Ergebnisse

 
 Die Ergebnisse der Geländearbeiten werden elektronisch erfasst und liegen dann in einer zentralen Datenbank vor, auf die sowohl die LUBW als auch die jeweiligen Landratsämter zugreifen können. Mit Hilfe des Umweltinformationssystems können umfangreiche Auswertungen auf Verwaltungsebene durchgeführt werden.

Jeder Bürgerin und jedem Bürger werden sowohl Sach- als auch Geodaten über den Daten- und Kartendienst der LUBW kostenlos zur Verfügung gestellt. Die genaue Lage der Biotope und Mähwiesen kann über diesen Dienst abgerufen und im Shape-Format heruntergeladen werden. Die Sachdaten, wie Beschreibungen oder Artenlisten, werden auf verschiedene Weise im pdf-Format ausgegeben (z.B. Erhebungsbögen, Biototypenstatistiken, Biotoplisten).

Die Mähwiesendaten aus den Managementplänen und der Biotopkartierung werden ebenfalls in einer zentralen Datenbank zusammengeführt. Ein Mähwiesenshape, aber auch die Biotope, werden einmal pro Jahr an das Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung (LGL) geliefert. Das LGL überträgt die Daten dann in die landwirtschaftlichen geographischen Informationssysteme GISELa und FIONA.

Biotopkartierung 2010-2020

Die Arbeiten der vierten Offenland-Biotopkartierung sind bisher für 22 Landkreise und 7 Stadtkreise abgeschlossen.

Übersichtskarte der bereits kartierten Kreise

Die folgenden Auswertungen beziehen sich nur auf die Offenlandbiotope dieser Kreise.

Im Laufe der Zeit können Biotope ihre Ausprägung verändern. Bei einer erneuten Kartierung kann es daher sein, dass vormals geschützte Biotope ihren Schutzstatus verlieren oder aber auch neu hinzukommen – diese sind in den entsprechenden Spalten vermerkt.  

Ein großer Teil der ab 2010 neu erfassten Biotope wurde nicht tatsächlich neu kartiert, sondern resultiert aus einer geänderten Zuständigkeit. Einige der bisher von der Waldbiotopkartierung erhobenen Offenlandbiotope werden nun von der Offenland-Biotopkartierung erfasst bzw. übernommen. Insbesondere umfasst dies Magerrasen, Wacholderheiden und Nasswiesen.

Erst seit 2014 gibt es bei der digitalen Dateneingabe die Möglichkeit, Biotope zu kennzeichnen, die mittlerweile zu Wald geworden sind. Für Stadt- und Landkreise, die vor 2014 kartiert wurden, fehlt diese Angabe in der Tabelle (-).

Seit dem Start der vierten Biotopkartierung 2010 werden nicht nur die gesetzlich geschützten Biotope, sondern auch die beiden FFH-Lebensraumtypen Magere Flachland-Mähwiesen und Berg-Mähwiesen kartiert. Der Großteil der Daten für die FFH-Mähwiesen liegt aus den bis 2020 größtenteils abgeschlossenen Managementplänen (MaPs) vor, die im Rahmen der FFH-Richtlinie erstellt wurden.

Sowohl die Biotopdaten, im Auftrag der LUBW und der unteren Naturschutzbehörden (UNB) erhoben, als auch die Mähwiesendaten, die von verschiedenen Verwaltungsstellen (LUBW, Regierungspräsidien, untere Naturschutzbehörde, Flurneuordnungsbehörde) kartiert werden, werden in einer zentralen Datenbank zusammengeführt. Einmal pro Jahr werden die gesamten Daten an das Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung (LGL) geliefert. Das LGL überträgt die Daten in die landwirtschaftlichen geographischen Informationssysteme GISELa und FIONA.

Auch wenn die Mageren Flachland-Mähwiesen und Bergmähwiesen seit 1. März 2022 zu den gesetzlich geschützten Biotopen gehören, werden diese weiterhin flächenscharf erfasst. Daher werden die Auswertungen zu den FFH-Mähwiesen und den restlichen Biotopen getrennt voneinander behandelt. Im Folgenden beziehen sich die Auswertungen daher entweder auf Biotope oder auf FFH-Mähwiesen.

