Gebietskulisse

Aufbauend auf der Biotopkartierung und dem Artenschutzprogramm ermittelte die LUBW in Zusammenarbeit mit den Bezirksstellen für Naturschutz und Landschaftspflege und einem wissenschaftlichen Beirat eine Gebietskulisse mit 19 Kerngebieten, die sowohl Naturschutzgebiete als auch typische Kulturlandschaften umfassen. Die in der Karte gelb dargestellten Flächen sind "Kerngebiete", die orange Färbung kennzeichnet "Kerngebiete in einem anerkannten Projektgebiet".

Westlicher Bodensee und HegauAllgäuisch-Oberschwäbisches Hügel- und Moorland Südwestalb - Großer Heuberg - Oberes Donautal Mittlere Alb - Lautertal / Landkreis Reutlingen Riesrandbereich Albtrauf Leintal mit Seitentälern Mittleres Wutachland - Klettgaurücken Heckengäu Westlicher Kraichgau Stromberg Kocher-, Jagst-, Taubertal und nordöstliches Bauland Nordschwarzwald Mittlerer Schwarzwald Südschwarzwald Dinkelberg und Tüllinger Berg Kaiserstuhl Mittlere Oberrheinniederung und -Niederterrasse Nordbadische Rheinniederung

PLENUM-Projektgebiete

Von dieser Gebietskullisse wird zur Zeit die Plenumkonzeption in dem Projektgebiet Landkreis Tübingen umgesetzt. Es nimmt etwa 1,5 % der Landesfläche ein. Projektgebiete müssen Flächenanteile an Kerngebieten aufweisen.

 

Aufgaben in den einzelnen Kerngebieten

Gebietsgröße: 30.400 ha

 

Landschaftsräume

Voralpines Hügel- und Moorland (1)
 

Berührte Kreise

Konstanz (Regierungsbezirk Freiburg)
 

Großflächige Naturschutzziele

  • Sicherung aller Moore und Extensivierung ihrer Wassereinzugsgebiete
  • Erhaltung und naturnahe Entwicklung repräsentativer Waldbestände
  • Sicherung und naturnahe Entwicklung der wichtigsten Stillgewässer und Riede sowie Extensivierung ihrer Wassereinzugsgebiete
  • Sicherung und Entwicklung der Flachwasserbereiche des Bodensees und der naturnahen Uferabschnitte sowie Sicherung der wichtigsten Vogelrastplätze
  • Extensivierung und Erhaltung des Feuchtgrünlands
 

Weitere Naturschutzziele

  • Sicherung aller Trockenstandorte und Magerrasen
  • Schonende Behandlung und naturnahe Entwicklung der Fließgewässer und ihrer Uferbereiche
  • Erhaltung der glazialmorphologischen Formen
  • Erhaltung der Basalt- und Phonolit-Kuppen im Hegau mit ihrer spezifischen Vegetation
  • Erhaltung und Förderung der landschaftsprägenden Streuobstwiesen
  • Grundwasserschutz

Das Gebiet ist typisch / einmalig für Baden-Württemberg (und auch für das Bundesgebiet) weil es den letzten unregulierten Alpenrandsee mit großflächigen Flachwasserzonen umfaßt, die ein wichtiges Vogelrast- und Überwinterungsgebiet darstellen; einzigartig sind auch der glaziale Formenschatz im westlichen Bodenseegebiet (Drumlin-Landschaft) und die aus Basalten und Phonoliten aufgebauten Vulkankegel im Hegau.
 

Kurzbeschreibung

Landschaftsbestimmend sind im westlichen Bodenseegebiet der See mit seinen großflächigen Flachwasserzonen und ausgedehnten Riedgebieten im Überschwemmungsbereich sowie die eiszeitlich gebildete Moränen- und Drumlinlandschaft (Endmoränenzüge, Grundmoränen-auflagen, zahlreiche Toteislöcher und Eisrandstauseen).
Durch Verlandung der eiszeitlich gebildeten Seen entstanden viele Moore. Niederschlagssummen von 750 bis 950 mm und ein relativ günstiges Wärmeklima (8,5° - 9,5 °C als Jahresmittel) sind bezeichnend.
Aufgrund der Wasserstandsschwankungen zwischen Winter und Sommer sind die Schilf- und Flachwasserzonen ein europaweit wichtiges Brut-, Durchzugs- und Überwinterungsgebiet für viele Vogelarten.
Die Landschaft des Hegaus wird von vulkanischen Bergkegeln aus Basalten und Phonolithen geprägt, die aus ihrer Umgebung herausragen. Charakteristisch für den Hegau sind ferner ausgedehnte, artenreiche Halbtrockenrasen und Magerrasen sowie Streuobstbestände. Der Waldanteil ist mit ca. 20 % relativ gering. Die durch Beckenlage und niedrige Höhenlage bedingte klimatische Begünstigung zeigt sich im Vorkommen zahlreicher thermophiler Arten.
 

Ortschaften/Streusiedlungen

  • Anzahl der Ortschaften: 32
  • Anzahl der Streusiedlungen: zahlreiche Einzelhöfe
 

Vorhandene wesentliche Störungen

  • A 89 Stockach - Singen (AK)
  • A 81 Singener Autobahnkreuz - Hilzingen
  • B 33 Autobahnkreuz Singen - Konstanz
  • Verbindungsstraße zwischen Moos und Radolfzell
  • Intensive Landwirtschaft und Gartenbau (v. a. auf der Insel Reichenau und zwischen Duchtlingen und Hilzingen)
  • Wassersport
  • Ausbau von Verkehrstrassen
  • Siedlungserweiterungen

 

Gebietsgröße: 83.200 ha

 

Landschaftsräume

Voralpines Hügel- und Moorland (1) Donau-Iller-Lech-Platten (2)
 

Berührte Kreise

Ravensburg, Sigmaringen, Bodenseekreis (Regierungsbezirk Tübingen)
 

Großflächige Naturschutzziele

  • Sicherung aller Moore und Extensivierung ihrer Wassereinzugsgebiete
  • Sicherung und naturnahe Entwicklung der wichtigsten Stillgewässer und Riede sowie Extensivierung ihrer Wassereinzugsgebiete
  • Extensivierung und Erhaltung des Feuchtgrünlands (Streuwiesen, Talwiesen)
  • Erhaltung und naturnahe Entwicklung repräsentativer Waldbestände
 

Weitere Naturschutzziele

  • Schonende Behandlung und naturnahe Entwicklung der Fließgewässer und ihrer Uferbereiche und Taleinhänge
  • Erhaltung der glazialmorphologischen Formen (Toteislöcher, Drumlins, Rundhöcker)
  • Erhalt der kulturhistorisch bedeutsamen Weiheranlagen
  • Erhaltung des Landschaftsbilds und Erholungsvorsorge
  • Grundwasser- und Bodenschutz


Das Gebiet ist insbesondere aufgrund der z.T. gut erhaltenen Moorkomplexe typisch / einmalig für Baden-Württemberg und das Bundesgebiet.

 

Kurzbeschreibung

Das Gebiet umfaßt zum größten Teil Bereiche des Jungmoränenlandes, einer durch die letzte Eiszeit (Würm) geprägten, formenreichen und bewegten Landschaft. Wichtige Elemente dieser Landschaft sind meist bewaldete Moränenwälle und -kuppen, Drumlins, Verebnungen sowie zahlreiche abflußlose Wannen mit Seen, Mooren und Feuchtwiesen. Im Bereich des Wurzacher Beckens umfaßt das Gebiet auch Teile des rißeiszeitlich geprägten Altmoränenlandes.

Die vorherrschende Landnutzung ist die Grünlandwirtschaft, teilweise wird noch die traditionelle Streuwiesennutzung praktiziert.

Innerhalb des Gebietes befinden sich die bedeutendsten Moore Süddeutschlands, darunter Hochmoore, Zwischenmoore und Niedermoore mit einer hochspezialisierten und an die jeweiligen Moortypen angepaßten Flora und Fauna. Während die Hochmoore vom Menschen nur wenig beeinflußte Naturlandschaften darstellen, verdanken große Bereiche u. a. der Niedermoore ihre ökologische Wertigkeit sowie ihren Artenreichtum dem extensiv wirtschaftenden Menschen (z. B. Streuwiesen). Besonders hervorzuheben ist die teilweise beträchtliche Flächenausdehnung, die Vielfalt an unterschiedlichen Moortypen sowie der gute, zum Teil sogar sehr gute Erhaltungszustand dieser Moorkomplexe. Das Wurzacher Ried umfaßt den größten intakten Hochmoorschild Mitteleuropas und wurde 1989 mit dem Europa-Diplom ausgezeichnet. Das Pfrunger Ried südlich von Ostrach gilt als zweitgrößtes Moor Südwestdeutschlands und umfaßt neben den unterschiedlichen Moorbiotopen auch große zusammenhängende Feuchtgrünlandbereiche.

