Die Nase (Chondrostoma nasus) - ein Weidegänger mit dicker Oberlippe

NaseEin Fisch mit Nase – das ist so bemerkenswert, dass die zu einem nasenartig dicken Vorbau vergrößerte Oberlippe Chondrostoma nasus ihren Namen gegeben hat: Nase. Aber auch der harte Unterkiefer hat es in sich: Mit einem solch schaberartigen Werkzeug kann dieser Weißfisch hervorragend die auf Steinen wachsenden Algen abweiden. Neben diesem Alltagsbrot frisst die Nase gelegentlich aber auch wirbellose Tierchen, die am flachen Gewässerboden leben. Solche „Weidegründe“ finden sich vor allem in den oberen und mittleren Regionen von größeren und kleinen Flüssen. Dort wurden die Nasen früher massenweise gefangen – am Rhein bei Basel sollen es an einem Tag sogar zehntausende gewesen sein.

Wie können wir dieser Art helfen?
Doch diese Zeiten sind längst vergangen. Zwar kommt die Nase auch heute noch überall in Baden-Württemberg vor. Aber als Massenfisch kann man diese eigentlich sehr gesellig und früher in Verbänden von hunderten oder gar tausenden Tieren lebende Art heute wahrlich nicht mehr bezeichnen. Die Abwasserbelastung der Gewässer hat ihr in der Vergangenheit stark zugesetzt. Noch mehr aber hat sie die Verbauung der Fließgewässer mit Wehren und Staustufen getroffen. Zum Ablaichen schwimmt die Nase im Frühjahr nämlich oft über weite Strecken in die Oberläufe ihrer Wohnflüsse und deren Nebengewässer. Wenn ihr dabei unüberwindliche Hindernisse im Wege sind, macht sich dies in Form einer deutlich verringerten Nachwuchsrate negativ bemerkbar.

Zum Schutz der Nase und anderer Flussfische, die zur Fortpflanzung auf Laichwanderungen in die Oberläufe der Gewässer und in Nebenflüsse angewiesen sind, wurden in den letzten Jahren an vielen Fließgewässern Renaturierungsmaßnahmen durchgeführt. Damit wurden vormals unüberwindbare Hindernisse wieder durchgängig gemacht. Diese Maßnahmen werden auch in den kommenden Jahren fortgeführt. Daneben wurde auf Initiative von Fischereivereinen begonnen, geeignete Flüsse mit Nasen zu besetzen und damit diese Fischart dort wieder anzusiedeln.

Möchten Sie aktiv werden für die Nase?
Eine flächendeckende Erholung der Nasenbestände ist erst zu erwarten, wenn die aktuell und ehemals besiedelten Lebensräume wieder naturnah und durchgängig sind. Durchaus kritisch ist in diesen Flussabschnitten die Nutzung des Wassers durch kleine Wasserkraftwerke zu sehen, werden doch dadurch oft Lebensräume der Nase beeinträchtigt. Am ehesten können Sie daher der Nase und anderen auf Wanderungen angewiesenen Arten helfen, wenn Sie sich für den Erhalt durchgängiger Gewässer einsetzen.

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