Die Ergebnisse der Geländearbeiten werden digital erfasst und liegen dann in einer zentralen Datenbank vor, auf die sowohl die LUBW als auch die jeweiligen Landratsämter zugreifen können. Mit Hilfe des Umweltinformationssystems der LUBW (UIS) können umfangreiche Auswertungen auf Verwaltungsebene durchgeführt werden. Mittels UIS werden Daten von zahlreichen Behörden zu Umweltthemen wie Wasser, Boden, Luft, Abfall oder Natur- und Landschaftsschutz erfasst und verwaltet.

Jeder Bürgerin und jedem Bürger werden Sach- und Geodaten öffentlich über den interaktiven Daten- und Kartendienst der LUBW (UDO – Umwelt-Daten und –Karten online) kostenlos zur Verfügung gestellt. Die genaue Lage der Biotope und Mähwiesen kann über diesen Dienst abgerufen und im Shape-Format heruntergeladen werden. Die Sachdaten, wie Beschreibungen oder Artenlisten, werden auf verschiedene Weise im PDF-Format ausgegeben (z.B. Erhebungsbögen, Biotoptypen-Statistiken, Biotoplisten).

Im Laufe der Zeit können Biotope ihre Ausprägung verändern. Bei einer erneuten Kartierung kann es daher sein, dass vormals geschützte Biotope ihren Schutzstatus verlieren oder aber auch neu hinzukommen – diese sind in den entsprechenden Spalten vermerkt.  

Ein großer Teil der ab 2010 erfassten Biotope wurde nicht tatsächlich neu kartiert, sondern resultiert aus einer geänderten Zuständigkeit. Einige der bisher von der Waldbiotopkartierung erhobenen Offenlandbiotope werden nun von der Offenland-Biotopkartierung erfasst bzw. übernommen. Insbesondere umfasst dies Magerrasen, Wacholderheiden und Nasswiesen.

Erst seit 2014 gibt es bei der digitalen Dateneingabe die Möglichkeit, Biotope zu kennzeichnen, die mittlerweile zu Wald geworden sind. Für Stadt- und Landkreise, die vor 2014 kartiert wurden, fehlt diese Angabe in der Tabelle (-).

Die Tabelle zeigt die seit 2010 kartierten Stadt- und Landkreise mit der jeweiligen Biotopanzahl und -fläche, sowie den Anteil der Biotopfläche an der jeweiligen Stadt- und Landkreisfläche:

Stadt-/Landkreis Biotopanzahl Biotopfläche [ha] Anteil der Biotopfläche an der Kreisfläche [%]
   gesamt 

 davon ab 2010 neu kartiert 

Schutzstatus verloren, daher nicht mehr kartiert wurde zu Waldfläche  gesamt  davon ab 2010 neu kartiert  Schutzstatus verloren, daher nicht mehr kartiert wurde zu Waldfläche
Alb-Donau-Kreis 5.333 1.113 470 - 2.151 600 50 - 1,58
Baden-Baden 515 163 87 - 355 83 33 - 2,53
Breisgau-Hochschwarzwald 8.825 3.405 953 121 4.520 1.211 201 37 3,28
Enzkreis 3.737 1.694 162 33 1.437 455 17 31 2,50
Esslingen 3.627 799 456 - 1.336 264 54 - 2,08
Freiburg im Breisgau 544 23 25 - 259 6 15 - 1,69
Freudenstadt 4.177 1.180 204 36 1.144 404 27 5 1,31
Göppingen 3.947 1.250 281 77 1.461 407 44 16 2,27
Heilbronn 7.389 2.742 816 165 2.161 494 91 73 1,96
Heilbronn, Stadt 312 87 29 9 134 30 12 8 1,34
Hohenlohekreis 5.142 1.069 414 99 1.498 224 40 19 1,93
Karlsruhe 7.673 2.140 964 142 2.816 467 202 73 2,60
Karlsruhe, Stadt 490 318 80 17 313 133 21 8 1,80
Konstanz 4.713 1.007 554 42 3.685 248 258 28 4,51
Main-Tauber-Kreis 5.902 1.736 334 92 3.262 475 49 38 2,50
Mannheim 298 192 39 3 197 68 4 1 1,36
Ortenaukreis 10.573 3.722 1.506 240 4.138 1.280 279 51 2,24
Ostalbkreis 6.518 1.425 799 84 2.280 634 93 12 1,51
Pforzheim 312 192 37 2 185 91 11 0 1,89
Rastatt 2.809 1.108 270 - 1.454 385 68 - 1,97
Reutlingen 5.428 1.115 87 - 3.177 519 24 - 3,09
Schwäbisch Hall 9.304 2.116 1.176 188 2.243 362 113 34 1,51
Schwarzwald-Baar-Kreis 4.524 1.430 397 4 2.823 575 93 1 2,75
Sigmaringen 6.734 729 890 - 2.896 329 148 - 2,40
Tübingen 3.011 1.079 324 46 1.253 250 47 15 2,41
Tuttlingen 2.451 946 325 2 1.336 417 145 0 1,82
Ulm 340 185 11 13 237 78 1 15 2,00
Waldshut 7.069 2.474 841 204 3.709 777 133 37 3,28
Zollernalbkreis 5.903 1.186 851 217 2.741 663 159 49 2,99
gesamt 127.600 36.625 13.382 1.836 55.203 11.929 2.435 552 2,36

