Der Kiebitz (Vanellus vanellus) - fliegender Waschlappen mit kecker Federtolle

Kiebitz im FlugWer einen Kiebitz im Flug beobachtet, denkt unwillkürlich an einen fliegenden Waschlappen. Das mag sich zwar nicht sehr schmeichelhaft anhören, doch treffender kann man die Flugbewegungen des Vogels nicht beschreiben. Zugegebenermaßen sind aber die akrobatischen Einlagen, die Vanellus vanellus während seiner Balzflüge zum Besten gibt, wahrlich bewundernswert.

Besonders auffällig an dem taubengroßen Vogel ist zudem der keck nach hinten gerichtete, lange Federschopf am Kopf. Unverwechselbar ist auch die Gefiederfärbung: Aus der Ferne erscheint die Oberseite schwarz, aus der Nähe dunkel-metallisch-grün angehaucht. Und natürlich sein typischer Alarmruf, der dem Kiebitz seinen Namen gegeben hat: kiju-wit.

Wie können wir dieser Art helfen?
Ursprünglich bevorzugte der Kiebitz feuchtes Grünland, wozu insbesondere auch Überschwemmungsflächen zählen. Doch die sind im Zuge der intensivierten Landwirtschaft immer seltener geworden, auch in seinen typischen Lebensräumen am Oberrhein, im Donautal, in Oberschwaben und im Bodenseegebiet.

Und der Versuch, in einem Nest im Acker eine Familie zu gründen, scheitert oft genug kläglich. Daher sind die Bestände dieses Wiesenvogels jenseits aller natürlichen Bestandsschwankungen überall im Land stark rückläufig.Kiebitz

Das Wiesenschutzprogramm des Landes insbesondere in der Oberrheinebene nützt neben dem Kiebitz auch zahlreichen anderen Wiesenbrütern, so beispielsweise dem Brachvogel.

Möchten Sie aktiv werden für den Kiebitz?
Wenn Sie das Glück haben, einen Kiebitz zu sehen: stören Sie ihn und seine Brut nicht – auch nicht Ihr Hund, der vielleicht munter in der feuchten Wiese herumtollen möchte.

Will man die spärlichen Restvorkommen schützen, ist der Erhalt feuchter Wiesenflächen vordringlich: Wiedervernässung, Erhöhung des Grundwasserspiegels und extensive Nutzung von Feuchtgebieten.

Auch reich strukturiertes Kulturland mit ungenutzten Ackerrändern ist wertvoll – genau wie es hilft, in Ackerland umgebrochene ehemalige Auewiesen wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurückzuführen.

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