Freizeitlärm

Manche Zeitgenossen lieben es laut, etwa in der Diskothek. Doch ohrenbetäubende Geräusche nimmt unser Hörorgan auf Dauer übel. Zwar empfinden wir Lautstärke individuell unterschiedlich, doch unabhängig davon bedeuten hohe Schallpegel für das Ohr stets Schwerstarbeit. Wenn die eigentlichen Reizempfänger im Ohr, die Haarzellen, dauerbeschallt werden, besteht Überforderung. Schwerhörigkeit beginnt. Bereits knapp ein Drittel aller 20-Jährigen leidet unter einem deutlichen Hörverlust. Die Ursachen können im Dauerkonsum zu lauter Musik liegen. Auch von Diskotheken geht Gefahr für das Gehör aus: Hier werden mittlere Schallpegel von 100 bis 105 dB(A) erreicht, beim Rockkonzert sogar noch mehr. Im Vergleich dazu ist ein Rasenmäher ein Leisetreter.

Ein weiterer „Ohrkiller“ in der Freizeit sind Knalleffekte. Diese mögen an Silvester zwar Spaß machen – aber wem haben nach dem Feuerwerk nicht schon einmal die Ohren geklingelt? Böller sind gefährliche Impulslärmquellen, ähnlich Pistolenschüssen. Impulsschall ist heimtückischer als Dauerschall, da wir solche kurzen Lärmereignisse entweder gar nicht beachten oder sogar positiv bewerten. Schießlärm kann Spitzenpegel von mehr als 170 dB(A) am Ohr des Schützen erreichen. Schon ein einziger Schuss, Knall oder eine Explosion mit einem Schallpegel von 140 dB(A) schädigt das Innenohr. Dabei muss ein Knalltrauma nicht sofort auftreten. Meistens hören wir erst ein, zwei Stunden später so, als seien unsere Ohren in Watte verpackt. Dieses taube Gefühl geht zwar zurück, aber es bleibt oftmals ein Hörverlust.

Ein weiterer Aspekt der bei Freizeitaktivitäten entstehenden Geräusche ist deren Einwirkung auf die Umgebung. Auch wenn die Schallpegel etwa eines Open-Air-Festivals im benachbarten Wohnviertel keine unmittelbaren Hörschäden verursachen – sie können sehr wohl Störwirkungen entfalten. Freizeitaktivitäten unterliegen daher grundsätzlich lärmbegrenzenden Regelungen. Ausführliche Hinweise zur immissionsschutzrechtlichen Beurteilung von Freizeitlärm und von Bolzplätzen finden sich in diesem Schreiben des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg vom 03.09.2015 (pdf).

Weitere Tipps und Hinweise

  • Disko, Rockkonzerte und Motorsport-Veranstaltungen erreichen unsere akustische Schmerzgrenze. Deshalb nur in Maßen genießen und zum kurzfristigen Abschalten Ohrenstöpsel mitnehmen. Außerdem: Abstand zum Lautsprecher halten!
  • Der Schallpegel von Walkman und Discman ist häufig so hoch wie beim Presslufthammer. Deshalb: Achten Sie bewusst auf die Lautstärkeeinstellung.
  • Beim Häckseln, Motorsägen und ähnlich lauten Tätigkeiten sollten Sie einen Gehörschutz tragen. Das Gleiche gilt für Sportschützen und Jäger.
  • Wenn sich der Kauf von Silvesterfeuerwerk für Sie nicht vermeiden lässt, dann versuchen Sie, mehr auf die optischen Reize als auf die Knalleffekte zu setzen.
  • Kinder sollten laute Objekte vom Ohr fern halten. Kritisch sind: Zündplättchen-Pistolen, Trillerpfeifen und sogar manche Quietsch-Tiere.