Monatsberichte zu den Grundwasserverhältnissen
Inhalte mit Jahr 2026 .
Monatsbericht zu den Grundwasserverhältnissen Juni 2026
Fazit
Die Grundwasserstände und Quellschüttungen in Baden-Württemberg bewegen sich im Juni 2026 auf unterdurchschnittlichem Niveau. Bei knapp zwei Drittel der Messstellen befinden sich die Messergebnisse aber noch im unteren Normalbereich (64% der Messstellen), jede dritte Messstelle bewegt sich nicht mehr im Normalbereich, sondern auf niedrigem Niveau. Die seit März bestehende rückläufige Tendenz der Grundwasserverhältnisse hat sich fortgesetzt. Der Neubildungsprozess ist noch in Gang. Der Oberboden ist trocken, wobei die tiefere ungesättigte Bodenzone Anfang Juli noch über eine gewisse Restfeuchte verfügt. In den südöstlichen Landesteilen sind zahlreiche Messstellen mit niedrigen Grundwasserständen zu verzeichnen. Im Monatsvergleich hat sich die Situation besonders im Neckarbecken zugespitzt. Engpässe in der öffentlichen Wasserversorgung sind aufgrund der aktuellen Beobachtungen nicht zu erwarten.
Vergleich zum Vormonat
Der Juni 2026 war in Baden-Württemberg überwiegend trocken, wobei die Niederschläge etwas mehr als die Hälfte des Solls betrugen (Quelle: DWD). Der Neubildungsprozess hielt im Laufe des Monats noch an aber die Sickerwassermengen waren unerheblich. Die Grundwasserstände und Quellschüttungen waren rückläufig (an 97% der Messstellen). Die gemessenen Veränderungen waren regionsweise signifikant, wie etwa -4,13 m in der oberen Gäue (GW-Nr. 2401/365-0) oder -1,25 m im Bereich des Albvorlands (GW-Nummer 0032/515-0). Sämtliche Quellschüttungen waren rückläufig, mit z.B. -6,6 l/s am Jägerbrunnen in Freudenstadt, GW-Nr. 0001/265-0 oder -77 l/s an der Gallusquelle in Veringenstadt, GW-Nr. 0601/517-7. Mit einem Minus von -234 l/s ist die Schüttung des Blautopfs auf der Schwäbischen Alb geringfügig zurückgegangen (GW-Nummer 0600/665-0). (Hinweis: der vieljährige Monatsmittelwert beträgt 2.223 l/s).
Vergleich zum Vorjahr
Zu Beginn des hydrologischen Sommerhalbjahrs lagen unterdurchschnittliche Grundwasserverhältnisse vor. Die anhaltenden Rückgänge seit März haben dazu geführt, dass im Jahresvergleich an über zwei Drittel der Messstellen (69%) niedrigere Verhältnisse als im Jahr 2025 vorliegen, beispielsweise in der Leutkircher Heide (-1,03 m, GW-Nr. 0145/771-7). Bei den Quellen überwiegen ebenfalls die Rückgänge, wie etwa an der Hilsbachquelle im Kraichgau (-1,44 l/s, GW-Nr. 0600/407-7). Mit einem geringen Minus von rd. -216l/s bewegt sich der Abfluss des Blautopfs in der gleichen Größenordnung wie vor einem Jahr.
Prognose für den Folgemonat
Es ist damit zu rechnen, dass der Neubildungsprozess in den kommenden Wochen zum Stillstand kommt und die Sickerungen ins Grundwasser komplett ausbleiben. Es ist daher davon auszugehen, dass die Grundwasserstände weiter fallen und die Flächen mit niedrigem Niveau in den kommenden Wochen weiter zunehmen.