Monatsberichte zu den Grundwasserverhältnissen
Inhalte mit Jahr 2026 .
Monatsbericht zu den Grundwasserverhältnissen April 2026
Fazit
Die Grundwasserstände und Quellschüttungen in Baden-Württemberg bewegen sich im April 2026 am Ende des hydrologischen Winterhalbjahres auf mittlerem bis leicht unterdurchschnittlichem Niveau. Die im März angebahnte rückläufige Tendenz der Grundwasserverhältnisse hat sich in der zweiten Hälfte des Bezugsmonats verstärkt. Die Sickerwasserraten haben deutlich abgenommen und die Neubildungsmenge entspricht im statistischen Monatsmittel unterdurchschnittlichen Verhältnissen. Der Oberboden ist im Laufe des Monats ausgetrocknet aber die tieferen Bodenschichten verfügen Anfang Mai nach wie vor über Wasservorräte. In den südöstlichen Landesteilen sind etliche Messstellen mit niedrigen Grundwasserständen zu verzeichnen, insbesondere im Illertal und in Teilen der Schwäbischen Alb. Engpässe in der öffentlichen Wasserversorgung sind aufgrund der aktuellen Beobachtungen nicht zu erwarten.
Vergleich zum Vormonat
Der April 2026 war in Baden-Württemberg ausgesprochen trocken mit beispielsweise 14 mm Niederschlag am Lysimeter Büchig. Der Neubildungsprozess hat im Laufe des Monats nachgelassen und lag im Monatsmittel deutlich unter den langjährigen Normalwerten. Die Grundwasserstände und Quellschüttungen waren überwiegend rückläufig, wobei insbesondere in der zweiten Monatshälfte vielerorts signifikante Rückgänge zu verzeichnen waren. Die beobachteten Veränderungen waren bereichsweise erheblich, wie etwa -1,55 m in der Heilbronner Mulde (GW-Nr. 0104/509-0), -2,26 m in den Ellwanger Bergen (GW-Nr. 0004/709-9) oder -3,79 m im Nordschwarzwald (GW-Nr. 3544/311-9). Die „wetterfühligen“ Quellschüttungen waren ausnahmslos rückläufig, mit z.B. -17,06 l/s an der Nächstquelle im Odenwald, GW-Nr. 0601/554-9 oder -204 l/s an der Bronnbachquelle in Rottenburg, GW-Nr. 0001/415-1. Mit einem Minus von -1.772 l/s ist die Schüttung des Blautopfs auf der Schwäbischen Alb signifikant zurückgegangen (GW-Nummer 0600/665-0). (Hinweis: der vieljährige Monatsmittelwert beträgt 2.918 l/s).
Vergleich zum Vorjahr
Zum Ende des hydrologischen Winterhalbjahrs liegen etwa normale Grundwasserverhältnisse vor. Trotz der jüngsten Rückgänge sind die Grundwasserstände im Jahresvergleich an der Mehrzahl der Messstellen (54%) immer noch höher als im Jahr 2025, beispielsweise im Donauried (+1,85 m, GW-Nr. 0102/714-6). Bei den Quellen halten sich Zu- und Abnahmen die Waage, wie etwa an der Gallusquelle in Veringenstadt (+28 l/s, GW-Nr. 0601/517-7) vs. der Fritzenwiesenquelle im Kraichgau (-0,45 l/s, GW-Nr. 0600/309-4). Mit einem Plus von rd. +547 l/s ist der Abfluss des Blautopfs höher als vor einem Jahr.
Prognose für den Folgemonat
Hohe Verdunstungswerte, der starke Wasserbedarf der Pflanzen in der Vegetationszeit sowie die rückläufige Bodenfeuchte bilden zunehmend limirierende Randbedingungen für den Neubildungsprozess. Die Sickerungen werden in den kommenden Wochen daher voraussichtlich nachlassen. Es ist in dieser Jahreszeit davon auszugehen, dass sich die Grundwasserverhältnisse rückläufig entwickeln werden, möglicherweise bis auf ein niedriges Niveau. Nasse Witterungsverhältnisse könnten den aktuellen Trend allerdings positiv beeinflussen.