Zu den natürlichen Seen (Toteislöcher, Gletscherseen) kommen zahlreiche, vom Menschen geschaffene Kleingewässer mit einer an den Bewirtschaftungsrhythmus angepaßten Flora und Fauna, die im oberschwäbischen Sprachgebrauch Weiher genannt werden, hinzu. Zahlreiche dieser Weiher befinden sich innerhalb des Altdorfer Waldes, einem großen zusammenhängenden Mischwald nordöstlich von Ravensburg. Westlich des Schussentales liegt die Blitzenreuter Seenplatte, eine ausgedehnte Seen-, Weiher- und Moorlandschaft.

Innerhalb des abgegrenzten Gebietes befindet sich auch das relativ junge Tal der Argen, das sich in der reich bewegten Drumlinlandschaft ausgebildet hat. Die nacheiszeitlich erfolgte Taleinkerbung läßt häufig die tertiäre Molasseschicht erkennen, die im Bereich der "Oberen Argen" größtenteils die Grundwasserströme birgt. Hangquellmoore sind an den Austrittstellen heute noch zu finden. Die steilen Taleinhänge werden größtenteils von Wald bedeckt: Laubmischwald, Schluchtwald, Galeriewald entlang des Flusses und Auwaldfragmente, gelegentlich auch Fichtenmonokulturen bilden das Mosaik des hier größtenteils als Bodenschutzwald eingestuften Hangwaldes. 
 

Ortschaften/Streusiedlungen

  • Anzahl der Ortschaften: ca. 30
  • Anzahl der Streusiedlungen: hunderte
 

Vorhandene wesentliche Störungen

  • Intensive landwirtschaftliche Nutzung der an Gewässer und Moore angrenzenden Gebiete
  • Alte, bestehende Drainageeinrichtungen
  • A 96
  • B 465 durch das Wurzacher Ried
  • B 30 (geplant) im Bereich Schussental/Altdorfer Wald
  • Freizeitnutzung an Weihern und Seen
  • Paddeln an der Argen

Gebietsgröße: 57.900 ha

 

Landschaftsräume

Südwestalb (3)
 

Berührte Kreise

Sigmaringen, Zollernalbkreis, Tuttlingen (Regierungsbezirke Tübingen und Freiburg)
 

Großflächige Naturschutzziele

  • Großflächiger Schutz repräsentativer Waldbestände unter besonderer Berücksichtigung der Hangwälder am Albtrauf und an den Talhängen sowie naturnahe und natürliche Entwicklung dieser Wälder
  • Erhaltung des Landschaftsbildes und Förderung von extensivem Grünland und von Hecken und Gehölzen
 

Weitere Naturschutzziele

  • Erhaltung der primären Xerotherm- und Felskomplexe (Felsbereiche mit Höhlen, Blockhalden und Mergelhalden, Dolinen) unter Einbeziehung entsprechender trockenwarmer Kulturbiotope (Trockenrasen, Magerrasen, Steinriegel) als vernetzende Trittsteinbiotope
  • Erhaltung von Magerrasen und Wacholderheiden sowie Holzwiesen
  • Erhaltung und schonende Behandlung, wo möglich natürliche Entwicklung der Fließgewässer (Rückbau der Stauhaltungen) mit ihren Uferbereichen und der kleineren Stillgewässer sowie Erhaltung und Extensivierung der Talwiesen und Riede
  • Erhaltung von dealpinen Reliktstandorten (z. B. Lemberg, Klippeneck)
  • Erhaltung von Mergelrutschhalden

Das Gebiet kann aufgrund der dealpinen Reliktarten und dem Durchbruchstal der Donau (geologische Besonderheit, Landschaftsbild) als typisch / einmalig für Baden-Württemberg bezeichnet werden.

 

Kurzbeschreibung

Das Gebiet umfaßt das Durchbruchstal der Donau, mehrere tief eingeschnittene Seitentäler, die Landschaft des Großen Heubergs und Teile des Albtraufs. Das bis zu 200 m tief in den Jurafels eingegrabene Flußbett der Oberen Donau mit seinen steil aufragenden Felswänden gehört zu den eindrucksvollsten Landschaften in Baden-Württemberg. Kennzeichnend für die Flora des Oberen Donautals ist v. a. im Bereich der Felsstandorte die Mischung von mitteleuropäischen Arten mit dealpinen, submediterranen und gemäßigt kontinentalen Arten mit einem hohen Anteil an Reliktarten der zwischen- und nacheiszeitlichen Flora ("Steppenheide"). Die Talhänge der Donau und Seitentäler sind zum größten Teil mit naturnahen, nur extensiv genutzten Laubwälderrn bestockt (u. a. südexponierte, wärmeliebende Eichenwälder, nordexponierte Schatthangwälder). Die vorherrschende Landnutzung der Talauen ist die Grünlandwirtschaft (teilweise Feuchtwiesen).

Südlich von Friedingen befinden sich wichtige Donauversickerungsstellen.

Der alpin getönten, wildromantischen Fels("Ur")landschaft des Oberen Donautals schließt sich im Norden die noch traditionell bewirtschaftete Kulturlandschaft des Großen Heubergs an. Auf dieser Albhochfläche (800 - 1 000 m Höhe) mit Jahresniederschlägen um 900 mm und einer Jahresmitteltemperatur von ca. 5,1° C finden sich noch ausgedehnte, extensiv genutzte Bergwiesen (überwiegend Einmähder), durchsetzt mit zahlreichen Hecken- und Gehölzstrukturen sowie Wacholderheiden und Magerrasen. Derzeit nimmt extensives Grünland (Magerwiesen, Wacholderheiden) mit geschätzten 25 % noch recht große Flächen ein; diese Flächen sind jedoch durch Aufforstung und natürliche Sukzession in hohem Maße bedroht.<

Der Albtrauf, den das abgegrenzte Gebiet im Bereich von Schömberg bis Albstadt umfaßt, ist größtenteils von Wald bedeckt: Hangbuchenwälder, Ahorn-Eschen-Schluchtwälder und Block-Fichten-Buchen-Tannen-Wald (am Plettenberg mit dem größten Eibenvorkommen in Baden-Württemberg).
 

Ortschaften/Streusiedlungen

  • Anzahl der Ortschaften: ca. 40
  • Anzahl der Streusiedlungen: ca. 20
 

Vorhandene wesentliche Störungen

  • Aufforstung, Intensivierung der Grünlandschaft (v.a. Großer Heuberg)
  • Großflächige Abbaugebiete (Plettenberg)
  • Beschädigung der Reliktstandorte an Felsen durch Gemsen und Kletterer
  • Intensive Freizeitnutzung (v.a. Oberes Donautal)
  • Intensive Landwirtschaft und Gartenbau (v. a. auf der Insel Reichenau und zwischen Duchtlingen und Hilzingen)
  • Straßenausbauplanungen (Oberes Donautal)

Gebietsgröße: 35.500 ha

 

Landschaftsräume

Mittlere Alb (4)
 

Berührte Kreise

Sigmaringen, Reutlingen, Biberach, Donau-Alb-Kreis, Zollern-Alb-Kreis (Regierungsbezirk Tübingen)
 

Großflächige Naturschutzziele

  • Großflächiger Schutz repräsentativer Waldbestände (Schluchtwälder)
  • Erhaltung von Magerrasen und Wacholderheiden
 

Weitere Naturschutzziele

  • Erhaltung der primären Xerotherm- und Felskomplexe (Felsbereiche mit Höhlen, Blockhalden und Dolinen) unter Einbeziehung entsprechender trockenwarmer Kulturbiotope (Steinriegel)
  • Erhaltung und schonende Behandlung der Fließgewässer mit ihren Uferbereichen und kleineren Stillgewässer (Hülen) sowie Erhaltung und Extensivierung der Talwiesen und Riede
  • Erhaltung und Förderung von Hecken, Feldgehölzen und Ackerterrassen

Das Gebiet, eine recht dünn besiedelte, herkömmlich landwirtschaftlich genutzte Hochlage (500 - 800 m NN) mit extensiv genutztem Schluchtwald, vielen Hecken, Schafweiden und zahlreichen unberührten Bächen kann als typisch / einmalig für Baden-Württemberg angesehen werden.
 

