Biber (Castor fiber) - Begnadeter Baumeister mit plattem Schwanz

Wenn das keine Erfolgsgeschichte ist: Nachdem der Biber Mitte des 19. Jahrhunderts in Baden-Württemberg ausgerottet worden war, hat er sich im Laufe der vergangenen Jahren erfolgreich daran gemacht, sein angestammtes Terrain wieder zurück zu erobern. Mit dazu beigetragen haben Besatzmaßnahmen in den Nachbarländern, wie etwa 1966 in Bayern.

So kann man mit einer gehörigen Portion Glück diesen stattlichen, bis zu 35 Kilogramm schweren und bis zu einem Meter langen Nager nicht nur im Zoo, sondern auch wieder in freier Wildbahn beobachten. Und feststellen, dass Castor fiber tatsächlich einen richtig platten Schwanz hat, an Ästen nagt, ja sogar ganze Bäume fällt und sich mit dem Bau von Dämmen seine eigene Bach-Seen-Landschaft formt. Dies schafft dann erst die richtigen Voraussetzungen für den Bau der oft mächtigen Wohnburg, deren Eingang stets unter Wasser liegt.

Wie können wir dieser Art helfen?
Der Biber ist europaweit streng geschützt. Glücklicherweise sind heute sein Fell und sein Fleisch im Gegensatz zu früher kein Grund mehr, ihm nachzustellen – und auch nicht das so genannte Bibergeil, mit dem das Tier sein Revier markiert und das früher als Allheilmittel heiß begehrt war. Doch als begnadeter Dammbaumeister und Burgenbauer stößt der Biber auch heute nicht überall auf Gegenliebe. Umso wichtiger ist es, seine Lebensräume zu schützen und bei der Bevölkerung und insbesondere bei den betroffenen Grundstückseigentümern für Verständnis für ihn und seine Bedürfnisse zu werben.

In den letzten Jahren wurde auch in Baden-Württemberg viel für den Schutz des Bibers getan. Für den Biber besonders attraktive Fluss- und Bachabschnitte wurden unter Schutz gestellt – dort kann er nach Herzenslust nagen und bauen. Vor allem aber wurde ein landesweites Managementprogramm ausgearbeitet: Dabei beobachten und kartieren so genannten Biberbeauftragte die örtlichen Vorkommen, außerdem werden an die jeweiligen Bedingungen vor Ort angepasste Schutz- und Pflegemaßnahmen erarbeitet und umgesetzt – und eventuelle Konflikte mit anderen Landnutzern gelöst.

Möchten Sie aktiv werden für den Biber?
Sie kommen als Grundstückseigentümer, Behörde, Kommune oder Verband in irgendeiner Form mit dem Biber in Berührung? Dann setzen Sie sich mit dem zuständigen Biberbeauftragten des Regierungspräsidiums in Verbindung, um abzusprechen, wie Sie am besten mit den „Rückkehrern“ umgehen sollten.

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