Der Mittelspecht (Dendrocopos medius) - Rotköpfchen mit Vorliebe für alte Eichen

MittelspechtMit seinem roten Scheitel und seinen schwarz-weißen Flügeldecken sieht der Mittelspecht ein bisschen so aus wie ein Buntspecht. Aber er ist ein wenig kleiner als dieser – und vor allem weitaus seltener: Nur 2.000 bis 2.500 Paare leben in Baden-Württemberg, was aber im bundesweiten Vergleich immerhin einen Anteil von etwa zehn Prozent bedeutet.

Vom Trommeln hält der Revierboss übrigens nicht allzu viel, er lockt Weibchen lieber mit einem typischen vier- bis achtmaligen quäk an. Und noch etwas zeichnet Dendrocopos medius aus: Er mag es rau, zumindest die Rinden der Bäume, in die er seine Nesthöhlen hackt und auf denen er sein Futter sucht.

Wie können wir dieser Art helfen?
Eine raue Borke – das ist das typische Kennzeichen für Eichen. Daher gilt der Mittelspecht als typische Leitart für alte Eichenwälder. Daneben findet man ihn auch in erlenbestandenen Auwäldern, ja gelegentlich sogar in großen, ruhigen Parkanlagen und – vor allem im Neckarraum – auch in Streuobstwiesen. Hauptsache, es gibt genügend alte Bäume mit rauer Borke. Daher ist der Erhalt alter Eichenwälder mit einem ausreichend hohen Anteil an Totholz vordringlich für seinen Schutz, am besten durch eine schonwaldartige Bewirtschaftung solcher Wälder.

Außerdem hilft es auch, wenn Streuobstwiesen nicht Neubaugebieten weichen müssen. Leider wurden in der Vergangenheit gerodete Eichenwälder bevorzugt durch schnell wachsende Nadelhölzer ersetzt.

Schnelle Besserung ist zwar noch nicht in Sicht, da beinahe überall im Land große Eichenbestände im Alter zwischen 120 und 180 Jahren fehlen. Unter Federführung der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) wird derzeit ein Altholz-Totholz-Habitatbaum-Projekt zur Integration von Höhlenbäumen in die naturnahe Waldwirtschaft entwickelt. Speziell im Life Projekt Hotzenwald erfolgt eine systematische Markierung aller Höhlenbäume im Wald.

Möchten Sie aktiv werden für den Mittelspecht?
Da der Mittelspecht vor allem auf alte Eichen angewiesen ist, unterstützen Sie nach Absprache den zuständigen Revierleiter bei der Kennzeichnung potenzieller Höhlenbäume, die bei forstwirtschaftlichen Maßnahmen unbedingt erhalten werden sollten. Sie können auch private Waldbesitzer auf die Bedeutung dieser Bäume für die Tierwelt hinweisen.

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