FrauenschuhFeuersalamander

LaubfroschWeinbergschneckeUmwelt-App BW

HirschkäferMännlicher Hirschkäfer im Flug

Der Hirschkäfer (Lucanus cervus) ist mit bis zu 8 cm Gesamtlänge die größte und imposanteste heimische Käferart. Die deutlich größeren Männchen haben einen breiten Kopf und kastanienbraune, geweihartige Oberkiefer. Auch Kümmerformen mit kurzen, spießartigen Oberkiefern sind bekannt.

Besonders auffällig sind die Männchen, wenn sie abends - fast aufrecht in der Luft stehend - durch lichte Wälder oder entlang von Waldrändern fliegen, um sogenannte Rendezvousplätze anzusteuern.

 

Weiblicher HirschkäferMaße und Zahlen

Entwicklungsdauer: etwa 5 - 7 JahreMännlicher Hirschkäfer
Flugzeit: Ende April bis Mitte August
Lebensdauer der Käfer: wenige Wochen

Lebensraum

Der Hirschkäfer ist vor allem in alten Laubwäldern - vorzugsweise mit Eichen - sowie an Waldrändern, Parks, Obstwiesen und Gärten mit einem möglichst hohen Anteil an alten und absterbenden Bäumen zu finden. Zur Entwicklung benötigen die Larven morsche Wurzelstöcke in mindestens 40 cm Tiefe.

Lebensweise

Eichen mit Leckstellen stellen die bevorzugten Rendezvousplätze der Hirschkäfer dar. Dort treffen sich beide Geschlechter, um austretende Baumsäfte zu lecken und sich zu paaren. Oft kämpfen mehrere Männchen um ein Weibchen, wobei größere Exemplare mit ihren Zangen kleinere Rivalen leichter aushebeln können und vom Baum werfen. Das siegreiche Männchen bewacht das Weibchen mehrere Tage, bis es zur Fortpflanzung kommt. Das Weibchen sucht z.B. morsche Stümpfe oder Wurzelbereiche noch lebender Eichen auf, die sich für die Entwicklung der Larven eignen und gräbt sich zur Eiablage bis zu einem Meter tief in die Erde ein. Zwei Wochen später schlüpfen die Larven. Sie ernähren sich von morschem, feuchten, verpilzten Holz, welches sie nach und nach in Humus verwandeln. Nach 5 bis 7 Jahren verlassen sie dann das Brutholz und verpuppen sich in sogenannten Puppenwiegen. Dies sind in der Erde angelegte Höhlungen, in denen die Larve aus Mulm und Erde einen Kokon fertigt. Noch im Herbst erfolgt die Umwandlung zum Käfer, der aber erst im nächsten Frühjahr an der Erdoberfläche erscheint.

Die Larve (linkes Bild, obere Reihe) ist leicht mit Engerlingen anderer Käferarten zu verwechseln. Eine männliche Puppe (rechtes Bild, obere Reihe) ist durch die Mandibeln bereits zu erkennen. Die Männchen (linkes Bild, untere Reihe) sind in ihrer Erscheinung typisch durch das "Geweih", die Weibchen (rechtes Bild, untere Reihe) sind deutlich unscheinbarer, jedoch u.a. durch ihre Größe unverwechselbar.

Gesamtverbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Hirschkäfers erstreckt sich von der Iberischen Halbinsel über fast ganz Europa bis in südöstliche Gebiete Russlands. Im Norden erreicht die Art das mittlere England und Südschweden, im Süden Sizilien und Griechenland. Die Art kommt auch im Kaukasus und im Nahen Osten vor. In Deutschland liegen die Verbreitungsschwerpunkte im Südwesten, Westen und in der Mitte. Die Art fehlt an den Küsten und in großen Teilen Bayerns.

Verbreitung in Baden-Württemberg

Die Art ist in Baden-Württemberg in den wärmebegünstigten niederen Lagen relativ weit verbreitet. Verbreitungsschwerpunkte sind die Oberrheinebene einschließlich der angrenzenden Vorberge des Schwarzwaldes sowie die Neckar-Tauber-Gäuplatten und das Schwäbische Keuper-Lias-Land. Im Südosten des Landes fehlt die Art dagegen fast völlig.

Bestandsentwicklung in Baden-Württemberg

Die Vorkommen in den Verbreitungsschwerpunkten sind stabil, in klimatisch ungünstigeren Bereichen sind Rückgänge möglich.

Gefährdungsursachen
  • tiefe Bodenbearbeitung
  • Einbringung nicht lebensraumtypischer Gehölze
  • Beseitigung von (alten) Baumstümpfen
  • Fällen alter, anbrüchiger Eichen
Schutzmaßnahmen
  • Erhaltung von liegendem, starken Totholz
  • Belassen von ausgewählten, alten Eichenbeständen in Parks und im Wald
  • Erhaltung sonstiger, ausgewählter starker Laubbäume und alter Obstbäume
  • Erhöhung des Anteils alter Eichen und Obstbäume; Eichen verstärkt in Alters- und Zerfallsphase überführen
  • Anwendung geeigneter Verjüngungsverfahren zur Sicherung der Eichenverjüngung
Schutzprojekte
Schutzstatus