 

Die folgenden Diagramme geben die in der Tabelle dargestellten Werte wieder:

Biotopanzahl in den bisher kartierten Stadt- und Landkreisen

Balkendiagramm zur Biotopanzahl in den einzelnen Kreisen (aufgeteilt nach gesamt, davon neu kartiert; Schutzstatus verloren und jetzt Waldfläche)

 

Biotopfläche in den bisher kartierten Stadt- und Landkreisen

Balkendiagramm zur Biotopfläche in den einzelnen Kreisen (aufgeteilt nach gesamt, davon neu kartiert; Schutzstatus verloren und jetzt Waldfläche)

 

Stand: Mai 2021 

Die hier aufgeführten Biotoptypen enthalten auch die vorkommenden Biotop-Untertypen. Beispielsweise können unter den Biotoptyp Feldhecke die Untertypen Hasel-Feldhecke, Schlehen-Feldhecke oder Holunder-Feldhecke fallen. Eine Auflistung der gesetzlich geschützten Biotoptypen des Offenlandes findet sich hier: LINK Kartieranleitung

In den folgenden Diagrammen werden jeweils die 10 am häufigsten kartierten (links) und die 10 flächengrößten Biotoptypen (rechts) dargestellt.

 

Gesamt (aktuell)

Die Gesamtzahl der Biotope und ihre Fläche bezieht sich auf alle bestehenden Offenlandbiotope in den seit 2010 neu kartierten Kreisen.

Zwei Diagramme, links: Balkendiagramm zu den 10 häufigsten Biotoptypen; rechts: Kreisdiagramm zu den 10 flächengrößten Biotoptypen

 

Davon ab 2010 neu kartiert

Ein großer Teil der ab 2010 neu erfassten Biotope sind nicht tatsächlich neu kartiert worden, sondern resultieren aus einer geänderten Zuständigkeit. Bisher von der Waldbiotopkartierung erhobene Offenlandbiotope werden zum Teil nun von der Offenland-Biotopkartierung erfasst bzw. übernommen. Insbesondere umfasst dies Magerrasen, Wacholderheiden und Nasswiesen. Tatsächlich neu aufgenommene Biotope können meist dem Biotoptyp „Feldgehölze und Feldhecken“ zugeordnet werden. Seit der vierten Kartierungsphase sind hier insgesamt große Zuwächse zu verzeichnen.

Zwei Diagramme, links: Balkendiagramm zu den 10 häufigsten Biotoptypen, die seit 2010 neu kartiert wurden; rechts: Kreisdiagramm zu den 10 flächengrößten Biotoptypen, die seit 2010 neu kartiert wurden.

 

Nicht mehr vorhanden, daher gelöscht

Im Laufe der Zeit können Biotope ihre Ausprägung verändern. Bei einer erneuten Kartierung kann es daher sein, dass vormals geschützte Biotope ihren Schutzstatus verlieren. Erst seit dem Jahr 2012 gibt es bei der digitalen Dateneingabe die Möglichkeit, komplett zu löschende Biotope zu markieren. Daher beziehen sich die angegebenen Zahlen nur auf die ab 2012 kartierten Kreise.

Zwei Diagramme, links: Balkendiagramm zu den 10 häufigsten Biotoptypen, die ihren Schutzstatus verloren haben; rechts: Kreisdiagramm zu den 10 flächengrößten Biotoptypen, die ihren Schutzstatus verloren haben

 

Offenlandbiotope, die nun im Wald liegen

Werden Flächen nicht mehr gepflegt oder genutzt, verbuschen sie zunächst und werden allmählich zu Wald, sofern es sich nicht um von Natur aus waldfreie Standorte handelt. Bei der digitalen Dateneingabe gibt es seit 2014 die Möglichkeit, Biotope zu markieren, die mittlerweile ihren Schutzstatus als Offenlandbiotop verloren haben und im Wald liegen. Sind es gesetzlich geschützte Waldbiotope, werden sie zukünftig von der Waldbiotopkartierung erhoben.

