Der Gelbe Frauenschuh (Cypripedium calceolus) - attraktive Kesselfalle als Blüte

Die prachtvolle, leuchtend gelbe Blüte des Frauenschuhs beschreiben zu wollen, hieße sprichwörtlich Eulen nach Athen zu tragen – schließlich dürfte kaum jemand diese wohl attraktivste heimische Orchideenart nicht kennen.

Dazu gibt es zu viele Fotos von ihr – und auch (verwandte) Zuchtformen in den Blumenläden. In freier Natur einen Frauenschuh zu entdecken, ist allerdings weitaus schwieriger.

In Süddeutschland und hier insbesondere in einigen Naturschutzgebieten auf der Schwäbischen Alb hat man aber recht gute Chancen. Dort kann man dann feststellen, dass an besonders guten Standorten Cypripedium calceolus bis zu drei Blüten treiben kann – meist ist es jedoch nur eine.

Bemerkenswert ist auch die ausgeklügelte Befruchtung dieser komplexen Blüte, die sich bei genauerem Hinsehen als kesselförmige Falle für die Blütenbesucher entpuppt: Der glatte, glänzende Eingang ist nämlich äußert rutschig – und um durch die beiden seitlichen Auswege wieder ins Freie zu gelangen, müssen sich die Insekten am Geschlechtsapparat der Pflanze vorbeidrängen.

Bis aus dieser Zwangsbefruchtung dann allerdings ein blühfähiger neuer Frauenschuh entsteht, dauert es von der Keimung der Samen an etwa 15 Jahre. Dafür kann die Pflanze mit gelegentlich mehr als 20 Jahren auch ein beträchtliches Alter erreichen.

Wie können wir dieser Art helfen?
Baden-Württemberg kann sich glücklich schätzen: Europaweit gehören die Bestände auf der Schwäbischen Alb mit zu den bedeutenden Vorkommen des Frauenschuhs. Dabei haben sie sich in den vergangenen Jahren durch strengen Schutz lokal sogar wieder erholt. Generell wächst diese attraktive Halbschatten-Pflanze bevorzugt in lichten Wäldern auf kalkhaltigen Böden – ja sie gilt geradezu als Kennart der Orchideen-Buchenwäldern.

Doch auch am Rand von Kiefernwäldern sowie in Gebüschen kann man sie finden. Und das keineswegs nur auf der Schwäbischen Alb, sondern auch in anderen Gegenden Baden-Württembergs – dann allerdings meist in kleineren Beständen oder als Einzelpflanze.

Wer draußen in der Natur auf eine Frauenschuh-Orchidee trifft, kann diesen Fund ab sofort über die neue Artenmeldeplattform der LUBW in eine interaktive Karte eintragen. Die Bestände des Frauenschuhs sind in den letzten Jahren zurückgegangen.

Je genauer die Kenntnisse über die Vorkommen dieser Art sind, desto gezielter können Maßnahmen geplant werden. Machen Sie deshalb mit und melden Sie Ihre Funde hier! Neben der Meldemöglichkeit bieten die Internetseiten auch hilfreiche Bestimmungshinweise und weitere Informationen zu den Standortansprüchen und der Gefährdung.

Möchten Sie aktiv werden für den Gelben Frauenschuh?
Der strenge Schutz und die Ausweisung von Naturschutzgebieten, in denen der Frauenschuh vorkommt, haben dieser Orchidee gut getan. Respektieren Sie daher die Vorschriften!

Ausgraben würde sich auch gar nicht lohnen, denn im Garten verkümmert der Frauenschuh meist schnell, weil das Umfeld nicht stimmt. Freuen Sie sich daher einfach, wenn Sie die Gelegenheit bekommen, in der Natur auf eine der elegantesten Blütenpflanzen der heimischen Flora zu treffen.

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