Der Hirschkäfer ist in Deutschland seit 1935 gesetzlich geschützt und wird auf europäischer Ebene im Anhang II der FFH-Richtlinie geführt. In Deutschland wird die Art als stark gefährdet und in Baden-Württemberg als gefährdet eingestuft. Bestandsrückgänge der imposanten Tiere können seit der vorletzten Jahrhundertwende verzeichnet werden. Beeindruckende Begegnungen an alten Eichen mit 150 Tieren an einem einzelnen Baum sind wohl nur noch in alten Büchern zu finden, Hauptmangel stellt die Verfügbarkeit des passenden Larvensubstrates dar. Häufig sind die passenden Eichen nur noch in Waldrelikten oder alten Parks zu finden. Durch die Intensivierung von Forsten werden kränkelnde oder abgestorbene Bäume nicht toleriert und direkt entfernt. Auch die Zerschneidung von Waldgebieten fordert viele Kollisionsopfer.
Der Erhalt von alten Eichen in Wälder, Forsten und Parks sowie die Förderung von nachwachsenden Eichen schützt diesen einheimischen Käfer-Giganten vor dem Aussterben. Einen wichtigen Baustein zum Erhalt dieser imposanten Art stellt das Alt- und Totholzkonzept der FVA und der LUBW dar. 

 

Vergleich zwischen einem normal entwickelten Hirschkäfer und einer Kümmerform. Bei Entwicklung in morschen Pfählen und in Obstbäumen treten meist Kümmerformen ("ab. capreolus") auf.

 

FFH-Richtlinie

Die FFH-Richtlinie ist eine Naturschutz-Richtlinie der EU, deren Namen sich von Fauna (= Tiere), Flora (= Pflanzen) und Habitat (= Lebensraum) ableitet. Wesentliches Ziel dieser Richtlinie ist die Erhaltung der Biologischen Vielfalt durch den Aufbau eines Schutzgebietssystems. Neben der Ausweisung von Schutzgebieten (FFH-Gebieten) für Arten des Anhangs II wird der Erhaltungszustand dieser und der Arten des Anhangs IV und V überwacht.

Download Zusammenfassung

 

Der Hirschkäfer zählt zu den sehr einfach zu erkennenden Käferarten. Allein die Größe der Männchen von bis zu 8 cm ist unverkennbar. Jedoch gibt es immer wieder Fehlbestimmungen insbesondere von den weiblichen Hirschkäfern. Allerdings existieren einige einfache Merkmale, an denen man diese sicher bestimmen kann.

Die folgende Grafik zeigt die groben morphologischen Merkmale des Hirschkäfers.

Männliche Hirschkäfer sind unverwechselbar, die Weibchen können am ehesten mit dem nah verwandten Balkenschröter (Dorcus parallelipipedus) verwechselt werden.
Hirschkäfer-Weibchen können zwischen 25 bis 40 mm groß sein, der Balkenschröter dagegen liegt zwischen 18 und 32 mm. Damit überschneiden sie sich in ihrer Körpergröße, das heißt, dass ein Hirschkäfer-Weibchen nicht immer größer ist als ein Balkenschröter. Dennoch sind die beiden Arten gut auseinander zu halten, denn der Hirschkäfer hat kastanienbraune Flügeldecken, der Balkenschröter dagegen ist matt braunschwarz und sein Körper deutlich flacher. 
Als Expertendetail kann noch angemerkt werden, dass der Balkenschröter an den Schienen der Vorderbeine mehrere Längsrinnen besitzt, die der Hirschkäfer keinesfalls hat.

 

Sollten Sie sich bei der Bestimmung Ihres Fundes unsicher sein, laden Sie am besten ein Foto des Tieres bei der Fundmeldung mit hoch! Sollten Sie sich ganz unsicher sein, können Sie uns das Bild des Fundes auch per E-Mail schicken.

Hirschkäfer melden

Bitte melden Sie ihren Hirschkäferfund. So entsteht ein guter Überblick über die Verbreitung des größten heimischen Käfers. Jeder kann also mit einer gemeldeten Beobachtung dazu beitragen, diese gefährdete Art zu schützen, denn nur wenn wir wissen, wo die Tiere vorkommen, können wir sie auch erhalten.

Ob einzelnes Tier, Männchen, Weibchen, viele oder auch tote Tiere, jede Meldung ist wichtig! Häufig werden Beobachtungen nicht nur im Wald sondern z.B. im Garten, Parks, Streuobstwiesen, Friedhöfen oder entlang von Forstwegen gemacht. Sollten Sie in den letzten Jahren (bis 2006) Hirschkäfer gesehen haben, können Sie uns das natürlich auch melden.

Haben Sie noch eine Frage die Sie auf den Seiten nicht beantwortet bekommen oder ein Problem mit der Meldung eines Fundes, dann können Sie uns gern per E-Mail anschreiben.

Bitte beachten Sie: Hirschkäferfunde bitte nur melden und nicht sammeln!

Fotogalerie:

Übersichtskarte

Die grauen Vierecke zeigen die bekannten Fundorte des Hirschkäfers aus den Jahren 1990 bis 2013. Mit Icons werden Funde, die auf der Meldeplattform eingegeben wurden, dargestellt. Die schwarzen Icons zeigen die Funde, die 2017 eingegeben wurden. Die roten Icons sind die aktuell in 2018 eingegebenen Daten. Die Karte wird automatisch mit den neuen Funden ergänzt und aktualisiert somit auch bestehende Funde. Neu eingegebene Funde werden zeitnah geprüft.