Zwei Diagramme, links: Balkendiagramm zu den 10 häufigsten Biotoptypen, die mittlerweile im Wald liegen; rechts: Kreisdiagramm zu den 10 flächengrößten Biotoptypen, die mittlerweile im Wald liegen

Stand: Mai 2021

Jeder Biotop wird hinsichtlich seiner naturschutzfachlichen Wertigkeit eingestuft. Dem Normalfall entspricht die Bewertungskategorie 4 „Gebiet von lokaler Bedeutung“.

Die wenigen sehr hochwertigen Biotope liegen meist am Bodenseeufer oder in Moorbereichen. Auch gehören Wacholderheiden und Magerrasen in Naturschutzgebieten oft zu den hoch bewerteten Biotopen.

Balkendiagramm zu den Bewertungskategorien der Biotope

 

Bewertungskategorie Biotopfläche [ha] Biotopanzahl
2  Gebiet ohne besondere ökologische Funktion 27 114
3  Gebiet mit ökologischer Ausgleichsfunktion 3.270 26.755
4  Gebiet von lokaler Bedeutung 25.324 81.140
5  Gebiet von lokaler Bedeutung und guter Ausprägung 15.235 10.010
6  Gebiet von regionaler Bedeutung 5.839 1.179
7  Gebiet von landesweiter Bedeutung 2.464 234
8  Gebiet von gesamtstaatlicher Bedeutung 287 23
9  Gebiet von internationaler Bedeutung 458 4

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stand: Mai 2020

Bei der Kartierung der gesetzlich geschützten Biotope werden auch negative Veränderungen oder Einwirkungen beobachtet und festgehalten. Diese Beeinträchtigungen werden jeweils für die einzelnen Biotoptypen erfasst, nicht für das Gesamtbiotop: Die Kartiermethodik der Offenland-Biotopkartierung gibt vor, dass Biotoptypenkomplexe kartiert werden, jedes aufgenommene Biotop kann somit mehrere Biotoptypen umfassen. Wenn ein Biotop mehrere Biotoptypen wie z.B. Nasswiese, Kleinseggen-Ried und Sickerquelle enthält, wird in den Kartierdaten für jeden einzelnen Biotoptyp die spezifische Beeinträchtigung festgehalten. Die einzelnen Beeinträchtigungen können zu Beeinträchtigungsgruppen zusammengefasst werden. Unter der Beeinträchtigungsgruppe „Verschiedenes“ werden Faktoren, die keiner eindeutigen Kategorie zugeordnet werden können, zusammengefasst. u.a. Eutrophierung, Mähgut- und Gehölzschnittablagerung oder Tritt und Befahren. Als weiteres Beispiel werden unter „Landwirtschaft/Gärtnerische Nutzung“ u.a. Nutzungsauflassung, Nutzungsintensivierung, Düngung, Umbruch und Ähnliches aufgeführt. Eine Auflistung der für die Offenlandbiotopkartierung relevanten und kategorisierten Beeinträchtigungen findet sich in der Kartieranleitung.                                                   

52 % aller erfassten Biotoptypen weisen Beeinträchtigungen auf.

Beeinträchtigungsgruppen

Zwei Diagramme zur Beeinträchtigung der Biotoptypen (Oberbegriffe ausgewertet), links: Balkendiagramm zu den häufigsten Beeinträchtigungen, rechts: Kreisdiagramm mit den Beeinträchtigungen, die die größte Biotoptypenfläche einnehmen

 

Beeinträchtigungen

Zwei Diagramme zur Beeinträchtigung der Biotoptypen, links: Balkendiagramm zu den häufigsten Beeinträchtigungen, rechts: Kreisdiagramm mit den Beeinträchtigungen, die die größte Biotoptypenfläche einnehmen

 

Beeinträchtigungsgrad

Neben der Feststellung der Beeinträchtigungen wird auch der Grad der Beeinträchtigung festgehalten. Hierbei ordnet die/der Kartierer*in jeder Beeinträchtigung die Auswirkung auf den jeweiligen Biotoptyp (schwach, mittel oder stark) zu.

