende, weiße, dreizählige Blüten und zwei grundständige, linealische, blaugrüne Blätter. Die Art wurde in Mitteleuropa als Zierpflanze kultiviert. Die Kulturform ist häufig verwildert, so dass sie heutzutage auch außerhalb von Parks und Gärten zu finden ist. Bestände der ursprünglichen Wildform, die also nicht vom Menschen angesiedelt wurden, sind in Deutschland extrem selten.
Wuchshöhe: max. 20 cm
Blütezeit: ursprüngliche Bestände März bis April
Lebensdauer: mehrjährig
Ursprüngliche Bestände der Wildform bevorzugen nährstoffreiche, tiefgründige und humose Mullböden. Auf der Schwäbischen Alb wächst die Art an mäßig frischen Stellen in Schluchtwäldern. 
Schneeglöckchen, die auf Auswilderungen der Kulturform zurückgehen, neigen zu büscheligem Wuchs, während Exemplare, die einen lockeren, rasigen Wuchs aufweisen, als ursprünglich eingestuft werden. Die Art überdauert als Zwiebel den Winter. Während die Kulturform schon im Februar zu blühen beginnt, blühen die Exemplare an ursprünglichen Standorten etwas später. Die Art neigt vermutlich zur Selbstbestäubung. Die Fruchtreife ist im Mai oder Juni. Die Samen besitzen ein fettreiches Anhängsel, was Ameisen dazu bringt, die Samen in ihren Bau zum Verzehr zu tragen. Auf diese Weise werden die Samen des Schneeglöckchens verbreitet.

Gesamtverbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Schneeglöckchens erstreckt sich von Nordspanien und Frankreich ostwärts bis in die Ukraine und zum Schwarzen Meer. Die südlichsten Vorkommen existieren auf Sizilien und in Griechenland. Die ursprüngliche Nordgrenze des Areals ist unklar, vermutlich verläuft sie durch Süddeutschland. Als ursprünglich geltende Bestände sind in Deutschland nur noch in Bayern und in Baden-Württemberg zu finden.

Verbreitung in Baden-Württemberg
Ursprüngliche Vorkommen existieren noch auf der mittleren Schwäbischen Alb und im Südosten des Schwarzwaldes. Die meisten dieser Vorkommen sind in der mittleren Schwäbischen Alb beheimatet, im südöstlichen Schwarzwald ist die Art auf Einzelvorkommen beschränkt.

 


Bestandsentwicklung in Baden-Württemberg
Die vielen Vorkommen des Schneeglöckchens in Baden-Württemberg, die auf Auswilderungen der Kulturform zurückzuführen sind, wurden nicht berücksichtigt. Der Arterhalt scheint gesichert, wenn keine Änderungen der bisherigen Waldbewirtschaftung stattfinden.

Rote Liste Schutzstatus Verordnungen und Richtlinien
BW D BNatSchG EG-VO 338/97
Anhang
FFH-Richtlinie
Anhang
BArtSchV
*
nicht gefährdet
3
gefährdet
besonders
geschützt
- B - - V besonders
geschützt
-


Gefährdungsursachen
  • Anpflanzen von Nadelgehölzen an Wuchsstandorten
  • Ausgraben und Abpflücken

Schutzmaßnahmen
  • Erhöhung des Nadelholzanteils vermeiden
  • Pflegliche Holzernte
  • Berücksichtigung beim Waldwegebau
  • Besucherlenkung bei starkem Sammlerdruck

Schutzprojekte
  • Umsetzung der FFH-Richtlinie
Die FFH-Richtlinie ist eine Naturschutz-Richtlinie der EU, deren Namen sich von Fauna (= Tiere), Flora (= Pflanzen) und Habitat (= Lebensraum) ableitet. Wesentliches Ziel dieser Richtlinie ist die Erhaltung der Biologischen Vielfalt durch den Aufbau eines Schutzgebietssystems. Neben der Ausweisung von Schutzgebieten (FFH-Gebieten) für Arten des Anhangs II wird auch der Erhaltungszustand dieser und der Arten des Anhangs IV und V überwacht.

FFH-Gebiete
Für das Schneeglöckchen, als Art des Anhangs V, werden im Rahmen der FFH-Richtlinie keine Schutzgebiete ausgewiesen.


Erhaltungszustand
  Verbreitungsgebiet Population Habitat Zukunftsaussichten
Einzelbewertung günstig   günstig günstig günstig
Gesamtbewertung günstig

2019

Erhaltungszustand aller FFH-Arten in Baden-Württemberg (pdf; 0,3 MB) 

Zusammenfassung (pdf)