Monatsberichte zu den Grundwasserverhältnissen
Inhalte mit Jahr 2026 .
Monatsbericht zu den Grundwasserverhältnissen August 2026
Fazit
Die seit März bestehende rückläufige Tendenz der Grundwasserverhältnisse hat sich im Bezugsmonat ununterbrochen fortgesetzt. Die Grundwasserstände und Quellschüttungen in Baden-Württemberg bewegen sich Ende August 2026 an etwa der Hälfte der Messstellen (49%) auf niedrigem Niveau. Die restlichen Messstellen bewegen sich im unteren Normalbereich auf teils sehr unterdurchschnittlichem Niveau. Die Grundwasserneubildung aus Niederschlägen findet seit Ende Juni 2026 nicht mehr statt aber in der zweiten Monatshälfte waren dennoch niederschlagsbedingte Stabilisierungen an einigen gewässernahen Messstellen zu beobachten. Großräumige Engpässe in der öffentlichen Wasserversorgung sind nicht zu erwarten, wobei die Wasserversorgungsunternehmen zunehmend Probleme mit der Deckung des Spitzenwasserbedarfs im Versorgungsgebiet bekommen könnten. Wasserknappheit könnte in Gebieten, die überwiegend mit Quellwasser versorgt werden, im weiteren Jahresverlauf auftreten.
Vergleich zum Vormonat
Der August 2026 war in Baden-Württemberg ungewöhnlich trocken (Quelle: DWD). Die rd. 27 mm gemessenen Niederschlag am Lysimeterstandort Büchig sind nach dem 19. August gefallen. Diese Situation ist repräsentativ für die landesweiten Verhältnisse. Der Neubildungsprozess ist seit Ende Juni 2026 außer Kraft. Die Grundwasserstände und Quellschüttungen waren an 87% der Messstellen rückläufig. Die gemessenen Veränderungen waren regional unterschiedlich, wie etwa -1,74 m auf der Ostalb (GW-Nr. 0102/714-0) oder -0,31 m im Neckarbecken (GW-Nummer 0324/510-3). Die Quellschüttungen waren rückläufig, mit z.B. -1,77 l/s am Jägerbrunnen in Freudenstadt, GW-Nr. 0001/265-0 oder -73 l/s an der Bronnbachquelle in Rottenburg, GW-Nr. 0001/415-1. Mit einem Minus von -94 l/s bewegt sich die Schüttung des Blautopfs auf der Schwäbischen Alb in der gleichen Größenordnung wie im Juli (GW-Nummer 0600/665-0). (Hinweis: der vieljährige Monatsmittelwert beträgt 1.265 l/s).
Vergleich zum Vorjahr
Die anhaltenden Rückgänge seit März haben dazu geführt, dass im Jahresvergleich an neun von zehn Messstellen (91%) niedrigere Verhältnisse als im Jahr 2025 vorliegen, beispielsweise in den Ellwanger Bergen (-0,92 m, GW-Nr. 0004/709-9). Bei den Quellen überwiegen ebenfalls die Rückgänge, wie etwa an der Gallusquelle auf der Schwäbischen Alb (-42 l/s, GW-Nr. 0601/517-7). Mit einem Plus von rd. +86 l/s ist der Abfluss des Blautopfs im Jahresvergleich geringfügig angestiegen.
Prognose für den Folgemonat
Es ist damit zu rechnen, dass der Neubildungsprozess erst im Herbst wieder anläuft und die Sickerungen ins Grundwasser bis dahin vollständig ausbleiben. Die Grundwasserstände dürften daher weiter fallen und die Flächen mit niedrigem Niveau in den kommenden Wochen weiter zunehmen. Die Grundwasserstände und Quellschüttungen bewegen sich derzeit noch nicht auf historisch niedrigem Niveau. Niedrigste Werte können im weiteren Verlauf an einzelnen Messstellen erreicht werden, falls die Trockenheit weiter anhält. Es ist möglich, dass Quellen mit kleinen Einzugsgebieten diesen Sommer erstmals versiegen könnten.