Kreisdiagramm zum Beeinträchtigungsgrad der Biotoptypen (aufgeteilt in schwach, mittel, stark)

Stand: Mai 2021

Im Folgenden wird die Verteilung der Biotope auf die verschiedenen Großlandschaften und Naturräume dargestellt. Es werden nur die Großlandschaften und Naturräume angezeigt, die in den bisher kartierten Kreisen liegen. Zu beachten ist außerdem, dass einige der angezeigten Großlandschaften und Naturräume unterrepräsentiert sind, da hier noch nicht neu kartiert wurde. Mit * sind die Großlandschaften und Naturräume markiert, die zum Großteil (> 50 %) noch nicht kartiert wurden.

Verteilung auf die Großlandschaften

Zwei Diagramme zur Verteilung der Biotope auf die Großlandschaften, links: Balkendiagramm zur Biotopanzahl in den Großlandschaften, rechts: Kreisdiagramm zur Biotopfläche in den Großlandschaften

 

Verteilung auf die Naturräume

Balkendiagramm zur Biotopanzahl in den einzelnen Naturräumen

Balkendiagramm zur Biotopfläche in den einzelnen Naturräumen

Stand: Mai 2021

Zur Erhaltung und Sicherung der Schönheit, Eigenart und Vielfalt der Natur wurden Schutzgebiete verschiedener Kategorien ausgewiesen.

Bei den nächsten Auswertungen wurde geschaut wie die Verteilung der Biotope auf die unterschiedlichen Schutzgebietskategorien ausfällt.

Schutzgebietskategorie Fläche Schutzgebiet [ha] Biotopfläche im Schutzgebiet [ha] Anteil Biotopfläche, die im Schutzgebiet liegt [%] Anteil Schutzgebiets-fläche, auf der ein Biotop vorkommt [%]
Naturpark 819.279 18.198 33 2
Landschaftsschutzgebiet 529.462 17.050 31 3
FFH-Gebiet 300.331 23.775 43 8
Biosphärengebiet 115.031 5.120 9 4
Naturschutzgebiet 53.865 9.715 18 18
Nationalpark 10.058 103 0,2 1
Naturdenkmal, flächenhaft 4.034 1.201 2 30

Stand: Mai 2021

Die ersten Daten zu den nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL) geschützten FFH-Mähwiesen stammen aus einer Grünlandkartierung, die 2003 bis 2006 in den FFH-Gebieten durchgeführt wurde und aus Kartierungen im Rahmen der Erstellung von Managementplänen (MaP) innerhalb der FFH-Gebiete. Die Erstaufnahme für alle Managementpläne der FFH-Gebiete ist in ganz Baden-Württemberg abgeschlossen und liefert umfangreiche Daten zu den Mähwiesen. Allerdings fehlte zum Zeitpunkt der Auswertung [Mai 2021] noch für 11 Managementpläne die Dateneingabe der FFH-Mähwiesen. Hier kann für die Auswertungen nur auf die alten Daten zurückgegriffen werden. Seit 2010 werden im Rahmen der Offenland-Biotopkartierung auch alle FFH-Mähwiesen außerhalb von FFH-Gebieten erfasst. Die Arbeiten der vierten Offenland-Biotopkartierung sind bisher für 22 Landkreise und 7 Stadtkreise abgeschlossen. Die folgenden Auswertungen beziehen sich nur auf die FFH-Mähwiesen dieser Kreise.

Im digitalen Landschaftsmodell ATKIS (Amtliches Topographisch-Kartographisches Informationssystem) wird die Landschaft in Objekte nach dem ATKIS-Objektartenkatalog strukturiert und damit näher beschrieben. Zwei Objektarten aus diesem großen Katalog sind Grünland und Streuobstwiese. Die Daten zu diesen Objektarten sind keine reellen Erhebungsdaten, sondern werden aus geometrischen und topologischen Eigenschaften der jeweiligen Objektart errechnet und unterliegen daher einer generellen Unsicherheit.

