Kommunale Steckbriefe

Im Folgenden werden nach einzelnen Kommunen Nachhaltigkeitsaktivitäten erfasst und möglichst verlinkt, die dort als „Bausteine" vor allem die Rahmenbedingungen einer nachhaltigen Kommunalentwicklung schaffen.

Unterschieden werden zwei große Bereiche: Für eine nachhaltige Kommunalentwicklung werden als Bausteine Leitbilder und Entwicklungskonzepte, Nachhaltigkeitsberichte und der Einsatz von Indikatoren, kommunale Klimaschutzkonzepte, herausragende Nachhaltigkeitsaktivitäten als „Leuchtturmprojekte" und die Bürgerbeteiligung erfasst.

Für die Umsetzung von Nachhaltigkeit in der Verwaltung werden als Bausteine eine nachhaltige Beschaffung, ein Umwelt- und Energiemanagement sowie die Verankerung von Nachhaltigkeit als umfassende Querschnittsaufgabe erfasst.

Inhaltliche Themenschwerpunkte und Aktivitäten werden hier mit Ausnahme von Leuchtturmprojekten und Klimaschutzkonzepten nicht erfasst. Für Themenfelder gibt es bereits Homepages mit kommunalen Aktivitäten auf die dort verlinkt wird.


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Kommunaler Steckbrief Karlsruhe

Karlsruhe ist nach der Landeshauptstadt Stuttgart und Mannheim die drittgrößte Stadt des Landes Baden-Württemberg. Sie ist Verwaltungssitz des Regierungsbezirks Karlsruhe und des Landkreises Karlsruhe und bildet selbst einen Stadtkreis (kreisfreie Stadt). Die Stadt ist Oberzentrum für die Region Mittlerer Oberrhein und länderübergreifend für Teile der Südpfalz. Das 1715 vom heutigen Stadtteil Durlach aus als barocke Planstadt gegründete Karlsruhe war Haupt- und Residenzstadt des ehemaligen Landes Baden. Charakteristisch für den ursprünglichen Stadtplan sind die 32 ringsum vom Schloss in die Parkanlagen und den Hardtwald der Oberrheinebene ausstrahlenden Straßen. Nur das südliche Viertel wurde zentrumsnah bebaut; seinem fächerförmigen Grundriss verdankt Karlsruhe den Beinamen „Fächerstadt“. Friedrich Weinbrenners klassizistische Bauten prägen das Bild der Stadterweiterung aus dem frühen 19. Jahrhundert. Seit 1950 ist Karlsruhe Sitz des Bundesgerichtshofs und des Generalbundesanwalts beim Bundesgerichtshof und seit 1951 des Bundesverfassungsgerichts, weshalb die Stadt auch „Residenz des Rechts“ genannt wird. Zahlreiche Behörden und Forschungseinrichtungen mit überregionaler Bedeutung sind in Karlsruhe angesiedelt. Unter den neun Hochschulen der Stadt ist das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) die älteste und größte, darüber hinaus seit 2019 erneut eine Exzellenzuniversität. Großen Infrastruktureinrichtungen wie den beiden Rheinhäfen und der zweitgrößten Raffinerie Deutschlands steht eine ansonsten vorwiegend mittelständisch geprägte Wirtschaft gegenüber. Karlsruhe ist einer der bedeutendsten europäischen Standorte der Informations- und Kommunikationstechnik. Daran knüpft mit dem Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) auch eine der wichtigsten Kulturinstitutionen in der Stadt an. Andere, wie das Badische Landesmuseum oder die Staatliche Kunsthalle, gehören zum Erbe der Residenzzeit. 2019 nahm die UNESCO Karlsruhe als „Stadt der Medienkunst“ in ihr Netzwerk der Kreativstädte auf.