GottesanbeterinEuropäische Gottesanbeterin

Die Europäische Gottesanbeterin (Mantis religiosa) ist die einzige heimische Gottesanbeterinnenart und trotz ihrer Körpergröße von bis zu 7,5cm ein echter Tarnungskünstler. Die Lauerjäger verharren minutenlang regungslos im Gras und warten auf Beute.

Gottesanbeterinnen sind durch ihre Fangbeine perfekt in ihre Umwelt eingenischt. Insbesondere die Männchen sind ausgewachsen sehr agil und können gut fliegen. 

Durch die Klimaveränderung im befindet sich die Art seit einigen Jahrzehnten in der Ausbreitung. Das Muster der Änderung ihrer Verbreitung gibt wichtige Rückschlüsse über verschiedene naturschutzfachliche Fragestellungen. 

Die Insektenordnung der Gottesanbeterinnen oder Fangschrecken besteht weltweit aus über 2400 Arten, von denen nur eine in Deutschland zu finden ist. Daher wird die bei uns heimische Art auch meist nur Gottesanbeterin genannt. Mantis religiosa wurde zum Insekt des Jahres 2017 gekürt. Das Kuratorium zum Insekt des Jahres hat auch Flyer und Poster heraus gegeben.

Maße und Zahlen

Entwicklungsdauer: 1 Jahr

Größe: Männchen bis zu 60mm, Weibchen bis zu 75mm

Lebensraum

Die Lebensraumansprüche der Art sind breit gefächert, limitierend ist besonders die Verfügbarkeit geeigneter Beutetiere. Insbesondere im Frühjahr, wenn die Larven aus dem Eipaket schlüpfen, müssen ausreichend Kleinstinsekten vorhanden sein. In Baden-Württemberg ist die Art vor allem in wärmebegünstigten Lebensräumen zu finden. Hierzu zählen neben trocken-warmen Wiesen auch Weinberge.

Lebensweise

Als opportunistischer Räuber kann die Gottesanbeterin alles fangen und fressen, was sich bewegt und etwas kleiner ist als sie selbst. Dabei stehen unterschiedlichste Insekten aber auch Eidechsen und kleine Schlangen oder junge Spitzmäuse auf dem Speiseplan. Die Fangschrecke lauert regungslos und ist gut getarnt, bei Bedarf kann sie dann aber in Sekundenbruchteilen zuschlagen.

Die Gottesanbeterinnen sind aufgrund ihres kannibalistischem Verhaltens insbesondere während der Paarung bekannt, allerdings ist dieses Verhalten bei der heimischen Art eher als Ausnahme zu bezeichnen. Wenige Tage nach der Paarung legt das Weibchen ein bis vier als Oothek bezeichnete schaumige Eipakete ab. Anfänglich weich, härtet es schnell aus und bietet den durchschnittlich 60-70 Eiern optimalen Schutz um u.a. kalte Temperaturen im Winter zu überstehen. Die Larven schlüpfen erst im Frühjahr des darauffolgenden Jahres. Die Tiere häuten sich sechs bis achtmal bis sie ausgewachsen sind. Die fertig entwickelten Tiere treten ab Juli auf und sind bis November in ihrem Lebensraum zu finden. Nach der Paarung bzw. der Eiablage sterben die adulten Tiere.

Entwicklungsweg einer Gottesanbeterin, angefangen bei der überwinternden Oothek (Bild links oben) über die wenige Millimeter größen Nymphen direkt nach dem Schlupf (Bild rechts oben). Die Tiere häuten sich dann einige Male, das Bild links unten zeigt ein fast ausgewachsenes Tier, bei dem die Flügelansätze bereits zu erkennen sind. Bis hin zu den ausgewachsenen Individuen. Im Bild rechts unten ist ein Weibchen zu erkennen, welches kurz vor der Ablage der Oothek steht. 

 

Gesamtverbreitung

Die ursprünglich aus Afrika stammende Art ist mittlerweile im gesamten Südeuropa flächendeckend verbreitet. In Eurasien findet man die Art nördlich des 46. Breitengrades nur noch lückig und in klimatisch begünstigten Regionen. In Westsibirien reicht die Verbreitung jedoch bis zum 55. Breitengrad. Die ersten Nachweise der Art in Deutschland stammen aus dem 18. Jahrhundert. Seit den 1990er Jahren kann eine vermehrte Ausbreitung in Deutschland festgestellt werden. Mittlerweile scheinen eine westliche Population die aus Frankreich eingewandert ist in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland zu existieren. Eine östliche Population in Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt scheint ursprünglich aus Tschechien zu stammen. Durch menschliche Verschleppung kommt die Art auch in Nordamerika vor.

Verbreitung in Baden-Württemberg

Die Art ist in Baden-Württemberg in der Oberrheinebene verbreitet, insbesondere in Südbaden. Die tatsächliche Verbreitung dürfte aber deutlich großflächiger sein.

Bestandentwicklung in BW

Da die wärmeliebende Art sehr unterschiedliche Lebensräume besiedeln kann und ihr die allgemeine Klimaveränderung in Mitteleuropa sehr zugute kommt, befindet sie sich in der Ausbreitung. Die Bestandsentwicklung kann somit als positiv bezeichnet werden.