  FFH-Mähwiesenfläche [ha] Anteil der FFH-Mähwiesenfläche [%]
Stadt-/Landkreis innerhalb von FFH-Gebieten außerhalb von FFH-Gebieten Gesamtfläche an der Kreisfläche an der Offenland-fläche* an ATKIS-Grünland-fläche

an ATKIS*-Streuobst-wiese-fläche

an ATKIS*-Grünland- und Streuobst-wiese-fläche
Alb-Donau-Kreis 107 232 339 0,2 0,4 1,4 1,4 1,4
Baden-Baden 104 75 179 1,3 4,1 6,6 7,7 7,0
Breigau-Hochschwarzwald 624 1.677 2.301 1,7 4,0 7,6 7,8 7,6
Enzkreis 1.660 2.296 3.956 6,9 15,1 28,3 35,2 31,5
Esslingen 357 1.439 1.796 2,8 6,0 12,7 8,1 10,0
Freiburg 36 49 85 0,6 1,9 6,2 1,5 5,5
Freudenstadt 623 873 1.496 1,7 6,1 10,3 10,8 10,3
Göppingen 389 1.104 1.493 2,3 4,5 7,1 10,1 7,9
Heilbronn 88 1.505 1.593 1,4 2,5 12,0 10,1 11,3
Heilbronn, Stadt 8 29 37 0,4 0,7 2,2 2,0 2,1
Hohenlohekreis 831 894 1.725 2,2 3,8 12,4 13,1 12,6
Karlsruhe 1.267 1.149 2.416 2,2 4,4 13,9 14,9 14,3
Karlsruhe, Stadt 141 71 212 1,2 2,6 5,1 8,8 6,7
Konstanz 686 645 1331 1,6 3,2 5,7 6,4 5,8
Main-Tauber-Kreis 370 1.299 1.669 1,3 2,1 9,3 12,0 9,9
Mannheim 22 7 29 0,2 0,7 5,3 0,2 4,9
Ortenaukreis 877 2.384 3.261 1,8 4,3 10,3 6,0 9,5
Ostalbkreis 398 990 1388 0,9 1,9 3,8 4,5 3,8
Pforzheim 150 86 236 2,4 13,1 14,0 21,0 18,6
Rastatt 916 521 1437 1,9 5,3 13,0 8,8 11,1
Reutlingen 940 3.080 4.020 3,9 8,2 13,7 12,4 13,5
Schwäbisch Hall 594 1.257 1.851 1,2 2,2 5,2 9,0 5,5
Schwarzwald-Baar-Kreis 517 1.202 1.719 1,7 3,9 6,0 4,0 6,0
Sigmaringen 512 837 1.349 1,1 2,1 4,5 2,0 4,4
Tübingen 1.121 1.857 2.978 5,7 12,1 24,6 30,5 27,4
Tuttlingen 2.259 1.410 3.669 5,0 13,1 19,7 9,0 19,4
Ulm 13 19 32 0,3 0,6 3,1 1,8 2,9
Waldshut 1.537 3.308 4.845 4,3 10,6 15,7 13,8 15,6
Zollernalbkreis 1.997 3.421 5.418 5,9 12,9 20,3 15,0 19,7
Gesamtsumme 19.146 33.714 52.861 2,2 4,7 10,1 12,6 10,5

* Die Offenlandfläche wurde aus Daten des statistischen Landesamtes errechnet (Fläche seit 1996 nach tatsächlicher Nutzung - Statistisches Landesamt Baden-Württemberg (statistik-bw.de): Offenland = Bodenfläche minus Waldfläche minus Siedlungsfläche minus Verkehrsfläche).

 

Im Folgenden werden die Flächen des AKTIS-Grünlandes und -Streuobstwiese mit den tatsächlich kartierten FFH-Mähwiesen verglichen. Nur ein geringer Anteil des Grünlandes und der Streuobstwiesen im digitalen Landschaftsmodell sind als FFH-Mähwiesen kartiert (im Durchschnitt 10,5 %).

Balkendiagramm zur Grünland-, Streuobstwiesen- und Mähwieseflächen in den kartierten Kreisen

Erhaltungszustand der FFH-Mähwiesen

Die FFH-Mähwiesen werden hinsichtlich ihres Erhaltungszustandes bewertet. Bewertungsparameter hierbei sind das Arteninventar, die Habitatstruktur und Beeinträchtigungen. Aus diesen drei Parametern wird eine Gesamtbewertung für die Einzelfläche ermittelt.

A: hervorragender Erhaltungszustand

B: guter Erhaltungszustand

C: durchschnittlicher oder beschränkter Erhaltungszustand

Drei Kreisdiagramme zum Erhaltungszustand der FFH-Mähwiesen, prozentual aufgeteilt nach innerhalb und außerhalb der FFH-Gebiete; links: Erhaltungszustand A, Mitte: Erhaltungszustand B, rechts: Erhaltungszustand C

Die flächenhafte Verteilung der jeweiligen Erhaltungszustände innerhalb von FFH-Gebieten, außerhalb von FFH-Gebieten und insgesamt zeigt die folgende Grafik.