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Karlsruhes Einsatz für eine nachhaltige Verwaltung

Folgende Maßnahmen werden von der Kommune umgesetzt, um die Verwaltung nachhaltiger zu gestalten:

Nachhaltigkeitsberichterstattung

Bereits in den 1990er Jahren befasste sich die Stadtverwaltung mit dem Thema der Nachhaltigkeitsberichterstattung und entwickelte in Zusammenarbeit mit der FEST (Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft) Heidelberg geeignete Indikatoren, die die Nachhaltige Entwicklung Karlsruhes von 2002 bis 2015 dokumentierten. Den ersten Bericht veröffentlichte Karlsruhe dann 2021. In diesem werden auf 150 Seiten neben den bereits getroffenen und geplanten Maßnahmen auch allgemeine Informationen und der Status quo mithilfe von 78 Indikatoren dargestellt. Diese 78 Indikatoren machen die Nachhaltigkeit der Kommune messbar und vergleichbar. Diese sind in zehn kommunale Handlungsfelder unterteilt:

  • Nachhaltige Verwaltung
  • Ressourcen und Naturschutz
  • Klima und Energie
  • Nachhaltige Mobiliät
  • Wirtschaft und Wissenschaft
  • Wohnen und nachhaltige Quartiere
  • Soziale Gerechtigkeit
  • Lebenslanges Lernen
  • Gesundheit und Wohlergehen
  • Beteiligung und Eine Welt

Den aktuellen Nachhaltigkeitsbericht und weitere Informationen hierzu finden Sie auf der zugehörigen Internetseite.

Leitbilder und Ziele nachhaltiger Kommunalentwicklung

Die Grundlagen für ein Stadtentwicklungskonzept wurde in Karlsruhe 2007 mit dem "Karlsruhe Masterplan 2015" zum 300-jährigen Jubiläum der Stadt gelegt. Dies war ein flexibler Orientierungsrahmen mit dem Ziel, Perspektiven zur Entwicklung bis zum Jubiläum aufzuzeigen. Mit seiner Fortschreibung zum "integrierten Stadtentwicklungskonzept Karlsruhe 2020" wurde 2012 ein erstes umfangreiches Leitbild zur nachhaltigen Stadtentwicklung erarbeitet. In diesem wurden Herausforderungen und Potentiale der Stadtentwicklung sowie Strategien und Projekte in insgesamt 12 Handlungsfeldern zusammengefasst:

  • Image der Stadt Karlsruhe
  • Wirtschaft und Arbeit
  • Hochschulen, Wissenschaft, Forschung und innovative Technologien
  • Regionale und überregionale Kooperation
  • Sozialer Zusammenhalt und Bildung
  • Kultur
  • Sport, Freizeit und Gesundheit
  • Umwelt, Klimaschutz und Stadtgrün
  • Städtebau
  • Zukunft Innenstadt und öffentlicher Raum
  • Mobilität
  • Bürgergesellschaft

Aktuell wird an einer weiteren Fortschreibung des Stadtentwicklungskonzepts mit dem Zieljahr 2040 gearbeitet. Alle Informationen hierzu sowie das aktuelle Leitbild finden Sie auf der entsprechenden Internetseite. Neben dem Stadtentwicklungskonzept als zentrales Leitbild für die Stadtentwicklung existiert zusätzlich das "Räumliche Leitbild Karlsruhe" für die räumliche Entwicklung und die Flächennutzung von Karlsruhe. Als Fächerstadt mit beständigem Wachstum steht Karlsruhe vor der Herausforderung, seine Kapazitäten ohne fundamentale Änderung des Stadtbildes auszubauen. Das Leitbild enthält Maßnahmen und Strategien für die räumliche Entwicklung zusätzlich zum Stadtentwicklungskonzept. Alle Informationen hierzu sowie das aktuelle Leitbild finden Sie auf der entsprechenden Internetseite.