Gefährdungsursachen

  • Pestizideinsatz
  • Verbuschung von Wiesen und Weiden
  • Nasskalte Frühjahre
  • Intensivnutzung von Wiesen

Schutzmaßnahmen

  • Extensive Nutzung von trockenwarmen Wiesen und Weiden
  • Förderung von artenreichem Offenland
  • Reduktion von Pflanzenschutzmitteleinsatz

Schutzstatus

Die Europäische Gottesanbeterin gehört zu den besonders geschützten Arten nach Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV).

 

Bei der Gottesanbeterin handelt es sich um eine leicht zu erkennende Art, die sich zum einen durch ihre Größe, aber auch durch ihre zu Fangbeinen umgebildeten Vorderbeine von allen anderen heimischen Arten unterscheidet. Auf den folgenden Bildern sind die charkteristischten Merkmale markiert und beschriftet. Es sei noch angemerkt, dass die Grundfarbe der Tiere variieren kann. Von einem satten grün bis zu einem beige können alle Farbvarianten auftreten.

 

Trotz ihrer Merkmale könnte es Verwechslungen mit den größeren Heuschrecken geben:

Gemeine Sichelschrecke (Phaneroptera falcata)Michael Waitzmann

Zwei Beispiele für Arten die mit der Gottesanbeterin verwechselt werden könnten. Auf dem ersten Bild ist die Gemeine Sichelschrecke (Phaneroptera falcata) zu sehen, die sich besonders durch ihre Größe von der Gottesanbeterin unterscheidet. Die erwachsenen Tiere messen ohne Flügel nur knapp 2cm. Auf dem zweiten Bild ist das deutlich größere Grüne Heupferd (Tettigonia viridissima) zu sehen, welches eine Körperlänge von knapp 4cm erreicht. Mißt man die Flügel mit, kann sie 7cm erreichen und ist somit durch die Größe am ehesten zu verwechseln. Beide Heuschreckenarten zeichnen sich allerdings durch lange und kräftige Hinterbeine aus, welche für das Sprungvermögen der Arten verantwortlich sind. Sprungbeine besitzen die Gottesanbeterinnen nicht. Weiterhin können die Heuschrecken keine Fangbeine vorweisen, die Vorderbeide weisen hier keine spezielle Anpassung auf.

 

Sollten Sie sich bei der Bestimmung Ihres Fundes unsicher sein, laden Sie am besten ein Foto des Tieres bei der Fundmeldung mit hoch! Sollten Sie sich ganz unsicher sein, können Sie uns das Bild des Fundes auch per schicken.

Gottesanbeterin: bitte melden!

Bitte melden Sie uns Funde oder Sichtungen von Gottesanbeterinnen. Durch die Sammlung dieser Daten entsteht ein guter Überblick über die aktuelle Verbreitung der einzigen heimischen Gottesanbeterin. 

Ob aktueller Nachweis oder eine älterere Sichtung, jede Meldung zählt!

Die Tiere sind fast unverwechselbar und können gut erkannt werden. Sie können aber auch gern ein Foto machen und es mit ihrem Fund heraufladen.

Haben Sie noch eine Frage die Sie auf den Seiten nicht beantwortet bekommen oder ein Problem mit der Meldung eines Fundes, dann können Sie uns gern per anschreiben.

Übersichtskarte

Die  Vierecke zeigen die bekannten Fundorte von Gottesanbeterinnen in den vergangenen Jahren. Mit Icons werden Funde, die auf der Meldeplattform eingegeben wurden, dargestellt. Die schwarzen Icons zeigen die Funde, welche 2017 gemacht wurden. Die roten Icons sind die aktuell in 2018 eingegebenen Daten. Die Karte wird automatisch mit den neuen Funden ergänzt und aktualisiert somit auch bestehende Funde. Neu eingegebene Funde werden zeitnah geprüft.

Feuersalamander

Der Feuersalamander (Salamandra salamandra) ist unser größter einheimischer Schwanzlurch. Durch seine sehr variable schwarz-gelbe Zeichnung ist er unverkennbar. Diese ist bei den erwachsenen Feuersalamandern wie bei einem Fingerabdruck für jedes Individuum einzigartig und unveränderlich.

Die Tiere sind zumeist dämmerungs- und nachtaktiv, jedoch sind sie auch an regnerischen Tagen unterwegs. Dieses Verhalten brachte ihnen dann auch den Namen "Regenmännchen" ein.

Informationsmaterial

Artikel im NaturschutzInfo, Heft 1/2016 (pdf, 0,5MB)

Maße und Zahlen

Gesamtlänge: 13,5 bis 17 cm (maximal 23 cm)
Gewicht:  16 bis 38 g (maximal 56 g)

Lebensraum

Idealen Landlebensraum findet der Feuersalamander bei uns in von Quellbächen durchzogenen Laub- und Mischwäldern. Bei Tag versteckt er sich in Erdlöchern, in Totholz, in Laub oder unter Steinen und Moos. Eine wichtige Rolle spielt die Feuchtigkeit in seinem Lebensraum, zum einen muss der Boden eine gewisse Menge an Feuchtigkeit aufweisen und zum anderen muss die Luftfeuchtigkeit stimmen, da die Tiere kaum vor Verdunstung geschützt sind. Bewohnt werden aber auch Höhlen und alte Stollen.

Die lebendgeborenen Larven der Feuersalamander entwickeln sich in möglichst ruhigen Abschnitten kleiner Bäche und Flüsse. Hier verstecken sie sich tagsüber und gehen zumeist im Dunkeln auf die Jagd nach Wasserinsekten.

