Weite Sprünge, weite Wanderungen - der Springfrosch (Rana dalmatina)

SpringfroschZeige mir deine Beine und ich sage, wer du bist – so läuft die biologische Bestimmung beim Springfrosch.

Da er seinem Namen gerecht werden und mithin (bis zu zwei Meter!) weit springen will, braucht er lange Beine: Das Fersengelenk reicht denn auch deutlich über die Kopfspitze hinaus, wenn man das Bein vorsichtig entlang des Körpers nach vorne führt und den Fuß anwinkelt. Der ähnlich braun gefärbte Grasfrosch kann da nicht mithalten – sein Fußgelenk kommt nicht bis zur Schnauzenspitze.

Die langen Beine machen den Springfrosch auch zu einem ausgesprochen wanderfreudigen Gesellen. Außerhalb der recht kurzen Fortpflanzungszeit im zeitigen Frühjahr durchstreift er sein bevorzugtes Sommerdomizil: lichte und warme Laub- oder Laubmischwälder, wo er sich auch gerne an Waldrändern und in Lichtungen aufhält.

Wie können wir dieser Art helfen?
Solche Lebensräume finden sich bevorzugt als Auwäldern in Flussniederungen. Doch deren Zahl und Fläche hat in den vergangenen Jahrzehnten rapide abgenommen. So sind die Vorkommen des Springfrosches zunehmend isoliert und zersplittert, wobei hinzu kommt, dass es Rana dalmatina, wie der zoologische Name schon sagt, gerne warm hat. In Baden-Württemberg beschränken sich die Vorkommen im Wesentlichen auf die Oberrheinebene, das mittlere Neckartal, den westlichen Bodenseeraum und das Kraichgau.

Weil diese Art vor allem im Wald zu Hause ist, sind eine standortgemäße Waldbewirtschaftung sowie der Erhalt von Tümpeln und anderen Gewässern im Wald und in Waldnähe die wichtigsten Hilfsmaßnahmen. Dabei gilt, dass fischfreie Gewässer die besseren Laichgewässer sind. Wenn die Ränder entlang der Wälder und Waldwege reich an krautigen Abschnitten sind, dann stellen diese Strukturen besonders gute Wanderwege und Nahrungsgründe für den Springfrosch dar.

Möchten Sie aktiv werden für den Springfrosch?
Da Springfrösche wie andere Amphibien auch im Frühjahr Wanderungen durchführen, um zu ihren Laichgewässern zu gelangen, stellen Straßen für sie ein lebensgefährliches Hindernis dar.

Wenn Sie bei Aktionen zum Schutz der Amphibien-Laichwanderungen mitmachen, dann helfen Sie damit auch dem Springfrosch. Und wenn Sie Förster sind, lassen Sie die Vegetation entlang der Waldwege einfach stehen.

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