Nachhaltige Entwicklungskonzepte

Klimaschutzkonzept

Nach der erstmaligen Beteiligung der Stadt Karlsruhe am European Energy Award (EEA) 2008 wurde ein Jahr später das erste Klimaschutzkonzept beschlossen und veröffentlicht. Dieses enthielt ehrgeizige Ziele, die jedoch angesichts der klimatischen Entwicklungen und dem entsprechenden immer dringenderen Handlungsbedarf nicht ausreichend waren. Das Ergebnis hiervon war die Fortschreibung im Jahr 2020 zum Klimaschutzkonzept 2030 mit dem ambitionierten Ziel der Klimaneutralität von Karlsruhe bis 2040. 2023 schließlich folgte die Verabschiedung des Energieleitplans der Stadt Karlsruhe mit integrierter kommunaler Wärmeplanung als strategisches Planungsinstrument und wichtige Maßnahme des Klimaschutzkonzepts. Insgesamt wurden im Klimaschutzkonzept 75 Maßnahmen und Projekten ausgearbeitet, welche sich in 5 Handlungsfelder aufgliedern lassen:

  1. Wärme und Strom
    • Grundlagen der künftigen Energieversorgung
    • Fernwärme und Tiefengeothermie
    • Dezentrale Wärmeversorgung
    • Solarenergie
  2. Bauen und Sanieren
    • Städtische Planung und Politik
    • Sanierungsoffensive
  3. Wirtschaft
    • Klimaschutzallianz
    • Netzwerk und Erfahrungsaustausch
  4. Mobilität
    • Reduzierung des motorisierten Verkehrs
    • Ausbau des öffentlcihen Personennahverkehrs (ÖPNV)
    • Ausbau der Elektromobilität
    • Stärkung des Fuß- und Radverkehrs
  5. Übergreifendes
    • Klimaneutrale Stadtverwaltung
    • Förderung und Beratung für den Klimaschutz
    • Kommunale Öffentlichkeitsarbeit und Kooperation

Das vollständige Konzept und weitere Informationen zum Klimaschutz in Karlsruhe finden Sie hier. Zum Konzept findet regelmäßig ein Monitoring statt und es wird anhand der Treibhausgasbilanz kontinuierlich hinsichtlich seiner Wirksamkeit überprüft und bei Bedarf angepasst. Karlsruhe macht sich auch anderweitig für den Klimaschutz stark – unter anderem durch Mitgliedschaften in Initiativen und Vereinen sowie durch Teilnahmen an Klimaschutzwettbewerben. Für ihren Einsatz hat die Stadt Karlsruhe bereits zahlreiche Auszeichnungen und Preise gewonnen so zum Beispiel 2024 den EEA in Gold. Seit 2026 ist Karlsruhe Mitglied im Verein Klimakommune Deutschland e.V., als Nachfolger des EEA. Die Stadt bietet über die Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur Informations- und Beratungsangebote zu unterschiedlichen Klimaschutzmaßnahmen und zu Förderprogrammen an. Kreativ aktiv ist die Karlsruher Klimakampagne seit 2009. Seit 2022 erscheint sie in neuer Gestalt. Die neue KA0-Plattform informiert rund um Klimaschutz in Karlsruhe, lädt zum Entdecken und Mitmachen ein – für ein zukunftsfähiges Morgen.

Mobilitätskonzept

Die Stadt Karlsruhe ist Initiator von einer Vielzahl von städtischen Projekten zum Thema Mobilität und auch an vielen regionalen und überregionalen Mobilitätsprojekten beteiligt. Grundlage ist der Verkehrsentwicklungsplan, welcher die Mobilitätstrategie der Stadt Karlsruhe beinhaltet. Der Verkehrsentwicklungsplan wird aktuell fortgeschrieben. Informationen zur nachhaltigen Mobilität in Karlsruhe finden Sie auf der entsprechenden Internetseite. Karlsruhe geht als Vorbild im Mobilitätsbereich voran und gestaltet die Mobilität der Stadtverwaltung schrittweise klimafreundlich. Neben der Umstellung des Fuhrparks auf Elektromobilität ermöglichen der Einsatz von Lastenrädern und Pedelecs klimafreundlichere Dienstwege. Die Interne Mobilität ist Teil des Klimaschutzkonzepts für Karlsruhe und eine Maßnahme auf dem Weg zur Klimaneutralität.