Die Tiere überwintern an Land und suchen dort ähnliche Schlupfwinkel wie bei ihren Tagesverstecken auf. Zur Überwinterung müssen diese frostsicher sein.

Ein Video von Feuersalamandern in ihrem Lebensraum wurde uns freundlicherweise von Axel Hecker zur Verfügung gestellt. Hier können Sie es sich anschauen:

 

Lebensweise

Die ausschließlich an Land stattfindenden Paarungen, sind anders als bei den meisten anderen Amphibien fast während der gesamten jährlichen Aktivitätsperiode zu beobachten. Die befruchteten Eier und danach die Larven entwickeln sich im Weibchen. Es werden durchschnittlich 30 etwa drei cm große Larven in das Gewässer abgesetzt. Bis zum Abschluss der Metamorphose - der Entwicklung von der Larve zum jungen Salamander - vergehen nun 1,5 bis 4 Monate.
Die erwachsenen Tiere wie auch deren Larven sind Nahrungsgeneralisten. Sie machen Jagd auf alle Tiere die sie größenmäßig überwältigen können. Ein Großteil der Molchnahrung besteht aus Schnecken, es werden aber auch Insekten und andere Gliedertiere angenommen.

Gesamtverbreitung

Der Feuersalamander ist über weite Teile West-, Mittel- und Südeuropas verbreitet. Die östliche Verbreitungsgrenze läuft etwa entlang der deutschen Mittelgebirge, so, dass Teile Nord- und Ostdeutschlands außerhalb des Verbreitungsareals liegen. In den Mittelgebirgen findet sich ein Verbreitungsschwerpunkt der Art in Deutschland.

Verbreitung in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg ist der Feuersalamander in allen Laub- und Laubmischwäldern mit kühlen Bächen flächig verbreitet. Jedoch finden sich auch einige Lücken in der Verbreitung. Im Oberrheintal, auf der Baar, im Taubergrund ist die Art nicht oder nur randlich zu finden. Des Weiteren fehlt die Art im Südosten des Landes gänzlich, hier wird von der "Allgäulücke" gesprochen, die sich nach Bayern, Österreich und die Schweiz weiter zieht.

Bestandsentwicklung in Baden-Württemberg

Landesweit scheinen die Bestände stabil zu sein, auch wenn es regional zu einigen Rückgängen kam.

Gefährdungsursachen
  • Einleiten von belasteten Abwässern
  • Ausbau von Quellen zur Trinkwassergewinnung
  • Veränderung des Wasserregimes (z.B. durch Drainierung im Umland)
  • künstliche Eingriffe in die Gewässer
  • Biozideinsatz auf nahe liegenden Landwirtschaftsflächen
  • künstlicher Fischbesatz im Gewässer
  • Lebensraumzerschneidung durch Straßen
  • Bsal - Batrachochytridium salamandrivorans (Hautpilz)
Schutzmaßnahmen
  • Förderung der Fließgewässerdynamik zur Schaffung von Primärhabitaten
  • Erhaltung der Landlebensräume (z.B. naturnahe Laub-Mischwälder)
  • Erhaltung bzw. Schaffung von Trittsteinhabitaten und Wanderkorridoren zur Vernetzung von Populationen
  • Entfernen von Besatzfischen aus Laichgewässern
  • Schaffung geeigneter Amphibienschutzanlagen auf Wanderrouten bei Straßenquerungen
  • Hygienemaßnahmen zur Vermeidung unbeabsichtigter Verbreitung von Pathogenen
Schutzprojekte
  • Art des Zielartenkonzepts Baden-Württemberg (Naturraumart)
  • Der Feuersalamander ist eine Art mit besonderer Verantwortung Deutschlands (zum BfN)

Der Feuersalamander ist wohl mit kaum einem anderen Tier zu verwechseln. Allein seine Färbung macht ihn in Mitteleuropa unverwechselbar. Schwarz mit gelbem Muster, so sehen die allermeisten Individuen dieser Art aus. Sehr selten können die Flecken rötlich sein und ebenfalls sehr selten gibt es Albinotiere, denen die schwarze Farbe fehlt. Das Streifen- und Fleckenmuster ist bei jedem Tier individuell und kann auch teilweise stark reduziert sein.

 

In Baden-Württemberg kommen fast ausschließlich Tiere mit gestreiftem Muster vor, dabei handelt es sich um die gestreifte Unterart S. salamandra terrestris. Die gefleckte Unterart heißt S. salamandra salamandra und ist wohl am ehesten im Main-Tauber-Kreis zu erwarten.

 

Die lebendgeborenen, rund 3 cm langen Larven haben äußere Kiemenbüschel und bereits vier Beine. An jedem Bein befindet sich ein gelblicher Fleck und der Kopf ist breiter als der Rumpf. Die Larven nehmen mit zunehmendem Alter bereits im Wasser die Färbung der erwachsenen Tiere an. Bei kleinen Larven ist die korrekte Bestimmung schwierig und kann am ehesten über den Lebensraum erfolgen.

Feuersalamander melden Durch die Sammlung von Funden entsteht ein guter Überblick über die aktuelle Verbreitung des größten heimischen Schwanzlurchs. Jeder kann also mit einem gemeldeten Fund dazu beitragen, diese immer seltener werdende Art zu schützen, denn nur, wenn wir wissen, wo die Tiere vorkommen, können wir sie auch erhalten.

