Monatsberichte zu den Grundwasserverhältnissen

Inhalte mit Jahr 2024 .

Monatsbericht zu den Grundwasserverhältnissen Februar 2024

Fazit

Infolge des stetigen Anstiegs seit November 2023 bewegen sich die Grundwasserstände und Quellschüttungen in Baden-Württemberg Ende Februar 2024 auf überdurchschnittlichem, jede vierte Messstelle auf hohem Niveau. Das bisherige Februarmaximum aus den letzten 30 Jahren wurde an fünf Messstellen gebrochen. Die Niederschläge waren im Landesmittel leicht überdurchschnittlich im Vergleich zu den langjährigen Mittelwerten aus der Referenzperiode 1991-2020. Die Grundwasserneubildung setzte sich im Bezugsmonat fort, wie aus den Beobachtungen am wägbaren Lysimeter Büchig hervorgeht. Die Grundwasserverhältnisse schwankten im Monatsmittel auf überdurchschnittlichem Niveau, besonders in Gewässernähe und in den Bereichen mit flurnahen Grundwasserspiegellagen. Bei den tiefen Grundwassermessstellen sowie im nördlichen Oberrheingraben waren die Verhältnisse permanent ansteigend, südlich der Schwäbische Alb jedoch örtlich rückläufig. Engpässe in der Wasserversorgung sind aufgrund der letzten Beobachtungen derzeit auszuschließen.

Vergleich zum Vormonat

Der Monat Januar war mit 57 mm Niederschlag am wägbaren Lysimeterstandort Büchig leicht überdurchschnittlich regenreich. Der Neubildungsprozess hat in allen Landesteilen und im gesamten Monatsverlauf angedauert und für weiterhin überdurchschnittliche Grundwasserverhältnisse gesorgt. Im Bezugsmonat wurden vielerorts Schwankungen auf hohem Niveau beobachtet, insbesondere in Gewässernähe und in den Bereichen mit flurnahen Grundwasserspiegellagen. Permanente Anstiege waren in den tiefen Grundwasserbereichen und im nördlichen Oberrheingraben zu verzeichnen, beispielsweise +17 cm in Forst (GW-Nr. 0152/308-7). Auch im südlichen Oberrheingraben und im Hochrheingebiet hat sich die Entspannung fortgesetzt (+9 cm in Eimeldingen, GW-Nr. 0131/23-0). Bereichsweise sind aber auch Rückgänge zu verzeichnen, insbesondere südlich der Schwäbischen Alb (-144 cm in Neufra, GW-Nr. 0100/517-0) und im unteren Iller-Riß-Gebiet (-33 cm in Egelsee, GW-Nr. 0150/769-7). Bei den wettersensiblen Quellschüttungen halten sich Zu- und Abnahmen die Waage, z.B. +0,7 l/s in Obergrombach, GW-Nr. 0600/309-4 vs. -49 l/s in Rottenburg, GW-Nr. 0001/415-0. Mit einem Minus von -74 l/s ist die Schüttung des Blautopfs nahezu unverändert (GW-Nummer 0600/665-0).

Vergleich zum Vorjahr

Sämtliche Grundwassermessstellen sind im Jahresvergleich angestiegen, beispielsweise in der Leutkircher Heide (+6,38 m, GW-Nr. 0145/771-8). Auf der Ostalb wird ein Anstieg von +11,56 m (GW-Nr. 0102/714-6), in der Oberen Gäue sogar deutlich mehr als 15 m an den Messstelle 2401/365-0 in Eutingen und 7003/412-1 in Grafenau gemessen. Die Quellen schütten ebenfalls mehr als im Januar 2023, wie etwa die Gallusquelle in Veringenstadt (+477 l/s, GW-Nr. 0001/415-1). Mit einem Plus von +1.630 l/s schüttet der Blautopf ebenfalls mehr als im vergangenen Jahr (Hinweis: der vieljährige Monatsmittelwert beträgt 3.293 l/s).

Prognose für den Folgemonat

Der Sickerungsprozess hat am Lysimeter Büchig im November eingesetzt und seitdem fortwährend angehalten. Die Böden sind zu Monatsbeginn wassergesättigt und die Grundwasserneubildung in vollem Gange. In den kommenden Wochen sind weitere Grundwasseranstiege in allen Landesteilen möglich.