Die Arnika (Arnica montana) - kann locker mit moderner Arznei mithalten

ArnikaWer hätte das gedacht: Wenn man ein wegen Arthritis schmerzendes Knie mit Arnika einreibt, dann hilft das genauso gut wie Schmerzmittel mit herkömmlichen Wirkstoffen. Dies haben vor wenigen Jahren Mediziner herausgefunden.

Und die moderne Medizin hat auch die Wirkungsweise dieser wunderschön gelb bis gelborange blühenden Heilpflanze auf molekularer Ebene entschlüsselt – wobei interessanterweise herausgekommen ist, dass nur der Gesamtextrakt der Pflanze die optimale heilende Wirkung bei Schwellungen, Verstauchungen und Prellungen, ja sogar bei rheumatischen Beschwerden entfaltet.

Doch die heilenden – und von manch abergläubischen Zeitgenossen erhofften magischen – Kräfte dieser bis zu 60 Zentimeter hohen Pflanze dürfen heute niemand mehr dazu verleiten, sie zu pflücken: Sie ist gefährdet und steht daher unter Naturschutz. Übrigens hat Arnica montana noch viele andere deutsche Namen, unter anderem Berg-Wohlverleih.

Wie können wir dieser Art helfen?
Der Rückgang dieser in höher gelegenen Regionen Baden-Württembergs früher ziemlich häufigen Pflanze ist ein trauriges Kapitel der modernen Landwirtschaft. Magere Wiesen und Weiden wurden gedüngt, damit sie mehr Ertrag abwerfen – und dann auch häufiger gemäht. Oder sie wurden ganz aufgegeben und wachsen nun zu oder werden aufgeforstet.

Heute findet man die typischen körbchenförmigen Blütenstände nur noch im Südschwarzwald, etwa im Feldberggebiet, „zerstreut“, wie die Botaniker sagen, ansonsten ist sie selten geworden.

Mit neuen Naturschutzgebieten, so beispielsweise an der Lein im Rems-Murr-Kreis, will man unter anderem die Arnika schützen. Und im Schwarzwald helfen entsprechende Pflegepläne, die noch bestehenden Arnikabestände zu erhalten. Auch Naturschutzverbände tragen durch Kauf geeigneter Flächen zum Erhalt von Lebensräumen bei, die vom Rückgang bedrohten Pflanzen wie der Arnika das Überleben sichern.

Möchten Sie aktiv werden für die Arnika?
Wenn Sie sich mit arnikahaltigen Tinkturen oder Hautölen einreiben, dann brauchen Sie kein schlechtes Gewissen zu haben: Seit es entsprechend herausgezüchtete Sorten gibt, wird Arnica montana für die medizinische Nutzung inzwischen landwirtschaftlich angebaut.

Wenn Sie zum Erhalt der noch verbliebenen Naturbestände im Schwarzwald beitragen möchten, dann essen Sie doch bei Ihrem nächsten Ausflug heimisches Schwarzwaldrind – so fördern Sie die traditionelle extensive Weidewirtschaft.

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