Kurzbeschreibung

Für heutige Verhältnisse magere, steinige Äcker mit über die Jahrhunderte ausgearbeiteten Terrassen, Lesesteinriegeln und darauf angesiedelten Hecken sowie weitläufigen Schafdriften charakterisieren die Kulturlandschaft der Alb. Mit ihr eng verzahnt sind die Schluchttäler der nach Süden entwässernden Flüsse (im abgegrenzten Gebiet: Große Lauter und Tiefentalbach mit ihren Nebenflüssen).

Die Täler sind durchgängig von Laubwäldern an steilen Hängen begleitet. Diese Schluchtwälder der wärmeliebenderen Ausprägung gehen nach oben über in charakteristische Steppenheidewälder mit Eiche, Felsenbirne und diversen Glazialrelikten.

In den Albtälern war die Wässerwiesenbewirtschaftung bis ins letzte Jahrhundert weit verbreitet. Typische Naßwiesen, Frischwiesen und Flutrasen sind neben den zugehörigen Hochstaudengesellschaften hier noch erhalten.

Auf den zwischen den Tälern liegenden Jurahochflächen dominieren bis heute auf relativ flachgründigen Böden die früher großflächig zusammenhängenden "Sommerschafweiden" oder Wacholderheiden. Weiden, Magerwiesen, Hutewälder und Holzwiesen sind noch vor rund 200 Jahren nahtlos ineinander übergegangen. Die heute oft kleinflächig über die Alb verstreuten Restbestände sind entweder der Intensivierung oder der Aufforstung entgangen. Immerhin umfassen sie allein im Kreis Reutlingen noch etwa 1.400 ha.

Erwähnt werden müssen auch die zwar kleinflächigen aber dafür in ihrem Reliktcharakter um so bedeutenderen Sonderstandorte, wie die Trockenrasen auf Dolomitkalk bei Trochtelfingen und die Arnika-Borstgrasrasen.
 

Ortschaften/Streusiedlungen

  • Anzahl der Ortschaften: ca. 30
  • Anzahl der Streusiedlungen: ca. 10
 

Vorhandene wesentliche Störungen

  • B 312

Gebietsgröße: 20.200 ha

 

Landschaftsräume

Ostalb (5)

 

Berührte Kreise

Ostalbkreis (Regierungsbezirk Stuttgart)
 

Großflächige Naturschutzziele

  • Erhaltung von Wacholderheiden und Magerrasen
 

Weitere Naturschutzziele

  • Erhaltung geologischer Besonderheiten
  • Erhaltung der primären Xerotherm- und Felskomplexe (Felsbereiche mit Höhlen, Blockhalden) unter Einbeziehung entsprechender trockenwarmer Kulturbiotope (Trockenrasen, Magerrasen) als vernetzende Trittsteinbiotope
  • Erhaltung der kleinen Stillgewässer sowie der Quellen und Fließgewässer mit ihren Uferbereichen
  • Boden- und Grundwasserschutz
  • Erhaltung des Landschaftsbilds
Das Gebiet ist aufgrund seiner Entstehung (Meteoriteneinschlag) typisch / einmalig für das Bundesgebiet und Europa.

 

Kurzbeschreibung

Das Ries entstand vor ca. 15 Millionen Jahren durch den Einschlag eines Meteoriten. Dabei entstanden neue Gesteinstypen, u. a. Suevit.

Der Rieskessel gliedert den Weißjurazug der Alb in die Schwäbische Alb und die Fränkische Alb.

Gegenüber der rauhen Alb ist das Gebiet deutlich wärmebegünstigt, was sich fördernd auf wärmeliebende Tier- und Pflanzenarten auswirkt. Die Region war ein frühes Siedlungsgebiet des Menschen. Bereits seit der Jungsteinzeit sind Besiedlungen durch Funde von Ipf- und den Ofnet-Höhlen belegt.

Im Schwerpunktprojekt: "Biotopverbund württembergischer Riesrand" wird das Ziel verfolgt, Heiden, Magerrasen und wärmeliebende Wälder zu erhalten. Zusätzlich läuft noch ein Ackerwildkraut-Programm in diesem Gebiet.
 

Ortschaften/Streusiedlungen

  • Anzahl der Ortschaften: ca. 10
  • Anzahl der Streusiedlungen: ca. 15
 

Vorhandene wesentliche Störungen

  • Bundesstraße B 29
  • Freizeitnutzung, z.B. Hängegleiter
  • Intensivlandwirtschaft mit Entwässerungen
  • Aufforstungen mit Fichten

Gebietsgröße: 98.000 ha

 

Landschaftsräume

Südwestalb (3) / Mittlere Alb (4) / Ostalb (5) / Keuper-Lias-Land (6)
 

Berührte Kreise

Esslingen, Göppingen, Ostalbkreis, Alb-Donau-Kreis, Reutlingen, Tübingen, Zollernalbkreis (Regierungsbezirke Stuttgart und Tübingen)
 

Großflächige Naturschutzziele

  • Großflächiger Schutz repräsentativer Waldbestände unter besonderer Berücksichtigung der Hangwälder am Albtrauf und an den Talhängen
  • Erhaltung von Magerrasen und Wacholderheiden
  • Erhaltung und naturnahe Entwicklung der Fließgewässer mit ihren Uferbereichen
  • Erhaltung und Förderung des Streuobstanbaus mit extensiver Grünlandnutzung

Weitere Naturschutzziele

  • Erhaltung der primären Xerotherm- und Felskomplexe
  • Erhaltung und natürliche Entwicklung kleinerer Fließgewässer und kleiner Stillgewässer (Hülen)
  • Erhaltung und Extensivierung der Talwiesen und Riede
  • Sicherung der Felsschluchten und Klingen mit ihrer typischen Vegetation
  • Boden- und Grundwasserschutz
  • Erhalt des Landschaftsbildes und Erholungsvorsorge


Das Gebiet ist typisch / einmalig für Baden-Württemberg und das Bundesgebiet, weil es große Teile des Albtraufs mit seinen Hangbuchenwäldern und Magerrasen in selten schöner Ausprägung umfaßt. Auch ein Vogelschutzgebiet von internationaler Bedeutung liegt zum Teil im abgegrenzten Gebiet.

 

Kurzbeschreibung

Das vorgeschlagene Gebiet umfaßt große Teile des Albtraufs in den Regierungs­bezirken Stuttgart und Tübingen. Außerdem wurden Teile des Albvorlandes mit seinen Streuobst­beständen miteinbezogen. Somit liegt ein Teil des Vogelschutzgebietes von internationaler Bedeutung, IBA Nr. 108 (Steinkauz, Rotrückenwürger, Pirol, Wiedehopf, Spechte u.a.), im Gebiet. Das obere Filstal beinhaltet zahlreiche kleinflächiger Naturschutz­gebiete. Dies sind vorwiegend Magerrasen und Wacholderheiden, die botanisch und faunistisch sehr wertvoll sind. Die Hangbuchenwälder mit Felskomplexen (u. a. Naturschutzgebiet Hausener Wand) sind recht naturnah.
 

Ortschaften/Streusiedlungen

  • Anzahl der Ortschaften: ca. 40
  • Anzahl der Streusiedlungen: über 100 (Rehgebirge, Einzelhöfe)
 

Vorhandene wesentliche Störungen

  • Autobahnen A 8
  • Neubautrasse bei Mühlhausen-Gostal (Planung)
  • Neubahntrasse Bundesbahn (H-Trasse) (Planung)
  • Bundesstraße B 10, B 466
  • Kleine Deponien, z. B. Kuchen/Attenried, Krähenstein/Deponie, Deponie Bad Ditzenbach, Deponie Stadler/Salach
  • Steinbrüche z.B. bei Gruibingen und Neuffen
  • Asphaltbrechanlage Gruibingen
  • Neuaufforstungen am Trauf und an traufnahen Hängen
  • Siedlungsentwicklung in Hangbereichen und Talauen

Gebietsgröße: 15.700 ha

 

Landschaftsräume

Keuper-Lias-Land (6)
 

Berührte Kreise

Rems-Murr-Kreis, Ostalbkreis (Regierungsbezirk Stuttgart)
 

Großflächige Naturschutzziele

  • Erhaltung und naturnahe Entwicklung repräsentativer Waldbestände (Tannen-Buchenwälder)
  • Erhaltung und natürliche/naturnahe Entwicklung der Fließgewässer und Extensivierung der Auenbereiche
 

Weitere Naturschutzziele

  • Sicherung der Klingen mit ihrer typischen Vegetation
  • Erhaltung von Streuwiesen und anderen Feuchtwiesen und kleinen Stillgewässern
  • Grundwasser- und Bodenschutz
  • Offenhaltung der Rutschhänge im Knollenmergel (Weiden, Wiesen, Obstwiesen)
 

Kurzbeschreibung

Das Leintal mit seinen Seitentälern von der Quelle bis zur Mündung in den Kocher bei Abtsgmünd zeichnet sich durch einen naturnahen Flußlauf mit Mäandern, Tümpeln und Altwasserschleifen aus.

