Gewässervermessung

Durch eine Vermessung wird das Gelände vor Ort aufgenommen, um es später in Karten darstellen oder in Modellen als Eingangsdatum nutzen zu können.

 

Für die Vermessung einer Landfläche stehen vielfältige Vermessungsmethoden zur Verfügung - "klassische" vor-Ort-Vermessungen, bei denen das aufzunehmende Gelände begangen wird und Punkte mit Vermessungsinstrument und Reflektor aufgenommen werden, oder "berührungslose" Methoden der Fernerkundung. Unter dem Begriff Fernerkundung wird sowohl die Luftbildauswertung als auch die Vermessung mit neuen Sensoren verstanden, die neben dem optischen Spektrum auch weitere Sensoren wie Infrarot-, Laser- oder Radarstrahlen nutzen.

Somit können auch Erkenntnisse über zum Beispiel Temperatur, Bewuchs oder Bodenfeuchte gewonnen werden.

Durch den technischen Fortschritt der Fernerkundungsinstrumente spielt es nahezu keine Rolle, ob diese Sensoren von Satelliten, Flugzeugen oder Drohnen aus eingesetzt werden, es ist eher eine Frage des Aufwandes, auf welchem Weg das gewünschte Ergebnis erreicht wird.

 

Der Gewässervermessung, bei der die Gewässersohle aufgenommen werden soll, steht diese Vielfalt der Vermessungsmethoden nicht zur Verfügung; im Besonderen viele Methoden der Fernerkundung  sind für die Gewässervermessung nicht oder nur eingeschränkt anwendbar.

Gewässer mit einer Wassertiefe kleiner als 2 m können mit Theodolit und Reflektor aufgenommen werden.
Bis zu einer Wassertiefe von maximal 8 m kann die Gewässersohle auch mit einem "grünen" Laserscanner aufgenommen werden. Dieser Laserscanner arbeitet mit einer angepassten Wellenlänge, so dass der Laserstrahl den Wasserspiegel durchdringen kann und einen Messimpuls der Gewässersohle erzeugt.
Für Gewässer größerer Tiefe steht die Echolotmessung zur Verfügung.

Neben der reinen Wassertiefe spielen weitere naturbedingte Gegebenheiten wie Fließgeschwindigkeit, Wellenschlag oder die Wassertrübung eine entscheidende Rolle bei der Auswahl der anwendbaren Messmethoden.

 

Grundsätzlich gilt dass vor einer Vermessung genau abzuwägen ist, welche Fachaufgaben zu erledigen sind. Diese bestimmen die Ansprüche an das Vermessungsergebnis wie Genauigkeit und Aufnahmepunktdichte. Bei der Gewässervermessung ist dies durch den erhöhten Aufwand und den wenigen verfügbaren Messmethoden besonders zu beachten.

 

Im Wasserbau findet vor allem die Darstellung einer Vermessung in Längs- und Querprofilen Verwendung. Für Fachaufgaben, die eine genauere Darstellung des Geländes und der Gewässersohle benötigen, werden immer häufiger Digitale Geländemodelle (DGM) erstellt. In einem DGM wird das Gelände durch unregelmäßig verteilte Einzelpunkte, durch ein gleichmäßiges Raster oder durch ein Punktnetz dargestellt. Hierdurch können große Gebiete bis ins Detail genau dargestellt werden, Voraussetzung dazu ist natürlich die entsprechend genaue und detaillierte Aufnahme der Situation vor Ort.

 

Der Leitfaden "Geodaten für die Wasserwirtschaft - Vermessung bis Datenservice" bietet der Wasserwirtschaftsverwaltung Baden-Württemberg die wichtigsten Grundlageinformationen zur Gewässervermessung und zur Verfügbarkeit amtlicher Geodaten.