Verteilung der Erhaltungszustände A, B und C innerhalb von FFH-Gebieten, außerhalb von FFH-Gebieten und insgesamt

 

Die nächsten drei Diagramme zeigen den Anteil der drei Erhaltungszustände A, B und C an der gesamten Mähwiesenfläche, der Mähwiesenfläche innerhalb der FFH-Gebiete und der Mähwiesenfläche außerhalb der FFH-Gebiete. Hier lassen sich kaum Unterschiede ausmachen. Am häufigsten sind jeweils B-Mähwiesen vertreten, gefolgt von den C-Mähwiesen. Mähwiesen mit einem hervorragenden Erhaltungszustand (A) machen nur einen geringen Anteil aus.

Drei Kreisdiagramme zum Erhaltungszustand der FFH-Mähwiesen, prozentuale Aufteilung nach den drei Erhaltungszuständen A, B und C; links: für die gesamte Mähwiesenfläche, Mitte: Mähwiesenfläche innerhalb der FFH-Gebiete, rechts: Mähwiesenfläche außerhalb der FFH-Gebiete

Balkendiagramm zur Verteilung der Erhaltungszustände A, B und C auf die gesamte Mähwiesenfläche, auf die Mähwiesenfläche innerhalb der FFH-Gebiete und auf die Mähwiesenfläche außerhalb der FFH-Gebiete

 

Mähwiesenveränderungen in den FFH-Gebieten

Da nur in den FFH-Gebieten Daten aus Vorgängerkartierungen vorliegen, beziehen sich vergleichende Auswertungen lediglich auf die FFH-Gebiete. Es wurde die Mähwiesenkulisse des Jahres 2006 mit dem aktuellen Mähwiesenbestand (Stand Mai 2021) verglichen.

Für FFH-Gebiete, in denen noch keine Überarbeitung der alten Mähwiesendaten erfolgte, konnten keine Veränderungen analysiert werden. Diese Mähwiesen fallen alle in die Rubrik „bestätigt“.

Balkendiagramm zu bestätigten, neu kartierten und FFH-Mähwiesen, die ihren Schutzstatus verloren haben, jeweils in den kartierten Kreisen

Bezogen auf die Mähwiesenfläche von 2006 gibt es sowohl Flächen, die verloren gegangen sind, als auch Flächen, die neu hinzugekommen sind. Dies ist in folgender Abbildung dargestellt.

Balkendiagramm zum Vergleich der aktuellen Mähwiesenfläche mit der 2006 kartierten Mähwiesenfläche

Stand: Mai 2021

Neben den FFH-Mähwiesen gibt es auch weitere FFH-Lebensraumtypen, die im Rahmen der Offenland-Biotopkartierung erfasst werden. Diese werden allerdings nicht flächenscharf erfasst. Liegen sie innerhalb geschützter Biotope, wird ihr Flächenanteil am gesamten Biotop als Schätzwert angegeben.

Die folgenden Diagramme zeigen die zehn am häufigsten vorkommenden Lebensraumtypen und die zehn Lebensraumtypen mit dem größten Flächenanteil:

Zwei Diagramme zu den FFH-Lebensraumtypen, links: Balkendiagramm zu den häufigsten kartierten FFH-Lebensraumtypen, rechts: Kreisdiagramm mit den FFH-Lebensraumtypen, die die größte Fläche einnehmen

Stand: Mai 2021

Biotopkartierung 1992 - 2004

 
  Anzahl Fläche (ha) Anteil an der Landesfläche (%)
§-24a-Biotope Offenland 151.280 69.250 1,9
§-24a-Biotope Wald* 50.168 ca. 57.000 1,6
Summe 201.448 ca. 126.250 3,5

April 2005

*außerdem wurden von der WBK erfasst: Raufußhuhn-Biotope; regional seltene, naturnahe Waldgesellschaften; besondere Vegetations- und Morphologische Strukturen

 

Wertstufe Bewertungskategorie Anzahl Fläche (ha) Anteil an Biotop-gesamtfläche (%)
2 Gebiet ohne besondere ökologische Funktion 473 78 0,1
3 Gebiet mit ökologischer Ausgleichsfunktion 49.960 6.484 9,5
4 Gebiet von lokaler Bedeutung 83.216 26.177 37,9
5 Gebiet von lokaler Bedeutung und guter Ausprägung 15.379 18.481 26,8
6 Gebiet von regionaler Bedeutung 1.799 11.141 16,2
7 Gebiet von landesweiter Bedeutung 260 3.253 4,8
8 Gebiet von gesamtstaatlicher Bedeutung 27 438 0,7
9 Gebiet von internationaler Bedeutung 17 2.563 0,8

April 2005

Klicken Sie hier um sich die Diagramme der „Biotopfläche je Bewertungskategorie" und der „Biotopanzahl je Bewertungskategorie"  anzeigen zu lassen.