Hangbereiche im Gebiet sind teilweise mit naturnahen Buchen-Tannenwäldern bestanden.

In der Leinaue und stellenweise in den Seitentälern liegen Restbestände von Streuwiesen mit reichem Vorkommen von Trollblumen, Knabenkräutern und Wollgras. Zu erwähnen sind das Naturdenkmal bei der Klarahütte und die Gauchhauser Wiesen bei Gschwend.
 

Ortschaften/Streusiedlungen

  • Anzahl der Ortschaften: 10
  • Anzahl der Streusiedlungen: ca. 30
 

Vorhandene wesentliche Störungen

  • Bundesstraße B 298
  • Kreisstraße K 1153
  • Rückhaltebecken, z.T. mit Erholungsbetrieb
  • Aufforstungen

Gebietsgröße: 44.900 ha

 

Landschaftsräume

Südliche Gäuplatten (7) / Südschwarzwald (14)
 

Berührte Kreise

Waldshut, Schwarzwald-Baar-Kreis, Breisgau-Hochschwarzwald (Regierungsbezirk Freiburg)
 

Großflächige Naturschutzziele

  • Erhaltung und naturnahe Entwicklung repräsentativer Waldbestände
  • Erhaltung und weitere Extensivierung der Grünlandnutzung
  • Erhaltung der reich gegliederten Heckenlandschaft der Südbaar
 

Weitere Naturschutzziele

  • Natürliche/naturnahe Entwicklung der Fließgewässer mit ihren Uferbereichen
  • Erhaltung der Moore und Riede
  • Umwandlung von Ackerflächen in Grünland
  • Wissenschaftliche Bedeutung der Wutachschlucht


Das Gebiet ist typisch / einmalig für Baden-Württemberg und das Bundesgebiet, weil es eine geologisch und biologisch einzigartige Flußlandschaft umfaßt.

 

Kurzbeschreibung

Das Gebiet ist eine vorwiegend von den Hochflächen des Muschelkalks geprägte Landschaft zwischen Schwarzwald, Randen und Hochrhein. Die Hochfläche ist durch die tiefen Täler und Schluchten der Wutach und ihrer Nebenflüsse stark zertalt.

Die tiefen Schluchten erschließen die gesamte Schichtenfolge der süddeutschen Trias und des Jura (Wutachschlucht). Im Nordosten erhebt sich die Baaralb mit markanten Tafelbergen wie dem Buchberg und Eichberg als Auslieger der Weißjurastufe. Im Süden bildet die Weißjurastufe des Klettgaurückens mit Erhebungen bis 690 m ü. NN die Grenze des Gebietes.

Der Waldanteil ist relativ gering. Schwerpunkte sind die Talhänge der Haupttäler Wutach und Steina sowie der Trauf der Weißjurastufe der Baaralb und des Klettgaurückens. Hier herrschen buchenreiche Wälder vor, teilweise in Verbindung mit hervorragend ausgebildeten Saumgesellschaften. Im Süden sind bei warm-trockenem Klima auch größere Flaumeichenbestände anzutreffen.

Die landwirtschaftliche Nutzung auf den Muschelkalkböden ist eine überwiegend intensive Ackerwirtschaft; die Grünlandflächen befinden sich vor allem in den Hanglagen oder in grundfeuchten Mulden mit schweren Böden (Extensivgrünland über Vertragsnaturschutz nimmt größere Flächen ein). Hochfläche und Abfall des Klettgaurückens sind durch einen überdurchschnittlichen Anteil von Extensivgrünland gekennzeichnet.
 

Ortschaften/Streusiedlungen

  • Anzahl der Ortschaften: 27
  • Anzahl der Streusiedlungen: 16
 

Vorhandene wesentliche Störungen

  • Intensive Landwirtschaft, vor allem Ackernutzung auf den Hochflächen
  • B 31 zwischen Rötenbach und Döggingen
  • Aufforstungen extensiven Grünlands
  • Golfplatz bei Bettmaringen
  • Tourismus in der Wutachschlucht
  • B 314 neu
  • Entwässerung von Hangquellmooren

Gebietsgröße: 45.500 ha

 

Landschaftsräume

Obere Gäue (8) / Nordwestliche Gäuplatten (9)
 

Berührte Kreise

Böblingen, Ludwigsburg, Enzkreis, Calw (Regierungsbezirke Stuttgart und Karlsruhe)
 

Großflächige Naturschutzziele

  • Erhaltung der landschaftsprägenden Hecken und Steinriegel sowie Erhaltung und weitere Förderung extensiver Grünlandnutzung im Bereich des Heckengäus
  • Erhaltung und naturnahe Entwicklung repräsentativer Waldbestände, insbesondere im Bereich der Flußtäler
  • Erhaltung und Förderung der Streuobstbestände mit extensiver Grünlandnutzung
 

Weitere Naturschutzziele

  • Natürliche/naturnahe Entwicklung der Fließgewässern mit ihren Uferbereichen
  • Naturnahe Entwicklung der Steinbrüche
  • Erhaltung des besonderen Erholungswertes dieser Landschaft
  • Erhaltung der typischen Muschelkalklandschaft in den Bachtälern
  • Erhaltung der typischen Wacholder-Schafweidenlandschaften
  • Erosionsschutz in der Feldflur
 

Kurzbeschreibung

Das abgegrenzte Heckengäu-Gebiet umfaßt einen landschaftlich besonders reizvollen, relativ abgelegenen Landschaftsraum mit typischen Elementen des Heckengäus - Steinriegel, Hecken und Gebüsche, Feldgehölze -, die sich mit Feldfluren und Wäldern verzahnen. Wellig-kuppige Hochflächen und flachmuldige Trockentäler mit wenigen, etwa 100 m in die Hochfläche eingeschnittenen Bachtälern gliedern die mäßig, nach Süden hin zum Teil dicht bewaldete Landschaft. Im südlichen Bereich umfaßt das Gebiet reizvolle Kleinlandschaften wie das Feuchtbiotop Tiefenbronner Seewiesen mit aufgelassenem Steinbruch; den Betzenbuckel (geplantes NSG); einen Abschnitt des Würmtales zwischen Aidlingen und Tiefenbronn, größtenteils bewaldet und mit wertvollen Feuchtwiesen in den nach Süden immer breiter werdenden Talauen und den Büchelberg als Relikt schafbeweideter Wacholderheiden. Reste typischer Hecken- und Gäulandschaft mit z.T. ausgedehnten Schafweiden finden sich in der Umgebung von Weil der Stadt, Aidlingen und Heimsheim.
 

Ortschaften/Streusiedlungen

  • Anzahl der Ortschaften: 40
  • Anzahl der Streusiedlungen: einzelne
 

Vorhandene wesentliche Störungen

  • Autobahn
  • stellenweise intensive Landwirtschaft
  • Erholungsbetrieb

Gebietsgröße: 20.000 ha

 

Landschaftsräume

Nordwestliche Gäuplatten (9)
 

Berührte Kreise

Landkreis Karlsruhe (Regierungsbezirk Karlsruhe)
 

Großflächige Naturschutzziele

  • Erhaltung und naturnahe Entwicklung repräsentativer Waldbestände mit Schwerpunkten im Strom- und Heuchelberg und im westlichen Kraichgau
  • Erhaltung und Förderung der Streuobstbestände und extensiver Grünlandnutzung
 

Weitere Naturschutzziele

  • Erhaltung des typischen Landschaftsbilds und des besonderen Erholungswerts der Landschaft
  • Erosionsschutz in der Feldflur
  • Erhaltung der Lößhohlwege
  • Erhaltung der Stufenraine und Trockenrasen
  • Erhaltung der feuchten Talauen

Das Gebiet ist eine charakteristische Kulturlandschaft mit einzigartigen Hohlwegvorkommen und damit typisch / einmalig für Baden-Württemberg.

