Projekt ERMES-Rhein 2016

Entwicklung der Ressource und Monitoring des Eintrags von Spurenstoffen in das Grundwasser des Oberrheingrabens

Im Rahmen des von der EU geförderten INTERREG-Projekts "ERMES" wurde die vierte Beprobungskampagne der Länderübergreifenden Bestandsaufnahme der Grundwasserqualität im Oberrheingraben seit 1997 durchgeführt. Gemeinsam mit den Projektpartnern aus der Schweiz, dem Elsass, aus Rheinland-Pfalz und Hessen wurden internationale Grundwasserdaten von 172 Parametern und Stoffen von 1500 Messstellen zusammengeführt, analysiert und ausgewertet. Das Projektgebiet untergliedert sich in einen elsässischen Teil auf französischem Gebiet, einen Teil der deutschen Projektpartner Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen sowie einem Teil der in der Schweiz gelegenen Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft.

Zusätzlich zum bisherigen Untersuchungsumfang mit geogenen und anthropogenen Stoffen wie Nitrat und Pflanzenschutzmittel standen diesmal "neuartige Spurenstoffe" im Focus: PSM-Metabolite, EDTA (Komplexbildner), per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC), Süßstoffe und Benzotriazole.

Die Ergebnisse des Projekts wurden am 15. November 2018 in Straßburg der Öffentlichkeit präsentiert:

  • Nitrat ist noch immer der Parameter mit den meisten Grenzwertüberschreitungen im oberflächennahen Grundwasser des Oberrheingrabens. Es ist keine nennenswerte Veränderung im grenzüberschreitenden Maßstab zu beobachten, außer in Baden-Württemberg, wo sich die Situation tendenziell leicht verbessert hat. In den als problematisch bekannten Bereichen sind die Konzentrationen weiterhin hoch. Die Hauptbelastungsursache ist nach wie vor die Landwirtschaft. 
  • Die Belastung im Untersuchungsgebiet mit Pflanzenschutzmitteln und ihren Abbauprodukten (nicht relevante Metabolite) ist flächendeckend. Hohe Konzentrationen wurden bei den 23 neuartigen Spurenstoffen, vor allem bei Metaboliten von Herbiziden nachgewiesen.
  • Per- und polyfluorierte Chemikalien wurden im gesamten Untersuchungsgebiet in geringen Konzentrationen nachgewiesen. Die Gebiete um Rastatt /Baden-Baden PFC-Karten Online sowie um den Flughafen Frankfurt weisen bekannte Belastungen des oberflächennahen Grundwassers mit PFC auf.
  • Die am stärksten mit pharmazeutischen Substanzen belasteten Gebiete befinden sich im Norden des Untersuchungsgebiets im Bereich infiltrierender Oberflächengewässer.
  • Nahrungsergänzungsmittel wie Süßstoffe (insbesondere Acesulfam) und Koffein wurden im gesamten Untersuchungsgebiet im Wesentlichen im Bereich infiltrierender Oberflächengewässer nachgewiesen.
  • Acesulfam (Süßstoff) und Carbamazepin (Arzneimittel) können als Indikatoren für Belastungen häuslichen Ursprungs herangezogen werden und zeigen mögliche Einflüsse von gereinigten und ungereinigten Abwässern auf das Grundwasser an.
  • Perchlorate wurden erstmals grenzüberschreitend analysiert und sind in geringen Konzentrationen im gesamten Untersuchungsgebiet vorhanden. Sie sind in Dünger, chlorhaltigen Desinfektions- und Bleichmitteln sowie in Arzneimitteln und Industriechemikalien enthalten und werden in der Pyrotechnik verwendet.

Zusätzlich wurden Maßnahmen zur Minderung der Belastung vorgeschlagen, die sich an politische Mandatsträger auf grenzüberschreitender, nationaler und lokaler Ebene richten, an Akteure aus der Wasserwirtschaft, Landwirtschaft und Industrie sowie an die breite Öffentlichkeit.

Weitere Informationen finden Sie auf den Internetseiten zu dem Projekt ERMES.