Besonders in Laub- und Mischwälder mit naturnahen Bächen ist die Art anzutreffen, jede Meldung zählt!

Sollten Sie in den letzten Jahren (bis 2006) Feuersalamander gesehen haben, können Sie uns das natürlich auch melden.

Übersichtskarte

Die Vierecke zeigen das bisher bekannte Verbreitungsgebiet des Feuersalamanders. Die gelben Icons sind die aktuell eingegebenen Fundpunkte für die Art. Die schwarzen Icons zeigen Funde, welche 2017 gemacht wurden. Die gemeldeten Funde werden nach Prüfung auf dieser Karte angezeigt. Neu eingegebene Funde werden zeitnah geprüft.

Der Laubfrosch

Der Europäische Laubfrosch (Hyla arborea) ist unser kleinster einheimischer Frosch. Seine Haut ist glatt und glänzend, die Oberseite ist so leuchtend grün gefärbt, dass der Ausdruck „Laubfroschgrün" geprägt wurde. Laubfrösche sind gute Kletterer, die sogar an Glasscheiben haften können, da sie an Finger- und Zehenspitzen kleine, runde Haftballen besitzen. Früher wurde die Art oft in Einweckgläsern mit einer kleinen Leiter gehalten: kletterte der Frosch nach oben, so wurde sonniges Wetter erwartet, blieb er unten, so galt dies als Schlechtwettervorhersage.

Maße und Zahlen

Gesamtlänge: 3 bis 4 cm

Gewicht: ca. 6 g

Lebensraum

Der Laubfrosch bevorzugt Lebensräume mit hohem, schwankendem Grundwasserstand und gebüschreichem, ausgedehntem Feuchtgrünland. Er ist eine Charakterart heckenreicher, extensiv genutzter Wiesen- und Aue-landschaften. Seine Laichgewässer weisen flache Ufer und vertikale Strukturen wie Röhricht auf und sind gut besonnt. Die geeigneten Lebensräume reichen von naturnahen Flussauen über Teichlandschaften bis hin zu Kies- und Tongruben. Vollbeschattete Gewässer meidet er.

Lebensweise

Laubfrösche sind sowohl tag- als auch nachtaktiv. Im Laubwerk von Hochstauden, Sträuchern oder lichten Bäumen sonnen sie sich oder jagen nach Beute - im Sprung mit weit herausgeschleuderter Zunge. Auf ihrem Speisezettel stehen vor allem Fliegen, Käfer und Spinnen. Die Larven weiden vornehmlich Algen ab, gedeihen aber besser, wenn auch tierische Nahrung verfügbar ist. Zur Paarungszeit halten sich die Männchen in Gruppen im oder am Laichgewässer auf und versuchen nach Sonnenuntergang durch ihren Balzgesang Weibchen anzulocken. Die Rufe klingen wie „äpp-äpp-äpp", sind sehr laut und manchmal noch in einer Entfernung von über einem Kilometer hörbar. Die Eier werden in Form von walnussgroßen Laichballen an Wasserpflanzen abgelegt. Nach knapp einer Woche schlüpfen die Larven aus den Eiern, die Entwicklung von der Larve zum Jungfrosch dauert ca. 40 bis 90 Tage. Durch diese recht kurze Entwicklungsdauer ist die Art in der Lage, auch temporäre Gewässer zu besiedeln.

Gesamtverbreitung

Der Europäische Laubfrosch besiedelt weite Teile Europas und der Türkei. Im Westen reicht das Verbreitungsgebiet bis an die Atlantikküste, im Osten bis weit in die Ukraine und in den Kaukasus. Die nördlichsten Vorkommen finden sich in Dänemark und Südschweden, die südlichsten auf Kreta. Im westlichen Mittelmeerraum wird die Art durch andere, nahe verwandte Arten ersetzt. In Deutschland ist der Europäische Laubfrosch weit verbreitet, größere Verbreitungslücken bestehen jedoch im Nordwesten und Westen des Landes.

Verbreitung in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg liegen die Verbreitungsschwerpunkte der Art am Oberrhein und im Bodenseegebiet. Der Laubfrosch bevorzugt vor allem die tieferen Lagen, kann aber an geeigneten Standorten bis in Höhen von über 700 m ü. NN vorkommen.

Bestandsentwicklung in Baden-Württemberg

Landesweit sind die Bestände - vor allem im Oberrheingebiet - seit Jahrzehnten im Rückgang begriffen.

Gefährdungsursachen
  • Entwässerung von Feuchtgebieten (vor allem Auebereiche, Flachmoore)
  • Grundwasserabsenkung und Zerstörung der Dynamik in Flussauen (insbesondere Überschwemmungstümpel)
  • Zerschneidung der Lebensräume durch Wege- und Straßenbau
  • Tümpelverfüllung
  • Biozideinsatz
  • Fischbesatz in Laichgewässern
Schutzmaßnahmen
  • Förderung der Fließgewässerdynamik zur Schaffung von Primärhabitaten
  • Gewährleistung der fortwährenden Neuschaffung von Laichgewässern in Sekundärbiotopen wie Kies- und Tongruben bzw. Erhaltung von Gewässern auch nach Nutzungsaufgabe
  • Erhaltung der Landlebensräume (z.B. Nasswiesen, Röhrichte, Hochstauden, Hecken, lichte Auwälder)
  • Erhaltung bzw. Schaffung von Trittsteinhabitaten und Wanderkorridoren zur Vernetzung von Populationen
  • Entfernen von Besatzfischen aus Laichgewässern
Schutzprojekte
  • Umsetzung der FFH-Richtlinie
  • Art des 111-Arten-Korbs
  • Art des Zielartenkonzepts Baden-Württemberg