 

Kurzbeschreibung

Die Abgrenzung dieses Gebietes umfaßt den zentralen westlichen Teil des Kraichgaus, wobei vor allem die Grenzen im Nordosten und Osten unscharf sind. Typisch für den Kraichgau sind die sanften, weitgehend entwaldeten, großflächig zum Ackerbau genutzten Hügel und die flachen Talmulden. Der Kraichgau, als naturnahe Kulturlandschaft um den Kraichbach und seine Nebentäler, ist etwa 4mal so groß wie der gewählte Ausschnitt, dieser ist jedoch der landschaftlich reichhaltigste: im Gebiet sind die schönsten Lößhohlwege enthalten (Galgenhohle, Hatzelberghohle, Attackenwaldhohle, Rennweghohle, etc.), die landschaftlich und ökologisch wertvollsten Trockenrasen und auf den Hochflächen die repräsentativsten Laubwälder. Dazu kommen als prägende Landschaftselemente die breiten, quellenreichen Talauen mit teilweise extensiv genutztem Grünland und durch Stufenraine, Streuobstwiesen, Hohlwege, Gebüsche, Hecken und Weinreben gegliederten Hänge.
 

Ortschaften/Streusiedlungen

  • Anzahl der Ortschaften: 7
  • Anzahl der Streusiedlungen: ca. 10
 

Vorhandene wesentliche Störungen

  • stellenweise intensive Landwirtschaft

Gebietsgröße: 17.000 ha

 

Landschaftsräume

Nordwestliche Gäuplatten (9)
 

Berührte Kreise

Heilbronn, Ludwigsburg, Enzkreis, Karlsruhe (Regierungsbezirke Stuttgart und Karlsruhe)
 

Großflächige Naturschutzziele

  • Erhaltung und naturnahe Entwicklung repräsentativer Waldbestände mit Schwerpunkten im Strom- und Heuchelberg und im westlichen Kraichgau
 

Weitere Naturschutzziele

  • Erhaltung und Förderung von Streuobst und extensiver Grünlandnutzung
  • Sicherung und naturnahe Entwicklung von Quellen und Fließgewässern mit ihren Uferbereichen
  • Erhaltung von Magerrasen und nichtbereinigten Weinbergen mit Trockenmauern sowie Sicherung und natürliche Entwicklung von Weinbergsbrachen
  • Erhaltung von Feuchtwiesen, Rieden, Bruchwäldern und Stillgewässern
  • Vorsorgliche Sicherung von Erholungsfreiräumen
  • Sicherung eines Kulturdenkmals (Eppinger Linie)

Das Gebiet ist als typische Keuperberglandschaft typisch / einmalig für Baden-Württemberg.

 

Kurzbeschreibung

Das Gebiet liegt im Naturpark Stromberg-Heuchelberg und beansprucht mit ca. 17 000 ha mehr als die Hälfte der gesamten Parkfläche. Es umfaßt die wärmeliebenden Eichen-Hainbuchenwälder des zentralen Strombergs und den Übergangsbereich in den Kraichgau. Das Gebiet ist repräsentativ für Keuperberggebiete in ganz Baden-Württemberg. Es bietet ein hohes Maß an landschaftlicher Vielfalt: bewaldete, im Westteil zusammenhängende, nach SO fächerartig auseinandergehende, langgestreckte Höhenrücken, dazwischen die eingesenkten Täler mit meist oben zerschluchteten und nach unten flacher werdenden Hängen. Dieser Standortsvielfalt entspricht die Vielfalt an Landnutzungen: Eichen-Buchen- und Hainbuchen-Mischwald mit einigen Fichten auf Schattenhängen und Hochflächen, Weinberge an den Südhängen, Talauen mit Grünland, landwirtschaftlich bewirtschaftetes Gelände auf der Ebene.
 

Ortschaften/Streusiedlungen

  • Anzahl der Ortschaften: ca. 10
  • Anzahl der Streusiedlungen: einzelne
 

Vorhandene wesentliche Störungen

  • Rückhaltebecken mit Erholungsbetrieb
  • Freizeitpark Tripstrill
  • Christbaumkulturen

Gebietsgröße: 48.400 ha

 

Landschaftsräume

Nordöstliche Gäuplatten (10)
 

Berührte Kreise

Hohenlohekreis, Schwäbisch Hall, Main-Tauber-Kreis, Neckar-Odenwald-Kreis (Regierungsbezirke Stuttgart und Karlsruhe)
 

Großflächige Naturschutzziele

  • Erhaltung der Tallandschaften von Kocher und Jagst sowie extensive Nutzung ihrer Kulturbiotope und natürliche/naturnahe Entwicklung der Weinbergsbrachen
  • Erhaltung und naturnahe Entwicklung repräsentativer Waldbestände (Buchenwälder, Eichen-Hainbuchenwälder, z. T. wärmeliebend)
  • Erhaltung und natürliche Entwicklung bzw. extensive Nutzung der Trockenstandorte im Bauland und Tauberland
  • Erhaltung und Förderung von Streuobst und extensiver Grünlandnutzung
 

Weitere Naturschutzziele

  • Erhaltung, Entwicklung und Wiederherstellung von Hecken und Feldgehölzen, insbesondere in intensiv ackerbaulich genutzten Bereichen
  • Natürliche/naturnahe Entwicklung von Fließgewässern mit ihren Uferbereichen und Extensivierung der Talauen (u.a. Kocher, Bühler)
  • Erhaltung von Stillgewässern (Weiher und Teiche) und Rieden
  • Erhaltung der Brutmöglichkeit gefährdeter Vogelarten (u.a. Eisvogel)
  • Boden- und Grundwasserschutz
  • Erhaltung des Landschaftsbilds und Erholungsvorsorge
  • Erhaltung wertvoller Teile beweideter Wacholderheiden und ehemaliger Weinberglagen als typische Landschaft des Baulandes

Die Täler (Kocher, Jagst) sind vor allem wegen ihres Landschaftsbildes typisch / einmalig für Baden-Württemberg; das Taubertal ist eines der trockensten und wärmsten Gebiete Baden-Württembergs und weist einen seltenen Reichtum an xerophilen Tier- und Pflanzenarten auf.

 

Kurzbeschreibung

Die Tallandschaften von Kocher, Jagst und Tauber sind tief in den Muschelkalk der nordöstlichen Gäuplatten eingeschnitten, und alle drei Flüsse zeigen eine ausgeprägte Mäanderbildung mit Prall- und Gleithängen.

Die Täler sind gekennzeichnet durch extensive Nutzung als Wiesen, Obstwiesen und Magerrasen. An den Hängen findet man naturnahe Laubwälder verschiedenster Ausprägung (z. B. Trockenwälder, Kleebwälder) und als Kennzeichen eines früher weit verbreiteten Weinbaus Steinriegel, die floristisch und faunistisch reichhaltig sind. Auf den Bergkuppen insbesondere im Bereich der Tauber kommen trockene Eichen-Hainbuchenwälder vor, in denen Tierarten mit speziellen Biotopansprüchen (mediterrane Faunenelemente wie Ödlandschrecken, Schmetterlingshafte) und wärmetolerante, trockenresistente Pflanzen wie der Diptam zu finden sind.

Die Steilufer von Kocher und Jagst bieten für Eisvögel gute Brutmöglichkeiten (Verbreitungs-schwerpunkt). Bei Untermünkheim/Haagen befindet sich einer der letzten Standorte der Schachbrettblume.

Das abgegrenzte Gebiet umfaßt außerdem Bereiche des Baulands und damit den östlichsten Teil - etwa 1.200 ha - des Naturparks Neckartal-Odenwald. In diesem Gebiet sind enthalten: repräsentative Waldbestände der wärmeliebenden Buchen- und Eichen-Hainbuchenwälder, Weinbergsbrachen, Sukzessionsbestände jeden Alters, teilweise beweidete Wacholderheiden, Trockenhänge und mäßig frische bis trockene Wälder, landwirtschaftliche Nutzflächen mit Ackerwildkräutern, eingestreute Obstwiesen und entlang der Waldränder extensives Grünland. In den Tallagen dominiert intensiv genutztes Grünland.
 

