Die Rohrammer (Emberiza schoeniclus) - der „Spatz“ im Schilfrohr

RohrammerAuf dem ersten Blick erinnert die Rohrammer mit ihrem unscheinbaren, dunkelbraun gestreiften Gefieder an einen Sperling – und da Emberiza schoeniclus im Röhricht zu Hause ist, heißt dieser Vogel im Volksmund auch „Rohrspatz“.

Das sprichwörtliche "Schimpfen wie ein Rohrspatz" bezieht sich allerdings auf den Drosselrohrsänger, denn der stotternd-kratzende Gesang, den das Rohrammermännchen von einem exponierten Schilfhalm aus vorträgt, ist eine eher bescheidene Leistung.

Nur im Prachtkleid kann er mit seiner schwarzen Kopfmaske und dem aufgerichteten weißen Kragen Eindruck auf das schlichte Weibchen schinden.

Zur Balz können schon mal die Federn fliegen, denn sie besteht größtenteils aus einer schnellen Verfolgungsjagd, die häufig in einer heftigen Balgerei endet.

Bei Gefahr taucht die Rohrammer in die dichte Bodenvegetation ab. Hier baut sie auch, meist gut geschützt durch überhängende Halme und Blätter, ihr Nest, in das sie vier bis sechs mit Schlieren versehene Eier legt. In Baden-Württemberg überwintert die Rohrammer teilweise am Bodensee mit gemeinschaftlichen Schlafplätzen im Schilf.

Wie können wir dieser Art helfen?
Die Rohrammer ist ein Charaktervogel der feuchten Verlandungszonen. In den Auen der Flüsse, aber auch in den schilfreichen Großseggen- und Röhrichtbeständen der Seeufer fühlt sie sich zu Hause. Auch wenn sie noch nicht akut bedroht ist, gefährden Entwässerung und intensive Landwirtschaft ihre Bestände.

Andererseits profitiert sie in hohem Maß von brachgelegten Feuchtwiesen, Entwässerungsgräben und aufgelassenen Kiesgruben. Sobald hier die ersten Hochstauden und Röhrichte wachsen, hat sie einen neuen Lebensraum. Um die Rohrammer zu fördern, ist es wichtig, breite und dichte Schilfflächen entlang von Gewässern zu erhalten. Dieses Ziel will man an vielen Gewässern des Landes – so auch am Bodensee – mit Hilfe von Naturschutzgebieten und entsprechenden Schutzprogrammen für die Schilfgürtel erreichen.

Möchten Sie aktiv werden für die Rohrammer?
Zum Schutz der Rohrammer können vor allem die Angelfreunde beitragen, indem sie die Schilfstreifen am Gewässer nach Möglichkeit nicht betreten, sondern zum Angeln die vorhandenen Stege, Wege und schilffreien Uferbereiche nutzen.

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