Klimaanpassungsstrategie

Neben dem Klimaschutz ist sich Karlsruhe auch der Wichtigkeit der Klimawandelanpassung bewusst. Aus diesem Grund wurde auch hierfür ein eigenes Konzept ausgearbeitet. In der Klimaanpassungsstrategie 2021 werden für jedes der 16 Handlungsfelder die wichtigsten Herausforderungen, Handlungsansätze und Maßnahmen derzeit und mit Blick in die Zukunft skizziert:

  • Übergreifendes
  • Gesundheit
  • Landwirtschaft
  • Wald- und Forstwirtschaft
  • Boden
  • Stadtplanung und Städtebau
  • Gebäude
  • Stadtgrün
  • Naturschutz und Erhaltung und Förderung der biologischen Vielfalt
  • Oberflächengewässer
  • Grundwasserbewirtschaftung und Trinkwasserversorgung
  • Stadtentwässerung
  • Energieversorgung
  • Verkehr
  • Wirtschaft und Arbeitsleben
  • Bevölkerungsschutz

Zwei wichtige Beispiele sind der Hitzeaktionsplan und das Starkregenrisikomanagement. Die vollständige Strategie mit allen Maßnahmen und weitere Informationen über die Klimaanpassung finden Sie auf der entsprechenden Internetseite.

Nachhaltige Beschaffung

Karlsruhe geht in Sachen Beschaffung und Konsum mit gutem Beispiel voran. Gemeinsam haben sich Gemeinderat und Verwaltung zum Ziel gesetzt, bei der Beschaffung städtischer Produkte Umweltfreundlichkeit und faire Herstellungsbedingungen zu bevorzugen und Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit zu verbannen. Beispiele für nachhaltige Produkte reichen von Arbeitskleidung, Büromaterialien und Kopierpapier über Reinigungs- und Hygieneartikel bis hin zu Büromöbeln. Karlsruhe ist seit 2017 außerdem Teil des „Bio-Städte Netzwerks“. Durch das gemeinsame Auftreten im Netzwerk der deutschen „Bio-Städte, -Gemeinden und -Landkreise“ soll dem Anliegen ein höheres politisches Gewicht verliehen werden. Desweiteren ist Karlsruhe seit 2010 eine Fairtrade-Kommune und baut seitdem seine Bemühungen weiter aus. Genaue Informationen rund um die Beschaffung in Karlsruhe finden sie auf der entsprechenden Internetseite.

Globale Verantwortung

Karlsruhe ist sich seiner globalen Verantwortung bewusst und berücksichtigt diese in der Verwaltung und dem täglichen Handeln. Die kommunale Entwicklungszusammenarbeit ist ein wichtiger Bestandteil der Karlsruher Außenpolitik. Folgende Projekte bestehen aktuell:

  • Klimapartnerschaft Ecuador
  • Partnerschaftsbörse Eine Welt
  • Karlsruher Netzwerk Eine Welt

Informationen hierzu finden Sie auf der entsprechenden Internetseite.

Interkommunale Zusammenarbeit

Es ist nicht einfach, alleine etwas zu bewegen und zu bewirken. Frei nach dem Motto "Zusammen sind wir stark" arbeitet Karlsruhe für eine nachhaltige Kommunalentwicklung mit anderen Kommunen und Landkreisen zusammen. Karlsruhe ist seit 2017 Teil des „Bio-Städte Netzwerks“. Im Vordergrund des Netzwerks stehen der Erfahrungsaustausch, gemeinsame Projekte, die Akquise von Fördermitteln und öffentlichkeitswirksame Aktionen. Informationen hierzu finden Sie auf der entsprechenden Internetseite.