Ortschaften/Streusiedlungen

  • Anzahl der Ortschaften: ca. 55
  • Anzahl der Streusiedlungen: ca. 40
 

Vorhandene wesentliche Störungen

  • A 6 Kochertalbrücke bei Geislingen
  • A 81 (Taubertal)
  • B 19 (Jagsttal)
  • B 27 (Taubertal, Bauland)
  • B 290 (Taubertal)
  • Uferverbau (Kocher, Jagst)
  • Freizeitnutzung z.B. Bootsfahrten, Kanufahrten, Angeln und Baden
  • Truppenübungsplatz Külsheim (neben Störungen aber auch weite unbeeinträchtigte Bereiche)
  • Nadelholzaufforstungen (Schwarzkiefer, Douglasie)
  • Siedlungsentwicklung (Talauen, Hänge)
  • Steinbrüche

Gebietsgröße: 79.100 ha

 

Landschaftsräume

Nordschwarzwald
 

Berührte Kreise

Enzkreis, Calw, Rastatt, Freudenstadt, Ortenaukreis (Regierungsbezirke Karlsruhe und Freiburg)
 

Großflächige Naturschutzziele

  • Erhaltung und natürliche/naturnahe Entwicklung (incl. Schaffung von Totalreservaten an geeigneten Stellen) von repräsentativen Waldbeständen (Tannen-Mischwälder, Tannen-Buchenwälder, Buchenwälder)
 

Weitere Naturschutzziele

  • Sicherung und natürliche Entwicklung (incl. Schaffung von Totalreservate) der Moore und Moorwälder
  • Erhaltung von Magerrasen und Bergwiesen
  • Sicherung der Kare, Felsen und Blockhalden und natürliche/naturnahe Entwicklung ihrer typischen Vegetation
  • Sicherung und Erhaltung der wichtigsten Bereiche mit Grindenvegetation und natürliche Entwicklung der in Sukzession befindlichen Bereiche
  • Natürliche/naturnahe Entwicklung der Fließgewässer (einschließlich Quellen) und ihrer Uferbereiche sowie extensive Nutzung der Wiesen in den Tallagen
  • Schutz und Erhaltung von Lebensräumen für zahlreiche schutzwürdige Tiere und Pflanzen (Auerhahn, Sperlingkauz, Zippammer, Wanderfalke, Sumpfbärlapp, Alpendost, u. a.)
  • Erhaltung kulturhistorisch wertvoller Landschaftsbilder wie die der Heustadelwiesen

Das Gebiet ist typisch / einmalig für Baden-Württemberg aufgrund seines hohen Waldflächenanteils, den zahlreichen Karseen und weil es die höchsten Erhebungen des Nordschwarzwaldes umfaßt. Außerdem handelt es sich um eine einzigartige Grinden- und Hochmoorlandschaft.

 

Kurzbeschreibung

Das östlich der Murg gelegene Teilgebiet umfaßt den Buntsandstein-Schwarzwald zwischen Murg im Westen und Großer Enz im Osten. Es ist mit Ausnahme der Talauen der großen Flüsse fast durchgehend bewaldet und weist trotz großer Fichten- und Kiefernbestände noch einen erheblichen Anteil naturnaher Buchen-Tannenwald-Reste auf. Die steilen Talhänge sind teilweise durch verlandete Kare und durch flächig ausgedehnte Blockhalden geprägt. Auf der Buntsandsteinhochfläche zwischen den Haupttälern sind - v.a. durch hohe Niederschläge bedingt - ausgedehnte Hochmoore entstanden, die noch offenen Kolkseen aufweisen (Wildsee, Hohlohsee) und zu den besterhaltensten Hochmooren Südwestdeutschlands zählen. Im Nordosten des Gebietes befinden sich die sogenannten Enzmissen, meist durch menschliche Eingriffe entstandene Vermoorungen unter Wald. An den dicht bewaldeten Steilhängen des Murgtals haben sich im Grundgebirgssockel durch Erosionsvorgänge zahlreiche offene Felsformationen gebildet, die zusammen mit lichten Gehölzgruppen (Eiche, Birke, Esche) wichtige Lebensräume für spezialisierte Insekten und für Felsenbrüter bilden und darüber hinaus das Landschaftsbild entscheidend prägen. Die Bach- und Talauen der Gewässer sind meist noch sehr naturnah und weisen eine ökologisch hochwertige Ufer- und Saumvegetation auf, die Lebensraum für eine große Anzahl gefährdeter Arten ist. Auch für das Teilgebiet westlich der Murg ist der hohe Waldanteil charakteristisch. In den höheren Lagen auf Buntsandstein dominieren Fichtenwälder, die in den tieferen Lagen in Fichten-Tannen-Buchen(-Bergahorn)-Mischwälder übergehen. Das Gebiet umfaßt wesentliche Teile des stellenweise über 1000 m ü. NN herausragenden Buntsandsteinrückens zwischen dem Steilabfall zur Oberrheinebene im Westen und dem Murgtal im Osten (Hornisgrunde 1164 m, Schliffkopf 1055 m, Ochsenkopf 1054 m, Bettelsmannskopf 1025 m, Mehliskopf 1009 m). Landschaftlich und ökologisch sehr bedeutsam sind die Grinden auf dem Buntsandsteinrücken und die teilweise noch verlandende Seen aufweisenden Kare (Mummelsee, Buhlbachsee, Wilder See, Schmursee, Blindsee bei Hundsbach) auf dem Ostabhang. Ökologisch hochwertig sind auch die zahlreichen Felsbildungen im Grundgebirgssockel (z.T. Felstürme mit ausgeprägter Wollsackverwitterung) gegen den Oberrheingraben hin.
 

Ortschaften/Streusiedlungen

  • Anzahl der Ortschaften: ca. 10
  • Anzahl der Streusiedlungen: ca. 50
 

Vorhandene wesentliche Störungen

  • B 500 (Touristenstraße: Schwarzwald-Hochstraße)
  • Überangebot an Parkplätzen auf dem Kaltenbronn und an der B 500
  • Übermäßiger Waldwegebau
  • Aufforstungen der Wiesentäler
  • Negative Auswirkungen des Massentourismus auf Pflanzen- und Tierwelt, vor allem im Bereich der Grinden, in den Hochmooren und an den Karseen
  • Stellenweise reine Fichtenbestände
  • Nährstoffeintrag in die Hochmoore

Gebietsgröße: 73.100 ha

 

Landschaftsräume

Mittlerer Schwarzwald (13)
 

Berührte Kreise

Ortenaukreis, Emmendingen, Rottweil, Schwarzwald-Baar-Kreis, Breisgau-Hochschwarzwald (Regierungsbezirk Freiburg)
 

Großflächige Naturschutzziele

  • Erhaltung und natürliche/naturnahe Entwicklung von repräsentativen Waldbeständen
  • Erhaltung des von extensiver Grünlandwirtschaft geprägten Landschaftsbildes durch Erhaltung und Förderung von extensiv genutztem Grünland
 

Weitere Naturschutzziele

  • Sicherung der Moore und Moorwälder
  • Natürliche/naturnahe Entwicklung der Fließgewässer mit ihren Uferbereichen und extensive Nutzung der Talwiesen
  • Sicherung der Felsen und Blockhalden und natürliche Entwicklung ihrer typischen Vegetation
  • Erhaltung einzelner Niederwälder
 

Kurzbeschreibung

Zahlreiche Täler, die weit in das Gebirge aus Graniten und Gneisen hineinreichen und in ihren Oberläufen zu eng eingeschnittenen Schluchten werden, prägen die Landschaft. Die Talhänge mit sehr großer Reliefenergie sind überwiegend bewaldet (Tannen-Buchen-Wald mit Fichtenforsten), die wärmebegünstigten Talungen werden noch in überwiegendem Maße landwirtschaftlich genutzt, wobei Grünland vorherrscht. Einen hohen Naturschutzwert haben strukturreiche Komplexe aus Magerweiden und niederwaldartigen Bereichen. Streusiedlungen und große Hofgüter mit hofeigenem Waldbesitz sind typisch für das Gebiet.

Auf der Hochfläche im Südostteil, die z. T. durch die Täler in schmale Riedel zerteilt ist, herrschen Nadelwälder vor. Die flachen, wenig eingesenkten Hochtäler sind häufig vermoort und werden wegen des ungünstigen Klimas vorwiegend als Grünland genutzt.

Das Gebiet umfaßt die höchsten Erhebungen des Mittleren Schwarzwaldes bis in eine Höhenlage von 1 200 m (Kandel, Rohrhardsberg, Brend).
 

