Der Baumpieper (Anthus trivialis) - ein Sänger mit Gleitschirm

BaumpieperNein, äußerlich macht der sperlingsgroße, überwiegend bräunliche Baumpieper wirklich nicht viel her.

Umso auffälliger ist sein Singflug: Von einem erhöhten Sitzplatz aus steigt er mit schnellen Flügelschlägen steil in die Luft hinauf, um kurz vor dem höchsten Punkt sein Liedchen anzustimmen und sich anschließend mit gespreizten Flügeln fallschirmartig abwärts gleiten zu lassen.

Hierfür benötigt Anthus trivialis einzeln stehende Bäume und Sträucher als Singwarten – daher auch sein Name. Mit dem Singflug markieren die gebietstreuen Männchen ab April ihre Reviere.

Das Nest wird gut versteckt unter Grasbüscheln mit niedrigem Gebüsch als Sichtschutz nach oben angelegt. Wenn die Altvögel die Jungen vor allem mit kleinen Insekten füttern, fliegen sie niemals direkt zum Nest, sondern landen zehn bis zwanzig Meter entfernt, um den Rest zu Fuß zurückzulegen. Wie andere Bodenbrüter auch, schützen sie auf diese Weise das Nest vor Räubern.

Wie können wir dieser Art helfen?
Der Baumpieper ist auf eine reich strukturierte, magere Krautschicht in Verbindung mit einzelnen höherwüchsigen Bäumen als Singwarten angewiesen. Solche Standorte findet er vor allem an Waldrändern oder auf Lichtungen und Kahlschlägen. Diese Lebensräume sind aber durch die intensive Land- und Forstwirtschaft gefährdet. Flurbereinigung, Aufforstung von Lichtungen und Düngemitteleinsatz lassen seit den siebziger Jahren die Bestände zurückgehen. Eine zusätzliche Bedrohung erfährt der Weitstreckenzieher, der südlich der Sahara überwintert, durch den Vogelfang und Abschuss in den südlichen Ländern.

Wenn man Säume erhält oder neu anlegt und diese nicht düngt sowie ein abwechslungsreiches Grünland bewahrt und dieses zudem pflegt und nicht zu intensiv nutzt, dann sind dies die wichtigsten Schutzmaßnahmen für den Baumpieper.

Möchten Sie aktiv werden für den Baumpieper?
Wenn Sie als Landwirt auf ökologischen Landbau umstellen, dann helfen Sie durch diese umweltschonende Feldbewirtschaftung auch dem Baumpieper.

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