Die FFH-Richtlinie ist eine Naturschutz-Richtlinie der EU, deren Namen sich von Fauna (= Tiere), Flora (= Pflanzen) und Habitat (= Lebensraum) ableitet. Wesentliches Ziel dieser Richtlinie ist die Erhaltung der Biologischen Vielfalt durch den Aufbau eines Schutzgebietssystems. Neben der Ausweisung von Schutzgebieten (FFH-Gebieten) für Arten des Anhangs II wird der Erhaltungszustand dieser und der Arten des Anhangs IV und V überwacht.

Download Zusammenfassung

 

Sehr charakteristisch für den Laubfrosch ist sein Ruf. Viele kennen diesen, besonders wenn man in der Nähe von einem Vorkommen wohnt. Die Rufe sind besonders intensiv zur Hochphase der Paarungszeit  zu hören, dann teilweise auch am Tag, meist jedoch erst nach Sonnenuntergang.

Bitte hier klicken um den Laubfrosch zu hören...

 

 

 

 

Die Männchen besitzen an der Kehle eine Schallblase, die gelb-orange bis bräunlich gefärbt ist und womit sie zur Paarungszeit (Ende April bis Mitte Juni) die typischen Rufe erzeugen.

Neben dem Laubfrosch gibt es auch andere grüne Frösche! Hier besteht eine gewisse Verwechslungsgefahr!


Grünfrösche oder auch Wasserfrösche sind bei uns weitverbreitet und man findet sie in vielen verschiedenen Gewässertypen.
Die drei einheimischen Wasserfrösche sehen sich sehr ähnlich und rufen auch sehr ähnlich.

GruenfroschgesangDen typische Ruf von Grünfröschen identifiziert wohl jeder als Froschquaken. Er ist mit dem eher bellenden Rufen des Laubfrosches nicht zu verwechseln (siehe oben).

Teichfrosch und Seefrosch sind deutlich größer (8cm und mehr) und selbst der Kleine Wasserfrosch ist meist größer als ein Laubfrosch (über 4cm).

Anders als bei einem Laubfrosch besitzen die meisten Grünfrösche viele schwarze Flecken und Punkte auf der gesamten Oberfläche. Ihre Haut ist niemals glatt wie bei einem Laubfrosch sondern besitzt immer Warzen. Außerdem haben Wasserfrösche auch keine Haftscheiben an den Fingerspitzen und klettern niemals.

Weiterhin halten sich Wasserfrösche, wie man es von dem Namen schon erwarten kann, immer in Gewässernähe auf und sitzen auch außerhalb der Paarungszeit häufig im Wasser oder an den Gewässerrändern.

Sollten Sie sich bei der Bestimmung Ihres Fundes unsicher sein, laden Sie am besten ein Foto des Tieres bei der Fundmeldung mit hoch! Sollten Sie sich ganz unsicher sein, können Sie uns das Bild des Fundes auch per schicken.

 

Laubfrosch melden

Bitte melden Sie uns Funde von Laubfröschen. Durch die Sammlung dieser Daten entsteht ein guter Überblick über die Verbreitung des kleinsten heimischen Frosches. Jeder kann also mit einer gemeldeten Beobachtung dazu beitragen diese gefährdete Art zu schützen, denn nur wenn wir wissen, wo die Tiere vorkommen, können wir sie auch erhalten.

Ob einzelnes Tier, rufendes Männchen oder eine Gruppe Jungtiere, jede Meldung ist wichtig! Häufig werden Beobachtungen auf Spaziergängen entlang von kleinen Gewässern oder auch an Waldrändern gemacht. Der typische Ruf lässt genauso auf die Tiere zurückschließen wie eine Sichtung.

 

Übersichtskarte

Die grauen Vierecke zeigen die bekannten Fundorte des Laubfrosches aus den Jahren 1990 bis 2012. Mit Icons werden Funde, die auf der Meldeplattform eingegeben wurden, dargestellt. Die schwarzen Icons zeigen die Funde, die 2017 eingegeben wurden. Die grünen Icons sind die aktuell in 2018 eingegebenen Daten. Die Karte wird automatisch mit den neuen Funden ergänzt und aktualisiert somit auch bestehende Funde. Neu eingegebene Funde werden zeitnah geprüft.

Weinbergschnecke 

Die Weinbergschnecke (Helix pomatia) ist die größte heimische Landschnecke. Die Tiere sind in extensiven Kulturlandschaften typisch und u.a. in vielen Obst- und Weinanbaugebieten zu finden, daher wohl auch der Name.

Maße und Zahlen

Länge: bis 10 cm

Aktivitätszeit: Frühjahr bis Herbst
Lebensdauer: bis 8 Jahre (in Gefangenschaft deutlich mehr)

Lebensraum

Die Weinbergschnecke lebt vor allem in feuchten und schattigen Lebensräumen, dabei werden besonders kalkhaltige Böden bevorzugt. Die Art ist recht flexibel und besiedelt unterschiedlichste Habitate, hier sind u.a. Waldrändern, Ackerrändern, Streuobstwiesen, Friedhofe, Gärten und Parks zu nennen.