Ortschaften/Streusiedlungen

  • Anzahl der Ortschaften: ca. 10
  • Anzahl der Streusiedlungen: ca. 50
 

Vorhandene wesentliche Störungen

  • Sommer- und Wintertourismus
  • Entwässerungen
  • Übermäßiger Waldwegebau
  • Aufforstungen der Wiesentäler

Gebietsgröße: 81.500 ha

 

Landschaftsräume

Südschwarzwald (14)
 

Berührte Kreise

Breisgau-Hochschwarzwald, Lörrach, Waldshut (Regierungsbezirk Freiburg)
 

Großflächige Naturschutzziele

  • Erhaltung des von extensiver Grünlandwirtschaft geprägten Landschaftsbildes durch Erhaltung und Förderung von extensiv genutztem Grünland
  • Erhaltung und natürliche/naturnahe Entwicklung von repräsentativen Waldbeständen der Tal- und Berglagen
 

Weitere Naturschutzziele

  • Sicherung der Moore und Moorwälder
  • Sicherung der natürlichen/naturnahen hochmontan-subalpinen Vegetationskomplexe
  • Natürliche/naturnahe Entwicklung der Fließgewässer mit ihren Uferbereichen und extensive Nutzung der Talwiesen
  • Sicherung der Kare, Felsen und Blockhalden sowie natürliche Entwicklung ihrer typischen Vegetation
  • Erhaltung des glazialmorphologischen Formenschatzes

Das Gebiet ist typisch / einmalig für Baden-Württemberg wegen der subalpinen Vegetationskomplexe, der altbäuerlichen Kulturlandschaft, des Reichtums an Mooren und der Eiszeitrelikte.

 

Kurzbeschreibung

Großflächiges, im kristallinen Grundgebirge (Gneise und Granite) gelegenes Gebiet, das den Hauptteil des Naturraums Südschwarzwald mit seinen höchsten Erhebungen (bis ca. 1 500 m) umfaßt.
 

Es ist in zwei auffällig unterschiedliche Landschaftstypen gegliedert:

  • den Kammschwarzwald im Westen mit seinen tief eingeschnittenen, steilen Tälern (z. B. Zastlertal, St. Wilhelmer Tal, Höllental, Wiesetal) und
  • den Hochflächenschwarzwald im Osten mit seinem nach Südosten abfallenden, danubischen Flachrelief.

Eine naturräumliche Untereinheit des Hochflächenschwarzwaldes ist der Hotzenwald. Er ist eine in mehreren Stufen von Nordwesten nach Südosten abfallende, reich bewegte Abdachungsfläche mit zum Teil größeren Vermoorungen. Die Hochfläche wird im Süden und Südosten von einigen steilen Tälern und Felsschluchten zerschnitten (Wehra, Alb, Schwarza, Schlücht).

Die Bereiche des westlichen Kammschwarzwaldes sind durch ein regenreiches, in den höchsten Lagen sehr kühles Klima gekennzeichnet. Auf den Hochflächen im Osten herrscht ein kaltes, subkontinental getöntes Gebirgsklima vor.

Das Südschwarzwaldgebiet weist einen überaus reichen glazialen Formenschatz (Kare, Zungenbecken, Endmoränenwälle, Grundmoränen) auf. An primärwaldfreien Standorten der Gipfellagen konnten einige reliktische, arktisch-alpin verbreitete Arten der Eiszeiten überdauern und sich z. T. sekundär ausbreiten.

Die eiszeitliche Überformung des Gebietes begünstigte die Entstehung zahlreicher Moortypen.

Der Waldanteil ist im gesamten Gebiet hoch, wobei der Nadelholzanteil von Westen nach Osten zunimmt. Entsprechend den standörtlichen Gegebenheiten überwiegt der Grünlandanteil den ackerbaulich genutzten Anteil bei weitem. Ein Großteil des Grünlands sind extensiv bewirtschaftete Allmendweiden (Flügelginsterweiden, Borstgrasrasen).

Das abwechslungsreiche Mosaik aus Wald, größeren Weiden, Wiesen und kleinen eingestreuten Ackerflächen sowie Mooren charakterisiert die gewachsene bäuerliche, besonders erhaltenswerte Kulturlandschaft.
 

Ortschaften/Streusiedlungen

  • Anzahl der Ortschaften: 52
  • Anzahl der Streusiedlungen: 27
 

Vorhandene wesentliche Störungen

  • Tourismus, mit besonders negativen Auswirkungen im Bereich Feldberg und Belchen
  • Aufforstung extensiven Grünlands
  • Waldsterben

Gebietsgröße: 13.600 ha

 

Landschaftsräume

Hochrhein Dinkelberg (15)
 

Berührte Kreise

Lörrach, Waldshut (Regierungsbezirk Freiburg)
 

Großflächige Naturschutzziele

  • Erhaltung und natürliche/naturnahe Entwicklung von repräsentativen Waldbeständen
 

Weitere Naturschutzziele

  • Erhaltung und Förderung von extensiv genutztem Grünland und Streuobst
  • Sicherung der Dolinen, Tobel und Klingen
  • Natürliche/naturnahe Entwicklung der Steinbrüche

Das Gebiet ist typisch / einmalig für Baden-Württemberg aufgrund des hohen Anteils an naturnahen, wärmeliebenden Laubwäldern; mehrere Arten (z. B. Daphne laureola, Buxus sempervirens) befinden sich hier an ihrer Verbreitungsgrenze.
 

Kurzbeschreibung

Der Dinkelberg ist ein zwischen 400 und 500 m ü. NN gelegenes Schollengebirge im Muschelkalk und Keuper und liegt am Südrand des Schwarzwaldes.
 

Das Gebiet ist klimatisch begünstigt (8-9°C Jahresmitteltemperatur) und mit 1100 - 1300 mm Jahresniederschlag relativ niederschlagsreich. Der Wald mit einem Gesamtflächenanteil von ca. 50 % stockt meist auf den Keuperböden und anderen ärmeren Standorten.

Die Täler werden als Grünland genutzt; Ackerbau wird an den wärmeren Hängen und auf den Kuppen betrieben.

Am Süd- und Südwestabhang sind z. T. großflächig wärmeliebende Waldgesellschaften und kleinflächig auch Halbtrockenrasen ausgebildet. Einige Arten befinden sich hier an ihrer nordöstlichen Verbreitungsgrenze (z. B. Daphne laureola, Buxus sempervirens).

Die Streuobstgebiete des Dinkelbergs und Tüllinger Bergs sind ornithologisch besonders wertvoll (Rotkopfwürger, Zaunammer, verschiedene Spechtarten).
 

Ortschaften/Streusiedlungen

  • Anzahl der Ortschaften: 10
  • Anzahl der Streusiedlungen: 1
 

Vorhandene wesentliche Störungen

  • A 98 Lörrach - Autobahnanschlußstelle Lörrach-Inzlingen sowie deren weiterer geplanter Ausbau in Richtung Konstanz
  • Zahlreiche Hochspannungsleitungen
  • z. T. intensive landwirtschaftliche Nutzung
  • Siedlungserweiterung im Bereich Lörrach

Gebietsgröße: 9.200 ha

 

Landschaftsräume

Kaiserstuhl (18)
 

Berührte Kreise

Emmendingen, Breisgau-Hochschwarzwald (Regierungsbezirk Freiburg)
 

Großflächige Naturschutzziele

  • Erhaltung und natürliche/naturnahe Entwicklung repräsentativer Waldbestände und Fortführung von Nieder- und Mittelwaldwirtschaft an geeigneten Stellen
  • Sicherung und Erhaltung der zusammenhängenden großen Halbtrockenrasen und Trockenrasen-Gebiete
 

Weitere Naturschutzziele

  • Sicherung und natürliche/naturnahe Entwicklung der übrigen Trockenstandorte
  • Erhaltung der Hohlwege und Lößwände
  • Natürliche/naturnahe Entwicklung von Brachflächen und Lößböschungen
  • Natürliche/naturnahe Entwicklung der Steinbrüche
  • Erhaltung des Landschaftsbildes
  • Erhaltung kleinterrassierter Weinberge
  • Erhaltung wichtiger Zeugnisse des Kaiserstuhl-Vulkanismus

Das Gebiet ist typisch / einmalig für Baden-Württemberg aufgrund des Vorkommens zahlreicher pontischer und mediterraner Florenelemente.