Darüber hinaus ist Karlsruhe Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Fahrrad- und Fußgängerfreundlicher Kommunen in Baden Württemberg e. V. (AGFK), einem Zusammenschluss aus Städten, Landkreisen und Gemeinden mit dem Ziel, Rad- und Fußverkehr zu fördern und eine nachhaltige Mobilitätskultur zu etablieren.

Seit Mai 2026 ist Karlsruhe zudem als erste Kommune Mitglied im „Bündnis Verkehrswende in der Arbeitswelt“, einem Zusammenschluss mehrerer Unternehmen unter der Leitung des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg. Im Bündnis werden unter anderem Best-Practice-Beispiele ausgetauscht, um voneinander zu lernen und das interne Mobilitätsmanagement weiter voranzubringen.

Einbindung der Bürgerschaft in Karlsruhe

Um die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, ist nicht nur die kommunale Verwaltung gefragt. Ohne die Unterstützung der Bevölkerung ist eine Umsetzung dieser Ziele nur schwer möglich. Daher sind Bemühungen zur Einbindung und Partizipation der Bevölkerung von großer Bedeutung. Auch hier bringt sich Karlsruhe in verschiedenster Weise ein.

Partizipationsmöglichkeiten der Zivilbevölkerung

Karlsruhe verfügt über eine vielfältige Beteiligungs- und Engagementlandschaft. Mit den 2026 beschlossenen Leitlinien zur systematischen und mitgestaltenden Öffentlichkeitsbeteiligung stärkt die Stadt die Einbindung der Bürgerschaft in kommunale Entscheidungs- und Entwicklungsprozesse. Über das Beteiligungsportal können sich Einwohnerinnen und Einwohner über laufende Vorhaben informieren, an Beteiligungsverfahren mitwirken und eigene Anregungen einbringen.

Darüber hinaus fördert die Stadt zivilgesellschaftliches Engagement durch vielfältige Beratungs- und Unterstützungsangebote. Die MitMachZentrale vermittelt interessierte Bürgerinnen und Bürger an passende Einsatzstellen in gemeinnützigen Organisationen. Das Forum Ehrenamt berät Gemeinderat und Verwaltung in Fragen der Engagementförderung und entwickelt Impulse zur Stärkung des Ehrenamts. Ergänzt wird das Angebot durch Fortbildungen für Engagierte, Anerkennungsformate sowie die Förderung der Vernetzung von Vereinen, Initiativen und engagierten Bürgerinnen und Bürgern.

Lokale Agenda

Seit 1997 engagieren sich Bürgerinnen und Bürger, Politik und Stadtverwaltung für eine nachhaltige Stadtentwicklung im Sinne der Agenda 21 bzw. der Agenda 2030. Folgende Agendagruppen sind derzeit aktiv:

  • Schülertage
  • Netzwerk Eine-Welt
  • Fächergärtner
  • Gemeinwohl-Ökonomie
  • BürgerSolarBeratung
  • Naturtreff Grötzingen
  • Karlsruher Klimabündnis
  • Mensch und Gewässer

Informationen rund um Karlsruhes lokaler Agenda finden Sie auf der entsprechenden Internetseite.

Leuchtturm-Projekte für die nachhaltige Kommunalentwicklung

Im Folgenden sind besondere Projekte und anderen Beiträge zur Nachhaltigkeit der Kommune aufgeführt:

Karlsruher Energie- und Klimafestival

Mit dem Format „Karlsruher Energie- und Klimafestival“ lädt die Stadt Karlsruhe gemeinsam mit der Messe Karlsruhe und dem fokus.energie e.V. zu einem Aktionstag mit Infoständen, Mitmach-Aktionen, moderierten Diskussionsrunden und vielem mehr ein und regt so zu mehr gelebter Nachhaltigkeit und einem verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen an. Das "Klima- und Energiefestival" ist Teil der Karlsruher Klimaschutzkampagne KA0 – Wir machen Klima.