Entscheidend für die Besiedlung eines Lebensraumes sind das Vorhandensein von Nahrung, eine gewisse Luftfeuchtigkeit sowie die Möglichkeit Kalk aufzunehmen. Klimatisch verträgt die Art besonders Spätfröste sehr schlecht. Diese Merkmalskombination ist in Mitteleuropa in vielen Lebensräumen zu finden, daher ist sie weit verbreitet.

Lebensweise

Die Weinbergschnecke benutzt, so wie alle Landschnecken ihren muskulösen Fuß um zu kriechen und hinterlässt dabei eine feuchte Schleimspur. Sie besitzt zwei Paar Fühler, wobei die größeren je ein Auge tragen. Bei Gefahr kann sich das Tier komplett in sein Schneckenhaus zurückziehen.
Die Weinbergschnecke ernährt sich von Pflanzenteilen und Algen. Zur Nahrungsaufnahme besitzen alle Schnecken Raspelzungen (Radula). Diese umfasst bei der Weinbergschnecke etwa 40.000 Zähne umfasst. Damit wird die Nahrung ab geraspelt und aufgenommen.

Weinbergschnecken sind Zwitter, somit kann jedes Tier weibliche und männliche Keimzellen produzieren. Jedoch kann ein einzelnes Tier sich nicht selbst befruchten. Zur Paarung werden somit zwei Tiere benötigt. Hier gibt es als erstes ein Liebesspiel, bei dem sich die Tiere Fuß an Fuß gegenseitig Liebespfeile in den Körper rammen. Diese etwa einen Centimeter langen kalkigen Stäbe haben eine den Paarungsakt stimulierende Wirkung und erhöhen den Erfolg der Paarung. Nach vier bis sechs Wochen legen die Tiere 40 bis 60 Eier in ein selbst gegrabenes Erdloch. Die Nachkommen schlüpfen zwei Wochen später.

Vor Beginn des Winters beginnt die Weinbergschnecke sich mit ihrem Fuß im Boden zu vergraben. Hier hält sie Winterruhe. Als Schutz vor der Kälte produziert sie einen Kalkdeckel, der bei der Aktivierung im Frühjahr abgestoßen wird. Dieses sogenannte Epiphragma wird jeden Winter neu hergestellt.

Bei Wassermangel in den Sommermonaten können die Tiere in eine Trockenstarre verfallen. Dabei verschließen sie ihr Gehäuse um so Verdunstung zu vermeiden. Wenn in der Umgebung wieder genügend Feuchigkeit vorhanden ist, wird diese Starre aufgegeben. 

Gesamtverbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Weinbergschnecke reicht von Mitteleuropa im Westen bis nach Mittelfrankreich und Südengland, im Norden bis nach Südschweden und -norwegen. Im Osten bis nach Polen, Slowakei und Ungarn. Die südlichen Verbreitungsgrenze verläuft in Frankreich, Norditalien bis in den Balkan.

Verbreitung in Baden-Württemberg
Die Art ist fast überall in Baden-Württemberg verbreitet.
Bestandsentwicklung in Baden-Württemberg

In den letzten Jahren sind vielerorts Bestandsrückgänge zu verzeichnen, diese sind auf unterschiedliche Gründe zurückzuführen. Der massive Pestizid- und Insektizideinsatz ist sicherlich ein Grund. Übersauerung der Böden ein anderer. Das Sammeln der Schnecken ist auch nicht sehr förderlich für die Bestände gewesen, jedoch ist es seit den 90er Jahren verboten. 

 

Weinbergschnecken erkennt fast jeder. Sie sind allein durch ihre Größe unverkennbar und können mit keiner heimischen Schneckenart verwechselt werden. Die Darstellung erklärt die sichtbaren Körperteile der Weinbergschnecke.


Sollten Sie sich bei der Bestimmung Ihres Fundes unsicher sein, laden Sie am besten ein Foto des Tieres bei der Fundmeldung mit hoch! Sollten Sie sich ganz unsicher sein, können Sie uns das Bild des Fundes auch per schicken.

Weinbergschnecke melden

Durch die Sammlung dieser Daten entsteht ein guter Überblick über die aktuelle Verbreitung der größten heimischen Landschnecke. Jeder kann also mit einem gemeldeten Fund dazu beitragen diese immer seltener werdende Art zu schützen, denn nur, wenn wir wissen, wo die Tiere vorkommen, können wir sie auch erhalten.

Ob einzelne Schnecken oder viele auf einmal, jede Meldung zählt!

Sollten Sie in den letzten Jahren (bis 2006) Weinbergschnecken gesehen haben, können Sie uns das natürlich auch melden.

Übersichtskarte

Historisch ist die Weinbergschnecke beinah in ganz Baden-Württemberg verbreitet (nicht explizit in der Karte dargestellt). Mit Icons werden Funde, die auf der Meldeplattform eingegeben wurden, dargestellt. Die schwarzen Icons zeigen die Funde, die 2017 eingegeben wurden. Die blauen Icons sind die aktuell in 2018 eingegebenen Daten. Die Karte wird automatisch mit den neuen Funden ergänzt. Neu eingegebene Funde werden zeitnah geprüft.