Weinbergschnecke 

Die Weinbergschnecke (Helix pomatia) ist die größte heimische Landschnecke. Die Tiere sind in extensiven Kulturlandschaften typisch und u.a. in vielen Obst- und Weinanbaugebieten zu finden, daher wohl auch der Name.

Maße und Zahlen

Länge: bis 10 cm

Aktivitätszeit: Frühjahr bis Herbst
Lebensdauer: bis 8 Jahre (in Gefangenschaft deutlich mehr)

Lebensraum

Die Weinbergschnecke lebt vor allem in feuchten und schattigen Lebensräumen, dabei werden besonders kalkhaltige Böden bevorzugt. Die Art ist recht flexibel und besiedelt unterschiedlichste Habitate, hier sind u.a. Waldrändern, Ackerrändern, Streuobstwiesen, Friedhofe, Gärten und Parks zu nennen.

Entscheidend für die Besiedlung eines Lebensraumes sind das Vorhandensein von Nahrung, eine gewisse Luftfeuchtigkeit sowie die Möglichkeit Kalk aufzunehmen. Klimatisch verträgt die Art besonders Spätfröste sehr schlecht. Diese Merkmalskombination ist in Mitteleuropa in vielen Lebensräumen zu finden, daher ist sie weit verbreitet.

Lebensweise

Die Weinbergschnecke benutzt, so wie alle Landschnecken ihren muskulösen Fuß um zu kriechen und hinterlässt dabei eine feuchte Schleimspur. Sie besitzt zwei Paar Fühler, wobei die größeren je ein Auge tragen. Bei Gefahr kann sich das Tier komplett in sein Schneckenhaus zurückziehen.
Die Weinbergschnecke ernährt sich von Pflanzenteilen und Algen. Zur Nahrungsaufnahme besitzen alle Schnecken Raspelzungen (Radula). Diese umfasst bei der Weinbergschnecke etwa 40.000 Zähne umfasst. Damit wird die Nahrung ab geraspelt und aufgenommen.

Weinbergschnecken sind Zwitter, somit kann jedes Tier weibliche und männliche Keimzellen produzieren. Jedoch kann ein einzelnes Tier sich nicht selbst befruchten. Zur Paarung werden somit zwei Tiere benötigt. Hier gibt es als erstes ein Liebesspiel, bei dem sich die Tiere Fuß an Fuß gegenseitig Liebespfeile in den Körper rammen. Diese etwa einen Centimeter langen kalkigen Stäbe haben eine den Paarungsakt stimulierende Wirkung und erhöhen den Erfolg der Paarung. Nach vier bis sechs Wochen legen die Tiere 40 bis 60 Eier in ein selbst gegrabenes Erdloch. Die Nachkommen schlüpfen zwei Wochen später.

Vor Beginn des Winters beginnt die Weinbergschnecke sich mit ihrem Fuß im Boden zu vergraben. Hier hält sie Winterruhe. Als Schutz vor der Kälte produziert sie einen Kalkdeckel, der bei der Aktivierung im Frühjahr abgestoßen wird. Dieses sogenannte Epiphragma wird jeden Winter neu hergestellt.

Bei Wassermangel in den Sommermonaten können die Tiere in eine Trockenstarre verfallen. Dabei verschließen sie ihr Gehäuse um so Verdunstung zu vermeiden. Wenn in der Umgebung wieder genügend Feuchigkeit vorhanden ist, wird diese Starre aufgegeben. 

Gesamtverbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Weinbergschnecke reicht von Mitteleuropa im Westen bis nach Mittelfrankreich und Südengland, im Norden bis nach Südschweden und -norwegen. Im Osten bis nach Polen, Slowakei und Ungarn. Die südlichen Verbreitungsgrenze verläuft in Frankreich, Norditalien bis in den Balkan.

Verbreitung in Baden-Württemberg
Die Art ist fast überall in Baden-Württemberg verbreitet.
Bestandsentwicklung in Baden-Württemberg

In den letzten Jahren sind vielerorts Bestandsrückgänge zu verzeichnen, diese sind auf unterschiedliche Gründe zurückzuführen. Der massive Pestizid- und Insektizideinsatz ist sicherlich ein Grund. Übersauerung der Böden ein anderer. Das Sammeln der Schnecken ist auch nicht sehr förderlich für die Bestände gewesen, jedoch ist es seit den 90er Jahren verboten. 

 

Weinbergschnecken erkennt fast jeder. Sie sind allein durch ihre Größe unverkennbar und können mit keiner heimischen Schneckenart verwechselt werden. Die Darstellung erklärt die sichtbaren Körperteile der Weinbergschnecke.


Sollten Sie sich bei der Bestimmung Ihres Fundes unsicher sein, laden Sie am besten ein Foto des Tieres bei der Fundmeldung mit hoch! Sollten Sie sich ganz unsicher sein, können Sie uns das Bild des Fundes auch per schicken.

Weinbergschnecke melden

Durch die Sammlung dieser Daten entsteht ein guter Überblick über die aktuelle Verbreitung der größten heimischen Landschnecke. Jeder kann also mit einem gemeldeten Fund dazu beitragen diese immer seltener werdende Art zu schützen, denn nur, wenn wir wissen, wo die Tiere vorkommen, können wir sie auch erhalten.

Ob einzelne Schnecken oder viele auf einmal, jede Meldung zählt!

Sollten Sie in den letzten Jahren (bis 2006) Weinbergschnecken gesehen haben, können Sie uns das natürlich auch melden.

Haben Sie noch eine Frage die Sie auf den Seiten nicht beantwortet bekommen oder ein Problem mit der Meldung eines Fundes, dann können Sie uns gern per anschreiben.

Bisherige Fundorte von Weinbergschnecken