Meine Grüne Stadt

Das Zukunftsthema „Grüne Stadt“ umfasst Maßnahmen einer nachhaltigen Entwicklung mit den Handlungsfeldern Klima, Natur und Gesundheit im urbanen Raum mit dem Ziel, die Lebens-, Wohlfühl- und Aufenthaltsqualität für alle Bürger*innen zu erhalten und zu stärken.

Informationen hierzu finden Sie auf der entsprechenden Internetseite.

Grüne Pyramide

Karlsruher Schulen tun was! Von Radschulwegplänen bis zu naturnahen Schulgärten, von Energiesparen bis zu umweltfreundlichen Schulmaterialien. In vielen kleinen und großen Projekten engagieren sich Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen, Lehrer und Schulleitungen gemeinsam. Sie alle tragen dazu bei, dass ein Bewusstsein dafür wächst, wie wir in Karlsruhe nachhaltiger leben und arbeiten können. Dieses beispielhafte Engagement zeichnet die Stadt Karlsruhe seit 2014 mit der Grünen Pyramide aus. Der Preis wird in vier Kategorien vergeben:

  • Klimaschutz
  • Naturschutz
  • Umwelt und Faire Welt
  • Gesundheit

Informationen hierzu finden Sie auf der entsprechenden Internetseite.

Biodiversitätskonzept der Stadt Karlsruhe

Karlsruhe ist ein Hotspot der Artenvielfalt, denn hier treffen mehrere Naturräume aufeinander. Die trockene, sandige Hardtebene liegt zwischen der feuchten Rheinaue und der Kinzig-Murg-Rinne, welche im Osten auf die Hügellandschaft des Kraichgaus sowie auf die Schwarzwald-Randplatten trifft. Die Stadt hat sich zum Ziel gemacht, die für die Region typischen Tier- und Pflanzenarten sowie deren Lebensräume zu erhalten und zu fördern. Grundlage dafür ist das Biodiversitätskonzept.

Klimaneutrale Stadtverwaltung

Die Stadt Karlsruhe verfolgt das Ziel, ihre Verwaltung bis 2040 klimaneutral aufzustellen. Grundlage hierfür ist das kommunale Klimaschutzkonzept, dessen Fortschritte durch eine jährliche CO2-Bilanzierung der städtischen Gebäude und des Fuhrparks überwacht werden. Schwerpunkte sind die Handlungsfelder Gebäude, Mobilität und Beschaffung. Wichtige Maßnahmen umfassen die energetische Sanierung städtischer Gebäude, den Ausbau von Photovoltaikanlagen, die Umstellung auf nachhaltige Mobilität, klimafreundliche Beschaffung und Mittagsverpflegung sowie die Steigerung der Energieeffizienz durch LED-Beleuchtung und ein Energiekonzept für das Klärwerk. Dadurch leistet die Stadtverwaltung einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der kommunalen Klimaziele.

Klimaneutrale Dienststellen – Wir machen mit!

Neben dem Einsatz verbrauchsmindernder Technologien (Effizienz-Strategie) und dem Ausbau erneuerbarer Energien (Konsistenz-Strategie) setzt die Stadtverwaltung Karlsruhe im Rahmen ihrer Klimaneutralitätsbestrebungen auch auf die Förderung eines sparsameren Verbrauchsverhaltens ihrer Beschäftigten (Suffizienz-Strategie). Bereits im Jahr 2012 wurde hierzu das „EinSparProjekt Dienststellen“ unter Leitung des Amts für Hochbau und Gebäudewirtschaft (HGW) gestartet. Ziel war eine Sensibilisierung für das Energiesparen sowie die Verringerung des Wärme-, Strom- und Wasserverbrauchs.