Rang Biotoptyp Anzahl
1 Feldhecke (einschließlich Untertypen) 73.559
2 Feldgehölz 41.917
3 Naturnaher Bachabschnitt (einschließlich Untertypen) 23.945
4 Sickerquelle 16.776
5 Steinriegel 15.077
6 Magerrasen basenreicher Standorte 14.838
7 Natürliche offene Felsbildung (einschließlich Felsbänder) 9.552
8 Gewässerbegleitender Auwaldstreifen 8.681
9 Trockenmauer 8.385
10 Tümpel 6.627
April 2005
Rang Biotoptyp Fläche (ha)
1 Naturnaher Bachabschnitt (einschließlich Untertypen) 15.875
2 Feldgehölz 12.191
3 Feldhecke (einschließlich Untertypen) 7.883
4 Magerrasen basenreicher Standorte 6.745
5 Nasswiese (einschließlich Untertypen) 6.556
6 Gewässerbegleitender Auwaldstreifen 4.357
7 Wacholderheide 3.064
8 Naturnahe Flachwasserzone des Bodensees 2.776
9 Natürliche offene Felsbildung (einschließlich Felsbänder) 2.720
10 Sickerquelle 2.593

April 2005

Rang deutscher Name wissenschaftlicher Name Nennungen Biotope(%)
1 Große Brennnessel Urtica dioica 102.098 68,14
2 Schwarzer Holunder Sambucus nigra 77.698 51,85
3 Gewöhnliche Esche Fraxinus excelsior 75.097 50,12
4 Gewöhnliche Hasel Corylus avellana 72.615 48,46
5 Schlehe Prunus spinosa 71.513 47,72
6 Roter Hartriegel Cornus sanguinea 63.507 42,38
7 Brombeere i.w.S. Rubus sectio Rubus 52.868 35,28
8 Stiel-Eiche Quercus robur 51.118 34,11
9 Berg-Ahorn Acer pseudoplatanus 50.182 33,49
10 Vogel-Kirsche Prunus avium 48.553 32,40

April 2005


Die Große Brennnessel ist eine ausgesprochene Zeigerpflanze für nährstoffreiche Standorte. Ihr häufiges Auftreten in den Biotopen ist ein Indiz für eine weit verbreitete Eutrophierung der Böden auch außerhalb der landwirtschaftlichen Produktionsflächen. 

Acht der zehn am häufigsten genannten Arten sind Gehölze. Dies stimmt auch gut mit dem Ergebnissen der Biotoptypen überein. So gehören Feldhecken und Feldgehölze sowohl zu den am häufigsten kartierten Biotoptypen als auch zu denen mit der größten Gesamtfläche. 

 

Zehn Beispiele von ca. 200 Arten, die nur einmal erfasst wurden mit Angabe des Gefährdungsgrads nach der Roten Liste Baden-Württemberg.
deuscher Name wissenschaftler Name Rote Liste Baden-Württemberg
Zwerg-Birke Betula nana 1 vom Aussterben bedroht
Alpen-Wachsblume Cerinthe alpina 1 vom Aussterben bedroht
Alpen-Flachbärlapp Diphasiastrum alpinum 3 gefährdet
Alantblättriges Habichtskraut Hieracium inuloides R extrem selten
Isslers Flachbärlapp Lycopodium issleri 1 vom Aussterben bedroht
Braunes Mönchskraut Nonea pulla 2 stark gefährdet
Elsässer Sommerwurz Orobanche alsatica 2 stark gefährdet
Kalk-Kreuzblume Polygala calcarea 1 vom Aussterben bedroht
Moorglöckchen Wahlenbergia hederacea 1 vom Aussterben bedroht
Südlicher Wimpernfarn Woodsia ilvensis 1 vom Aussterben bedroht

 April 2005