 

Kurzbeschreibung

Der Kaiserstuhl ist ein kleines, inselartiges Gebirge mit einer einmaligen Sonderrolle in der Landschaft der Oberrheinebene. Sein geologischer Unterbau besteht vorwiegend aus vulkanischen Gesteinen. Die Gesteine sind großflächig von einer Lößdecke überzogen.

Die Landschaft des Kaiserstuhls ist in die Vulkankuppenlandschaft des West-Kaiserstuhls, den höheren Zentral-Kaiserstuhl und in die vorbergähnliche Platten- und Riedellandschaft des Ost-Kaiserstuhls gegliedert.

Lößböden und warmes Klima sind bezeichnend.

In höheren Lagen sind Flaumeichenwälder mit ihren Saumgesellschaften, Eichen-Hainbuchenwälder und ehemalige Niederwälder, sowie Felsfluren, Trocken- und Halbtrockenrasen entwickelt. Zahlreiche Arten aus dem südosteuropäischen Steppengebiet und dem mediterranen Raum stellen extra-zonale Relikte einer vor 8 000 - 11 000 Jahren eingewanderten, lichtbedürftigen und trockenresistenten Vegetation dar.

Das Bild der bäuerlichen Kulturlandschaft im Altsiedelland Kaiserstuhl wird geprägt durch die Sonderkulturen Wein- und Obstbau.

In die gewachsenen kleinräumigen Weinbergsstrukturen sind Hohlwege, artenreiche Böschungen und Lößwände eingestreut.
 

Ortschaften/Streusiedlungen

  • Anzahl der Ortschaften: 7
  • Anzahl der Streusiedlungen: 2
 

Vorhandene wesentliche Störungen

  • Flurbereinigte Großterrassen
  • Intensive Bewirtschaftung der Weinberge und Obstanlagen
  • Steinbrüche und ihre Erweiterungen

Gebietsgröße: 31.100 ha

 

Landschaftsräume

Mittlere Oberrheinniederterrasse (19)
 

Berührte Kreise

Ortenaukreis (Regierungsbezirk Freiburg)
 

Großflächige Naturschutzziele

  • Erhaltung und natürliche/naturnahe Entwicklung repräsentativer Waldbestände der Niederterrasse
  • Erhaltung und Entwicklung zusammenhängender Grünlandflächen der Niederterrasse, vor allem im Überflutungsbereich von Oberflächengewässern der Kinzig-Murg-Rinne (Vogelbrutplätze)
 

Weitere Naturschutzziele

  • Erhaltung und Entwicklung von Hecken, Feldgehölzen und bachbegleitenden Gehölz- und Staudensäumen
 

Kurzbeschreibung

Das abgegrenzte Gebiet umfaßt die Niederungen von Unditz, Schutter, Kinzig und Rench im Bereich der dadurch größtenteils aufgelösten Rheinniederterrasse. Diese Niederungen sind Teil der Kinzig-Murr-Rinne, die noch während des Pleistozäns Wasser der Schwarzwaldflüsse sammelte und mehr oder weniger rheinparallel nach Norden führte.
 

Der geologische Untergrund besteht aus Rheinkiesen, die von sandigem bis tonigem Schwarzwaldmaterial überlagert und z. T. durchsetzt wurden. Im Gebiet wechseln oft großflächige, zusammenhängende Waldbestände - mit z. T. noch nassen Waldteilen (Eschen-Ulmen-Wälder) - mit überwiegend intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen.

Bis vor 20 - 30 Jahren dominierte die Grünlandnutzung (Wässerwirtschaft). Inzwischen wurde ein großer Anteil des Grünlands umgebrochen, so daß nun der Ackeranteil überwiegt.

Besonders wertvoll ist das Gebiet, weil hier Rohrweihe, Bekassine und eine größere Anzahl von Brachvögeln brüten.
 

Ortschaften/Streusiedlungen

  • Anzahl der Ortschaften: 6
  • Anzahl der Streusiedlungen: keine
 

Vorhandene wesentliche Störungen

  • Wiesenumbruch
  • Entwässerungsmaßnahmen
  • Falsche Baumartenwahl
  • Intensivlandwirtschaft

Gebietsgröße: 27.100 ha

 

Landschaftsräume

Nördliche Oberrhein-Niederung (21)
 

Berührte Kreise

Rastatt, Karlsruhe (Stadt- und Landkreis), Rhein-Neckar-Kreis, (Stadtkreis Mannheim)  (Regierungsbezirk Karlsruhe)
 

Großflächige Naturschutzziele

  • Erhaltung und natürliche/naturnahe Entwicklung der Überflutungsaue des Rheins mit ihrer typischen Vegetation unter Berücksichtigung der wichtigsten Vogelrastplätze und Auenrenaturierung in Teilbereichen (rheinseits Tulla-Damm) der Altaue
  • Erhaltung und natürliche/naturnahe Entwicklung repräsentativer Waldbestände (Eichen-Hainbuchwälder, Bruch- und Sumpfwälder, Traubenkirschen-Erlen-Eschenwälder) der Rheinniederung (landseits Tulla-Damm)
 

Weitere Naturschutzziele

  • Natürliche/naturnahe Entwicklung von Bächen und Gräben mit ihren Uferbereichen
  • Natürliche/naturnahe Entwicklung der Baggerseen und ihrer Uferbereiche
  • Erhaltung und Wiederherstellung von Grünland in Teilen der Rheinniederung
  • Erhaltung, Förderung bzw. Restaurierung des auetypischen Landschaftsbildes am Rhein
  • Grundwasserschutz


Das Gebiet ist typisch / einmalig für Baden-Württemberg (und auch für das Bundesgebiet) weil es den letzten unregulierten Alpenrandsee mit großflächigen Flachwasserzonen umfasst, die ein wichtiges Vogelrast- und Überwinterungsgebiet darstellen; einzigartig sind auch der glaziale Formenschatz im westlichen Bodenseegebiet (Drumlin-Landschaft) und die aus Basalten und Phonoliten aufgebauten Vulkankegel im Hegau.

 

Kurzbeschreibung

Der abgegrenzte Bereich umfasst sowohl die letzten Strecken rezenter Überflutungsaue des Rheines in Baden-Württemberg wie auch die durch den Oberrheinausbau seit Tulla sukzessive der natürlichen Überflutungsdynamik entzogenen Teile der Aue mit den in der Folgezeit entstandenen Ersatzbiotopen. Die ehemalige Morphodynamik des Rheins hat ein vielfältiges Standortmosaik geschaffen, so dass sich ein ebenso vielfältiges Biotop- und Artenspektrum entwickeln konnte. Das Biotopspektrum reicht von offenen Wasserflächen, Wasserpflanzengesellschaften, Verlandungsbereichen mit Röhrichten und Seggengesellschaften, Weich- und Hartholzauwälern über die Eichen-Hainbuchenwälder und Sumpfwälder der Randsenke bis hin zu Grünland- und Wiesengesellschaften unterschiedlicher Feuchtestufen.
Die Rheinaue zählt zu den artenreichsten Ökosystemen Mitteleuropas. Sie bietet stellenweise noch Arten Lebensräume, die aufgrund des Rückgangs natürlicher Fluß- und Stromauen in Mitteleuropa äußerst selten geworden sind (z.B. Wasserfarn, Wassernuß, Flußregenpfeifer). Große Bedeutung weist die Rheinniederung für die Vogelwelt auf, und zwar sowohl für eine Vielzahl heimischer Brutvögel wie auch als international bedeutsames Rast- und Überwinterungsgebiet für Wat- und Wasservögel.
Das abgegrenzte Gebiet umfasst sowohl Teile der ursprünglichen Furkationszone des Oberrheins (zwischen Iffezheim und Karlsruhe) wie auch die Mäanderzone mit ihren ausgeprägten, durch die Rheinkorrektur jedoch abgeschnittenen Stromschlingen (z.B. Rußheimer Altrhein, Ketscher Altrhein) nördlich von Karlsruhe.
 

Ortschaften/Streusiedlungen

  • Anzahl der Ortschaften: 10
  • Anzahl der Streusiedlungen: einzelne
 

Vorhandene wesentliche Störungen

  • Intensive Land- und Forstwirtschaft
  • Autobahn Hockenheim - Speyer
  • Neubaustrecke der Deutschen Bundesbahn
  • Wasserbau
  • Kiesabbau und seine Folgenutzungen
  • Siedlungs- und Erholungsdruck der Ballungsräume Karlsruhe und Mannheim