Nach zehn erfolgreichen Jahren und deutlichen Einsparerfolgen wurde das Projekt im Jahr 2022 gewissermaßen runderneuert. Dazu gehören nicht nur der neue Name „Klimaneutrale Dienststelle – Wir machen mit!“ und eine um den Umwelt- und Arbeitsschutz erweiterte Projektleitung gemeinsam mit dem HGW. Sondern es ist auch gelungen, den Teilnahmekreis auf nun 32 städtische Dienststellen deutlich zu vergrößern und das thematische Spektrum unter anderem auf klimafreundliche Mobilität sowie nachhaltige Beschaffung und Verpflegung auszuweiten. Übergreifende Ziele von „Klimaneutrale Dienststelle – Wir machen mit!“ sind die Koordination zentraler und dezentraler Aktionen in den Fachämtern, die interne Kommunikation zum Thema „Klimaneutrale Stadtverwaltung“, die Förderung eines ressourcenbewussten Verhaltens sowie die Unterstützung bei der Betriebsoptimierung. Gewährleistet wird dies auch durch KlimaTeams aus engagierten Mitarbeitenden in allen teilnehmenden Dienststellen. Alleine für das Jahr 2025 wurden durch die KlimaTeams 134 durchgeführte Aktionen gemeldet. Die Bandbreite reicht hierbei vom Weiße-Ware-Tausch über Carsharing-Schulungen und Radchecks bis hin zur Klimawaage bei der Weihnachtsfeier. Dies unterstreicht die lebendige Mitmachkultur zum Klimaschutz, die sich durch das Projekt in der Stadtverwaltung mittlerweile entwickelt hat.

Klimaneutrale Schule

Bereits seit 2012 setzt die Stadt Karlsruhe auch auf die Förderung eines sparsameren Verbrauchsverhaltens durch die Nutzerinnen und Nutzer in Schulen. Ziel dieses Suffizienz-Ansatzes sind Ressourcenschonung und die Verbrauchsminderung bei Wärme, Strom und Wasser durch Information, Sensibilisierung und Motivation.

Denn durch sparsamen Umgang mit Energie und Wasser im Alltag kann der Verbrauch in Schulen um etwa 10 % verringert werden und zwar ohne Komfortverlust. In dem Programm „Klimaneutrale Schule – Wir machen mit!“ engagieren sich Schülerinnen und Schüler in schulischen KlimaTeams für einen ressourcenschonenden Umgang mit Energie und Wasser, klimafreundliche Mobilität und einen nachhaltigen Lebensstil. Aktuell nehmen 49 von 88 Karlsruher Schulen aller Schularten teil.

Die Schulen werden dabei durch kostenlose Bildungsangebote, Verbrauchsberichte und fachliche Beratung durch die Stadt unterstützt. Auch werden die Schulen an den eingesparten Energiekosten mit einer Prämie finanziell beteiligt. Insgesamt konnten die teilnehmenden Schulen seit 2012 bis heute Einsparungen in Höhe von rund 1,8 Millionen Euro und 3.417 Tonnen CO2 erzielen.

Klimapakt der Karlsruher Hochschulen

Der Karlsruher Klimapakt ist ein gemeinsames Projekt der Stadt Karlsruhe und aller ansässigen Hochschulen, das den Klimaschutz institutionenübergreifend stärkt. Ziel ist es, Ressourcen und Fachwissen zu bündeln, um wirksame Strategien für eine nachhaltige Entwicklung zu schaffen und voneinander zu lernen. Ein zentrales Ziel der beteiligten Hochschulen ist die Klimaneutralität bis 2030. Der Fokus liegt auf den Bereichen Gebäude (Betrieb, Bau und Sanierung), nachhaltige Beschaffung sowie klimafreundliche Mobilität von Studierenden und Mitarbeitenden. Ergänzt wird dies durch Kooperationen in Forschung und Lehre sowie einen intensiven wissenschaftlichen Austausch.

Weitere Leuchtturmprojekte:

Kontakt:

Stadt Karlsruhe, Karl-Friedrich-Straße 10, 76133 Karlsruhe
Tel.: 0721 115
Fax: 0721 133 336 9
E-Mail: buergerdienste@oa.karlsruhe.de