Nachtfalter-Erfassung mit LeuchtturmIndikator Nachtfalter

Der historische Vergleich von Nachtfalterdaten bietet gegenüber den ab 2018 erhobenen Indikatoren den Vorteil, durch einen Rückblick auf mehrere Jahrzehnte, schon jetzt Aussagen über langfristige Bestandsentwicklungen von Insekten zu erhalten. Es wird angenommen, dass eine Übertragbarkeit wenigstens teilweise auch auf die anderen bearbeiteten Gruppen möglich ist und sich aktuell erhobene Daten damit besser in einem zeitlichen Kontext interpretieren lassen.


Um eine belastbare Datenbasis für den Vergleich zu schaffen, fand in den Jahren 2019/2020 in Kooperation mit dem Staatlichen Museum für Naturkunde Karlsruhe (SMNK) sowie zahlreichen Expertinnen und Experten ein intensives Monitoring statt. In diesem wurden 25 Messtischblattquadranten bearbeitet, für die besonders umfangreiche Altdaten in der vom Museum seit den 60er Jahren aufgebauten Landesdatenbank Schmetterlinge Baden-Württemberg vorlagen. Das Monitoring und die Landesdatenbank lieferten damit zusammen die Grundlage für einen Vergleich der Nachtfalter-Arteninventare aus den Zeiträumen 1971-2000 und 2001-2020. Die 25 Quadranten umfassen alle wichtigen Naturräume und naturschutzfachlich hochwertigen Offenland-Biotoptypen des Landes. Bei der Auswahl berücksichtigt wurde auch die früher angewandte Erfassungsmethodik. Diese muss der heute verwendeten ähnlich sein, denn nur so ist eine Vergleichbarkeit gewährleistet.

 

Nachtflater-Erfassung mit LeuchtturmNachtfalterspezialisten führten für das Monitoring zwischen März und Oktober je Quadrant insgesamt zehn Lichtfänge mit Lebendfallen (Sackfallen) und persönlich betreuten Leuchtanlagen (Leuchttürme) durch. Hinzu kamen Kurzerfassungen im Vorfrühling und Winter sowie gezielte Suchen nach erwarteten Arten. Je Quadrant wurden drei Standorte mittels Lichtfängen bearbeitet, was insgesamt 75 zu beprobenden Einzelflächen entspricht. Die Arten wurden nach Möglichkeit noch vor Ort lebend bestimmt, Häufigkeitsklassen zugeordnet und wieder freigelassen. Anschließend wurden die Daten der beiden Zeiträume ausgewertet und die beobachteten Veränderungen analysiert.

Der Bericht mit den Ergebnissen wurde unter dem Titel „Wandel der Nachtfalterfauna Baden-Württembergs seit 1970“ in der vom SMNK herausgegebenen wissenschaftlichen Reihe „Andrias“ publiziert:

Wandel der Nachtfalter-Fauna Baden-Württembergs seit 1970

Von Oliver Karbiener & Robert Trusch

Andrias 22, Band I+II, zusammen 808 S., 620 Abb. (895 Einzelabb.), 159 Tab., Fadenheftung, fest gebunden.
ISBN: 978-3-925631-18-4
Preis: € 120,- (zzgl. Porto und Versand)

Bestellungen  bitte an:
Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe, Bibliothek
c/o Dr. Michael Rauhe (michael.rauhe@smnk.de)
Erbprinzenstraße 13
76133 Karlsruhe

Daten zum Download

Anhang-Tabelle und Vollständige Artenlisten aller untersuchten Quadranten (Kapitel 6.1 bis 6.25)
Die umfangreiche Anhang-Tabelle verzeichnet alle Art-Nachweise in den 25 untersuchten Quadranten für die verschiedenen Zeiträume und gibt Auskunft über resultierende Trends, ökologische Daten zu Habitattypen, Höhenstufen und Arealtypen. Die Artenlisten wurden im Text aus Platzgründen nur verkürzt abgedruckt (Rote Liste-Arten). Die Anhang-Tabelle und die vollständigen Artenlisten je untersuchtem Quadrant können weiter unten als Tabellen im Excel-Format heruntergeladen werden.

Eine Kurzfassung der Ergebnisse steht im Publikationsdienst der LUBW als barrierefreie pdf zum kostenlosen Download bereit:

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Nachtfalter-Monitoring Daten

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