Bodendauerbeobachtung in Baden-Württemberg

Die Bodendauerbeobachtung ist das Langzeit-Bodenmonitoring-Programm Baden-Württembergs zur Untersuchung des Bodenzustands und seiner Entwicklung. Es wurde 1986 begonnen und bis heute mehrfach weiterentwickelt. Die Boden-Dauerbeobachtung ist gesetzliche Aufgabe der LUBW nach dem Landes-Bodenschutz- und Altlastengesetz LBodSchAG.

Schädliche Bodenveränderungen, die räumlich gut abgrenzbar sind, können meist gezielt saniert werden. Das ist z. B. bei vielen Altlasten der Fall. Großflächige Schädigungen der Böden sind hingegen nicht oder nur mit extrem hohem Aufwand zu beheben. Dazu zählen z. B. Schadstoffeinträge über die Luft oder unsachgemäße Bodenbewirtschaftung, die Bodenabtrag zur Folge hat.

Solche Bodenveränderungen verlaufen langsam, so dass sie – im Unterschied zu den Veränderungen in anderen Umweltmedien wie Wasser oder Luft – zunächst über längere Zeit beobachtet werden müssen. Erst auf Basis kontinuierlich zusammengetragener Daten können von den Böden ausgehende Gefährdungen für das Grundwasser, die Bodenlebewesen oder die Qualität von Nahrungsmitteln ausreichend sicher prognostiziert und, wenn notwendig, Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.

Aus diesen Gründen wurden Boden-Dauerbeobachtungsflächen eingerichtet. Die Flächen werden dabei auf physikalische, chemische und biologische Veränderungen hin untersucht. Dieses Langzeit-Bodenmonitoring-Programm des Landes Baden-Württemberg startete 1986 und wurde seither in bundesweiter Abstimmung weiterentwickelt.

Das Konzept der Boden-Dauerbeobachtung fußt auf dem Zusammenspiel von drei Messprogrammen:

  • Grundmessnetz mit 155 Messstellen, um den Ausgangszustand zu ermitteln (so genannter Hintergrundbereich ohne starke lokale Einwirkungen).
  • Basismessnetz mit 33 Messstellen aus dem Grundmessnetz, an denen durch wiederholte Untersuchung in längeren Zeitabständen Veränderungen dokumentiert werden.
  • Intensivmessnetz mit momentan fünf Messstellen. Hier wurden als Worst-Case-Szenarien und im Sinne eines Frühwarnsystems solche Standorte ausgewählt und mit Messeinrichtungen versehen, an denen sehr starke Umwelteinwirkungen auf besonders empfindliche Böden treffen. Die Messstellen befinden sich dicht neben einer stark befahrenen Autobahn, im Einwirkungsbereich von Schadstoffeinträgen aus Ballungsräumen und auf einer intensiv genutzten Ackerfläche. Über die Untersuchungen der beiden anderen Messprogramme hinausgehend, werden hier auch Stoffeinträge aus der Atmosphäre und durch Düngung ermittelt sowie Stoffausträge mit dem Sickerwasser und Erntegut erfasst. Weitere zwei Messstellen zum Thema Bodenerosion befinden sich auf erosionsgefährdeten Ackerflächen im Kraichgau und im Markgräflerland.

 

Weiterführende Informationen:

Bericht 20 Jahre Bodendauerbeobachtung in Baden-Württemberg

Bodendauerbeobachtung in Baden-Württemberg 1
Schwermetalle, Arsen, Organochlorverbindungen

Bodendauerbeobachtung in Baden-Württemberg 2
Untersuchungen ausgewählter organischer Schadstoffe und mikrobiologische Charakterisierung der Standorte